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Lungenkrebs: Häufigster Krebs-Tod bei Frauen

Lungenkrebs: Häufigster Krebs-Tod bei Frauen
Symbolbild / Bild: Bilderbox (Erwin Wodicka) 

2015 dürfte das Lungenkarzinom in Europa das Mammakarzinom als häufigste Krebs-Todesursache bei Frauen überholen. 90 Prozent der Erkrankungen sind auf Tabakkonsum zurückzuführen.

 (DiePresse.com)

Die neben dem Pankreaskarzinom wohl gefährlichste und tödlichste Krebsart, das Lungenkarzinom, setzt zum Sprung an: Bereits im Jahr 2015 dürfte Lungenkrebs in Europa die häufigste Krebs-Todesursache bei Frauen sein und damit das Mammakarzinom überholen. Das geht aus einer neuen epidemiologischen Studie hervor, die jetzt von italienischen und Schweizer Wissenschaftern in den Annals of Oncology publiziert worden ist. In Großbritannien und in Polen ist das bereits der Fall.

Die wissenschaftliche Untersuchung geht für das Jahr 2013 von rund 1,3 Millionen Todesopfern durch bösartige Erkrankungen in den 27 EU-Mitgliedsländern aus - rund 737.700 Männer und etwa 576.500 Frauen. In absoluten Zahlen bedeutet das einen Anstieg seit dem Jahr 2009 (etwa 718.500 an Krebs verstorbene Männer und 563.200 Frauen). Rechnet man aber die Altersentwicklung ein, so nahm die Mortalität durch bösartige Erkrankungen bei den Männern um sechs Prozent und bei den Frauen um vier Prozent ab.

Allerdings, eine tragische Entwicklung spielt sich beim Lungenkarzinom ab. Während insgesamt die Krebsmortalität abnimmt, steigt die Sterblichkeit durch Lungenkarzinome in allen Staaten. Auf der anderen Seite sinkt die Mammakarzinom-Sterblichkeit. Sie ging seit 2009 um sieben Prozent zurück. 2013 kann man von fast 88.900 Todesfällen durch Brustkrebs in Europa (14,6 pro 100.000 Frauen; 15 Prozent der Krebs-Todesfälle) ausgehen, während die Zahl der Opfer von Lungenkarzinomen auf rund 82.600 steigt (14 pro 100.000 Frauen). Das sind 14 Prozent der Krebs-Todesfälle. Seit 2009 bedeutet das einen Zuwachs um sieben Prozent.

Oft kommt die Diagnose zu spät

Die Lungenkrebserkrankungen - um die 90 Prozent sind auf das Rauchen zurückzuführen - sind das Spiegelbild des Tabakkonsums nach 20 bis 30 Jahren. Der Anstieg der Zahl der Opfer in Großbritannien wird zum Beispiel auf den Trend zum Zigarettenkonsum unter den Frauen ab den 1960er- und 1970er-Jahren zurückgeführt. Erst ab 2020 dürfte in Europa der Zuwachs bei der Lungenkarzinom-Mortalität bei den Frauen abflachen, weil auch in dieser Bevölkerungsgruppe auf europäischer Ebene bereits ein Rückgang der Raucherinnen-Quoten registriert wird.

Das Grundproblem liegt beim Lungenkarzinom vor allem darin, dass die Diagnose für eine heilende Operation zumeist zu spät gestellt wird. Pro Jahr erkranken weltweit mehr als 1,6 Millionen Menschen an einem Lungenkarzinom. Nach zwei Jahren leben deshalb nur noch etwa 20 Prozent der Betroffenen.

Regelmäßige CTs bei Risikopersonen

Besonders schlecht ist in Europa laut einer zweiten und erst am Montag im Fachjournal "Thorax" erschienenen Studie die Ein-Jahres-Überlebensrate in Großbritannien. Es leben nur noch 30 Prozent der Patienten zwölf Monate nach der Diagnose. In Schweden sind es 46 Prozent. Das wird auch auf die mangelnde Bezahlung der modernsten medikamentösen Therapien durch das staatliche Gesundheitswesen in Großbritannien zurückgeführt.

Weltweit wird zumindest bei Risikopersonen - bei Rauchern mit jahrzehntelangem Tabakkonsum - versucht, die Früherkennung zu verbessern. Das könnte Erfolge bringen. Darauf deutete erstmals eine wissenschaftliche Studie hin, die im Jahr 2010 von US-Wissenschaftlern veröffentlicht wurde: Durch regelmäßige Computer-Tomografie-Untersuchungen bei langjährigen Rauchern hatte man die Mortalität bei Lungenkrebs infolge der vermehrten Früherkennung um 20 Prozent senken können.

