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Die verlorene Ehre der Bettina Wulff

08.09.2012 | 18:06 |  von michael laczynski (Die Presse)

Die Ehefrau des ehemaligen deutschen Präsidenten wehrt sich gegen Berichte über ihr angebliches Vorleben im Rotlichtmilieu. Vorläufiger Höhepunkt: Klagen gegen Günther Jauch und Google.

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Die Zeit der Zurückhaltung ist vorbei. Jahrelang hatte Bettina Wulff, Ehefrau des ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff, zu den Gerüchten über ihr angebliches Vorleben im Rotlichtmilieu geschwiegen. Doch seit ihr Mann vor sechs Monaten das Schloss Bellevue verlassen musste, geht die 38-Jährige mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die mediale Berichterstattung über ihre Vergangenheit vor. Jüngster Höhepunkt: Am Freitag reichte Wulff beim Hamburger Landesgericht eine Klage gegen den Fernsehmoderator Günther Jauch wegen „Unterlassung falscher Tatsachenbehauptungen“ ein. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ am Samstag berichtete, hat Jauch mittlerweile nachgegeben und Wulffs Anspruch anerkannt. Der Fall Bettina Wulff gegen Jauch bleibe aber dennoch vor dem Gericht.

Vor dem Hamburger Gericht verantworten muss sich auch Google: Wulff will verhindern, dass die Suchmaschine bei der Eingabe ihres Namens automatisch einschlägige Suchbegriffe vorschlägt – Samstagnachmittag lauteten die von Google empfohlenen Suchanfragen „Bettina Wulff Prostituierte“ und „Bettina Wulff Escort“.

Die Kampagne gegen die im Internet kursierenden Diffamierungen ist nicht neu. Nach Angaben von Wulffs Anwalt Gernot Lehr wurden in den vergangenen Monaten „zahlreiche Verlage, Journalisten und Internetaktivisten“ dazu gebracht, Unterlassungserklärungen abzugeben, „ohne auch nur zu versuchen, die falschen Darstellungen zu rechtfertigen“. Außerdem sei in einigen Fällen Schmerzengeld durchgesetzt worden – nach Recherchen der „Süddeutschen“ geht es dabei um fünfstellige Beträge. Insgesamt hätten 34 deutsche und ausländische Blogger und Medien Unterlassungserklärungen abgegeben, darunter der „Stern“ und die „Berliner Zeitung“ – sowie die Mediengruppe „Österreich“.

Feuerwerk der Gerüchte. Die Causa reicht zurück ins Jahr 2006, als der christlich-soziale Ministerpräsident von Niedersachsen, Christian Wulff, die 14 Jahre jüngere Pressereferentin des Reifenherstellers Continental, Bettina Körner, kennengelernt hatte. Die beiden heirateten zwei Jahre später. Für den CDU-Landespolitiker, dem bis dahin das Image eines spießigen Biedermanns anhaftete, war es die zweite Ehe – und der Beginn einer Abwehrschlacht. Nach Recherchen der „Süddeutschen Zeitung“ sollen CDU-Kreise in Hannover gezielt Indiskretionen über die angebliche Vergangenheit Bettina Wulffs als Callgirl gestreut haben – mit dem Ziel, ihren Ehemann zu diskreditieren. Weiter angefacht wurde das Feuerwerk der Gerüchte im Juni 2010, kurz bevor Wulff zum Bundespräsidenten gekürt wurde. Dabei soll auch eine Kommunalpolitikerin der FDP an der Denunziationskampagne tatkräftig mitgewirkt haben.

Seither wurde in Berlin immer wieder über Wulffs Vorleben gemunkelt und über diese Spekulationen hinter vorgehaltener Hand berichtet – die pikanten Gerüchte waren das Tüpfelchen auf dem i einer ohnehin krisen- und skandalgeschüttelten Präsidentschaft, die im Februar 2012 nach nur 20 Monaten unfreiwillig zu Ende ging. Bettina Wulff will sich jedenfalls nicht in die Defensive zwingen lassen, sondern die mediale Initiative ergreifen.


Verteidigung mit Buch. Noch im September soll ein Buch über Wulffs Leben erscheinen, mit dem sie sich gegen die „Zerstörung ihres Ansehens in der Öffentlichkeit“ wehren möchte, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.

Im Kampf um ihren guten Ruf stellt sich Wulff jedenfalls geschickter an als die Hauptfigur von Heinrich Bölls 1974 erschienener Erzählung „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“. Bölls Protagonistin, die in Boulevardmedien verunglimpft wurde, blieb als letzter Ausweg der Griff zur Waffe – wobei die Hintergründe nicht unterschiedlicher sein könnten. Bei Bettina Wulff ist es das Rotlichtmilieu. Bei Katharina Blum war es die Rote Armee Fraktion.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.09.2012)

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28 Kommentare
 
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.... und ob die Frau Wullf diesen Beruf

ausgeübt hat spielt keine Rolle. Die Politik ist das weit dreckigere Geschäft!

