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Töchterle zu Unis: "Wird immer welche geben, für die kein Platz ist"

08.02.2012 | 14:58 |   (DiePresse.com)

Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle wirbt abermals für Zugangsregeln in Massenfächern. Scharfe Kritik übt er an der SPÖ-Haltung in puncto Studiengebühren.

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Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) spricht sich abermals für Studienplatzbeschränkungen und Studiengebühren aus. Im Interview mit dem Nachrichtenmagazin "News" betont er erneut, den Universitäten in Massenfächern Zugangsregelungen ermöglichen zu wollen. Wie bereits im Hochschulplan beschrieben, solle der Staat mitreden, wie viele Studienplätze finanziert werden, während die Uni freie Hand bei der Studentenauswahl hat. "Man muss ehrlich sagen: Es wird immer welche geben, die die Voraussetzungen erfüllen, aber für die einfach kein Platz da ist", so Töchterle.

Anders als bei der Studienplatzfinanzierung, wo SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl laut Töchterle "nicht von vornherein Nein gesagt" hat, "frustriert" ihn indes die Blockadehaltung des Koalitionspartners in punkto Studiengebühren. "Man will nicht zugeben, dass es - wenn man es klug macht - keine soziale Selektion durch Studienbeiträge gibt, was ich ja auch nicht will." Es gäbe außerdem "viele ausländische Studierende, die einen Beitrag unser Uni-System leisten sollten". "Warum soll der österreichische Steuerzahler - noch dazu jetzt - jeden ausländischen Studenten zur Gänze finanzieren?"

Ebenfalls geplant sind laut Töchterle finanzielle Anreize für Universitäten, wenn sie "mehr AbsolventInnen haben". "Das werden Studierende durch offensivere und schnelle Prüfungs- und Abschlussgestaltung spüren", so der Minister. Bei kleinen Fächern werde er zudem mit den Unis überlegen, "ob man alle Standorte braucht".

Scharfe Kritik kommt erwartungsgemäß von den Studierenden und den Grünen: Töchterles Forderung nach Studienplatzfinanzierung kommt laut ÖH "einem generellen Aufnahmestopp gleich". Der Grüne Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald verlangt konkrete Zahlen von Töchterle. Er will wissen, wie viele junge Menschen in Zukunft keinen Platz mehr an den Unis oder Fachhochschulen finden werden.

(APA)

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33 Kommentare
 
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"Wird immer welche geben, für die kein Platz ist"

Ja genau - ihm kann's ja wurscht sein. Sein Studium ist abgeschlossen und seine Kinder finden sicher in irgendeiner Eliteuni ihre Studienplätze. Er kann sich's ja leisten.

Was machen dann die, für die kein Platz ist? Eine Lehre? Herumgammeln? Gelegenheitsjobs?

Wenn die Maturanten dann alle Lehren machen, wo nehmen wir die Lehrstellen für alle her? Und was machen wir dann mit den Pflichtschulabgängern, die eh jetzt schon kaum Lehrstellen finden?

Fragen über Fragen...

Gast: So What
10.02.2012 12:44
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Es gab doch schon immer Zugangsregeln - nämlich Prüfungen

Am besten wären in einem ersten Studienabschnitt einige schriftliche Prüfungen, die drei mal wiederholt werden können.

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Re: Es gab doch schon immer Zugangsregeln - nämlich Prüfungen

Den "ersten Studienabschnitt" gibts seit Bologna nicht mehr, das nennt sich jetzt Bachelorstudium. Diplomstudien gibt es nur mehr ganz wenige und die laufen meist 2013 aus.

Auch die von Ihnen vorgeschlagene Regelung gibt es bereits - die STEOP. Nur, dass man da halt nur 2x antreten darf und bei 2maligem Durchfallen für immer für besagtes Studium an derselben Universität gesperrt ist.

Niemand hat etwas gegen (faire!) Prüfungen, da bekommt man wenigstens eine Chance, zu studieren. Zugangsregelungen schließen aber von vorneherein eine bestimmte Anzahl an Studieninteressierten aus. Die kriegen nicht mal eine Chance, sich zu bewähren.

Gast: slaum
09.02.2012 15:39
2 2

Zugangsbeschränkung und/oder Gebühren

Zugangsbeschränkungen sind die einzige Möglichkeit das Unisystem zu retten, das zurzeit einfach untragbar ist.

Es ist unzumutbar eine Verzögerung des Studiums aus bloß organisatorischen (zu wenige LVs) Gründen hinnehmen zu müssen. Und ja, sowas ist mir passiert und vielen meiner Kollegen.

Dafür können die Universitäten aber nichts. Woher sollen die denn Geld bekommen? Deren Kapazitäten sind ausgereizt.

Aber nein, offener Hochschulzugang ist ein hohes Gut, soziale Selektion etc. Immer wieder dieselbe Litanei.

Nicht der Hochschulzugang ist das Gut, sondern die Bildung und deren Qualität. Ein Gut, das es gilt zu schützen.

