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Burnout an der Uni: „Bachelor erhöht Stress- und Angstpegel“

25.06.2010 | 06:48 |  Bernadette Bayrhammer (DiePresse.com)

Früher eine Krankheit stressgeplagter Manager, hat das Burnout längst die Unis erreicht. Bis zu 15 Prozent der österreichischen Studenten leiden an Burnout-Symptomen. Ein Grund ist der stetig steigende Druck.

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Es beginnt mit Dauerstress. Man kann nicht mehr abschalten, der Rücken schmerzt, der Kopf brummt. Man sitzt viel, bekommt aber nichts mehr in den Kopf. Trotzdem macht man weiter. Dann kann es kippen: Man hat Versagensängste, Angstattacken, depressive Verstimmungen und Schlafstörungen, fühlt sich lustlos, schlapp und antriebslos. Ist ausgebrannt. Was früher stressgeplagte Manager traf, passiert heute immer mehr Studenten. Das Burnout hat längst die Unis erreicht.

Fünf Prozent der Studenten leiden „sehr“ unter Burnout-Symptomen, heißt es in der neuen Studierenden-Sozialerhebung, weitere zehn Prozent „etwas“. Es scheint normal zu sein, sich aufzureiben, bevor man überhaupt ins Berufsleben eingetreten ist. Ein möglichst schnelles Studium, mehrere Fremdsprachen, dazu ein Auslandssemester und viel Praxiserfahrung sind längst Bedingungen, um am Arbeitsmarkt Erfolg zu haben. Dazu kommt der finanzielle Druck, zwei von drei Studenten arbeiten neben dem Studium. Ein Viertel gibt an, nur schlecht oder sehr schlecht mit ihren finanziellen Mitteln auszukommen.

Burnout
Von einem Burnout wird gesprochen, wenn ein Patient drei Symptome zeigt: Er ist emotional und körperlich erschöpft, entfremdet sich immer mehr von seiner Arbeit, zieht sich von Freunden zurück, da er keine Kraft mehr für sie aufbringt und hat das Vertrauen in seine Fähigkeiten verloren.

Bachelor setzt Studenten unter Druck

Dazu kommt, dass das Tempo an den Unis seit Bologna  deutlich angezogen hat. Zur kürzeren Studiendauer kommt der Druck, den Bachelor ausreichend gut zu bestehen, um zu den besseren Master-Studiengängen zugelassen zu werden. Die Anzahl der Prüfungen ist stark gestiegen, immer öfter werden Studenten „rausgeprüft“. „Das erhöht den Stress- und Angstpegel“, sagt Kathrin Wodraschke von der Psychologischen Studentenberatung in Wien. Mehr als 4000 Studenten hat die Wiener Beratungsstelle vergangenes Jahr betreut, die meisten wegen „psychischer Probleme“, darunter auch Burnout.

Die Studienbedingungen sind härter als früher, meint Wodraschke. Doch alleine deshalb entwickelt man kein Burnout: „Es muss auch eine gewisse Persönlichkeit darauf treffen. Denn fünf Prozent der Studenten sind betroffen, und 95 Prozent nicht.“ Sind Burnout-Kandidaten also die, die sich selbst zuviel aufbürden? Der unerbittliche Perfektionist, die ehrgeizige Karrieristin? Bestimmt auch, meint Wodraschke. Tatsächlich landen oft besonders perfektionistische Studenten in der Beratung. Auch Studenten, die einen hohen Anspruch an sich selbst haben. Oder aber solche, die sich selbst sehr motivieren können. Burnout-Patienten sind oft sehr leistungsfähige Menschen. Bis sie ausbrennen.

Ist es realistisch, zu studieren?

Noch bevor das passiert, sollte man einen Punkt setzen, stoppen, sagt Wodraschke. Man muss fragen: Was ist los? Liegt es an der Situation, hängt es mit persönlichen Problemen zusammen, mit meiner Einstellung, lerne ich falsch? Bis hin zur Frage: Ist es überhaupt realistisch zu studieren, in meiner jetzigen Situation? „Das sind natürlich schon kernige Auseinandersetzungen“, sagt die Psychologin. Wenn man das auf eigene Faust schafft, gut. Wenn nicht, gibt es die Psychologische Studentenberatung, wo Studierende kostenlos und auf Wunsch anonym Beratung in Anspruch nehmen können.

