Chefdirigent Johannes Fritzsch verlässt Oper Graz

24.01.2013 | 14:24 |   (DiePresse.com)

Bereits Ende Jänner geht Fritzsch - "auf eigenen Wunsch und aus persönlichen Gründen". Er verlegt seinen Lebensmittelpunkt nach Australien.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Johannes Fritzsch, seit 2006 Chefdirigent der Oper Graz, verlässt mit Ende des Monats die Grazer Oper. Fritzsch verlasse das Haus "auf eigenen Wunsch und aus persönlichen Gründen", teilte das Haus am Donnerstag mit. Der 52-Jährige ist auch Chefdirigent von "The Queensland Symphony Orchestra" in Brisbane, Australien. "Nach vielen Jahren des beruflichen und privaten Spagats zwischen zwei Kontinenten habe ich mich entschlossen, meinen Arbeits- und Lebensmittelpunkt dorthin zu verlegen, wo meine Familie ist", so der Dirigent. Die bisherige Belastung für seine Familie wie auch für ihn sei sehr hoch gewesen. Nun hätten sich "neue berufliche Perspektiven in Australien ergeben, denen ich daher gerne nachgehen möchte".

Elisabeth Sobotka, Intendantin der Oper Graz, betonte, sie habe die Zusammenarbeit mit dem Chefdirigenten immer sehr geschätzt und zeigte sich "dankbar für seinen großen Einsatz für dieses Haus". Durch die Kombination Europa - Australien über die Jahre hinweg, habe sich für Fritzsch auch eine große persönliche und gesundheitliche Belastung aufgebaut. Daher akzeptiere sie seinen Entschluss, "auch wenn dies doch sehr plötzlich kommt", so Sobotka.

Suche nach Nachfolger

Der Abgang macht eine Neubesetzung der Funktion notwendig: "Wir machen uns natürlich sofort auf die Suche nach einem Nachfolger", so Sobotka. Die derzeitige Intendantin übernimmt selbst mit 1. Jänner 2015 die Leitung der Bregenzer Festspiele. Die "Falstaff"-Termine - die Premiere unter der Stabführung von Fritzsch fand erst am vergangenen Sonntag statt - werde Matthias Foremny übernehmen, hieß es.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

2 Kommentare

Führungsschwäche

Es ist ein Zeichen von Führungsschwäche, wenn ein wichtiger Mitarbeiter des Hauses so Hals über Kopf seinen Posten räumt. Unter Sobotka hat die Grazer Oper leider viel von ihrem einstige Ruf verloren. Überregional wird sie kaum noch wahrgenommen, und das Grazer Publikum hat auch nur noch wenig Lust, in die Oper zu gehen. Es gab und gibt zu viele sinn-entstellende Inszenierungen.

Re: Führungsschwäche

Elisabeth Sobotka ist ein Segen für die Oper Graz. Gerade seit sie Intendantin ist wird die Grazer Oper überregional stark wahrgenommen. Die meisten Inszenierungen stehen für spannendes Musiktheater und sind sehr gute Interpretationen. Sehr oft treffe ich in der Oper Graz Opernfreunde aus Wien, denen (wie mir) die Inszenierungen in der Staatsoper schlicht zu fad sind. Sehr schade, dass Elisabeth Sobotka Graz bald verlässt.



Belvedere News

Sind Sie an aktuellen News aus dem Belvedere interessiert? Melden Sie sich jetzt unverbindlich für den Newsletter an.





Aktuelle Ausstellung:
Im Lichte Monets ab 24. Oktober 2014

» Nähere Infos zur Ausstellung

Meinung

Jetzt Kultur-Newsletter abonnieren

Die Meldungen des Tages aus den Bereichen Kunst und Kultur. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

Sinkothek

AnmeldenAnmelden