Großes Kino ohne Oscar: Berühmte Schauspieler ohne Nominierung

Am Sonntag, dem 26. Februar, werden in Los Angeles die Oscars verliehen. Bereits fest steht, dass eine Reihe namhafter Schauspieler und Schauspielerinnen wieder nicht nominiert wurden. Kein Einzelfall. DiePresse.com stellt einige übergangene Berühmtheiten vor:

(Text: Heide Rampetzreiter)

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Hugh Grant

Viele hatten den Briten Hugh Grant heuer auf der Rechnung. Denn in der Komödie "Florence Foster Jenkins" machte der 56-Jährige neben Meryl Streep gute Figur. Diese wurde wieder nominiert, Grant aber nicht. Seine bis dahin beste Performance lieferte er freilich in "Vier Hochzeiten und ein Todesfall", aber auch mit diesem Film wurde er nicht berücksichtigt. 

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Scarlett Johansson

Die Rollen der New Yorkerin reichen von der Actionheldin bis zur depressiven Ehefrau, aber die Academy würdigte ihre Bandbreite bisher nie. Schade, denn schon mit ihrem ersten großen Kinoauftritt in der Romanze "Der Pferdeflüsterer" hätte Scarlett Johansson eine Oscar-Nominierung verdient gehabt. Eindrucksvoll war sie auch in Sofia Coppolas "Lost in Translation - Zwischen den Welten" und Woody Allens "Match Point". Für vier Golden Globes war sie bereits nominiert. 

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Emily Blunt

Gut, in "Der Teufel trägt Prada" war die Britin Emily Blunt vermutlich zu bissig und arrogant für die Academy, aber warum sie in dem intensiven Drogenkampf-Drama "Sicario" nicht nominiert wurde, ist nicht nachvollziehbar. Was nicht ist, kann aber noch werden, Blunt ist ja erst 33 Jahre alt.  

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Danny Glover

"Die Farbe Lila" wurde elf Mal für den Oscar nominiert, "Der einzige Zeuge" acht Mal. In beiden Fällen wurde Co-Star Danny Glover nicht berücksichtigt. Nach "Lethal Weapon" haftete der Ruf "Action-Star" an ihm. Mel Gibson, sein Partner in dem Film, wurde diesen inzwischen wieder los. Und Glover spielt inzwischen oft fürs Fernsehen. 

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Richard Gere

Wenn ein Mann als Schönling gilt, ist das nicht gerade förderlich für die Oscar-Karriere. Schließlich zeichnet die Academy gerne Menschen auf, die für ihre Rollen harte körperliche Strapazen auf sich nehmen. Und Richard Gere halt nach "Pretty Woman" und "Ein Mann für gewisse Stunden" eben als Traummann. Dass er von seinem Fach etwas versteht, zeigte er etwa in "Internal Affairs - Trau' ihm, er ist ein Cop". Seine jüngeren Kinoauftritte sind zugegebenermaßen weniger preiswürdig. 

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Steve Buscemi

Für die Fernsehserie "Boardwalk Empire" wurde Steve Buscemi zurecht mit einem Golden Globe ausgezeichnet. Auf der großen Leinwand zeigte er in unzähligen Nebenrollen sein Können: Etwa in Jim Jarmuschs "Mystery Train", im Coen-Film "Fargo", Quentin Tarantinos "Reservoir Dogs" oder in der Comicverfilmung "Ghost World". Von der Academy wurde er nie genannt.

Im Bild: Buscemi mit Screen Actors Guild Awards für "Boardwalk Empire"

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Idris Elba

Für seine Darstellung eines Warlords in dem Drama "Beasts of No Nation" bekam der Brite viele Preise. Für den Oscar war er aber nicht nominiert. Ein Versäumnis. Trösten kann sich Idris Elba mit vielen großen Kinorollen - etwa in der Stephen-King-Verfilmung "Der dunkle Turm" - und vielleicht wird er sogar der nächste James Bond.  

