Aufregung um "Mischlings"-Cover von "Das Biber"

03.04.2013 | 15:26 |  von Heide Rampetzreiter (DiePresse.com)

Wegen eines "Mischlings"-Tests zum Ankreuzen gibt es harsche Kritik an dem Wiener Stadtmagazin "Das Biber". Die Chefredaktion versteht die Aufregung nicht, das sei doch eine "reine Spaßgeschichte".

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"Mischlinge. Erkennst du den Mix?" heißt es auf der Titelseite der aktuellen April-Ausgabe des Wiener Stadtmagazins "Das Biber". Auf dem Cover sieht man neun Menschen. Im Heft findet man den Test zu den Bildern, bei dem es darum geht, die Herkunft der Abgebildeten zu erraten. Auf den Social-Media-Plattformen Facebook und Twitter hagelte es am Mittwoch harsche Kritik an dem Cover. Vor allem die Verwendung des Wortes "Mischling" ist für viele ein Affront, ist dieses doch durch die Rassentheorien der NS-Zeit negativ geprägt. "Aufgrund der Klassifizierung als 'Mischling' wurden Männer, Frauen und Kinder vor 70 Jahren weggesperrt, verprügelt und erschossen. Deshalb! Aus, basta!", heißt es etwa in einem Facebook-Kommentar. Bei "Das Biber" versteht man die Aufregung nicht ganz.

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>>Kritik auf Twitter: "Nazidiktion am Cover"

Das Wort Mischling "ist für uns eine harmlose Geschichte", sagt der stellvertretende Chefredakteur Amar Rajković gegenüber DiePresse.com. Dass dem Blatt "Nazi-Diktion" vorgeworfen wird, kann er nicht nachvollziehen. Diese Zuschreibung "passiert in den Köpfen der anderen", meint Rajković. Zwar wisse er, dass "Mischling" negativ behaftet sei, aber er wolle Worte wie dieses nicht den Rechten überlassen. "Ich bin auch ein Mischling", sagt Rajković, selbst halber Moslem, halber Katholik. "Für mich ist das ein Kompliment. Je bunter desto besser!"

Der Test sei ohnehin eine "reine Spaßgeschichte", so der stellvertretende Chefredakteur. Zwar werde "Das Biber" gerne der "Integrationsstempel" aufgedrückt, doch wolle man Themen bewusst leichter anpacken, schließlich verstehe man sich als Stadtmagazin. Er freue sich, dass es Reaktionen auf das Cover gebe, "aber ich hätte nicht gedacht, dass das in die Richtung geht." Überhaupt finde er, es "sind immer die geschockt, die nicht betroffen sind."

So ganz stimmt das nicht. Denn zu den schärfsten Kritikern gehört Olja Alvir, ehemalige "Biber"-Redakteurin und nun bei "DaStandard.at". Das Cover folge der "typischen 'Biber'-Methode", meint sie: Nur weil jemand dieses Wort im privaten Rahmen oder im Spaß verwende, sei es noch lange nicht legitim, dies in den Medien zu tun. "Man kann nicht eine private Logik in eine mediale Logik umwandeln", meint Alvir gegenüber DiePresse.com. "Es ist nicht okay, Nazi-Diktion zu verwenden." Überhaupt sei die Idee des "Mischlings"-Test, nämlich dass man die Herkunft am Aussehen festmachen könne, "purer Rassismus".

(her)

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101 Kommentare
 
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Tja

Alle regen sich auf, daher: Brav Biber, weiter so !!! Lese euer Magazin gerne :)

partiell von zwei verschiedenen ElterInnen geerbt habende phänotypische Merkmale Besitzende Menschinnen


ich glaub so gehört sich das.
Muss bei ZARA nachfragen.

Nur noch eine kleine nette Anmerkung

biber hat mittlerweile einen österreichweiten Vertrieb und ist kein Wiener Stadtmagazin mehr. Die korrekte Bezeichnung ist "Magazin für neue Österreicher" - steht auch am Cover, wenn man ganz genau schaut. :)

Wen schert's?


Die PC Revolution frisst ihre Kinder.


unglaublich, über was man sich alles aufregen kann


Re: unglaublich, über was man sich alles aufregen kann

Wenn man mit gekünstelter Aufregung gutes Geld verdienen kann, wird man offensichtlich erfinderisch. Gibt ausreichend Beispiele dafür!

ein migrantenmagazin..

wird mit rassismusvorwürfen überhäuft. kabarrett pur. übrigens werde ich jetzt einschreiten, wenn ich noch einmal das wort schwabo (übrigens falsch geschrieben, kommt von schwabbelig, aber klar: deutsche sprache, schwere sprache) höre.
verletzend, rassistisch, diskriminierend.

Wir sind letztlich alle "Mischlinge"...

...ob in erster, siebenundreißigster, achtundneunzigster oder dreihundertfünfter Generation.

Anthropologen..

..können am Skelett feststellen, welcher Art jemand angehört. Eine Tatsache.

Re: Anthropologen..

Das stimmt, vor allem am Schädel. Die Form des Schädels, die Form der Augenhöhlen und Nasenöffnungen, die Weite der Wangenknochen und die Form der Schneidezähne weisen bei unterschiedlicher Herkunft Unterschiede auf.
So ist der Schädel eines Menschen afrikanischer Ethnie runder und kürzer als die eines Europäers, die Augenhöhlen sind runder und die Nasenöffnungen sind breiter und kürzer.
Bei Asiaten sind die Wangenknochen breiter und die Schneidezähne (die Einser oben) weisen auf der Innenseite (palatal) eine Schaufelform auf.