Die Kapazitätsprobleme und die damit einhergehenden Studienbedingungen sind nur durch rigorose Zugangsbeschränkungen zu lösen, dann kann man sich aber die Gebühren sparen (was ja das Hauptargument ist in puncto soziale Selektion).

Ich glaube, dass Leute, die selber nicht betroffen sind, nicht wissen, wie unendlich frustrierend (und auch traurig) es ist sein Studium trotz hoher Motivation und überdurchschnittlichen Leistungen nicht in der Mindeststudienzeit abschließen zu können, weil es einfach nicht genügend Kapazitäten gibt.

Denkt mal nach, die soziale Selektion findet ja jetzt schon statt, gerade wegen diesem freien Zugang - Wer kann sich eine Verzögerung besser leisten? Der sozialschwache oder der aus der Mittelschicht?


Gast: von Hassel
09.02.2012 13:26
2 1

die Platte ,die der immer

wieder auflegt,hat schon einen Sprung,vielleicht lässt er sich einmal etwas Neues einfallen, aber
diese Hoffnung ist vergeblich. Dem ist nicht zu helfen. Warum und wozu hat der eigentlich studiert ?

vondelpark
09.02.2012 11:43
1 1

Falsche Richtung

Unis belohnen, die mehr Absolventen hervorbringen? Ohne gleichzeitige harte Qualitätsstandards ist das ein Zug in die falsche Richtung - oder machen wir jetzt alle Unis zu "Titelmühlen"??

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der mann geht mir extrem auf die nerven

der staat hat sich nicht einzumischen wenn er das will soll er nach nordkorea gehen

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Re: der mann geht mir extrem auf die nerven

ich bin eher für gebühren (auf die ausschließlich die uni zugriff hat) dann erledigt sich das problem eh.

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Re: Re: der mann geht mir extrem auf die nerven

Toll, dann werden also in Zukunft nur mehr Reiche, sozial Schwache und Bauernkinder studieren dürfen. Alle anderen, die sich ihr Studium durch Arbeit finanzieren, fallen durch den Rost.

Gast: Cela
08.02.2012 22:23
2 2

Hat er eigentlich noch ein anderes Thema?

Jede Wortmeldung die gleich Platte: immer nur Zugangsbeschränkungen. Die Wissenschaftspolitik eines Landes wie Österreich müsste eigentlich noch andere Themen kennen.

Ach ja, da war noch dieses interessante Standard-Interview am Jahresende...

Wie lautete die Forderung noch? Man soll die Autos langsamer machen, damit nicht so viele Menschen den Unfalltod sterben:

Und: Das Leben ist ungerecht....

Ja, ja...

Antworten Gast: Welches Thema?
09.02.2012 10:57
2 1

Re: Hat er eigentlich noch ein anderes Thema?

Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren sind "praktische Lösungen" für jene Minister, die sich keine Gedanken über die ausbildung an den Unis machen wollen. Zudem kommt es beim Fußvolk gut an, weil Studenten nach der herrschenden Meinung nichts "hackeln", abhängen und nur Party machen. Wozu gegen den Strom schwimmen, wenn der Herr Minister sein Salär auch mit weniger (Denk)aufwand bekommt.

Gast: Gasttt
08.02.2012 20:30
3 3

Es passt ja nicht jeder in die U-Bahn,

und die, die nicht reinpassen, die schubst man dann auf die Gleise!!

Antworten Gast: gut beobachtet
09.02.2012 10:51
2 1

Re: Es passt ja nicht jeder in die U-Bahn,

wie treffend!!!!!!!!!!!!!

17und4
08.02.2012 19:43
2 4

pauschale Gebühren sind ein technisches und organisatorisches

Armutszeugnis eines armen Gehirns, das nicht flexibel und kostenbewußt denken kann.

Gast: Tiefer gefragt!
08.02.2012 19:43
5 0

Recht hat er: Es braucht dringend Zugangsregelungen!


Gast: Der Notar
08.02.2012 19:25
2 0

Wäre doch einmal untersuchenswert

wie manch Student durch die k.o. Prüfungen durch gehoben - also äh- durch geprüft - äh .,. also besteht.

Gast: mostschädel
08.02.2012 19:06
2 3

der ist ja noch immer da

und übergiesst uns mit seinen unausgegorenen
Weisheiten.Was macht der nur den ganzen lieben Tag,solche Sprüche klopfen ?

Antworten Gast: Vogel Strauss
08.02.2012 19:44
1 0

Re: der ist ja noch immer da

Naja, Skitouren gehen würde irgendwie auffallen, auch wenn er das wahrscheinlich lieber machen würde ...