Psychische Erkrankungen betreffen besonders Fächer, in denen ein hoher Leistungs- und Konkurrenzdruck herrscht. Österreichischer Spitzenreiter ist die Veterinärmedizinische Universität in Wien: Ein Viertel der Studenten leidet laut Studierenden-Sozialerhebung an gesundheitlichen Beschwerden, die durch den Uni-Stress bedingt sind. In der Beratungsstelle reflektiert sich das aber nicht: Nur ein geringer Prozentsatz der Hilfesuchenden kommt von der VetMed. „Das sind aber zwei Paar Stiefel“, meint Psychologin Wodraschke: „Zu sagen 'es geht mir schlecht' und zu sagen 'ich hole mir Hilfe' korreliert nicht.“

Psychologische Studentenberatung
Psychologische Beratungsstellen für Studierende gibt es in jeder Uni-Stadt. Die Angebote können anonym, vertraulich und kostenlos in Anspruch genommen werden. Das Angebot umfasst die Beratung bei persönlichen und psychischen Problemen, aber auch Hilfe bei der Wahl des richtigen Studiums und Seminare gegen Prüfungsangst und Lerntrainings. www.studentenberatung.at.

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60 Kommentare
 
1 2
Cuchulainn
26.06.2010 10:07
0 1

Wenn Bachelor, dann Junggeselle.

Die Einführung des Master-Bachelor-Systems war völlig unnötig und ein weiterer Kniefall vor den EU-Bonzen.
Es bringt kein Mehr an Leistung, es hat die bewährten Studienordnungen vernichtet, ohne dafür einen guten Ersatz zu geben.
Niemand will das System, außer ... das System.

1 0

Re: Wenn Bachelor, dann Junggeselle.

Die "EU-Bonzen" sind jene Politiker die Österreich und die anderen Mitgliedstaaten nach Brüssel schicken. d.h. wir werden NICHT von einem fremden Staat regiert, sondern nur von unseren eigenen nationalen Politikern verars***.

Antworten Gast: Gast
27.06.2010 10:17
0 0

Re: Wenn Bachelor, dann Junggeselle.

Und was hat Ihre - zum Teil berechtigte Kritik - mit dem Thema zu tun?

Gast: Bankier
25.06.2010 19:16
1 0

5%??

Was ist daran bemerkenswert? Ich finde, das ist ein angemessener Anteil an psychischen Erkrankungen an Institutionen, die aufgrund von Überkapazitäten betr. Studierendenzahlen in Zukunft allerdings mMn noch steigen müsste...

Ausserdem würde ein Aufklärungsfilm über Hirnfunktionen, Lernmethoden und Lesekurse (ja, sie lesen richtig, aber wahrscheinlich zu langsam LOL!) für viele Studienanfänger sehr hilfreich sein - wenn man sich 18 std am Tag mit dem studium gedanklich befasst, muss man ja mit der Zeit verrückt werden: Ausbalanciertheit und eine sinnvolle Zeiteinteilung, möglichst abwechslungsreich aber konsequent-dann gibts weder burn noch boreout....

Gast: Novalis
25.06.2010 18:21
2 0

Früher eine Krankheit stressgeplagter Manager ...

???

Erstmals erkannt und beschrieben wurde das Burn-Out-Syndrom bei Angehörigen helfender Berufe.

Antworten fellini-nc
29.06.2010 18:30
0 0

Re: Früher eine Krankheit stressgeplagter Manager ...

stressgeplagter Manager: ein Wiederspruch in sich...

Gast: Gast
25.06.2010 17:26
4 0

Es gibt auch...

