Nackte Frau mit Kopftuch: Bildersturm am Karlsplatz

11.12.2007 | 22:00 |   (Die Presse)

Olaf Metzels Skulptur „Turkish Delight“ wurde von zwei Unbekannten vom Sockel gestoßen. Bereits zum zweiten Mal.

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Am 9.November war Olaf Metzel noch voll positiver Erwartungen. An diesem Tag wurde sein lebensgroßer Frauenakt mit islamischem Kopftuch vor der Kunsthalle am Karlsplatz aufgestellt. In Wien als Schnittstelle zwischen Ost und West glaubte der deutsche Bildhauer seine Bronzeskulptur gut aufgehoben. Allzu heftige Reaktionen erwartete er nicht: „Man sollte keine Berührungsängste zum öffentlichen Raum haben“, sagte er damals zur „Presse“.

Leider hat sich die furchtlose Berührung als schmerzhaft erwiesen. Bereits zum zweiten Mal wurde die Skulptur in der Nacht auf Sonntag von ihrem Sockel gerissen und dieses Mal auch schwer beschädigt. Eine Überwachungskamera hat den Vandalenakt zweier Unbekannter aufgezeichnet. Türkischer Zorn statt „türkischen Entzückens“: Zahlreiche kritische Artikel und erboste Leserbriefe in türkischen Medien sind der Attacke vorausgegangen. Ob die Statute nach ihrer Restaurierung wieder aufgestellt wird, ließen der Künstler und der Kunsthallen-Direktor Gerald Matt vorerst offen.

Dabei sollte das Werk unprätentiös, ohne Spektakel und Provokation die Widersprüche in den Frauenbildern von Orient und Okzident sichtbar machen. Kritik an der islamischen Verschleierungspraxis verbindet sich in ihm mit Unbehagen am kommerziellen Gebrauch des Körpers der „westlichen“ Frau. Als Anstoß für friedliche Debatten sollte es den öffentlichen Raum im Sinne der griechischen Agora wiederbeleben.

Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny nannte die Beschädigung der Statue einen „üblen Anschlag auf die Freiheit der Kunst“. Haben die Vandalen gesiegt? Für Matt ist die Türkei ein offenes Land, er erwähnt positive Stimmen. Nach Angaben des Künstlers ist die Statue im Besitz eines türkischen Sammlers. Auch das Istanbuler Modernemuseum sei an einem Abguss interessiert.

Matt bleibt, dem Rückzug zum Trotz, kämpferisch: „Das ist nicht das Ende der Debatte, sondern erst ihr Anfang.“ Vielleicht zu spät startet nun ein breiter Diskurs mit Podiumsdiskussionen und Symposien. Die Agora am Karlsplatz lebt weiter, doch hat man sie ihres stärksten Bildes beraubt. gau

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.12.2007)

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43 Kommentare
 
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Gast: Christian Alexander Tietgen
10.12.2011 19:06
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Kopftuch

Kopftuch tragen und nackt sein, das ist schon ein Widerspruch.

Gast: chemser
06.01.2008 18:33
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lasst es doch sein

ich versteh nicht wieso man den islam nicht in ruhe lassen kann. es ist offentsichtlich dass das kopftuch darauf bezogen worden ist, und es ist offentsichtlich dass der künstler kein wissen darüber besitzt, also wieso macht er das dann überhaupt? naja wieso wohl... es ist eine frechheit. die westliche frau ist schon ein objekt der männer geworden, und wie denkt ein mann nicht nur an das eine wenn er eine frau sieht, indem er von ihr so gut wie nichts sieht. das ist ein schutz für die frau aber so wurde der schutz einfach weggeblasen. natürlich fühlt man sihc angegriffen, moslems denken sich bestimmt wieso immer wieder solche provokationen kommen. dass der küsntler gedacht hat darauf wird nichts großes folgen.. ja wer das glaubt. es ist peinlich lasst die moslems und ihre religion doch einfach in ruhe. sowas würde nie zu integration führn oder gar den musliminnen schmeicheln.. so ein geschwätz

Man sollte sie wieder aufstellen!

