Alles fängt einmal klein an. Das war so bei den ersten Pizzerien, den ersten mexikanischen Restaurants und den ersten Japanern. Ob auch die äthiopische Küche sich derart in Wien verbreiten wird? Die Grundlagen sind jedenfalls einmal gelegt, immerhin gibt es schon zwei äthiopische Restaurants. Das minimalistisch „Äthiopisches Restaurant“ genannte Lokal auf der Währinger Straße war das erste, seit Kurzem stieß mit dem „Lalibela“ in der Schulgasse ein zweites dazu.
Die Einrichtung ist in beiden Restaurants frei von allzu aufdringlichem Ethno-Kitsch, das erste hat sogar mehr oder weniger die komplette Möblierung des Café Monokel übernommen, das früher an dieser Stelle stand. Was die Küche angeht, bieten sich die sehr üppigen Platten an – auf palatschinkenartig-schaumigem Brot namens „Injera“ werden Ragouts mit Fleisch (Key Wot) oder vegetarische Speisen, etwa mit Linsen oder Kichererbsen, serviert. Gegessen wird mit den Fingern. Ein kleiner Störfaktor findet sich gelegentlich in Form von Knochenstücken in den Lammgerichten, doch abgesehen davon ist die Küche in beiden Restaurants ausgezeichnet, das Essen ohne Besteck hat seinen Reiz und die Preise sind sehr moderat. Wird jedenfalls spannend, ob nicht bald noch mehr äthiopische Lokale aufsperren...
Lalibela, Schulg. 7, 1180 Wien, Mo–Fr 6–24, Sa 10–2, So 10–18 Uhr, ✆ 94 22 985. ? Erich Kocina
("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.06.2012)
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