Strategieprozess: ORF beauftragt Boston Consulting

Bis Herbst soll eine Gesamtstrategie für die Zukunft des Öffentlich-Rechtlichen gefunden sein. Werner Herics wird das Projekt leiten.

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Strategieprozess beauftragt Boston Consulting
ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz – (c) APA (HERBERT NEUBAUER)

Der ORF holt sich das Beratungsunternehmen Boston Consulting Group an Bord, das in den kommenden Monaten den ORF-Strategieprozess begleiten soll. Im zweiten Quartal 2013 soll die Gesamtstrategie, mit der der ORF bis ins Jahr 2020 zukunftsfit gemacht werden soll, vom ORF-Stiftungsrat verabschiedet werden. Noch im Jänner will ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz dem Aufsichtsgremium seine Überlegungen zu den programm-, content- und markenstrategischen Perspektiven in Fernsehen, Radio, Online und den Landesstudios darlegen.

Dazu findet am 31. Jänner eine Klausur des obersten ORF-Gremiums statt, "in deren Rahmen die Geschäftsführung und weitere Expertinnen und Experten des ORF ihre programmstrategischen Überlegungen mit den Mitgliedern des Stiftungsrates diskutieren werden", wie Wrabetz am Mittwoch in einer ORF-internen Mitteilung bekannt gab.

Die Boston Consulting Group soll den Strategieprozess begleiten, ihre Erfahrungen aus internationalen Medienprojekten einbringen und die strategischen Überlegungen des ORF einem Benchmarking im internationalen Vergleich unterziehen, hieß es darin weiter.

Werner Herics leitet das Projekt

Außerdem gibt es mit Werner Herics einen Leiter des Strategieprojekts. Herics war zuletzt gemeinsam mit dem heutigen "Die Presse"- und "WirtschaftsBlatt"-Geschäftsführer Michael Tillian Vorstand der Regionalmedien-Austria AG. Mehr als 15 Jahre war er auch für den ORF tätig, unter anderem als Auslandskorrespondent und Ö1-Journalmoderator.

Das Strategieprojekt wurde bereits im Vorjahr gestartet, im Herbst gab es in dem Zusammenhang eine Klausur des Stiftungsrats, bei der es vor allem um die finanziellen Rahmenbedingungen und die Auswirkungen des technologischen Wandels auf den ORF ging. Eines der Kernelemente ist die Forderung nach der Einführung einer Haushaltsabgabe.

ende Jänner sollen zwei Personalentscheidungen stehen

Bei der Stiftungsratsklausur Ende Jänner könnten darüber hinaus zwei wichtige Personalentscheidungen beschlossen werden. ORF-Art-Direktor Michael Hajek soll zum Geschäftsführer der neuen ausgelagerten Tochter für Promotion, Design und Grafik bestellt werden.

Daneben soll auch die Entscheidung über einen neuen Geschäftsführer der Gebühren Info Service GmbH fallen. Als einer der Kandidaten für den Posten wird Gerald Grünberger, Geschäftsführer des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ), gehandelt. Grünberger, der als ehemaliger Mitarbeiter des früheren VP-Medien-Staatssekretärs Franz Morak über beste Kontakte zur ÖVP verfügt, könnte dabei behilflich sein, politische Überzeugungsarbeit bei der Verlängerung der Gebührenrefundierung sowie der Einführung einer Haushaltsabgabe zu leisten, heißt es.

(APA)

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