Kurier übernimmt TV-Sender

Das Kurier Medienhaus übernimmt 100 Prozent des Regionalsenders "SchauTV", der in Wien, Niederösterreich und Burgenland empfangen werden kann. 500.000 Euro sollen bis 2020 investiert werden.

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(c) imago/CHROMORANGE (imago stock&people)

Der "Kurier" steigt ins Fernsehgeschäft ein. Wie das Medienhaus am Freitag mitteilte, übernimmt die Zeitung den burgenländischen Sender SchauTV. "Kurier"-Chef Thomas Kralinger will den Fokus auf das Stammgebiet des "Kurier" - Wien, Niederösterreich und das Burgenland - ausweiten. Ein Kaufpreis für den finanziell angeschlagenen Sender wird nicht genannt. Das Schaumagazin bleibt beim Bohmann-Verlag.

Laut Angaben von Kralinger im Branchendienst "Horizont" schreibt SchauTV derzeit operative Verluste "im niedrigen siebenstelligen Bereich". Der Kurier will rund 500.000 Euro bis 2020 investieren. "Natürlich wird das keine einfache Aufgabe, den Turnaround zu schaffen, aber wir sind überzeugt, dass wir in den nächsten drei Jahren ein positives Ergebnis erzielen", so Kralinger.

Kralinger hat auch die Geschäftsführung von SchauTV übernommen, in Kürze werde TV-Produzent Marc Zimmermann diese verstärken, heißt es in einer Presseaussendung des "Kurier". Mit der redaktionellen Leitung und der Funktion als Chefin vom Dienst sei Elisabeth Auer betraut worden, die auch die Entwicklung neuer Sendungs- und Nachrichtenformate umsetzen wird. Auer war zuletzt bei ATV tätig.

Verschränkung der Redaktionen

"Wir können damit die Zeitungs- und Onlineinhalte in den Bewegtbildbereich hinein verlängern und werden auf die Verschränkung der Redaktionen setzen. TV-Beiträge werden künftig auch online verwertet werden und umgekehrt", sagte Kralinger im "Horizont"-Interview.

Bereits ab Mitte August wird es als neues Format "Kurier News" auf SchauTV geben. Auch zu den Nationalratswahlen im Herbst sind Sendungen geplant. Ab dem nächsten Jahr sei dann eine schrittweise Erweiterung des Nachrichtenangebots geplant. "Wie bisher setzen wir auf Magazinformate aus der Region, wobei alle Themen von Kultur über Wirtschaft und eine weitere Verstärkung der Berichterstattung aus den Gemeinden geplant ist", erklärte Kralinger.

Mit der Übernahme will der Kurier sein crossmediales Angebot ausbauen. Ziel sei es, den Privatsender neu aufzustellen und seine Reichweite in Ostösterreich zu steigern. Kralinger: "Alles was in Richtung von einem Prozent geht, wäre ein Riesenerfolg." Die Erlöse sollen innerhalb von drei Jahren verdoppelt werden, auch mit "Content-Partnerschaften". Als Werbekunden gewonnen werden sollen beispielsweise Kultureinrichtungen oder Tourismusverbände.

Laut Kralinger sind die Mitarbeiter von SchauTV übernommen worden. Die Redaktion bleibt vorerst in Eisenstadt, in Wien soll im "Kurier"-Medienhaus aber ein weiteres Studio eingerichtet werden. Für die regionale Abdeckung seien auch weitere Kooperationen mit anderen Anbietern geplant. SchauTV ist via Antenne in Ostösterreich und via Satellit und mehreren Kabelnetzen österreichweit empfangbar. Eine Teilnahme am Teletest sei in Diskussion, so Kralinger.

SchauTV nahm 2012 seinen Sendebetrieb auf. Bisheriger Eigentümer war der Bohmann-Verlag, der als dem Wiener Rathaus nahestehend gilt.

 

(APA/Red.)

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