Gast: So what
08.02.2012 18:54
3 2

Es gab schon immer Zugangsregeln nämlich Prüfungen

Weitere Zugangsregeln braucht es nicht. Wenn die Prüfungen zu einfach sind, kann nachjustiert werden.
Eingangsgespräche, Motivationschreiben oder nervenaufreibende Einmalprüfungen führen nur dazu, dass junge Leute relativ willkürlich abgewiesen werden können, wenn sie denen, die den Zugang regeln, nicht gefällig sind.

1 0

Re: Es gab schon immer Zugangsregeln nämlich Prüfungen

Die beschriebenen Zugangsregeln sind an den FH Standard und stellen ein Mindestniveau an Vorwissen sicher. Ich war am Technikum Wien und habe den Unterricht in vergleichsweise kleinen Gruppen mit Kollegen, die von Beginn an alle über gewisse Grundvoraussetzungen verfügten.
Jetzt studiere ich an der Uni Wien in Massenveranstaltungen mit Kollegen, deren Fragen zeigen, dass sie in dieser Disziplin über absolut kein Grundwissen verfügen. Ich langweile mich teilweise die ganze Vorlesung, weil Dinge durchgenommen werden die ich als Allgemeinbildung einordne.
In der FH war ich berufsbegleitend und die meisten von uns hatten auch die Matura berufsbegleitend gemacht. Mit denen konnte man sinnvoll über Politik, Weltgeschichte und dergl. reden. Jetzt hab ich es mit dem bildungsbürgerlichen Nachwuchs aus guten Schulen zu tun und könnte maximal über die Hitparade oder den Ö3 Callboy reden. Und die Typen wird man auch mit Gebühren nicht los. Zahlt eh der Papa.

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Re: Re: Es gab schon immer Zugangsregeln nämlich Prüfungen

Glauben Sie nicht, dass da auch der Altersunterschied eine gewisse Rolle spielt?

Da Sie an der FH schon ein Studium absolviert haben, gehe ich davon aus, dass Sie älter sind als der "normale" Studienanfänger mit seinen 18 Jahren. Auch wer die Matura im 2. Bildungsweg macht, ist für gewöhnlich schon etwas älter.

Wie reif und erwachsen waren Sie denn mit 18?

Antworten sw00p
09.02.2012 00:26
3 0

Re: Es gab schon immer Zugangsregeln nämlich Prüfungen

So eine "nervenaufreibende Einmalprüfung" ist mir persönlich um einiges lieber als monatelang ein völlig überfülltes Studienfach zu besuchen.

Antworten Grotesk
08.02.2012 19:22
2 0

Re: Es gab schon immer Zugangsregeln nämlich Prüfungen

Als ob mündliche Prüfungen, die in manchen Studiengängen immer noch vorherrschend sind, nicht komplett willkürlich gestaltet werden könnten bzw. schon so gestaltet sind...

nobody
08.02.2012 17:57
5 0

Zwei Möglichkeiten

1) Den Unis unbeschränkte Finanzmittel zur Verfügung stellen oder
2) den Zugang beschränken

Bei jeder Alternative schreit wer auf. Aber als Student in einem Massenstudium kann ich nur eines sagen, SO GEHTS NICHT WEITER.

Da wir das Geld sicher nicht bekommen, bin ich für einen geregelten Zugang, denn es muss eine Lösung her so oder so.

Antworten Gast: tu-student
08.02.2012 21:21
6 0

Re: Zwei Möglichkeiten

Naja, aber beide Maßnahmen würden nur die Symptome beseitigen.

Die Frage, die man sich stellen muss, ist doch eher, warum gibt es überhaupt Massenstudien?
Wegen der tollen Berufsausichten?
Weils sooo interessant ist?
Oder doch weil es alle studieren und weils einfach cool ist?

In anderen Ländern gibt es auch nicht so ein extremes Ungleichgewicht zwischen den Studienrichtungen.

Ich bin schon der Meinung, das jeder das studieren können soll, was ihn interessiert. Das Problem, das wir aber momentan haben ist, dass die meisten einfach nicht wissen was sie wirklich interessiert bzw. für was sie begabt sind.

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Re: Re: Zwei Möglichkeiten

Nicht nur das, es gibt auch leichte und schwere Studien. Und es gibt auch Leute, die sich denken, wozu anstrengen, wenns den akademischen Grad auch leichter gibt.

Was sind denn hauptsächlich die Massenstudienrichtungen? Meist diejenigen, die entweder über ein hohes Renomee verfügen und mit denen man hinterher einen hohen sozialen Status genießt (Medizin, Jus), von denen man sich gleich eine Berufsausbildung erwartet (WU Studiengänge, Veterinärmedizin) und jene, die leicht sind (Soziologie, POWI). Dann sind noch ein paar dabei, die viele interessant finden (Psychologie, Publizistik, Biologie, Internationale Entwicklung).

Mathematik, Chemie, Physik bzw. technische Fächer werden kaum studiert, weil sie vielen einfach zu schwer sind oder weil das Interesse nicht da ist. Wer sich in der Schule damit schwer tut, wird diese Fächer kaum freiwillig studieren.


 
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