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Nominierungen für Theaterpreis "Nestroy" stehen fest

23.09.2010 | 13:23 |   (DiePresse.com)

Die Preise für herausragende Theaterleistungen werden am 8. November erstmals im Burgtheater verliehen. Kirsten Dene, Martina Stilp, Klaus Maria Brandauer und Martin Wuttke haben Chancen auf eine Trophäe.

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Der Wiener Nestroy-Preis für herausragende Theaterleistungen wird in seiner elfjährigen Geschichte heuer erstmals im Wiener Burgtheater verliehen. Dann müsse "man die Statuen nicht so weit tragen", meinte der Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny mit Verweis auf die über fünfzig Auszeichnungen, die in den vergangenen zehn Jahren an das Haus am Ring gegangen sind.

Verliehen wird der "große deutschsprachige Theaterpreis" nach Entscheid der Nestroy-Akademie aus dem Vorschlag einer siebenköpfigen Jury in insgesamt elf Kategorien. Um die Trophäe für die beste Schauspielerin wetteifern Kirsten Dene, Christiane von Poelnitz und Martina Stilp. Ihre männlichen Kollegen in der entsprechenden Kategorie sind Klaus Maria Brandauer, Ignaz Kirchner und Martin Wuttke. Für die beste Regie sind Lukas Bangerter (für "worst case" im Schauspielhaus), Alvis Hermanis ("Eine Familie" im Akademietheater) und Roland Schimmelpfennig ("Der goldene Drache", ebenfalls Akademietheater) nominiert. Die Gala findet am 8. November statt und wird live-zeitversetzt in ORF 2 und live im ORF-Kultur- und Infosender TW1 übertragen.

Lebenswerk-Preis für Kaufmann und Piplits

Die Auszeichnung für das Lebenswerk erhalten Ulrike Kaufmann und Erwin Piplits, die sich "kontinuierlich weiterentwickelt und immer neue Wege bestritten haben", wie Jury-Vorsitzende Karin Kathrein betonte. "Die eine ist ohne den anderen nicht denkbar. Und der andere ohne die eine nicht. Ulrike Kaufmann und Erwin Piplits, das Zweigestirn des zauberhaften Serapionstheater im Odeon. Gemeinsam haben sie in nunmehr fast vier Jahrzehnten an machbaren Wundern gearbeitet", heißt es in der Begründung weiter.

Ebenfalls als Preisträger steht bereits das Theater.Punkt fest. Es wird für seine Bernhard-Adaption "Frost" in der Inszenierung von Sabine Mitterecker die Auszeichnung für die beste Off-Produktion erhalten (neue Aufführungstermin: 29. und 30.10., 1., 2., 3. und 5.11.).

Der Autorenpreis geht an Kathrin Röggla für "worst case".

Publikum wählt Liebling aus 28 Namen

Seit vergangenem Jahr gibt es zusätzlich einen Publikumspreis, für den von der Jury 28 Schauspieler ausgewählt worden sind. Abgestimmt werden kann bis Anfang November online oder traditionell per Postkarte. Nominiert sind in diesem Jahr Publikumslieblinge von Maria Bill, Helmuth Lohner, Otto Schenk über Karl Markovics, Tobias Moretti und Nicholas Ofczarek bis zur Preisträgerin des vergangenen Jahres, Birgit Minichmayr.

Als Moderator für die diesjährige Gala konnte man Peter Simonischek gewinnen. Die Jury setzt sich unter dem Vorsitz von Karin Kathrein aus den die Journalisten Eva Maria Klinger, Gert Korentschnig ("Kurier"), Karlheinz Roschitz ("Krone"), Peter Schneeberger ("ORF-TV"), Lothar Schreiner ("Bühne"), Andrea Schurian ("Der Standard") sowie Susanne Zobl ("News") zusammen.