Die Daten aus Österreich

Trotz des Rückgangs der altersstandardisierten Neuerkrankungsrate der bösartigen Lungentumore bei den Männern in Österreich um 20 Prozent in den vergangenen zehn Jahren, war Lungenkrebs mit knapp 2.400 Sterbefällen im Jahr 2010 die häufigste Krebstodesursache bei den Männern. Für Frauen stieg die altersstandardisierte Neuerkrankungsrate seit 2000 um 18 Prozent an. Die Sterblichkeit an Lungenkrebs erhöhte sich bei den Frauen im selben Zeitraum um 15 Prozent. Im Jahr 2010 starben 1266 Frauen an einem bösartigen Lungentumor.

 

 

(APA)

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36 Kommentare
 
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Rauchen zum gesellschaftlichen Tabu erklären

Man müsste Rauchen zum gesellschaftlichen Tabu erklären, so dass man gar nicht erst mit dieser Sucht anfängt. Sowie in Korea zum Beispiel, wo es Frauen noch immer verpönt ist zu rauchen. Oder Amerika, speziell New York, wo man auch selten jemanden rauchen sieht....

Die Hoffnung

gebe ich nicht auf, dass ich es doch noch schaffen werde damit aufzuhören.

mensch

ja ja ,frauen sind halt auch nur menschen haben aus der dummheit der männer nichts gelern , wer nicht hören will muss fühlen, ja nu ,so ist es halt ein im leben ,durch schaden wird man klug, aber dan ist es meist zu spät,

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nicht 1,6Millionen erkranken weltweit

eher 16Millionen.

Re: nicht 1,6Millionen erkranken weltweit

Da leg ich noch ein Schäufchen nach, mit Sicherheit sind es weltumspannend locker 160 Millionen

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Herr BM Stöger ist aber zum Wählerstimmenoptimieren zuständig und nicht für die Gesundheit!

Das heißt, solange die Raucher die Stimmenmehrheit sichern, wird er NICHTS untermehmen. Erst dann, wenn die Zahl der Nichtraucher so groß ist, dass sie für die SPÖ als Wähler interessant sind, wird unser BM agieren. Und agieren kann der Herr BM, wie wir am Beispiel der für die SPÖ völlig belangslosen Ärzteschaft gesehen haben.

Rauchen ist eine Suchtkrankheit der Unterschicht.

Ein generelles Rauchverbot in Lokalen würden Männern wie Frauen das Aufhören erleichtern. Und für alle Nichtraucherinnen und Nichtraucher ein Segen sein...

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Re: Rauchen ist eine Suchtkrankheit der Unterschicht.

Dann gehören Ärzte zur Unterschicht denn diese pofeln auf Teufel komm raus.

Re: Re: Rauchen ist eine Suchtkrankheit der Unterschicht.

Wie wäre das: ein Volkbegehren "Rauchen in Gaststätten - ja oder nein" ? Das würde einmal Sinn machen.

Re: Re: Rauchen ist eine Suchtkrankheit der Unterschicht.

... Ein Wegweiser geht auch nicht mit wandern!

Re: Re: Re: Rauchen ist eine Suchtkrankheit der Unterschicht.

Akh Wien?

Re: Re: Re: Rauchen ist eine Suchtkrankheit der Unterschicht.

Er zeigt aber die Richtung wo es eigentlich langgehen sollte.

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Warum...

...wird vorwiegend über Krebserkrankungen von Frauen berichtet?

Männer haben eine kürzere Lebenserwartung und werde in Folge der systematischen Diskriminierung hauptsächlich Opfer von Suiziden. Warum wird darüber nicht zumindest in gleichem Umfang berichtet?

Re: Warum...

"und werde in Folge der systematischen Diskriminierung hauptsächlich Opfer von Suiziden."

Sie reden von Memmen, nicht von Männern.

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Re: Re: Warum...

Stellen Sie sich vor es gäbe eine Krankheit an der mehr Menschen sterben als an Krebs; und mehr als an Autounfällen. Und diese Krankheit betrifft überwiegend Männer.

Diese "Krankheit" gibt es - sie nennt sich Suizid.

