Niederösterreich: Pröll verordnet ersten Stopp für Windkraft

Vorerst sollen in Niederösterreich keine Flächen mehr für neue Windräder umgewidmet werden. Windkraftanlagen soll es in Zukunft nur noch in eigens ausgewiesenen Standortzonen geben.

Erwin Pröll
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Niederösterreich: Pröll verordnet ersten Stopp für Windkraft – (c) Die Presse (Clemens Fabry)

Wien/Auer. Der hartnäckige Widerstand vieler Niederösterreicher gegen den geplanten Großausbau der Windkraft trägt erste Früchte. Am Donnerstag verkündete Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) einen vorübergehenden Stopp bei Flächenumwidmungen für neue Windräder. Windkraftanlagen soll es in Zukunft nur noch in eigens ausgewiesenen Standortzonen geben. Bis der dafür notwendige Raumordnungsplan erstellt ist, würden keine neuen Widmungen erteilt.

An den grundsätzlichen Zielen hielt Pröll fest: „Der Weg zur Energiewende ist irreversibel. Bis 2020 wollen wir 50 Prozent des Energiebedarfes aus erneuerbaren Energien gewinnen.“ Dafür sollen bis Ende des Jahrzehnts auch knapp tausend Windkraftanlagen sorgen. Doppelt so viele wie es heute sind. Vor allem im Wald- und Weinviertel haben diese Pläne für Unruhe gesorgt. In vielen Gemeinden sicherten sich Betreiber über sogenannte Gestattungsverträge das Vorrecht auf etwaige Windkraftprojekte. Die Folge: Niemand wusste genau, in welchen Gemeinden letztlich wie viele Windräder stehen werden. Genau diesem unkontrollierten Wildwuchs soll nun ein Riegel vorgeschoben werden, so Pröll.

IG Windkraft: „Totalbremsung“

Was bei den Kritikern der Windkraft für Jubel sorgen wird, löste bei der Ökostrom-Lobby Bestürzung aus. Die IG Windkraft ortet eine „Totalbremsung“ der Windenergie in Niederösterreich. Bei Projekten, deren Flächen nicht bis Ende Mai gewidmet seien, wüsste man erst mit Jahresende, ob sie realisiert würden. Die Branche pocht auf „besonnene Übergangsregelungen“ und sieht die Bevölkerung auf ihrer Seite. Und tatsächlich: In fast allen Gemeinden, die das Volk zum Thema befragten, stimmten die Niederösterreicher für die Windkraft.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.05.2013)

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