Der indische Schriftsteller und Journalist Aravind Adiga wurde für seinen Debütroman mit dem renommierten Booker-Preis ausgezeichnet. Der 33-Jährige erhielt die mit 50.000 Pfund (64.000 Euro) dotierte Literaturauszeichnung am späten Dienstagabend für seinen Roman "The White Tiger". Damit ist er der zweitjüngste Autor, der den Preis jemals bekommen hat. Adigas Roman ist in Deutschland Ende Juli unter dem Titel "Der weiße Tiger" erschienen. Er erzählt die Geschichte vom Aufstieg und Fall der Hauptfigur Balram Halwai: Der ist Philsoph, Diener, Unternehmer und Mörder. In der Form eines Briefes, der an den chinesischen Ministerpräsidenten gerichtet ist, schildert der Ich-Erzähler Halwai seine Lebensgeschichte. Auch Kritik an der indischen Gesellschaft ist in den Roman eingeflochten.
Macbeth mit "delikatem Dreh"
Der Jury-Vorsitzende Michael Portillo sagte bei der Verleihung in London, Adigas Roman sei in der Tradition von "Macbeth" mit einem "delikaten Dreh". Adiga arbeitete als Journalist unter anderem für Zeitungen wie die "Financial Times" und das Magazin "Time". Er sagte am Dienstag, der Preis sei den Menschen in Neu Delhi gewidmet. Adiga setzte sich gegen Autoren wie Amitav Ghosh, Linda Grant und Philip Hensher durch.
Zu den früheren Preisträgern gehören der britisch-indische Autor Salman Rushdie, Literaturnobelpreisträger J. M. Coetzee und die indische Schriftstellerin Arundhati Roy.
(Ag./Red.)

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