Liste Pink sieht fern: Das große Finale der Textbausteine

Kommentar Politik-Müdigkeit am Donnerstagabend. Elefantenrunde im ORF.

Vielleicht lag es ja an mir. Ich war schon müde. Zu viele TV-Duelle. Zu viele Textbausteine. Immer wieder neu zusammengewürfelt. Aber immer dieselben vorhanden. Für die eigene Zielgruppe zurechtgelegt.

Und dann auch das noch: Jeder durfte sich sein Lieblingsthema aussuchen und dieses referieren. Und die anderen durften dazu dann auch was sagen. Mit den üblichen Textbausteinen, nur halt wieder einmal etwas anders abgemixt.

Zum Glück für Sebastian Kurz hatte Heinz Christian Strache das Thema Zuwanderung ausgewählt. Kurz selbst setzte auf die Absicherung des Sozialstaats. Kern konnte sich zwischen Vollbeschäftigung und Gleichberechtigung nicht entscheiden, entschied sich aber dann für Ersteres. Matthias Strolz wählte das Thema Bildung. Und Ulrike Lunacek - erraten! - den Klimawandel. 

Christian Kern wand sich einmal mehr um eine Entschuldigung in der Causa Silberstein herum. "Diesen Wahlkampf hätten wir uns sparen können" war das Höchste der Gefühle. Immerhin. Sebastian Kurz ging generös darüber hinweg. Heinz-Christian Strache hingegen insistierte: Es wäre dem Kanzler gut angestanden, Entschuldigung zu sagen. Doch der Kanzler blieb bei seiner Linie: Augen zu und durch. "Inhalte statt Intrigen", sagte Matthias Strolz noch. Und Ulrike Lunacek redete lieber über den Klimawandel.

Haben all diese zwanzig TV-Duelle, diese drei Elefantenrunden irgendwas verändert? Nein, nichts. Keiner gab sich eine (nachhaltige) Blöße, alle brachten ihre Textbausteine an die Zielgruppe. 

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass eine Elefantenrunde gereicht hätte. 

 

 

 

 

 

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