''Crazy Diamond'' und ''Rolling in the Deep'': Über welche Typen Hits geschrieben wurden

Vielfach werden in Popsongs Damen besungen. Wer gemeint ist, das weißt man selten. Aufklärung versuchte Rock-Journalist Michael Heatley in dem Buch "Das Mädchen aus dem Song". Nun hat er gemeinsam mit Kollege Frank Hopkinson nachgeschossen: "Der Typ aus dem Song" geht der Frage nach, welche Geschichten hinter Hits wie "Hey Jude", "Man On The Moon", "Rolling In The Deep" stecken.
Michael Heatley & Frank Hopkinson "Der Typ aus dem Song", Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, 14,95 Euro, Berlin 2012(c) PR Bilder (Schwarzkopf und Schwarzkopf)

Nicht nur einen Song, für ein ganzes Album reichte die turbulente Beziehung zwischen Amy Winehouse und Blake Fielder-Civil: Nämlich "Back to Black". Insbesondere der Titeltrack gibt einen Einblock in das Gefühlsleben der Sängerin. "We only said goodbye with words, I died a hundred times, You go back to her, And I go back to black", heißt es darin. Zwei Jahre hielt die Ehe zwischen der Sängerin und dem Mann, der sie mit Heroin bekannt gemacht hatte. Der Kreislauf aus Zusammen und Getrennt war bis zu Winehouses Tod nie wirklich durchbrochen.(c) PR Bilder (Schwarzkopf und Schwarzkopf)

Entschieden heiterer ist die Entehungseschichte von David Bowies Song "Kooks" (Verrückt): Seine Frau Angela Barnett war schwanger. "We bought a lot of things to keep you warm and dry, And a funny old crib on which the paint won't dry", heißt es darin. Bowies Sohn Duncan Zowie Haywood Jones (geb. 1971) wuchs bei seinem Vater auf und ist heute Regisseur ("Moon").(c) PR Bilder (Schwarzkopf und Schwarzkopf)

Mit ihrer Platte "21" verarbeitete Adele die Trennung von ihrem Freund. "Finally I can see you crystal clear, Go head and sell me out, and I'll lay your shit bare", heißt es etwa in "Rolling in the Deep". Wer Adeles Ex-Freund ist, ist unklar. Britische Medien wollen herausgefunden haben, dass es sich um den modelnden Schauspieler Slinky Winfield, der sich Slinky Sunbeam nennt, handeln soll. Die Autoren des Buches bestätigen das nicht. Nur so viel: Die Aufarbeitung war mehr als erfolgreich.(c) PR Bilder (Schwarzkopf und Schwarzkopf)

Romantischer ist die Geschichte hinter "Underneath It All" von No Doubt. Der Refrain des Tracks war aus einem Tagebucheintrag entstanden, nachdem No-Doubt-Frontfrau Gwen Stefani einen Tag mit ihrem jetzigen Ehemann Gavin Rossdale, Sänger der Band Bush, verbracht hatte. "You know some real bad tricks, And you need some discipline", heißt es darin. Aber auch: "Underneath it all, You're really lovely."(c) PR Bilder (Schwarzkopf und Schwarzkopf)

Vielleicht die traurigste Geschichten hinter einem Hit ist diese: Eric Clapton schrieb "Tears in Heaven" für seinen Sohn Conor. Der Bub starb 1991, als er aus dem 53. Stock eines New Yorker Wohnhauses fiel. Er war erst vier Jahre alt. Der Song machte ihn unsterblich. "Beyond the door, There's peace I'm sure, And I know there'll be no more Tears in heaven."

2004 hatte Clapton das Gefühl, seine Trauer bewältigt zu haben, und hörte auf, den Song zu spielen.(c) PR Bilder (Schwarzkopf und Schwarzkopf)

Syd Barrett war Sänger, Songwriter und Mittelpunkt von Pink Floyd. Mit zunehmendem Erfolg der Band wurde er immer unberechenbarer. Im April 1968 ging man getrennte Wege. Schon auf Pink Floyds "Dark Side of the Moon" gibt es Anspielungen auf Wahnsinn, und "Wish You Were Here" beschäftigt sich direkt mit dem Thema. Den Song "Shine On You Crazy Diamond" widmete die Band dem Ey-Sänger. 2006 starb Barrett. Er hatte jahrzehntelang fast völlig isoliert gelebt.

Im Bild (v.l.n.r.): Roger Waters, Nick Mason, Syd Barrett und Richard Wright. (c) PR Bilder (Schwarzkopf und Schwarzkopf)

"Smile" brachte der Britin Lily Allen 2006 den Durchbruch. Darin besingt die Trennung von ihrer ersten großen Liebe zu dem DJ Lester Lloyd. Der Text hinterlässt wenig der Fantasie. "I was wanting more, but you were fucking that girl next door", heißt es darin etwa. Als der Song ein Hit wurde, versuchte Lloyd Kapital aus der Beziehung zu schlagen. Dass er Allen betrogen habe, bestreitet er. Die Musikerin war nach der Trennung so depressiv, dass sie sich sogar in einer Klinik behandeln ließ.(c) PR Bilder (Schwarzkopf und Schwarzkopf)

Nicht ihr Lover oder ihr Ex hat die exzentrische Lady Gaga zu einem Song inspiriert, sondern ihr Vater: Joseph Germanotta war herzkrank - und ging damit recht gelassen um. Als er im April 2009 ernstlich erkrankte, wollte er sich nicht operieren lassen. Der Song "Speechless" ist eine Bitte an ihn, Hilfe anzunehmen: "Will you ever talk again? Oh boy, why you so speechless?"(c) PR Bilder (Schwarzkopf und Schwarzkopf)

Elton John hat einige Liebeslieder für Männer geschrieben, "Song For Guy" ist aber ein melancholisches Lied über den Tod. Er setzte damit dem tödlich verunglückten Guy Burchett ein musikalisches Denkmal. Burchett hatte sich als Motorradkurier für die Plattenfirma Rocket Records um um die Abholung und Zustellung von Aufnahmebändern gekümmert und hatte direkt mit John zu tun. Er starb mit nur 17 Jahren bei einem Verkehrsunfall. John war vom plötzlichen Tod des Jungen zutiefst erschüttert.(c) PR Bilder (Schwarzkopf und Schwarzkopf)

Eine der großen Fragen der Musikgeschichte: Wer ist Schuld an der Trennung der Beatles? Für John Lennon war die Antwort ziemlich eindeutig: In der bitteren Abrechnung "How Do You Sleep" geht es um seinen Ex-Co-Songwriter Paul McCartney: "The only thing you did was yesterday, and since you're gone you'r just another day." McCartney konterte seinerseits mit "Let Me Roll It". Man versöhnte sich zwar, zu einer weiteren Zusammenarbeit kam es aber bekanntlich nicht.

Lennon und McCartney 1968 in New York(c) PR Bilder (Schwarzkopf und Schwarzkopf)
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