Ende für "Financial Times Deutschland" besiegelt?

18.11.2012 | 19:07 |   (DiePresse.com)

Der Verlag Gruner + Jahr erwägt offenbar die Einstellung von Wirtschaftstiteln. Der Aufsichtsrat soll sich mit deren Zukunft kommende Woche beschäftigen.

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Der Hamburger Verlag Gruner + Jahr will einem Medienbericht zufolge offenbar einen Großteil seiner Wirtschaftsblätter einstellen. Das Magazin "Focus" berichtete am Samstag unter Berufung auf Informationen aus dem engeren Unternehmenskreis, dass sich der G+J-Aufsichtsrat am Mittwoch mit der Zukunft der Wirtschaftstitel "Financial Times Deutschland" ("FTD"), "Impulse" und "Börse Online" beschäftigen wolle. Nach "Focus"-Angaben ist geplant, die drei Titel einzustellen.

Von den G+J-Wirtschaftsblättern solle nur "Capital" weitergeführt werden, berichtete das Münchner Magazin. Damit wären auch die Überlegungen für eine rein digitale "FTD" vom Tisch. Laut "Focus" sollen von den 350 Mitarbeitern der G+J-Poolredaktion Wirtschaftsmedien 330 entlassen werden.

"FTD" bald nur mehr im Internet?

Das "Hamburger Abendblatt" berichtete am Samstag von Überlegungen bei G+J, das Defizit bei der "Financial Times Deutschland" zurückzufahren, ohne das Blatt aufzugeben. Demnach könnte die Seitenzahl des Blattes an den Wochentagen sinken, während die Wochenendausgabe ausgebaut werde. An bestimmten Tagen solle die "FTD" nur noch im Internet erscheinen, ehe sie nach einer Übergangszeit von drei bis fünf Jahren komplett ins Internet verlagert würde.

Die "Financial Times Deutschland" war im Jahr 2000 an den Start gegangen. Sie ist stark defizitär: Berichten zufolge erwartet sie im laufenden Jahr einen Verlust von 15 Millionen Euro. Erst am Dienstag hatte in Deutschland die traditionsreiche "Frankfurter Rundschau" Insolvenz angemeldet, seit vergangenem Monat ist auch die Nachrichtenagentur dapd insolvent.

(APA/AFP)

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6 Kommentare

na dann wird es für das Wirtschaftsblatt auch enger werden

und die Fusion mit der brustschwachen Presse steht bald ante portas.

allf. Hinweis:

da sich auf dem Medienmarkt jetzt einiges zu
bewegen beginnt kann u. a. meedia de
empfohlen werden, eine von mehreren
Fachwebseiten zu diesem Sektor.

http://meedia.de/

"Financial Times Deutschland"

diese Zeitung haette ich allein des Titels wegen nie gekauft.

Re: "Financial Times Deutschland"

Mich hat als kleiner Facharbeiter (mit Bezügen und Interesse an wirtschaftlichen Belangen) immer die Blattlinie gestört in der jedweder Abbau von Stellen in einem Betrieb, jeder neue deutsche Gesetzesvorschlag für mehr "Liberalisierung" etc. hochgejubelt wurde.

Gerne auch in den FT Podcasts (mittlerweile eingestellt) wie der "FT-Meinung" wo mir manchmal die Wut hochkochte ... und ich würde mich als sehr konservativen und leistungsorientierten AN beschreiben.

Jetzt können die Schreiberlinge mal selber um ihre Arbeitsplätze zittern.

Viel Spaß !

Darum ist Europa in der Krise!

So lange Kronen Zeitungen florieren und seriöse Zeitungen eingehen wird Europa nicht aus der Krise kommen.

Am Ende des Tages werden wir feststellen, dass wir unseren Lebensstandard nicht durch gegenseitiges Haare schneiden und Aura lesen finanzieren können.

Wie ich immer gesagt habe:

Erst wenn die ganzen Börsenblätter pleite, der letzte Börsensender geschlossen und die Aktienkurse wieder im Schmuddelteil der Tageszeitung verschwunden sind:

Erst dann sollte man wieder sein Geld in Aktien anlegen ;)


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