25.05.2012 10:12 | Meine Presse Merkliste 0

Schauspieler Alexander Grill gestorben

22.05.2009 | 16:50 |   (DiePresse.com)

Der Grazer Schauspieler ist Freitagfrüh an den Spätfolgen eines Schlaganfallls gestorben. Gestern Abend hätte er in der "Talisman"-Premiere in der Josefstadt noch spielen sollen. Grill wurde 70 Jahre alt.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der in Graz geborene Schauspieler Alexander Grill ist heute, Freitag, Früh im Alter von 70 Jahren verstorben. Das teilte das Theater in der Josefstadt mit. Grill, Publikumsliebling und Charakterkopf, hatte am Samstag, 16. Mai, einen Schlaganfall erlitten, von dem er sich nicht mehr erholt hat. In der Josefstadt herrschte Trauer um einen "liebenswerten Kollegen, für den das Theater Lebensmittelpunkt war". Am gestrigen Donnerstag hätte Grill in der Premiere des "Talisman" als Bierversilberer Spund in der Josefstadt spielen sollen.

Für Fritz Muliar eingesprungen

Anfang Mai war er noch anstelle des verstorbenen Fritz Muliar als Baron Ciccio in "Die Wirtin" eingesprungen. Im Theater in der Josefstadt, dem er seit 2005 als Ensemblemitglied verbunden war, war Grill in "Das vierte Gebot", "Andorra", "Mein Nestroy", "Der Theatermacher", "Das Fest" und "Der Diener zweier Herren" zu sehen. In Österreich trat er ebenso u.a. am Burgtheater Wien, am Volkstheater, bei den Wiener Festwochen, am Akademietheater und am Grazer Schauspielhaus auf. Viele seiner Engagements führten ihn jedoch an deutsche Bühnen, u.a. Staatstheater Stuttgart, Volksbühne und Schillertheater Berlin, Theater am Gärtnerplatz München, Oper Düsseldorf und Oper Frankfurt geführt. Ab 1985 war er unter der Intendanz von Günter Krämer in Bremen beschäftigt, danach folgten zehn Jahre an Kölner Bühnen.

Seinen ersten Auftritt hatte der 1938 geborene Grill am 29. September 1960 im Grazer Schauspielhaus in Johann Nestroys "Einen Jux will er sich machen". Auch in Aufführungen von Oper, Operette und Musical in Graz war der Schauspieler mit ungarischen Vorfahren zu Hause, wie bei seinem letzten Auftritt nach elf Jahren in Graz in "Kiss me Kate" im Jahr 1971, bevor er an Wiener und deutsche Bühnen ging. Manchmal kehrte Grill noch in seine Heimatstadt zurück, wie etwa 1998 für die Boulevardkomödie "Bleib' doch zum Frühstück" in der Herbstproduktion der Kleinen Komödie - diese Auftritte in Graz genossen allerdings Seltenheitswert.

Auch in Spielfilmen tätig

Der Schauspieler war in den 1960er Jahren auch in einigen deutschen Spielfilmen, meist Sexkomödien wie "Auf der Alm, da gibt's koa Sünd'" oder "Drei Schwedinnen in Oberbayern", zu sehen. In einer "Kottan ermittelt"-Folge (1983) gab er den knurrigen Innenminister. Nach 2000 war Grill freiberuflich tätig, u.a. Oper und Schauspiel Frankfurt, Schloßtheater Celle, Theater am Zoo Frankfurt, Theater an der Kö Düsseldorf und Theater am Dom Köln, bevor er 2005 Ensemblemitglied in der Josefstadt wurde. Er spielte sowohl in klassischen Rollen wie im komischen Fach.

Verheiratet war Grill dreimal, aus diesen Beziehungen hat er vier Töchter.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

4 Kommentare
Gast: Mucki
26.05.2009 08:59
0 0

Mein Papa

Obwohl es vielleicht anders hätte sein können, letztendlich war und bin ich stolz auf meinen Papa, mit dem ich noch mehr Stunden gerne verbracht hätte.

Doch ich denke, wo immer er auch jetzt sein mag, er wird auch immer ein wenig auf die Älteste herunter schauen.

Gast: Heiner Pede
25.05.2009 23:42
0 0

Die Besten zuerst

Ich habe Alexander vor Jahren in Celle sehr persönlich kennen gelernt. Wir waren zu jeder Aufführung mit ihm im Schloßtheater. Besonders in Erinnerung bleibt die Sternstunde des Herrn Bieder und zu Besuch bei einem älteren Herrn. Trotz evtl. Querelen mit der damaligen Intendanz war er immer gern in Celle. Mit Bestürzung mußte ich heute von seinem Tod Kenntnis nehmen. Meine Anteilnahme gilt seiner Familie, von der er immer mit Stolz berichtet hat.

In stiller Trauer, Heiner Pede

Gast: Alter Theaterfreund
22.05.2009 19:25
0 0

"Kiss me, Kate" 1971/72 Opernhaus Graz

Die zweite Inszenierung in Graz (bereits 1956 erstmals) dirigierte Goldschmidt, herrliches Skalizky-Bühnenbild.
Hervorragend die Verkörperung des Fred Graham (der den Petrucchio darstellt) durch Alexander Grill mit Else Kalista als idealer Partnerin (Lili Vanessi/Katharina). Die Lebendigkeit dieser erfolgreichen Hauptdarsteller war herzerfrischend.
Ein großer Mime ist von uns gegangen.
Sit ei terra levis!

jta
22.05.2009 14:46
0 0

ich hab mit ihm

noch vor ein paar wochen in einem josefstädter kaffee geplaudert. das textbuch des talismann lag neben ihm auf dem tisch. er sagte, er machte das nun für herbert föttinger in der josefstadt. ein sehr netter schauspieler, dessen tod mich traurig macht.
die josefstadt hat nun in kurzem anstand zwei gute darsteller verloren.

R.I.P.