ÖH-Wahl: Grüne Spaltung schadete mehr als AG-Skandal

Während die VP-nahe AG mit einem blauen Auge davonkam, verlor die Gras massiv. In Graz verloren die Grünen die Hälfte ihrer Stimmen und rutschten von Platz eins auf Platz vier ab.

Enttäuschung bei den Studenten der Gras.
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Enttäuschung bei den Studenten der Gras.
Enttäuschung bei den Studenten der Gras. – (c) APA (Hans Punz)

Mit den Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) und der VP-nahen Aktionsgemeinschaft haben genau jene beiden Fraktionen bei den Wahlen zur Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) Stimmenanteile eingebüßt, die mit internen Streitigkeiten bzw. Skandalen zu kämpfen hatten. Während die AG mit einem blauen Auge davonkam, verlor die GRAS aber gleich massiv.

ÖH-Wahl 2017.
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ÖH-Wahl 2017.
ÖH-Wahl 2017. – APA

Die GRAS kämpfte mit einer internen Spaltung am Beginn des Wahlkampfs: Vor allem in Graz und Linz formierte sich eine neue Gruppe, die als Grüne Studierende etwa gegen das Konsensprinzip der GRAS auftrat. Höhepunkt des Streits: Da die Jugendorganisation der Grünen Bundespartei, die Jungen Grünen, entgegen der Parteilinie die Grünen Studierenden statt die GRAS unterstützte, wurde sie ausgeschlossen.

Die GRAS selbst bezeichneten die Grünen Studierenden - die nicht bundesweit, sondern nur auf lokaler Hochschulebene vor allem in Graz und Linz antraten - als "kleine Splittergruppe". Im Endeffekt waren sie aber eher ein Balken im Auge der GRAS. Bundesweit gab es ein Minus von mehr als vier Prozentpunkten auf 15,6 Prozent, den Verlust von drei von zwölf Mandaten in der Bundesvertretung sowie ein Abrutschen vom zweiten auf den dritten Rang.

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Schlimme Verluste in Graz und Linz

Wesentlich schlimmer waren die Verluste in Graz und Linz: An der Uni Graz verlor die GRAS die Hälfte ihrer Stimmen, rutschte bei der Wahl zur Bundesvertretung von 29 auf 15 Prozent und damit von Platz eins auf vier. An der Uni Linz ging ebenfalls die Hälfte der Stimmen verloren. Auf Ebene der Hochschulvertretungen wanderten außerdem Mandate von der GRAS zu den Grünen Studierenden. Einziger Lichtblick: Im Regelfall profitierte von der GRAS-Niederlage auf Bundesebene der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ), mit dem die GRAS derzeit in einer Koalition ist.

Wesentlich glimpflicher kam die AG weg, die zuletzt mit antisemitischen, sexistischen und behindertenfeindlichen Postings ihrer Funktionäre am Juridicum der Uni Wien Schlagzeilen machte. Bundesweit blieb sie mit einem Stimmenanteil von 26,4 Prozent und einem Minus von 0,3 Prozentpunkten fast stabil. Trotzdem verlor sie eines ihrer 16 Mandate und kann sich das angestrebte Brechen der linken Mehrheit in der ÖH-Bundesvertretung abschminken.

Stärker als im Bundestrend verlor die AG dagegen am "Tatort" des Skandals, der Uni Wien. Aber selbst dort büßte sie - zumindest auf Ebene der Uni-Vertretung - weniger Stimmenanteile ein als die GRAS. Auf der Haben-Seite kann die AG den Ausbau ihrer Hochburgen etwa an der Wirtschaftsuniversität, der Uni Salzburg und der Medizin-Uni Innsbruck verbuchen.

(APA)

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