Nestroy-Preis 2010
Bereits fixiert
Lebenswerk Ulrike Kaufmann und Erwin Piplits, Serapionstheater
Bestes Stück "worst case" von Kathrin Röggla, Schauspielhaus Wien
Beste Off-ProduktionTheater.Punkt für "Frost" von Thomas Bernhard
Nominiert
Beste Schauspielerin Kirsten Dene als Violet Weston in "Eine Familie" von Tracy Letts (Akademietheater)
Christiane von Poelnitz mit verschiedenen Rollen in "Der goldene Drache" von Ronald Schimmelpfennig (Akademietheater)
Martina Stilp mit "Peepshow" von Marie Brassard (Schauspielhaus Graz)
Bester SchauspielerKlaus Maria Brandauer als Ödipus in "Ödipus auf Kolonos" von Sophokles (Salzburger Festspiele)
Ignaz Kirchner als Fürst Bolkonskij in "Krieg und Frieden" von Leo Tolstoi (Kasion/Burgtheater)
Martin Wuttke als Christian in "Das Begräbnis" von Thomas Vinterberg (Burgtheater) und mit "Peking Opel" von Rene Pollesch (Akademietheater)
Beste RegieLukas Bangerter mit "worst case" von Kathrin Röggla (Schauspielhaus Wien)
Alvis Hermanis mit "Eine Familie" von Tracy Letts (Akademietheater)
Roland Schimmelpfennig mit "Der goldene Drache" von Roland Schimmelpfennig (Akademietheater)
Beste Ausstattung Hans Kudlich für "Liliom" von Franz Molnar (Volkstheater)
Monika Pormale für "Eine Familie" von Tracy Letts (Akademietheater)
Johannes Schütz für "Das Begräbnis" von Thomas Vinterberg (Burgtheater)
Beste Nebenrolle Johann Adam Oest mit verschiedenen Rollen in "Der goldene Drache" von Roland Schimmelpfennig (Akademietheater)
Elfriede Schüsseleder als Traudl Fasching in "Jedem das Seine" von Silke Hassler und Peter Turrini (Theater in der Josefstadt)
Libgart Schwarz als Greisin und als Diener in "Helena" von Peter Handke (Burgtheater)
Bester NachwuchsSarah Viktoria Frick mit verschiedenen Rollen in "Adam Geist" von Dea Loher (Akademietheater)
Claudius von Stolzmann als Dr. Jura in "Das Konzert" von Hermann Bahr (Festspiele Reichenau)
Raimund Orfeo Voigt für die Bühne von "Verbrennungen" von Wajdi Mouawad (Schauspielhaus Graz)
Spezialpreis Gruppe Einmaliges Gastspiel für "Psychiatrie!", eine Produktion von Hagnot Elischka (Palais Kabelwerk)
Matthias Hartmann für die "öffentlichen Proben" von "Krieg und Frieden" von Leo Tolstoi (Burgtheater)
Cornelius Obonya für "Cordoba" von Florian Scheuba und Rupert Henning (Rabenhof Theater)
Beste deutschsprachige Aufführung "Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen" von Ettore Scola und Ruggero Maccari, Regie: Karin Beier (Schauspiel Köln)
"Diebe" von Dea Loher, Regie: Andreas Kriegenburg (Deutsches Theater Berlin)
"Volpone" von Ben Jonson, Regie: Werner Düggelin (Schauspielhaus Zürich)

(APA/Red.)

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2 Kommentare
Gast: nesbI kirneH
23.09.2010 16:11
0 0

Macht's Euch doch selbst!

Und schon wieder ein Akt der Selbstinszenierung einer selbstverliebten Branche aus selbsternannten Künstlern, selbsternannten "Kultur"politikern und selbsternannten Kunstexperten, die sich hauptsächlich selbst bespiegeln, indem sie sich gegenseitig versichern wie toll sie doch alle sind!

Noch toller wäre es freilich, wenn die Rechnung für diese fabelhaften therapeutischen Selbsthilfegruppen auch von den selbst Betroffenen beglichen würde, und nicht immer Sponsoren oder gar Steuerzahler einspringen müßten. Denn eigentlich müssen die GAR NICHTS: Der Kunst ihre Freiheit, ODER WAS?

Gast: WSLamprecht
23.09.2010 15:01
0 0

Und ermöglicht wird der Nestroy…

auch durch die Sponsoren Bank Austria und Novomatic. Nur, weil hier mal wieder kein Wort darüber verloren wird.