King Krule: Das Blut in den Verkehrsadern

Das Duo Mount Kimbie, 2008 in London gegründet, ging von Dubstep aus. Auf seinem dritten Album „Love What Survives“ wirkt u. a. King Krule mit.

Das Duo Mount Kimbie.
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Das Duo Mount Kimbie.
Das Duo Mount Kimbie.

Mount Kimbie feat. King Krule: „Blue Train Lines“. Mit dem eiligen Rhythmus der Bahn beginnt dieser fesselnde Track – und der Rap des zornigen jungen Londoners King Krule kommt bald zur einschlägigen Metapher: „Her veins are now popping like blue train lines, still pumping on the bathroom floor.“ Hier wird das alte Bild von den Verkehrsadern schmerzhaft aufgeladen: Der Erzähler hat offenbar auf einer öffentlichen Toilette eine junge Selbstmörderin entdeckt, die knapp überlebt: „I just been eating away when I found her“, schreit er mit einem entsetzten Timbre wie der frühe Nick Cave, ihm antwortet schroffe, quasi-industrielle Elektronik. Auch sein Leben sei „wasted“, sagt er, und doch scheint die Begegnung mit der Unglücklichen ihm irgendwie eine Perspektive zu schenken. Am Ende weht ein frischer, fast freundlicher Wind, bevor King Krule einmal noch den zentralen Satz spricht: „I might have seen it all.“ Das Leben, und fast den Tod.


Den Song der Woche
küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Philipp L'Heritier (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 19 Uhr und 21 Uhr auf FM4. Weitere Infos auf www.diepresse.com/songderwoche und fm4.ORF.at.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.10.2017)

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