Im Bild: Elba mit Screen Actors Guild Awards für "Beasts of No Nation

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Isabella Rossellini

Die italienische Mimin Isabella Rossellini ist ebenso Mitglied im Club der Nicht-Nominierten. Ihre Rolle im David-Lynch-Film "Blue Velvet" (1986) hätte sich eine Berücksichtigung verdient.

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Guy Pearce

Für "Memento"? Fehlanzeige. Für "L.A. Confidential"? Fehlanzeige. Für "The King's Speech"? Leider nein. Guy Pearce hatte noch kein Glück mit den Oscars. Immerhin: für die Miniserie "Mildred Pierce" wurde er für einen Golden Globe nominiert. Das ist schon mal ein Anfang. 

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Robin Wright

In "Forrest Gump" war Robin Wright fantastisch. Einen Oscar bekam damals Hauptdarsteller Tom Hanks, sie selbst wurde nicht einmal nominiert. Kritikerlob bekam sie auch für Rebecca Millers "Pippa Lee". In Höchstform lief sie freilich in der Serie "House of Cards" auf, für die sei auch einen Golden Globe bekam. Seitdem ist sie auch wieder häufiger auf der Leinwand zu sehen. 

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Donald Sutherland

Gibt es ihn wirklich, den "kanadischen Fluch"? Angeblich werden Schauspieler, die aus dem nördlichen Nachbarland der USA stammen, seltener berücksichtigt.

Kanadier ist auch Donald Sutherland. Er hat zwar zwei Golden Globes gewonnen, war aber noch nie für einen Oscar nominiert - weder für "Ordinary People" (1980) noch für "Without Limits" (1998). Trösten kann sich der mittlerweile 81-Jährige mit zahlreichen andren Auszeichnungen. Seit 2011 ist Sutherland auch auf dem "Walk of Fame" verewigt.

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Jim Carrey

Nicht nur Ulknudel sondern auch Charakterdarsteller: Jim Carrey - ein Landsmann von Sutherland - wartet auch noch auf seine erste Nominerung. Für die Verkörperung von Andy Kaufman in "Man on the Moon" erhielt Carrey 1999 einen Golden Globe. Im Jahr zuvor gewann er für seine Glanzleistung in "The Truman Show" ebenso den beliebten Film- und Fernsehpreis. Auch in "Eternal Sunshine of the Spotless Mind" (Vergiss mein nicht!) war er toll. Oscar-Nominierungen? Fehlanzeige.

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Mia Farrow

Woody Allens Ex-Partnerin Mia Farrow kann auf eine bewegte Filmographie zurückblicken: "Rosemary's Baby" (1968)", "John and Mary" (1969), "Broadway Danny Rose" (1984) oder "The Purple Rose of Cairo" (1985). Die Academy wollte sie trotzdem nicht nominieren.

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Alan Rickman

Der 2016 verstorbene Brite Alan Rickman kam für die Oscar-Jury trotz seiner überzeugenden Rollen in "Sinn und Sinnlichkeit" (1995) und "Michael Collins" (1996) nie für eine Auszeichnung infrage.

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Bruce Willis

Er gehört zu den weltweit bekanntesten Schauspielern, bei den Oscar-Nominierungen ging er stets leer aus: Bruce Willis. Dabei war der US-Mime für mehrere Filmpreise, darunter auch für seine Rolle in "In Country" (1989) für den Golden Globe (bester Nebendarsteller) nominiert. Berühmt ist er freilich mehr für Haudrauf-Rollen als für nuancenreiches Spiel. 

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Martin Sheen

Mit "Apocalypse Now" gelang Martin Sheen der Durchbruch, auch ""Gettysburg", "Badlands" und "The Departed" stehen in seinem Lebenslauf. Der Oscar-Academy war seine Leistung bisher nicht preiswürdig. Der 76-Jährige darf in den nächsten Jahren aber mit großer Wahrscheinlichkeit mit einem Ehren-Oscar rechnen. 