So schnell sollte doch vor ein paar Idioten nicht kapituliert werden!
Die Turkish Delight ist eine hübsche ästhetische Figur. Mit der täglich zu sehenden "dicken Realität" hat sie nichts zu tun. Sie kann deswegen keine Beleidigung sein, nur eine Schmeichelei.
Also, Mut meine Herren vom Kunsttempel am Karlplatz! Stellt sie wieder hin!

Gast: Türke aus BRD
12.12.2007 16:04
0

SO EIN SCHWACHSINN

Das ist Provokation pur wer das nicht sieht ist blind
oder hat soviel Hass auf Moslems das er es unter dem Deckmantel Kunst toleriert,
wenn mann seine eigene Mutter so darstellen würde würde er es nicht mehr so betrachten,
da will sich einer berühmt machen in dem er Moslems provoziert weg mit dieser Statue finde ich richtig.

Antworten Gast: Kiotari
14.12.2007 13:27
0

Re: SO EIN SCHWACHSINN

Das muß aber eine schwache Religion sein, die sich so leicht provozieren läßt.

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Re: SO EIN SCHWACHSINN

Wenn dir das nicht passt, steht es dir frei, sofort in deine ach so tolle Türkei abzureisen!
Islamistische Betonköpfe werden wir nicht vermissen!

Antworten Gast: FreeSpeech
13.12.2007 12:37
0

Re: SO EIN SCHWACHSINN

Man kann gegen diese Darstellung sein, das darf man auch sagen, und man darf sogar für die Entfernung der Figur sein - aber nur mit demokratischen und legalen Mitteln.

Hier herrscht nicht die Anarchie, sondern der Rechtsstaat.

Antworten Gast: mischa
13.12.2007 11:32
0

Re: SO EIN SCHWACHSINN

Wie wäre es, wenn Sie verschwinden würden und uns nicht mehr mit dem Anblick Ihresgleichen provozieren würden?!

Re: SO EIN SCHWACHSINN

das mit dem Hass ist ein gutes argument.
es faellt auf, dass mohammedaner grundsaetzlich sehr radikal sind (in ihren ansichten, ihrem auftreten, usw). hass scheint da schon fast zum alltag zu gehoeren. deswegen ist diese religion fragwuerdig! vielleicht liegt es aber auch daran, dass die leute, die in der oeffentlichkeit als repraesentanten des islam ayftreten, mit zu wenig intellekt ausgestattet sind und teile ihrer eigenen religion falsch auslegen (nur eine vermutung). das es auch besonnene, praktizierende mohammedaner mit ausgeglichenem gemuet gibt ist ja wohl unbestritten . im oeffentlichen bild schreien halt immer nur die Hirn-losen dieser menschengruppe am lautesten. fazit: kein benehmen und kein hirn sind eine schlechte mischung.

Re: SO EIN SCHWACHSINN

Ich frage mich schon lange, "w i e macht ihr bloß die vielen Kinder??"
Aber vielleicht bringt sie d o c h der Klapperstorch!!

Antworten Gast: eg
12.12.2007 18:18
0

Re: SO EIN SCHWACHSINN

Der Frauenakt hat ein Kopftuch, na und, öffnen Sie Ihre Augen und sie werden bemerken, das alle Frauen nackt so sind, wie sie sind. Wenn Ihre Religion Sie blind gemacht hat, hinterfragen Sie Sich selbst ob Ihre Religion nicht Gehirnwäsche ist. Werden Sie ein MENSCH und verabschieden Sie Sich von der islamischen Ideologie.

hm?

Vermutlich wurde Metzel von diesem gelungenem Plakat anlässlich eines Amateurstripperinnen Bewerbes in Frankreich vor ein paar Jahren inspiriert.
Dieses erregte eigenartiger Weise damals in Frankreich keine Proteste.
http://www.pic-upload.de/view-290083/pub_striptease2.jpg.html

Gast: AEIOU
12.12.2007 07:44
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Wie wärs mit der nackerten Maria?

