"Betriebsunfall" in der ORF-Chefetage

01.01.2012 | 18:20 |  von ANNA-MARIA WALLNER (Die Presse)

Alexander Wrabetz startet vorerst ohne Bürochef Niko Pelinka in seine zweite Amtszeit - dafür mit einer wütenden Belegschaft, die ihn mit allen Mitteln zur Rücknahme seiner Postenbesetzung zwingen will.

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Am Montag hätte Nikolaus Pelinka seinen Job als rechte Hand von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz antreten wollen. Zumindest hat er angedeutet, er werde an diesem Montag ins ORF-Zentrum auf dem Küniglberg kommen und mit dem Einrichten seines Büros beginnen. Der 25-Jährige, bisher von der SPÖ entsandter Stiftungsrat, dürfte seine eifrigen Pläne für das neue Jahr in der Zwischenzeit noch einmal überdacht haben, denn sein Einzug ins Vorzimmer von „Alex“, wie er den ORF-Chef nennt, ist alles andere als sicher. Pelinka könnte sogar kurzfristig Joblosigkeit blühen, denn seinen alten Job als Public-Affairs-Manager bei den ÖBB hat er bereits gekündigt.

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Zu einer echten Machtprobe wird die unüberlegte Personalie für Wrabetz, der mit 1. Jänner seine zweite Amtszeit als ORF-Chef begonnen hat. Wäre ihm der Lapsus mit der Verkündung der Pelinka-Bestellung ohne die gesetzlich vorgeschriebene Ausschreibung des Postens nicht passiert, hätte er den Start in weitere fünf Jahre an der Spitze des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ruhiger beginnen können. So war die ohnehin sehr verhaltene Kritik an der offensichtlich parteipolitisch beeinflussten Besetzung seines zweiten Direktoriums im Spätsommer längst verhallt. Nun aber ist der neue, alte ORF-Boss mit massiver Kritik aus dem eigenen Haus und viel Häme in Printmedien und der bestens via Internet vernetzten Medien-Community konfrontiert.

 

„Bisher hat man das eleganter gemacht“

Einen „Betriebsunfall“ nennt Wolfgang Buchner, einstiger ORF-Personalchef, die Verkündung der Pelinka-Bestellung ohne vorherige Ausschreibung. Schließlich wisse im ORF jeder bis zur kleinsten Sekretärin, dass und wie Posten auszuschreiben sind. In §27 des ORF-Gesetzes steht, dass „sämtliche Stellen im Österreichischen Rundfunk“ durch Verlautbarung im Amtsblatt zur „Wiener Zeitung“ öffentlich auszuschreiben sind. Der Gesetzgeber wollte so, ähnlich wie im öffentlichen Dienst, sicherstellen, dass Posten fair und transparent vergeben werden.

Von „fair“ und „transparent“ war der ORF bei Personalentscheidungen seit jeher meilenweit entfernt. Der Posten des Büroleiters beim Chef wurde immer schon mehr nach persönlichen Vorlieben und unter Erfüllung politischer Wunschzettel als nach fachlicher Eignung besetzt. „Nur hat man das bisher eleganter gemacht“, sagt Jurist Buchner. Sogar ORF-intern wird nun versucht, die vielen Ungereimtheiten in dem jüngsten Besetzungsdrama mit dem Satz „Das war schon immer so“ zu rechtfertigen. Die Einstufung der Büroleiter als Redakteure etwa sei historisch gewachsen: Frühere Generaldirektoren oder -intendanten, wie sie bis 2001 hießen, holten sich ihre Büroleiter mit Vorliebe aus der Redaktion. Gerd Bacher etwa engagierte Roland Adrowitzer und Gerhard Vogl. Die nahmen ihre Redakteursverträge in den neuen Posten mit, obwohl die Arbeit keine journalistische Tätigkeit war. Diese sachlich nicht gerechtfertigte Änderung der Verträge wurde zur ORF-Sitte, weil sie Vorteile bringt: mehr Urlaub, eine längere Kündigungsfrist, den Journalistenausweis. Einziger Nachteil für das Dreamteam Pelinka/Wrabetz: Gemäß Redakteursstatut haben die ORF-Redakteure ein Mitspracherecht bei personellen Entscheidungen, die journalistische Mitarbeiter betreffen. Dieses Recht wollen sie nun bis zum Äußersten ausreizen.