Verlorene Ehre?

Ich weiß nicht warum der Beruf einer Prostituierten unehrenhaft sein sollte! Es wird höchste Zeit diesen Beruf als das zu sehen was es ist! Ein Dienstleistungsberuf! Anrüchig und zweifelhaft wird er doch erst durch die gesellschaftliche Ächtung. Ich bin überzeugt das die Damen einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft leisten und ihnen endlich der entsprechende gesellschaftliche Rang zugestanden wird! Ich habe alle Achtung vor Damen, die einen sicherlich anstrengenden und oft auch unangenehmen Beruf ausüben!

Gast: geoopster Heike
09.09.2012 10:41
5 1

Die WAZ ist also auch schon verurteilt … ha ha ha

derwesten.de musste im Nachhinein seinen eigenen Link entfernen.

Die Springer-WAZ hatte nämlich ihren eigenen Hetz-Artikel "Christian und Bettina Wulff und ihre Hannover-Connection" zur Sicherheit unter dem Text gleich SELBER verlinkt mit: Bettina Wulff: Escort-Service, Prostitution und Liebe?
Von dort ging es direkt weiter zu Bettina Wulff = "Lady Viktoria" auf einem Schmuddelblog,
der selber wiederum richtig fett verlinkt war mit rechtsrechten und anderen streng riechenden Blogs. Echte WAZ-Qualität, schreibender Grind.
Heute hetzen … äh … berichten die "Journalisten" dort unverdrossen weiter über ihre Rufmörderei von damals.

ha ha ha

Gast: DER ADVOKAT
09.09.2012 10:23
1 0

DIE "ESCORT-VERGANGENHEIT"

Die Frau Bettina WULFF, Frau des BRD-Ex-Präsidenten fordert also, ihr persönlicher Name dürfe nicht mit ihrer-"Escort-Vergangenheit" verknüpft werden?!
Da sind wir aber bass erstaunt Frau Wulff, denn Sie waren höchstpersönlich die Einzige die bei den-GOOGLE-Suchbegriffen Ihren persönlichen Namen mit den weiteren Begriffsmerkmalen: Escort-Service, sowie Prostitution verknüpft haben!
Klar, der Prominennte Günther JAUCH will öffentlichen Ärger vermeiden, und hat daher zurückgezogen, allerdings Frau WULFF können Sie einen Prozeß gegen GOOGLE-nur verlieren, aus den von mir dargetanen Gründen!!
Ein Advokat!

1 2

Re: DIE "ESCORT-VERGANGENHEIT"

Was hat Ihnen diese Frau getan ? Kennen Sie sie überhaupt persönlich ? Und wenn ja - glauben Sie, dass Sie der richtige Mann sind, und das online-Forum der "Presse" der richtige Ort ist, um mit ihr auf diese Weise abzurechnen ?

Bedenken Sie, Sie sind mit Ihrer Interpretation auch wenig glaubwürdig - denn wenn jeder der hochattraktiven Frau Wulff auch sofort abnehmen würde, vor Jahren Escort gewesen zu sein, so wird doch keiner von uns ihr die geistige Unbedarftheit zutrauen, sich über all die Jahre hinweg und bis dato taktisch derart falsch verhalten zu haben !

(Ganz abgesehen von den unfähigen Beratern, die sie gehabt haben müsste)


Antworten Gast: freund_der_wahrheit
09.09.2012 19:13
3 0

Re: DIE "ESCORT-VERGANGENHEIT"

... die software im suchalgorithmus stellt bei google automatisch die von den google-usern meistgesuchten begriffsverknüpfungen so dar. es war also nicht frau wulff oder frau körner, die diese verknüpfung hergestellt hat. einer, der die wahrheit liebt.

"Mit Dreck schmeissen, irgendwas bleibt schon hängen"

Sehr wirkungsvolle, politische Methode. In Österreich ebenfalls sehr beliebt. Da hat der Dreck, den schmeisst aber eine braune Farbe.

Und wenn dann ein Gericht etwas anderes feststellt, ist Korruption auch noch im Spiel.

Im Vergleich zur Goldman-Sachs Partie, die gerade

die EU ruiniert, war Wulff ein Klacks.

Gast: mechmed
09.09.2012 07:32
4 1

Ehre

Her und Frau Wulf haben eine Ehre,aber unser WC-Heinzi hat keine Ehre wird nie eine haben!

