Homosexuell in der NS-Zeit: Richard-Billinger-Schau in Linz

Ab 16. Oktober zeigt das Linzer Stifter Haus die Austellung "Heimat. Körper. Kunst". Die Schau blickt hinter die Fassade des Schriftstellers Richard Billinger (1890 - 1965) und zeigt die vielen Gesichter des Innviertlers:(c) Stifterhaus Linz

Den bekennenden Homosexuellen, Günstling reicher Damen und den NS-Mitläufer, der in der Zwischenkriegs- und Nazizeit höchst erfolgreich war. "Er war kein Nazi, es gibt keine rassistischen Aussagen von ihm. Er hat nur mitgespielt und es genossen", sagt der Kurator Klaus Kastberger.(c) Stifterhaus Linz

Geboren wurde Billinger 1890 in St. Marienkirchen bei Schärding in Oberösterreich. Sein literarisches Talent wurde 1922 im Café Museum in Wien entdeckt. Später machte sich Billinger mit Dramen einen Namen.(c) Stifterhaus Linz

Das literarische "Urviech" schrieb auch einige Drehbücher, etwa für Luis Trenkers Bergsteigerfilm "Der Berg ruft".

Im Bild: "Der Berg ruft", in regelmäßigen Abständen im Programm des ORF zu sehen.(c) ORF

Seine kraftvolle Sprache und die aus der Landschaft schöpfende Bauerndichtung entsprach dem Geist des "Dritten Reiches". So konnte er trotz seiner offen gelebten Homosexualität vor allem mit Tantiemen gut verdienen.

So basiert "Die golden Stadt", einer der erfolgreichsten Filme des Nazi-Haus-und-Hof-Regisseurs Veit Harlan, auf Richard Billingers Bühnenstück "Der Gigant".(c) Stifterhaus Linz

Nach dem zweiten Weltkrieg nahm das Interesse an den Arbeiten des Zwei-Meter-Mannes ab. Er lebte primär von seinen gut situierten Unterstützerinnen, die ihm die Treue hielten. In Linz verbrachte Billinger seinen von Wirtshausbesuchen dominierten Lebensabend.

Die Ausstellung "Heimat. Körper. Kunst" ist von 16. Oktober 2013 bis 7. September 2014 im Linzer Stifterhaus zu sehen.(c) Stifterhaus Linz
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