Science Busters: Darum kommt in "Game of Thrones" also der Winter

Die Wissenschaftler Martin Moder, Elisabeth Oberzaucher und Florian Freistetter ergründen mit Kabarettist Martin Puntigam "Die Wissenschaft von Game of Thrones".

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Martin Moder (Mikrobiologe), Elisabeth Oberzaucher (Verhaltensbiologin), MC Martin Puntigam und Florian Freistetter (Astronom) – (c) Stadtsaal/Ernesto Gelles

Im Humor ist es doch so: Das Unerwartete ist oft das, was einen dann richtig zum Lachen bringt. Bei der Premiere des Science Busters-Specials zur Fantasyserie „Game of Thrones“, betitelt „Winter is coming - Die Wissenschaft von Game of Thrones“, am Donnerstagabend im Wiener Stadtsaal war es ein Ballon mit unberechenbarer Flugbahn. Das Flugding in Drachenform, das stellvertretend für eines der Ungeheuer der Serienfigur Daenerys Targaryen auf die Bühne gebracht wurde, schwebte nicht wie geplant zur Decke, sondern glitt minutenlang im Raum umher: zu Zuschauern, auf die Bühne – und vor die Scheinwerfer und den Beamer, von wo es in ungünstigen wie auch in passenden Momenten seinen monströsen Schatten auf die Bühne warf.

Geplant war das sicher nicht, aber dieses Spontane tat der Show gut. Denn bei „Winter is coming“ stand zum ersten Mal das Trio Martin Moder (Mikrobiologe), Elisabeth Oberzaucher (Verhaltensbiologin) und Florian Freistetter (Astronom) auf der Bühne bei MC Martin Puntigam, der diesmal nicht – wie gewohnt – in rosa Funktionswäsche auftrat, sondern standesgemäß in einer „Winterfell“-Weste. Freilich fehlt noch Routine im Zusammenspiel der Wissenschaftler, wie man sie aus der Vergangenheit von den einstigen Science Bustern Heinz Oberhummer und Werner Gruber gewohnt war. Einander zu häkeln, wie es die beiden Physiker – der eine von der TU Wien, der andere von der Konkurrenz Uni Wien – taten, versuchen die drei zwar auch, aber noch kommt das nicht ganz so natürlich. Zur Spontanität gehört auch Übung.

Nur Puntigam zeigt keine Berührungsängste. So nannte er Freistetter den „Streber vom Dienst“. Schließlich hat der alle Bücher der „Game of Thrones“-Vorlage „A Song of Ice and Fire“ gelesen, und auch die bisher erschienenen sechs Staffeln der Serie gesehen. Der Astronom blieb dem Thema auch am nähesten, etwa, wenn er das Geheimnis der Jahreszeiten auf den fiktiven Planeten löst, auf denen die Handlungskontinente Westeros und Essos zu finden sind: es müsse sich um ein Sitnikov-Problem handeln! In Kürze: die "Game of Thrones"-"Erde" bewegt sich senkrecht auf und ab, und wird umkreist von zwei Sonnen (davon ist eine möglicherweise verloschen). Ist diese Sonne weit weg, bricht der Winter herein ... (Wer mehr wissen will: bitte googlen).

Nach der Pause auch in Kostümen

Die beiden anderen Forscher nehmen „Game of Thrones“ eher als assoziativen Ausgangspunkt für wissenschaftliche Ausführungen, darunter zum Thema gentechnisch veränderte Insekten oder der Frage, wie viele Kinder ein Mann zeugen kann (weniger als 1200; mehr dazu im Interview: „Kein Mann kann unbegrenzt Kinder zeugen“). Auch wie viele Frauen er dafür braucht (im Verhältnis erstaunlich wenige), erfährt man in der kurzweiligen und gewohnt lehrreichen Show. Nach der Pause auch in Kostümen – und vielleicht wieder mit widerspenstigem Drachen-Ballon.

Die zweite Show am 18. März ist bereits ausverkauft, für den 2. Juni gibt es noch Karten.

>> Die Science Busters im Stadtsaal

>> Website der Science Busters

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