ORF: Pressespiegel zur Causa Pelinka

03.01.2012 | 16:07 |   (DiePresse.com)

Auch internationale Medien setzen sich dieser Tage mit der Bestellung Niko Pelinkas zum Büroleiter von Alexander Wrabetz auseinander. Ein Auszug.

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"Die Welt"

"Und weil das mit der kunstvollen Verquickung von öffentlich-rechtlichem Rundfunk und Parteipolitik in Österreich noch weitaus fluffiger abläuft als in Deutschland, mag es die meisten Kritiker auch nicht recht wundern, dass der neue Büroleiter Mitglied der sozialdemokratischen SPÖ ist, eben jener Partei, der auch Wrabetz nahesteht. Pelinka seinerseits kommt geradewegs aus dem ORF-Stiftungsrat, der den Sender eigentlich beaufsichtigen soll. Einen fliegenden Wechsel nennt man das wohl, erleichtert dadurch, dass moralische Bedenken in der Medienbranche oft keine tragende Rolle spielen." ... "Dass es eine vermeintlich unwichtige Debatte wie ebendiese sein könnte, die (Gott behüte!) eine größere Dynamik entwickelt und den ORF eines Tages grundlegend verändert, bleibt weiter im Bereich des Möglichen und fordert so manchen Weltverbesserer längst zu wilden Planspielen heraus. Eine mediale Reform also demnächst in unserem Nachbarland? Sehr gern, will man sagen. Einzig, es fehlt vielen Österreichern der Glaube an solche Wunder".

"Süddeutsche Zeitung"


"Niko Pelinka ist gerade mal 25 Jahre alt und hat schon einen Posten, den viele für fast so einflussreich halten wie den eines Kabinettschefs beim Bundeskanzler in Wien: Er ist zum Bürochef des Generaldirektors des Österreichischen Rundfunks ernannt worden, der beherrschenden öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt Österreichs. Durchdrungen vom Talent zur Handlungsstrategie (manche würden das Intrige nennen) und von Nibelungentreue gegenüber seinem sozialdemokratischen Parteichef und Bundeskanzler Werner Faymann, gilt Pelinka als Verkörperung der unfreundlichen Übernahme des ORF durch die 'Roten' im Lande. Eine prekäre Entwicklung. Der Generaldirektor des Senders, Alexander Wrabetz, verdankte seine überraschende Wahl 2006 einem Aufstand in Zivilgesellschaft und unter den ORF-Redakteuren wegen des gleichen Übels mit umgekehrten Vorzeichen: Damals hatten namentlich im Fernsehen die konservative Volkspartei und ihre christsozialen Statthalter den Sender gleichzuschalten verstanden".

"Frankfurter Allgemeine Zeitung"


"Nach dem Wahltag ist Zahltag. Im vergangenen August ist der Generaldirektor des österreichischen ORF, Alexander Wrabetz, mit großer Mehrheit wiedergewählt worden. Vor allem die Stimmen aus dem Lager der SPÖ verhalfen ihm zum Sieg. Zu Weihnachten hat Wrabetz sich nun bedankt - indem er Nikolaus Pelinka, einen jungen SPÖ-Aufsteiger und Intimus des Bundeskanzlers Werner Faymann, zu seinem Büroleiter berief. ... Als Büroleiter des Generaldirektors steht der Politfunktionär Pelinka nun mitten in der ORF-Manege. Die Redakteure des Senders laufen Sturm - mehr als hundert Mitarbeiter der Nachrichtenredaktion haben schon einen Protestbrief unterschrieben. Nützen wird es wahrscheinlich nichts."

"Neue Zürcher Zeitung"


Charles Ritterband, Wiener Korrespondent der "Neuen Zürcher Zeitung", zufolge wirft der "personalpolitische Alleingang des ORF-Generaldirektors Wrabetz ein Schlaglicht auf die politischen Umtriebe hinter den Kulissen des österreichischen Staatsrundfunks."

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(APA)

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11 Kommentare

Die Zeit: Sendeschluss

besiegelt das Schicksal des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Österreich. Ein Nachruf http://www.zeit.de/2012/02/A-ORF-Analyse

Re: Die Zeit: Sendeschluss

Dieser Analyse in der ZEIT ist leider wirklich nichts mehr hinzu zu fügen! Der darin enthaltende Befund trifft die Lage auf dem Küniglberg voll auf den Punkt!

Dem Herrn Generaldirektor ist es gelungen!


Wir sind einmal mehr die Lachnummer 1 in Europa, danke Herr Wrabetz

Antworten Gast: ido
05.01.2012 15:35
0 11

Re: Dem Herrn Generaldirektor ist es gelungen!

Na ich glaub jetzt stufst aber die ORF Affäre im Reigen der europäischen Angelegenheiten ein bissl zu hoch ein, gelle? Ich bezweifle, dass das mehr als eine Randnotiz in der deutschen und schweizer Presse war, und gehe stark davon aus, dass das in Resteuropa genauso interessant ist, wie wenn ich China ein Radl umfällt.

Re: Re: Dem Herrn Generaldirektor ist es gelungen!


Bitte machen Sie einen kurzen Blick in die internationale Presse. Danke!

Re: Dem Herrn Generaldirektor ist es gelungen!

Mit viel Steuergeld finanziert die SPÖ ihre "Parteiakademien", in denen der rote Nachwuchs ideologisch auf Vordermann gebracht wird, um später verantwortliche politische Positionen im Staat zu bekleiden. Wenn jedoch Typen wie Rudas und Pelinka die "next Generation" repräsentieren, dann herrscht wirklich Alarmstimmung in der Löwlstraße! Oder sollte es zumindest tun! Die verheerende Außendarstellung dieser "jungen Hoffnungen", wirft Schatten auf eine "schwarze" Zukunft voraus; oder eine "Blaue"; denn die "Grünen" werden es wohl kaum sein.

Antworten Antworten Gast: kame
05.01.2012 15:33
0 0

Re: Re: Dem Herrn Generaldirektor ist es gelungen!

ich möchte die SPÖ mit Sicherheit nicht in Schutz nehmen, besonders nicht in dieser speziellen Situation, aber sowas allein den Roten vorzuwerfen ist sehr subjektiv - diese Dinge passieren in allen Parteien die an der Macht sind ständig. Selten fallen sie so stark auf, aber das macht es nicht besser!

"Parteiakademien"

inkl. der Verein Donau "Uni" Krems.

Dem Herrn Generaldirektor ist es gelungen!


Wrabetz


ist der SPÖ verpflichtet und nicht der internationalen Presse. Punkt!

Für die nächsten Jahre sitzt er Dank der SPÖ fest im Sattel. Mit verpflichtetem Dank.

Egal, wie schädlich dies für das Ansehen Österreichs im Ausland auch sein sollte.

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Die Machtgier und Realitätsverweigerung

der SPÖ macht Österreich mittlerweile schon international zur Lachfigur Nr. 1.

Danke Genossen, Ihr habt's wirklich drauf!

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