Gast: prostfan
09.09.2012 01:12
20 3

Prostituierte verkaufen ihren Körper für Geld

Politiker verkaufen ihr Volk für Geld.
Mir sind erstere sympatischer als letztere, denn die ersteren schädigen wenigstens keine Dritten bei der Ausübung ihres GEwerbes...

Re: Prostituierte verkaufen ihren Körper für Geld

Also hat es schon gewirkt.
Sie glauben auch, dass an den Gerüchten irgendwas dran sein könnte.....

6 1

Re: Prostituierte verkaufen ihren Körper für Geld

Yep!

3 14

Naja.

In einem Puff, in dem Politiker verkehren, zählt sie sicher nicht zur Handelsklasse A. Da bin ich geneigt, ihr zu glauben.

1 0

Re: Naja.

Burscherl . . . . !

Gast: Lilli
08.09.2012 22:42
6 0

Was ist denn das für eine Überschrift?

"Die verlorene Ehre"???
Wer weiß denn schon, ob sie verloren ist?
Das sind Boulevard-Zeitungstitel, passt nicht zur Presse :-(

Re: Was ist denn das für eine Überschrift?

Das ist eine Anspielung auf den Heinrich Böll Roman "Die verlorene Ehre der Katherina Blum". In diesem Roman geht es um Rufmord durch eine Zeitung. Deswegen passt die Überschrift sehr gut.

2 0

Re: Re: Was ist denn das für eine Überschrift?

"Deswegen passt die Überschrift sehr gut"

Als pointierter Einfall gewiss. Autor und Leser können einander wechselseitig ihre Belesenheit bestätigen.

Nicht aber in der Sache. In der Sache ist es schluzig.

Die litterarische Anspielung ist in der causa nicht nur nebensächlich (da es bei Böll ja um gänzlich andere Dinge geht), sondern sie evoziert das völlig falsche Bild (und das mit der enormen Suggestivkraft dieser Metapher) und präpariert den Leser in der (gewünschten ?) Denkrichtung vor.

Sollte so nicht in der "Presse" stehen.

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Bettina Wulff strahlt mehr Wahrhaftigkeit aus

als die Merkel. Vielleicht schreibt sie in ihrem Buch auch was über die wahren Hintergründe des "Präsidentenmordes"

Zeig mir deine Freunde und ich sag dir, wer du bist

Wer sich mit einem notorischen Selbstbereicherer einlässt... So blind kann Liebe doch nicht sein. Machtmenschen wirken leider auf gewisse Menschen anziehend.
Wenn er auch nur einen Funken Anstand hätte, würde er die "Ehrenrente" nicht annehmen.

Der Rufmord an seiner Frau ist trotzdem eine Frechheit und gehört hart bestraft.

3 0

Meine Meinung

Bei der Wahrheit bleiben und nicht gegen Windmühlen kämpfen. So fährt man langfristig am Besten. Das gebildete Leute nie die Weltliteratur verstehen?

Re: Meine Meinung

"Das gebildete Leute ..."?

???

Gast: Was macht letztlich eine glänzende Lüge aus? Doch schlichtweg die Tatsache, dass sie ihr eigener Beweis ist. Wer so fantasielos ist, dass er seine Lüge erst noch beweisen muss, soll sich lieber gleich an die Wahrheit halten!
08.09.2012 20:10
6 8

Unterlassung falscher Tatsachenbehauptungen???....

...."falscher Tatsachenbehauptungen" geht das überhaupt?....eine Tatsache ist doch eine Tatsache, wie kann eine Tatsache falsch sein!?
http://de.wikipedia.org/wiki/Tatsache

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Zusammengesetztes Hauptwort


Hallo Super-Intelligenzler !

Eine "Tatschenbehauptung" ist die Behauptung einer Tatsache; und eben keine Tatsache.

Und eine Behauptung kann sehr wohl falsch sein.

Und da Sie als einfältiger Tropf Ihr Wissen von Wikipedia beziehen für Sie zum nachlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Tatsachenbehauptung

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Re: Unterlassung falscher Tatsachenbehauptungen???....

Ja das geht. Es wird etwas als (wäre es eine) Tatsache behauptet. Das ist eine Tatsachenbehauptung.

Re: Unterlassung falscher Tatsachenbehauptungen???....

Ist schon grotesk, was offensichtlich der Gesetzgeber so zusammenformuliert.
Nehme an, daß es ein Zitat ist, weil es unter Anführungszeichen steht.

Gast: b745
08.09.2012 19:34
11 7

manchen ist jedes mittel recht

um die eigenen biographie zu puschen die zufällig bald herauskommt

 
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