Schließlich besteht die Sorge, dass Pelinka seine neue Aufgabe im ORF weniger als Büroleiter, sondern eher als Generalsekretär anlegen könnte. Wer Pelinka kennt, ahnt, dass er sich weniger auf die Aufbereitung von Akten (dafür wird nämlich ein zusätzlicher neuer Assistent in der Generaldirektion gesucht) als auf die Planung der operativen Geschäfte konzentrieren wird. Er ist als engster Mitarbeiter des Generaldirektors nicht nur bei allen entscheidenden Sitzungen dabei, sondern hat Zugriff auf das ORF-Redaktionssystem und – sollte Wrabetz, wie angekündigt, die Agenden des ab sofort abgeschafften Infodirektors an sich reißen – auf die Redaktion des Aktuellen Dienstes.

 

Vorschlag: Das Politsystem ORF ändern

Könnten Wrabetz' jüngste Fehltritte ein juristisches Nachspiel haben? Bekommt Niko Pelinka tatsächlich den versprochenen Posten, könnten sich Bewerber, die nicht zum Zug gekommen sind, als „persönlich Betroffene“ oder 120 Gebührenzahler in Form einer „Popularbeschwerde“ an die ORF-Aufsichtsbehörde (das ist seit 2010 die KommAustria) wegen der Verletzung des ORF-Gesetzes wenden. Allerdings muss Wrabetz außer mit dem Vertrauensverlust seiner Mitarbeiter mit keinen gesetzlichen Konsequenzen rechnen.

ORF-Redakteursrat und Journalistengewerkschaft sind sich sicher, sie können Wrabetz mit einer Unterschriftenaktion und zur Not mit juristischen Mitteln zwingen, seine „rechtlich nicht haltbaren“ Personalentscheidungen rückgängig zu machen. Zudem wollen sie die Besetzung der nachträglich ausgeschriebenen Büroleiterstelle mit Massenbewerbungen in die Länge ziehen.

Experten raten den Redakteuren, die Energie eher dafür aufzuwenden, bei der Politik und in der ORF-Chefetage eine Änderung des aufgeblähten, unbeweglichen Staatsrundfunks ORF zu erzwingen. Sie empfehlen, die Aufsichtsgremien zu verkleinern und die Posten der Stiftungsräte ebenfalls auszuschreiben. Scheitern wird so eine ORF-Reform am Willen der Politik, die sich ihr Macht- und Meinungsmedium ORF erhalten will und in der vergangene Woche auffallend still geblieben ist.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.01.2012)

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348 Kommentare
 
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Jemand soll bitte den WRABETZ wegen Amtsmissbrauch bei der StA anzeigen!!!


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Jemand soll bitte den WRABETZ wegen Amtsmissbrauch bei der StA anzeigen!!!


Dieser artikel ist aber erstaunlich schnell........

in der versenkung verschwunden - absicht?????

Gast: Die Tante Jolesch
03.01.2012 11:24
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Wieso wird das zensuriert?

Lob für die unkonventionelle Fotoauswahl. Den "Joker" aus dem gleichnamigen Batman Film diesem Artikel voranzustellen, visualisiert hervorragend wie es um die SPÖ bestellt ist.

ORF ist ein mediales Fukushima

sowohl das programm wie die führung gehören in den sondermüll.

Er will bundespräsident werden. der papa wird scho richtn


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"Die Sozialdemokratie ist tot"


wenn das stimmt, dann ist es a teure Leich...

Gast: ASVG-Sklave
03.01.2012 08:31
8 0

Österreichische Jobperspektiven

eine Verhöhung des Volkes: Parteibuch deklassiert Fleiß, Bildung und Recht.

Gast: total crash
03.01.2012 08:20
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Du Politiker du,

oder du österreichischer Politiker du,
oder du SPÖ/ÖVP/FPÖ/Grüner Politiker du,
das Unwort der kommenden Jahrzehnte und,als (grauenvolle) persönliche Beleidigung in das Strafgesetzbuch aufnehmen,ist mit Strafen nicht unter 5 Jahren zu ahnden:) *g*rofl*

Gast: Waldläufer O5
03.01.2012 00:21
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Beschäftigungspolitik a la SPÖ

Die ÖBB der Frau Minister Bures ließ verlautbaren, dass die Stelle von Herrn Pelinka nicht nachbesetzt wird.
Die Lücke, die Pelinka bei der ÖBB hinterlässt, kann also durch NICHTS ersetzt werden.
Weiter so Fräulein Rudas, zeigen sie Österreich, wie dringend es einen Strache zum Aufräumen braucht.