Willkommen im Club..

LEGO geht es nicht anders. Die sollen wegen einem "volksverhetzenden" Bausatz verklagt werden. Beim Türkischen Kulturverein in Wie stehen dafür scheinbar 23 Anwälte bereit. Sind wir alle noch ganz dicht?
http://www.nikoformanek.com/lego-star-wars-rassistisch-gehts-noch/

"Die Herkunft am Aussehen festmachen ist Rassismus"

Dümmer gehts nimmer !

Idi Amin ist Ugander...also Afrikaner.
Muss ich den jetzt als Asiat bezeichnen nur um nicht als Rassist bezeichnet zu werden ?

Oder bin ich ein Rassist weil ich fesgestellt habe Menschen sehen unterschiedlich aus ?

Re: "Die Herkunft am Aussehen festmachen ist Rassismus"

Wenn schon, dann wäre Gottkaiser "Dr." Idi Amin Dada, Herrscher über Löwen, Gazellen etcetc. korrekt ein "Äthiopide".
Aber wenn Sie ihn als Kretin bezeichnen, haben Sie auch Recht.

Wenn die pc-Mullahs/Gedankenpolizei den Duden von diskriminierenden Begriffen "säubern" (auch so ein Wort!!), bleibt nur mehr ein dünnes Heftl übrig.
Was der Gesamtschule entgegen käme...

Ja na ganz super

Hätte die "Aula" dasselbe gemacht würdens alle wieder laut Naaaaaaaaaaaziiiiiii schreien. Dieser Blindheit auf einem Auge widert mich sowas von an.

Re: Ja na ganz super

Falls es Ihnen noch nicht aufgefallen ist: es wird gerade geschrien. Hier ist niemand blind, sondern fast schon zu aufmerksam.
Ob ein ähnlicher Artikel in der von Ihnen angeführten Aula aus den gleichen Beweggründen wie bei "Das Biber" erscheinen würde, wage ich allerdings aufhrund der politischen Heimat der Autoren zu bezweifeln.

Sie sind ergo kein Unangepasster, sondern eh ein braver.

Unangepasst ist Ihr Vorposter.

"Nur weil jemand

dieses Wort im privaten Rahmen oder im Spaß verwende, sei es noch lange nicht legitim, dies in den Medien zu tun."

Ich bin ja auch dafür, diese beiden Räume auseinanderdriften zu lassen.
Nach einem langen Arbeitstag sitze ich dann vor dem Fernseher und geniesse die alltäglichen Fernsehpredigten. Im Orf werden diese nicht nur von hauptberuflichen Pfarrern gepredigt, da fühlt sich jeder berufen. Aber durch Olja Alvir wissen wir ja, das der Sprachgebrauch privat ja ein anderer sein kann und muss.Authentizität wird ja so überschätzt.
Also beobachte ich nur noch, wie sich die Kiefer aufgeregt bewegen, wenn sich wieder mal Journalisten empören. Den Ton habe ich abgeschaltet. Herrlich enspannend kann ich nur sagen.

omg!

Das Wort "Reich" wurde auch von NZ negativ geprägt... Sollte man sich auch nicht den Namen der Republik überlegen, weil er, das Wort beinhaltet?!?! Der größre Feind des Linken ist der Linke selbst!

Re: omg!

SO IST ES!
Nach dem Krieg wurde in den Schulen nicht DEUTSCH sondern UNTERRICHTSSPRACHE unterrichtet ...
Gott sei Dank haben sich die Zeiten geändert und man darf (noch?) in Ö. DEUTSCH sprechen.

Re: omg!

Klar,nach dem EU-Crash !

ÖSTERARM

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Politisch korrekter permanent Schwachsinn

Die Meinungsdiktatur muss endlich ein Ende haben. Ich rufe zum permanenten Gebrauch von verpönten Worten, Satzzeichen, Worthülsen, etc. auf!

Mein erstes Wort wäre AUTOBAHN. Äh, hat das nicht auch Adolf gebraucht? Na gut, ausnahmsweise werde ich es aus dem Gebrauch streichen.
Mutter - äh, irgendwie auch langsam mit Vorsicht zu verwenden.

Oh Gott, an meiner Tür hat es geklingelt, vielleicht werde ich jetzt von einem rot/grünen Sprachüberwacher der Rassismus Spitzel Truppe ZARA abgeholt! Bitte kümmert euch um meine Kinder, bis ich aus der politischen Korrektur Anstalt wieder entlassen werde.

Danke.

Re: Politisch korrekter permanent Schwachsinn

Es könnte sein, dass Sie nicht nur von einer ZARA-Truppe abgeholt werden. Auch von SOS-Mitmensch-Boss Pollak werden Sie auf die Fahndungsliste gesetzt werden. Ist es doch gerade er, der uns weismachen will, was wir (noch) sagen dürfen und was nicht. Die grüne Neusprech-Diktatur ist gerade im Entstehen.

Re: Re: Politisch korrekter permanent Schwachsinn

Entstanden ist sie schon längst, die Neusprech-Diktatur wird jetzt ausgefeilter, um breitbandiger angewendet zu werden - sprich, um noch mehr Menschen bis auf´s Blut sekkieren zu können.

Re: Politisch korrekter permanent Schwachsinn

Falls Sie eingeliefert werden sollten, dann sicher nicht wegen unkorrekten Sprachgebrauchs, sondern wegen Paranoia in fortgeschrittenem Stadium...

21

jaja, in zeiten der linken jägerschaft ist es unglaublich gefährlich, sich in deutscher muttersprache auszudrücken ...


 
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Meinung

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