Bucher im Chat: ''Wir sind echt liberal''

Bündnisobmann Josef Bucher sprach im DiePresse.com-Chat über den Abgeordnetenschwund in den orangen Reihen. Er ist sich sicher, "dass dieses unwürdige Herauskaufen jetzt ein Ende gefunden hat". Für die Zukunft will er jedenfalls strenge Regeln schaffen, "damit der Missbrauch eines Mandats ausgeschlossen werden kann".Sabine Hottowy

Würde sein Konkurrent Frank Stronach jetzt neben ihm sitzen, würde er sagen: "Hello Fränk", lacht Bucher - und nachfragen: "Warum hast du das Ziel, eine sanfte Revolution zu starten, so rasch aufgegeben? Und warum traust du es dir nicht zu, 2600 Unterschriften zu sammeln, um bei den nächsten Nationalratswahlen - ohne Stimmenkauf - anzutreten?"Sabine Hottowy

Dann wird Bucher ernst: "Stronachs erste Sätze waren: 'Josef Bucher, du bist der richtige Mann zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle. Du wirst noch Bundeskanzler.' Seine Realitätsverweigerung hat mir schon von Beginn an Zweifel aufkommen lassen."

Er selbst wolle jedenfalls seinen Weg weiter verfolgen und mit dem BZÖ zuerst die Wahlen in Kärnten angehen und Landeshauptmann werden, bevor er sich im Herbst 2013 der Nationalratswahl stellt.Sabine Hottowy

Auf die Frage, ob er für oder gegen ein Berufsheer ist, meint der Bündnisobmann: "Ich will keinen Zwangsdienst verordnen, sondern setze - wie in allen Lebensbereichen - auf Freiwilligkeit. Und das funktioniert, wie wir wissen, schon in weiten Teilen Europas ganz gut." Das BZÖ sei eben, "echt liberal".Sabine Hottowy

Zu dem Video von FPK-Chef Kurt Scheuch, in dem dieser mit Spinnen und Schlagen posiert, meint Bucher knapp: "Die Spinnen die Blauen. ;-) " Mit welchem Tier er posieren würde, ließ der Orange offen.

Der Frage, ob er den Extremsportler Felix Baumgartner gerne in seiner Partei hätte, wich der gebürtige Kärntner ebenfalls aus: "Ich habe seinen Absprung mit großer Bewunderung verfolgt und warte ab, wo er landen wird."Sabine Hottowy

Beim Thema Studiengebühren will der BZÖ-Chef keine Kompromisse eingehen: Sollten sie so eingeführt werden, wie sie sich das Bündnis vorstellt, "hat jeder Studierende das Recht auf einen Studien- und Prüfungsplatz und kann somit auch in der Mindestzeit sein Studium beenden. Nach meinen Vorstellungen erhält er dann die gesamte Studiengebühr zurück." Leistung müsse sich schließlich lohnen, so Bucher.Sabine Hottowy

In den kommenden Wahlkampf will der Tourismuskaufmann auf das Thema "Steuern senken" setzen - und wirbt für sein "fair tax"-Modell. Diese ziele darauf ab, weniger Steuern und Sozialversicherungsabgaben zu bezahlen. "Für jene, die vorübergehend keine Beschäftigung haben, haben wir das Bürgergeld entwickelt - ein Basiseinkommen wo, wer kann, auch etwas dazuverdienen darf", erklärt Bucher.Sabine Hottowy

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