Gast: Gutbürger
02.01.2012 22:43
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Und WCStrache wurde mit irgendwelchen kleinen Posterln ruhig gestellt

UNWÄHLBAR !

Antworten Gast: Danke für die Wahlhilfe
03.01.2012 14:33
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Stimmt! Und die roten Stricherl aus dem blauen Politbüro


zeigen die peinliche Situation nur noch deutlicher auf!
Aber der hc selbst ist wohl gerade "auf Ibiza" ...

Gast: hirschheißtdermann
02.01.2012 22:33
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unerheblich

ist es nicht ziemlich unerheblich wer das bürohirschi vom herrn wrabetz wird so lange die fürchterliche dittelbacherin die zib 2 moderiert?

Antworten Gast: lola1234
04.01.2012 22:11
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grausam

sie ist leider wirklich fürchterlich - gestern wieder mit dem strache .... sowohl inhaltlich, als auch grammatikalisch.

Gast: derletztemachtdaslichtaus
02.01.2012 22:02
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kinder an die macht!

seid nicht so streng!
laura und niko sind hoffnungsträger.
endlich wird etwas gegen die überalterung unserer gesellschaft gemacht.
kinder an die macht!
was heißt hier untergang der spö?
mit uns zieht die neue zeit!
nur rentner die das kritisieren.
freundschaft!


Re: kinder an die macht!

Ich liebe "happy endings", daher schlage ich vor, die beiden Hoffnungsträger sollen heiraten und Kinder bekommen! Das wäre doch schön, oder?

Re: Re: kinder an die macht!

Genau! So wie Stefan Mross und Stefanie Hertel! Sowas lieben die Österreicher. *g*

Gast: Wetterhahn
02.01.2012 21:53
4 1

Ein paar Milliarden Schulden

sind mir lieber als 1 800 000 arbeitslose
"Gast" Arbeiter.

Laura Rudas ist viel besser...

... als dorfer, düringer, maschek und co.

http://youtu.be/rU_nqQFWm24


Re: Laura Rudas ist viel besser...

Fräulein Rudas weiß zu überzeugen, Freundschaft!!!

Re: Laura Rudas ist viel besser...

Das Gestottere von Laura ist eine Qual. Diese Peinlichkeit kann man sich gar nicht bis zum Ende anschauen.

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Richtig! Wie sagte der Watschenmann?

Solchene Sachen lassen sich nicht erfinden, nichteinmal von unserem EtablissEment!

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Re: Laura Rudas ist viel besser...


Laura sollte öfters Interviewt werden und eine eigene Sendung "LauraTalk" im ORF bekommen.
Die Performance dieser Dame ist derart inferior das sie als exemplarisches Beispiel für unser völlig gescheitertes Bildungssystem steht. Unglaublich was sich eine Partei die sich anmaßt Parteienförderung zu kassieren an, für jeden Laien sichtbaren, völlig unfähigem Personal mit extremen Kommunikationsstörungen in Spitzenfunktionen leistet.

Gast: UKW
02.01.2012 20:59
4 0

Irgendwann geht bei jedem der Knopf auf

Auch wenn sie Jahrzehntelang an ihrem Weltbild festgehalten haben und nicht glauben wollten, was ganz offensichtlich war.

Gast: 67 Jahre 2. Republik
02.01.2012 20:57
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Geht alles den Bach runter? Humor hilft!:

Streiten sich ein Chirurg, ein Architekt und ein Politiker, welches der
älteste Beruf der Welt sei.
Chirurg: "Gott hat Adam eine Rippe entnommen und damit Eva erschaffen. Dies war die erste Operation. Also ist Chirurg der älteste Beruf."
Architekt: "Bevor Gott Adam geschaffen hat, hat er aus dem Chaos die Welt erschaffen. Also ist der älteste Beruf der des Architekten."
Daraufhin der Politiker lässig: "Und wer, glaubt Ihr, hat das Chaos geschaffen?!"

Gast: Gerd Nur El
02.01.2012 20:42
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Spät kömmt Ihr drauf, jedoch ihr kömmt

Wenn sogar die in der Wolle gefärbte Rote Jelinek draufkommt, dass da etwas nicht in Ordnung ist im ORF. . . da muss es schon gewaltig stinken dort.

 
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