Natürlich sind alle Betroffenen einfach nur Memmen und soziale Faktoren können auch nicht erklären, dass primär Männer betroffen sind.

Was gäbe es für ein Staats-feministisches Geplärre, wenn davon Frauen betroffen wären!

Re: Re: Re: Warum...

.....und Schuld hätten dann sowieso die Männer.....

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Rauchverbot

Es muss endlich ein generelles Rauchverbot her! Ein Passivraucher kann in einem Lokal (Restaurant, Club etc.) nicht entscheiden ob er/sie den Rauch einatmen oder nicht einatmen soll!!!

Re: Rauchverbot

generelles Rauchverbot?
ich will sogar kiffen, und möchte mir dies gar nicht vorschreiben lassen! Vielleicht sollte ich mir eine weithin sichtbare Plakette annähen. "Achtung Raucher!"

Es gibt sogar Menschen, die sterben an Krankheiten, weil die mit sich selbst nicht im reinen sind.

Gift und Galle spucken diese, und sind mit überhaupt nichts zufrieden. Klingt seltsam? aber genau so dämlich ist es.

Apropos: in clubs kann man gute Lüftungen einbauen.

Re: Re: Rauchverbot

denn wenn man sich die Menschen anschaut, welche über 100 wurden - ist keine einzige Krätzn mehr dabei

Re: Re: Re: Rauchverbot

sie sind einfach nur ein simpler dummkopf, nicht mehr und nicht weniger,kiffen sie ruhig daheim bis zur bewusstlosigkeit, da stöhren sie niemand .

Re: Rauchverbot

1) Er muss ja dort nicht hingehen. Ein Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden, die man zum Beispiel der Amtswege oder der Ausbildung wegen zu besuchen nicht umhin kommt, ist durchaus sinnvoll und gut argumentierbar. In ein verrauchtes Lokal muss aber niemand gehen, das ist immer eine Entscheidung des freien Willens.

Es sollte dem Wirt überlassen bleiben, ob er in seinem Lokal rauchen lässt oder nicht.

2) Es gibt abgesehn davon bereits eine Raumteilung für Lokale ab einer gewissen Größe. Das ist durchaus effektiv..

Re: Re: Rauchverbot

Das funktioniert überhaupt nicht. Bei uns wird in Lokalen jetzt genauso geraucht, wie vorher. Nur ein generelles Verbot hilft. Und was heißt schon freie Entscheidung - das ist so, wie wenn es den Autofahrern "frei" gestellt wird, links oder rechts zu fahren.

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Raumteilung effektiv?

Leiden Sie an Wahrnehmungstörungen? Sind Sie blind und haben keine Geruchsempfindungen mehr?

Die Wirte wurden von den Rauchern erpresst

Die Wirte können gar nichts entscheiden!

Die rauchenden Gäste werden eben nicht mehr zum Nichtraucherwirt kommen. Denn solange sie die Wahl haben, werden sie eben dorthin gehn, wo Rauchen erlaubt ist.

Und genau DAS ist das Problem, was unsere Idiotenpolitiker und offensichtlich Sie auch nicht verstehen.

Bei einem generellen Rauchverbot gibt es diese Vor.-oder Nachteile nicht mehr.

Diese unsinnigen Raumteiler können keinen Rauch aufhalten und haben viele Wirte zusperren lassen. Nicht jedes Wirtshaus hat separate Räumlichkeiten.

Re: Die Wirte wurden von den Rauchern erpresst

Sie müssen nicht in ein Lokal gehen, in dem geraucht wird. Wenn es den Nichtrauchern wirklich so wichtig wäre in unverrauchten Lokalen zu sitzen, dann würden sie nicht mehr in verrauchte Lokale gehen und die Wirte dadurch genauso Umsatzeinbußen machen.
Nichtraucher stellen keine Mindereit dar, im Gegenteil: 63% der über 11-Jährgen sind laut Statistik Austria im Jahr 2008 Nichtraucher gewesen.

Und ich weiss nicht, in was für Lokalen Sie waren, aber bei denen in denen ich war, haben die Raumteiler durchaus ihren Zweck erfüllt.

Johanna Donhal seis gedankt!

Sie hat die Frauen zum Rauchen animiert. Bei allen Fernsehauftritten war sie nie ohne Zigarette zu sehen. Und wenn ich nicht irre, ist sie auch selbst Opfer des Lungenkrebs geworden.

 
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