Es funkt (fast) zwischen Blüten und Bienen

22.02.2013 | 18:45 |   (Die Presse)

Bestäuber und Bestäubte kommunizieren auch mit elektrischen Feldern.

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„Narcissus und die Tulipan/die ziehen sich viel schöner an/als Salomonis Seide.“ So bedichtete Paul Gerhart, was unser Auge erfreut, aber darum geht es jenen Pflanzen natürlich nicht, die seit etwa 130Millionen Jahren eine breite Palette an Lockmitteln für die erfunden haben, die ihnen bei der Reproduktion helfen.

Für sie haben die Blüten die unterschiedlichsten Formen entwickelt, für sie duften und leuchten sie – vor allem im UV-Bereich, den wir gar nicht wahrnehmen –, und für sie bzw. mit ihnen lassen sie beinahe Funken sprühen: Blüten und Bestäuber kommunizieren auch mit elektrischen Feldern. Pflanzen sind leicht negativ geladen, Insekten laden sich beim Fliegen positiv auf, das wusste man schon, man wusste auch, dass es dabei hilft, Pollen an die Haare von Bienen und Hummeln zu „kleben“. Aber es dient auch der Information, Daniel Robert (Bristol) hat es an Petunien und Hummeln bemerkt (Science, 21.2.): Wenn eine positiv geladene Hummel sich auf einer negativ geladenen Blüte niederlässt, ändert sich deren Potenzial sehr rasch, und es bleibt 100Sekunden lang so. Das dient offenbar dazu, dass die nächste anfliegende Hummel bemerkt, dass – trotz Duft und Farbe – nichts zu holen ist. Hätte sie diese aktuelle Information nicht, würde sie die Blüte wohl auf Dauer meiden. jl

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.02.2013)

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