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Gael García Bernal

Vielleicht gefiel es der Jury nicht, dass Gael García Bernal gleich zwei Mal den jungen Che Guevara spielte (in "Die Reise des jungen Che" und dem Fernsehfilm "Fidel"), vielleicht haben sie den Mexikaner auch unter dem Label "fremdsprachig" verbucht. Auch mit seiner starken Leistung in "Neruda" hat es - wieder einmal - nicht geklappt. Nicht verzagen, und sich Javier Bardem zum Vorbild nehmen. Der musste auch lange warten, inzwischen darf er für "No Country for Old Men" einen Oscar sein eigen nennen. Bis dahin kann sich Bernal an dem Golden Globe für die Comedyserie "Mozart in the Jungle" erfreuen. 

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Jeff Goldblum

Meist spielt Jeff Goldblum Nebenrollen, aber in David Cronenbergs "Die Fliege" und Paul Schraders "Adam Resurrected" hatte er größere Parts und wäre durchaus für den einen oder anderen Schauspielerpreis infrage gekommen.

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John Cusack

Die Filmkarriere von John Cusack ist durchwachsen. Sie reicht von oberflächlichen Blockbustern wie "2012" bis zu Kultfilmen wie "Being John Malkovich" und "High Fidelity". Nur für die Oscar-Academy war bisher nichts dabei.  

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Jeff Daniels

Vier Mal war Jeff Daniels bereits für einen Golden Globe nominiert, für den Oscar noch nie. Liegt es an seinem Mitwirken in "Dumm und dümmer"? Wiegt die Blödel-Comedy schwerer als "Zeit der Zärtlichkeit", "The Purple Rose of Cairo", "Gefährliche Freundin", "Der Tintenfisch und der Wal", "Good Night, and Good Luck", "Der Marsianer – Rettet Mark Watney" sowie die Fernsehserie "The Newsroom". Gut, da war auch noch "Arachnophobia", aber der gilt doch heute schon als Klassiker. 

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Joseph Cotten

Beispiele für Schauspieler, die beim Oscar übergangen wurden, gibt es in der Filmgeschichte viele. Dass Joseph Cotten nie nominiert wurde, ist trotzdem ein Skandal. Immerhin sind Klassiker wie "Citizen Kane", "Der Glanz des Hauses Amberson", "Im Schatten des Zweifels", "Duell in der Sonne" sowie "Der dritte Mann" ohne ihn kaum denkbar.

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Peter Lorre

Peter Lorre hätte sich zumindest eine Nominierung verdient. Berühmt wurde er mit Fritz Langs "M", in dem er einen Serienmörder spielte. Als die Nazis an die Macht kamen, wanderte Lorre nach Amerika aus und spielte in Klassikern wie "Casablanca", dem Film Noir "Die Spur des Falken", Hitchcocks "Der Mann, der zuviel wusste" oder in "Arsen und Spitzenhäubchen" mit. 

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Marilyn Monroe

Wieso sollte man Marilyn Monroe ernst nehmen? Sie war ja bloß eine Sexbombe, oder? Dass auch Komödie Kunst sein kann, bewies sie mit "Manche mögen's heiß" oder "Blondinen bevorzugt". Erst kurz vor ihrem Tod gelang ihr mit "Misfits – Nicht gesellschaftsfähig" der Wechsel ins Charakterfach. Für den Oscar war es dann zu spät. 

 

 

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Maureen O'Hara

Maureen O'Hara wartete vergebens auf einen Oscar. Die Schauspielerin wurde mit dem frühen Hitchcock-Streifen "Jamaica Inn" (1939) sowie den John-Ford-Filmen "Rio Grande" und dem Oscar-Gewinnerfilm von 1953 "The Quiet Man" berühmt. 

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