CD-Labor, Professur und Praxiseinsatz

Die Nähe zur Praxis ist im Bereich IT und Telekommunikation hoch, sowohl an FH als auch an Unis. Davon profitieren die Studierenden. Aktuelle Beispiele.

IT- und Telekommunikations-Know-how ist in der Wirtschaft sehr gefragt.
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IT- und Telekommunikations-Know-how ist in der Wirtschaft sehr gefragt.
IT- und Telekommunikations-Know-how ist in der Wirtschaft sehr gefragt. – (c) JKU

Die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Wirtschaft gilt gemeinhin als Domäne der Fachhochschulen. Doch in den letzten Tagen haben auch Universitäten einschlägige Projekte verkündet. So wurde an der Johannes-Kepler-Universität in Linz (JKU) ein neues Christian-Doppler-Labor für digital unterstützte Hochfrequenz-Transceiver in zukünftigen mobilen Kommunikationssystemen eröffnet („Die Presse“ berichtete). Dabei sollen Handys fit für die Anforderungen künftiger Mobilfunkstandards (5G) gemacht werden, wie Andreas Springer, Professor am Institut für Nachrichtentechnik und Hochfrequenzsysteme der JKU, erklärt. Springer leitet gemeinsam mit Mario Huemer (Institut für Signalverarbeitung) das neue CD-Labor.

Im Rahmen des bis 2023 laufenden Betriebs sollen im Vollausbau zwölf wissenschaftliche Mitarbeiter tätig sein. Laut Springer werden neben Post-Docs acht bis neun Doktoranden im neuen CD-Labor angestellt sein. Auch eine einschlägige Masterarbeit sei bereits vergeben. Der Leiter des CD-Labors wünscht sich mehr Beteiligung von Master-Studenten, „allerdings gibt es um die etwa 50 Studierenden im Abschlussjahr der infrage kommenden Studien Elektronik und IT sowie Mechatronik starke inneruniversitäre Konkurrenz, während viele Doktoranden von außerhalb kommen“, berichtet Springer. „Ansonsten ist das CD-Labor in der Lehre vor allem Lieferant für Anwendungsbeispiele, die den Unterricht lebendiger machen“, erklärt der Professor. Einzelne aktuelle Themen werden – sofern für eine breitere Gruppe an Studenten relevant – zudem in Speziallehrveranstaltungen behandelt. Wie in den Richtlinien für CD-Labors vorgesehen, muss es für dessen Einrichtung einen Bedarf eines Unternehmens geben. Im konkreten Fall ist der Chipentwickler DMCE, ursprünglich ein Spinn-off der JKU, nun Tochterunternehmen von Intel, dem Partner aus der Wirtschaft.

 

Stiftungsprofessur an TU Wien

Einen anderen Weg der Kooperation geht die T-Mobile-Austria-Mutter Deutsche Telekom. Sie stiftet an der TU Wien eine auf fünf Jahre befristete Professur für Data Intelligence, zu der auch eine Assistentenstelle gehört. Die Professorenstelle soll im Herbst besetzt werden, voraussichtlich 2018 ist zudem die Einrichtung eines Masterstudiums Data Science geplant, wie Hannes Werthner, Dekan der Fakultät für Informatik, berichtet. Gemeinsam mit weiteren neuen Professuren soll ein Schwerpunkt auf diesem Gebiet aufgebaut werden. Diese werden von der TU selbst finanziert, Werthner hofft aber auch auf weitere Unterstützung der Wirtschaft. „Im Zuge der digitalen Transformation haben die Firmen wachsendes Interesse an einschlägiger Forschung zum Thema“, so der Experte. Die aktuelle Stiftungsprofessur an der TU Wien ist Teil eines von der Deutschen Telekom finanzierten Forschungsnetzwerks, zu dem auch Lehrstühle an der Eötvös-Loránd-Universität und an der TU Berlin gehören. Neben Synergien in der Forschung soll so auch die Studentenmobilität gefördert werden.

 

Einsatz bei Special Olympics

Dass auch Fachhochschulen ihre Telekomexpertise gern externen Partnern zur Verfügung stellen, demonstrierte die FH Kärnten anlässlich der Special Olympics World Winter Games 2017 mit der Bereitstellung der Netzwerkinfrastruktur inklusive Zeitnehmung für 2700 Athleten. Das ehrenamtliche Team rund um Helmut Wöllik, Professor für Elektrotechnik/Elektronik, bestand aus Studierenden der Bachelor- und Masterstudiengänge Netzwerk- und Kommunikationstechnik sowie Alumni und Mitarbeitern des Studiengangs. Die Studierenden konnten praktische Erfahrungen sammeln und lernten, unter Zeitdruck in multinationalen Teams logistische und technologische Herausforderungen zu bewältigen. Zudem erhielten sie Einblick in den Ablauf eines Großevents.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.04.2017)

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