Schock über Tod von Kates Krankenschwester

08.12.2012 | 15:21 |   (DiePresse.com)

Ein australischer Radiosender lockte Mitarbeitern des Krankenhauses Informationen über den Zustand von Herzogin Kate heraus. Nun ist eine Krankenschwester tot, es wird über Selbstmord spekuliert.

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Mit Bestürzung haben Politiker und die Öffentlichkeit auf den Tod der Londoner Krankenschwester reagiert, die auf einen Scherzanruf aus Australien hereingefallen war. Jacintha Saldanha hatte den Anruf einer Radiomoderatorin, die sich als Queen ausgab, zu der Station durchgestellt, auf der die schwangere Frau von Prinz William behandelt wurde. Als sich der Anruf als Scherz entpuppte, wurde zunächst das Krankenhaus kritisiert. Am Freitag wurde die Schwester tot in ihrer Wohnung gefunden (DiePresse.com berichtete). Die Ermittler schließen Fremdverschulden aus. Die britischen Medien gingen angesichts der Umstände von einem Selbstmord der Schwester aus. Die Polizei machte noch keine Angaben zur Todesursache.

Vor dem Krankenhaus in London legten Menschen am Samstag Blumen nieder. In Australien richtete sich der Zorn gegen den Sender 2DayFM und die Moderatoren.

Verletzte der Sender Lizenzauflagen?

"Eine schreckliche Tragödie", erklärte die australische Premierministerin Julia Gillard. "Wir sind in Gedanken bei Saldanhas Familie und ihren Freunden." Der für Telekommunikation zuständige Minister Stephen Conroy kündigte eine Untersuchung an, ob der Sender Lizenzauflagen verletzt habe.

Die Moderatorin Mel Grieg und ihr Kollege Michael Christian, der im Hintergrund Prinz Charles mimte, wurden "aus Respekt für die Familie" der Schwester vom Dienst suspendiert. Rhys Holleran, Chef des Unternehmens Southern Cross Austereo (SCA), dem der Sender gehört, sprach von tiefer Trauer. "Wir sind aber sehr sicher, dass wir nichts Illegales getan haben", sagte er Reportern. Die Moderatoren hätten unmöglich voraussehen können, dass ihr Scherz so tragische Konsequenzen haben würde.

Bis Samstagmorgen australischer Zeit standen mehr als 8300 Kommentare zu dem Telefonstreich auf der Facebook-Seite von 2Day FM. In ihnen hieß es, Greig und Christian trügen "Blut an den Händen". Einige erinnerten an den tragischen Unfalltod der stets von Reportern verfolgten Mutter von Prinz William. Offenbar hätten die Medien aus Prinzessin Dianas Tod von 1997 keine Lehren gezogen, hieß es in einem Kommentar. "Eine britische Krankenschwester ist für ein paar billige Lacher gestorben", hieß es in einem anderen Eintrag. "Schämt Euch!"

Werbekunden steigen aus

Der Sender ist nicht das erste Mal in der Kritik, wie britische Zeitungen berichten. So soll in einer Radioshow eine Mutter ihre 14-Jährige, die an einen Lügendetektor angeschlossen war, über Sex befragt haben. Das Mädchen sagte dann, es sei mit zwölf vergewaltigt worden. In einer anderen Show soll Eltern behinderter Kinder Spendengeld in Aussicht gestellt, aber nie gezahlt worden sein.

Werbekunden kündigten am Samstag ihre Verträge mit dem Sender 2DayFM. "Die Australier sind eindeutig sauer und verärgert über die tragischen Konsequenzen des Scherzanrufs", teilte die Supermarktkette Coles mit. Jeff Kennett, der in Australien prominente Chef der Organisation "beyondblue", die über Depressionen informiert, nahm die Moderatoren in Schutz. "Sie haben sich nichts zu Schulden kommen lassen" sagte er im Rundfunk. "Es war ein harmloser Scherz, sie hatten keine üblen Absichten." Die beiden brauchten jetzt Unterstützung und Hilfe statt Häme, meinte er.

Wegen Schwangerschaftsübelkeit im Spital

Saldanha hatte am King Edward VII Hospital den Anruf der Moderatorin entgegen genommen. Diese fragte mit affektiertem britischen Akzent: "Kann ich mit meiner Enkelin sprechen, Kate?" Saldanha dachte, die echte Queen sei am Telefon und stellte durch. Auf der Station gab eine zweite Krankenschwester dann bereitwillig Auskunft über den Zustand von Kate.

Die Herzogin von Cambridge (30) war wegen ihrer Schwangerschaftsübelkeit im Spital. Sie und Prinz William reagierten "tief traurig" auf die Nachricht vom Tod der Schwester, wie der St. James's Palace mitteilte.

(APA/AFP/dpa)

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65 Kommentare
 
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Journalismus heute!

