Vorarlberg: 19-Jähriger nach Hitlergruß verurteilt

Wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung wurde der Vorarlberger zu einer bedingten Haftstrafe von neun Monaten und einer Geldstrafe von 320 Euro verurteilt.

** ALTERNATIVE CROP OF MOSB102 ** FILE ** Skinheads give the Nazi salute during their training outsid
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Symbolbild – (c) AP (Sergey Ponomarev)

Ein 19-jähriger Vorarlberger ist am Dienstag am Landesgericht Feldkirch wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung zu einer bedingten Haftstrafe von neun Monaten verurteilt worden. Zudem muss er 320 Euro Strafe zahlen. Der Bursche soll auf einem Fest die Hand zum Hitlergruß gehoben und zudem "Heil Hitler!" gerufen haben. Das Geständnis, die durch Alkohol eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit sowie das Alter des Angeklagten wirkten sich auf das Urteil mildernd aus. Erschwerend wurden eine einschlägige Vorstrafe wegen Körperverletzung gewertet.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Angeklagte hat drei Tage Bedenkzeit erbeten, die Staatsanwaltshaft hat keine Erklärung abgegeben.

Rassistische Lieder auf PC entdeckt

Der Handwerker hatte im April vergangenen Jahres beim Bockbierfest in Andelsbuch (Bregenzerwald) die rechte Hand zum Hitlergruß gehoben und auf einem Tisch stehend lautstark "Heil Hitler" gerufen. Zudem wurden bei einer Hausdurchsuchung mehrere rassistische Lieder auf einem Computer sichergestellt.

Vor dem Geschworenengericht erklärte der Bursche seine Version der Geschichte: Er werde wegen seines Aussehens völlig grundlos immer wieder als Nazi und Skinhead beschimpft. Dabei trage er weder Bomberjacke noch Springerstiefel, statt Glatze habe er stets einen Irokesenschnitt gehabt, erklärte der Angeklagte.

Bei dem Fest, bei dem der Jugendliche reichlich trank, sei er ebenfalls wieder provoziert worden. Als Retourkutsche sei er dann auf den Tisch gestiegen und habe sich zu dieser Reaktion hinreißen lassen. Was die Musik auf dem PC betrifft, rechtfertigte sich der Bursch dahingehend, dass das Gerät seiner Schwester gehöre und nur zur Reparatur bei ihm gewesen sei. Die Schwester bestätigte dies und gab an, dass sie mit einer Menge anderer Musik auch die beanstandeten Lieder der Gruppe "Landser" von einem USB-Stick heruntergeladen habe.

(APA)

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