Die wird sicher nicht vom Stockerl gestoßen werden. Da wird wahrscheinlich gebetet werden, damit sie von selbst herunterfällt, wie ich die Betschwestern und- brüder einschätze.Und übrigens, wenn man die Osmanen noch weiter reizt, dann werden sie die Weihnachslieder in der Öffentlichkeit abschaffen lassen. Und es war heuer das letzte Mal, daß sie den Übergriff am "Heiligen" Abend kein Muslimenkonzert abzuhalten geduldet haben. Nächstes Jahr wird die Diskriminierung nicht mehr pardoniert werden. Darauf können alle Taufschein-Christen einen lassen. Und die zaussigen Weihnachtsfichten auf öffentlichen Plätzen, ein Symbol der abendländischen "Intoleranz" zu Brennholze zu verarbeiten, soweit sie nicht Fernwärme in ihren Unterschlüpfen genießen, ist ja wohl recht und billig. Protest brauchen sie in wenigen Jahren von ihren "Gastgebern" ohndies nicht mehr befürchten. Denn die Taufscheinchristen haben ohnedies längst jeden Widerstand gegen die Alisierung aufgegeben.

Re: Wie wärs mit der nackerten Maria?

Es ist schon länger her, daß ich dieses Problem zu erklären versuchte, hat offensichtlich nicht genutzt. Ich versuche es aber noch einmal.

Warum glauben Sie, kommen aus allen möglichen Ländern Leute zu uns? Doch wohl deshalb, weil es ihnen hier besser geht als zu Hause. Sonst wären die ja schön blöd!
Allerdings hat ein Teil dieser Einwanderer nichts besseres zu tun, als sofort solche Zustände wie bei ihnen zu Hause zu verlangen. Wenn dem nachgegeben wird, dann haben wir hier auf absehbare Zeit das gleiche Elend, das ursprünglich die Menschen zum Verlassen Ihrer Heimat getrieben hat. Das soll dann gut sein? Wo bleibt da die Logik?

Antworten Antworten Gast: Beobachter
14.12.2007 01:27
0

Sie kommen NICHT zu uns, weil es ihnen hier besser geht

Wer die Scharia auch nur ein wenig kennt, muss fesstellen, dass es einem Mohammedaner verboten ist, ein bereits Islamisiertes Land zu verlassen, AUSSER er geht in die noch zu islamisierenden Laender um dort Djihad zu praktizieren. Deshalb wollen "die da" zustaende wie bei sich zu Hause.
Bitte erst lesen, dann denken, dann schreiben!

diese armenier!

na?
wer wird das wohl wieder gewesen sein?
vielleicht ein armenier (geboren 1915) der damit gegen einen angriff auf die tuerkische nation und ihr selbstverstaendnis demonstrieren wollte?
na allah-sei-dank haben wir ja ueberwachungskameras

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im orient

sind nackte frauen mit verscheliertem gesicht nicht selten. sie werden als porno da sehr geschätzt.

natürlich zeigt man das nicht auf der strasse ...

mfg

Re: im orient

Der Schleier kommt aus "Der Gegend". Der Schleier wurde im alten Agypten von Prostitutes getragen. Das war dann aber auch schon ALLES das sie trugen (also wie die Dame aus Guss..). Eine bedeutende Wissenschaftlerin und fuehrend im Bereich der Hethiter (die Dame ist ueber 90 und Tuerkin) hat auf diesen Umstand hingewiesen (auch die Prostitutes der Hethiter trugen ausser dem Schleier nichts an sich). Das der Schleier/Tuerban von Mohammed aus dieser Zeit "entlehnt" wurde..Na denkst dir...Die Tuerken wollten die Dame einsperren..Mit 94!!! Haben aber davon abgelassen weil es wissenschaftlich belegt ist.