Studienrichtungen, da ist es tatsächlich so, dass man als Student über seine physischen Kapazitäten gehen muss um durchzukommen. Und da red ich von in etwa 95% der Studierenden dieser Richtung. Oder wer von Ihnen, der behauptet "Ungeeignete müssen nicht studieren", lernt mal eben ein paar tausend Seiten in einem Monat locker ohne Stress?!?
Zu manchen Studien gehört das dazu, jeden Juni wieder völlig auszubrennen, ich will mich auch nicht beklagen hier, aber mangelnde Eignung muss man nicht jedem Studenten gleich vorwerfen der über seine physischen Grenzen gehen muss.

Antworten Gast: Hans Landa
25.06.2010 18:04
2 7

Re: Es gibt auch...

Naja, jetzt können Sie sich eh 10 Wochen ausrasten, Sie armer!

Wenn ich mir das Gesudere hier durchlese glaube ich, ich bin in einer Waschküche, schrecklich!

Antworten Antworten mailat
25.06.2010 19:51
6 1

Re: Re: Es gibt auch...

10 wochen ausrasten, keine ahnung von den wirklichen abläufen.
montag habe ich eine prüfung die umfasst 1500 seiten. im oktober habe ich dann die nächste, mit 1200 seiten. da ich eine lehre habe und schon jahrelang gearbeitet habe, kann ich ihnen sagen, dass studieren anstrengender is und mehr stress erzeugt als gewöhnliches arbeiten. man is zwar flexibler in der zeiteinteilung aber sonst war mir das arbeiten einfacher und besser.

Antworten Antworten Antworten Gast: Gast
27.06.2010 10:18
0 1

Re: Re: Re: Es gibt auch...

Wenn Ihnen "das Arbeiten einfacher und besser war" hätten Sie vielleicht dabei bleiben sollen.

0 2

Re: Re: Re: Es gibt auch...

Juli, August, September 92 Tage. Sind knapp 13 Seiten pro Tag. Sollte möglich sein.
Übrigens, was haben sie eigentlich seit Jänner gemacht, nichts gelernt, sich auf Ihren zukünftigen Beruf btw dessen Vorraussetzungen nicht vorbereitet?

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: denk mal
26.06.2010 10:52
1 0

Re: Re: Re: Re: Es gibt auch...

Auf die Idee, dass man den Inhalt auch wiederholen muss (je nach Schwierigkeit mehrmals) kommst du nicht?

Antworten Antworten Antworten Antworten Kerberos
26.06.2010 09:03
1 0

Re: Re: Re: Re: Es gibt auch...

Wer so klugbeißt, kommt wahrscheinlich selbst nicht einmal übers Inhaltsverzeichnis hinaus...

0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Es gibt auch...

Versteh Ihre Antwort leider nicht, bin immer noch in meinem Inhaltsverzeichnis hängengeblieben. Aber finde leider weder im Langenscheidt noch im Duden das Wort klugbeißt. ist wahrscheinlich für einen Dipl. Ing. zu hoch. Na ja mit meiner eingeschränkten Bildung kann ich halt nicht alles verstehen lieber Höllenhund.

0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Es gibt auch...

Wo Sie recht haben ...

Ich empfehle Lektüre zum Thema Lernen, da werden Sie drauf kommen, dass das so nicht funktioniert.

Antworten Antworten Antworten Gast: Hans Landa
25.06.2010 20:02
0 0

Re: Re: Re: Es gibt auch...

Wenigstens eine vernünftige Antwort!
Alles gute für Ihre Prüfung...

Antworten Antworten Hans Landa
25.06.2010 18:35
1 1

Re: Re: Es gibt auch...

Von wegen rasten sie Namensdieb. In den Ferien arbeitet man, bzw. schreibt seine Arbeiten etc...

Antworten Antworten Antworten Gast: Hans Landa
25.06.2010 20:04
1 0

So und nun zu Ihnen....

....diesen Namen habe ich schon gehabt/verwendet, da sind Sie noch mit der Trompete um den Christbaum gelaufen!

Antworten Antworten Antworten Antworten Hans Landa
27.06.2010 00:46
0 0

Re: So und nun zu Ihnen....

...diesen Namen hab ich schon gehabt, da warst Du noch ein Funkeln in den Augen deiner Mutti.

Gast: Gödels Friend
25.06.2010 16:08
3 0

Perfektionismus ist unangebracht

habe an der TU Wien studiert und bereue es, nicht zumindest nach München oder Zürich gegangen zu sein. Viele Professoren waren absolute Witzfiguren ohne internationale Erfahrung/Anerkennung. In ihren relativ teuren Lehrbüchern haben sie "Privattheorien" verbreitet, die man kritiklos auswendiglernen musste. Hin und herlaufen von
der Gusshausstrasse zum Getreidemarkt gehörte zum Tagesrythmus, unfähige Vortragende/Assistenten und Desorganisation haben den meisten Stress verursacht. Eigenartig
ist nur das die Vetmed in diesem Zusammenhang
erwähnt wird, da die Vetmed ein vielfaches Budget
pro Student ausgibt und über eine wirklich perfekte Infrastruktur verfügt.

Antworten Gast: Ragazza
30.06.2010 20:20
0 0

Organisationchaos

LOL, das mit der perfekten Infrastruktur an der VetMed glaubst auch nur du! Die Wahrheit ist, dass die ganze Uni ein riesiges Chaos ist!
Hin- und Hergefahre gibts auf der VetMed auch, denn es gibt Studienrichtungen, bei denen Fächer teilweise an der Boku abgehalten werden. Und wie du vielleicht weißt, hat die Boku ziemlich viele Standorte.
Vorlesungen fallen aus und man wird nicht (rechtzeitig) davon informiert. Die Folge: man fährt unnötig auf die Uni. Wenn man nicht gerade ums Eck wohnt und pendeln muss, ist das nicht so fein. Oder Professoren tauchen einfach nicht auf, weil sie nicht nachgeschaut haben, in welchem Hörsaal sie eigentlich sein sollten. Es kam auch schon vor, dass kurtfristig Vorlesungen in einen anderen Hörsaal verlegt wurden, man es aber nicht geschafft hat, zumindest einen Zettel an die Tür zu hängen. Die Anrechnung von Lehrveranstaltungen dauert bis zu einem Jahr. In manchen Lehrveranstaltungen wartet man ewig lange auf Prüfungstermine bzw. werden sie nicht ins System eingetragen und wer nicht zufällig davon erfährt, hat Pech gehabt. Professoren geben keine Lehrunterlagen heraus sondern sagen, dass eh alles im Buch steht (das sie natürlich selbst geschrieben haben). Dumm nur, dass dieses Buch 100 EUR kostet. Usw., usf.
Mich wundert es nicht, dass die VetMed Studenten besonders vom Burn Out betroffen sind. Nicht nur, dass die Lehrveranstaltungen an sich schon anpruchsvoll sind, man macht es den Studenten auch noch schwer!

0 0

Re: Perfektionismus ist unangebracht

Lustig, dass Sie die TU Wien erwähnen. Ist mir erst heute passiert, dass erst eine Stunde vor Prüfungsbegin der Hörsaal geändert wurde. Wenn man einen Anreiseweg von einer Stunde hat, ist das natürlich ziemlich blöd, da ich unterwegs meine Emails nicht checken kann (und möchte!).

Antworten Antworten Gast: Ösi
25.06.2010 17:58
0 3

Ich bin Installateur wo kann ich tudieren?

Ich kann sehr gut mit der Klobürste umgehen!

Antworten Antworten Antworten Hans Landa
25.06.2010 18:38
0 0

Re: Ich bin Installateur wo kann ich tudieren?

Wenn die Uni wieder besetzt wird, kann man sie sicher sehr gut brauchen. Die Häusl damals waren ned schön.

Gast: Alter Sozi
25.06.2010 15:56
2 13

Muß ja nicht jeder Trottel studieren.

Wem lernen schwer fällt, wer vor Prüfungen Angst hat soll halt einen Beruf erlernen.

Antworten Kerberos
26.06.2010 09:07
0 0

Eh klar, Genosse:

Wirklich arbeiten tut nur der, dem die Baaz obarinnt...

Linkes Bildungsverständnis - brrr

 
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Schlagzeilen Bildung