Provokation

Es ist doch immer das gleiche!
Unter dem Deckmantel "Meinungsfreiheit" oder "Kulter"
wollen doch immer bestimmte Kreise immer wieder eine Krise zwischen der islamischen welt und dem westen herbeiführen.
Es kann doch nicht sein das wenn man einen Propheten einer Weltreligion mit einem Schwein oder sonstiges vergleicht und dies versucht als meinungsfreiheit darzustellen.
Oder wie es jetzt der Fall ist das eine anscheinend muslimische frau mit einem Kopftuch sich nackt darstellt. was erwartet man sich???
Ich denke das dieser sogenannte Künstler einfach in den Medien erwähnt werden will, genauso wie es diese Schmierenzeitung in Dänemark nur in einer anderen Dimension wollte.
Dies sind doch nur Provokatoren. Den Preis dafür zahlen alle. Egal in welcher Form

Provokation ist ein Aspekt der Meinungsfreiheit.

Wären nur Meinungen Erlaubt, die niemanden provozieren, dann wäre Meinungsfreiheit obsolet. Wenn zugewanderte Primitivlinge (provokant formuliert) mit diesem Prinzip nichts anfangen können, dann wäre ihnen wohl besser anzuraten dort hin zurückzukehren, wo man ihnen den Mund verbietet, anstatt ein Gast und Geldgebervolk mit ihrer bukolischen Hirtenreligion zu belästigen. Wenn Moslems zu primitiv und unwillig sind, sich an die örtlichen gegebenheiten anzupassen, und sich ihre hiesige Präsenz nur durch den Genuss eines noch existenten Sozialsystems erklären können, dann wird es zeit sich von diesen Statuenwerfern zu verabschieden.
Österreichs kulturelle identität wird von diesen Leuten (jenen die sich über "Beleidigungen ihres Propheten" mokieren) ohnehin zumeist ignoriert oder bewusst ferngehalten. Was haben diese Leute hier verloren?

Na und?

Ich kann die Profetten aller Welt"religionen" mit was auch immer vergleichen, oder sie auch als das bezeichnen, was sie sind: Hochstapler, Geistesgestörte, Kinderschänder, Mörder - kurz, ein Sammelsurium menschlichen Abschaums.

Das ist Freiheit.

Re: Na und?

Du hast Recht freeman. Ich stehe an deiner Seite...

Ich gebe dir mit einem Beispiel Schützenhilfe. Z.B. Der Herr Jesus hat wohl kein Vater. Er hat ja spater behauptet, dass Gott seine Mutter geschwangert hatte...

Du könntest Jesus jetzt als B.astard bezeichnen!!!

Habe ich dir helfen können Bruder???

Helfen, wohl kaum,

aber auch Totalitaristen wie Dir steht das Recht auf freie Meinungsäußerung zu, nur eben nicht auf Meinungsmonopole.

Insgesamt ist es mir reichlich wurst, wen Du wie bezeichnest.

Re: Provokation

ich empfinde kopftuchtragende muslimische frauen auch als provokation, da das kopftuch für mich das symbol des nur noch von linksextremisten geleugneten islamfaschismus ist.

für mich hat der islam keine bedeutung insofern sehe ich nicht ein, wieso ich meine persönlichen freiheiten zugunsten einer primitiven und unmenschlichen ideolatrie beschneiden lassen soll. wenn die westliche art sich mit religion kritisch, provokant und vor allem unzensiert auseinanderzusetzen für moslems so ein problem ist, dann sind doch wohl die moslems das problem und nicht eine statue.

Re: Provokation

Die Krise muss niemand herbeiführen. Sie ist schon lange da! Moslems dürfen (scheinbar) randalieren. Sie sind immer die Opfer. Wir haben uns beschämt zu entschuldigen, und ihre Wutausbrüche zu rechtfertigen, zumindest aber zu verstehen. Zu kritisieren sind Agnostiker, Christen, Juden, und Atheisten. Sie alle beleidigen den Islam, durch ihre Existenz.

Gast: Anti
11.12.2007 22:27
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Freiheit für die Kunst!

Unsere Vorfahren werden sich zigmal im Grabe umdrehen wenn die mühsam bekommene Presse- und Kunstfreiheit durch eine Minderheit zu Fall gebracht wird.

Das eine gewisse Art von Kunst bei Konservativen auf Ablehnung stösst ist nichts neues, aber das es die Türkei und im allgemeinen der Islam es selten schafft konstruktive Kritik zu üben und unsere Freiheiten zu akzeptieren ist bedenklich.

 
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