Das nennt man heute Journalismus, ohne Verantwortung und Respekt wird ein Mist nach dem anderen Gebaut. Vielleicht fangen jetzt einige Journalisten zum Umdenken an und besinnen sich an ihre wahre Aufgabe!!!

Re: Journalismus heute!

Das sind doch keine Journalisten, sondern Radiomoderatoren. Die haben doch nix mit Journalisten zu tun.

Und die Allgemeinheit

folgt WIEDER den von den Massenmedien verbreiteten Schwachsinn. Wer weiß wirklich etwas über die Hintergründe des Todes der "Krankenschwester"?

Sie glauben also an den unwahrscheinlichen Zufall, ...

... dass die Frau, ohne Zusammenhang mit dem beschi§§enen Scherz des Senders, in ihrer Wohnung "einfach so" tot umgefallen sei?
.

Re: Sie glauben also an den unwahrscheinlichen Zufall, ...

Wenn jeder Depp in dem Krankenhaus anrufen und sich als Queen ausgeben kann, dann ist das nicht die Schuld der Radiomoderatoren, sondern vom Management des Krankenhauses und der Naivität dieser Krankenschwester.

Und mal im Ernst - einzig die britischen Medien spekulieren in typischer Zurückhaltung über einen Selbstmord. Und selbst wenn - wer sich wegen SO etwas umbringt, hätte es früher oder später sowieso getan.

Re: Sie glauben also an den unwahrscheinlichen Zufall, ...

möglicherweise hatte die Krankenschwester noch viel schlimmere Details über die gute Kate gewusst und man wollte sie aus dem Weg räumen - das Video ist klar gestellt und soll wahrscheinlich als Vorwand für den angeblichen Selbstmord der Frau herhalten!warum gibt es überhaupt keine Details über die Todesursache???wenn es ein klarer Selbstmord wäre würde doch schon allein schon zwecks Ausräumung von Mißverständnissen dies von Seiten der Polizei bestätigt werden!Man darf in diesem Zusammenhang an Hr. Breitbart erinnern der in der Nacht vor einer geplanten Bekanntgabe von Details über Obamas Jugend aus heiterem Himmel tot umfiel...der Gereichtsmediziner wurde übrigens danach vorsorglich auch vergiftet...sicher nur Zufall!

Re: Sie glauben also an den unwahrscheinlichen Zufall, ...

Wenn man jedes Wort, jeden Satz und jeden Scherz vorher auf die goldene Waagschale legen müsste, dann dürfte man überhaupt nichts mehr sagen.

Oder überlegen Sie vor jedem Scherz ob sich danach jemand so mies fühlen könnte, dass er sich anschließend umbringt? Ich denke nicht.

Re: Sie glauben also an den unwahrscheinlichen Zufall, ...

Sorry, aber wer sich wegen so einem Scherz umbringt, der hatte wohl schon vorher auch schon Probleme.

wolf

der "heilige" Armin Wolf hat nach dem Bericht zum Telefonat in der ZIB2 den Journalisten gratuliert !

Re: wolf

der herr wolf muss halt mit anderen mitteln für zuseher sorgen, journalistisch schafft ers ja nicht!

Re: wolf

Der Herr Wolf ist einfach, wie ein jeder andere im Rotfunk Orf, ein Knecht im System!

Re: wolf

Dazu gibt es ein schönes Sprichwort.

Jedenfalls passen die Rotfunk-Macher sehr gut in das seltsame Lustig-Schema der Australier.

Re: wolf


Respekt

Leider ist es noch ein Wunschbild, dass wir in einer Welt leben, in der alle Menschen gleich sind und behandelt werden.

Leider gibt es noch immer Mächtige, die in ihrem Status „oben“ sind und jene die „unten“ sind.

Hier haben wir eine arbeitsame Frau, die offensichtlich fleißig und pflichterfüllt gearbeitet hat und im Rahmen der verständlichen Hektik, den Fehler machte, hilfsbereit zu sein und einen vermeintlichen Angehörigen telefonisch zu verbinden.

Gesetzt dem Fall, sie hätte nicht abgehoben, hätte man sie wegen Untätigkeit belangt. Gesetzt dem Fall, es wäre tatsächlich die Queen am Apparat gewesen und sie hätte das Telefonat nicht weitergeleitet hätte man sie auch zur Rechenschaft gezogen – dieses Drama erinnert an eine ausweglose griechische Tragödie.

Was für eine Blamage für das Krankenhaus!

Und wie es in hierarchisch strukturierten Unternehmen nun üblich ist, putzen sich die Chefs und Manager natürlich an den Untersten ab. Ich kann mir gut vorstellen, welchem brutalen Druck durch ihren Vorgesetzten, vielleicht auch Kollegen diese Frau ausgesetzt war und kann ihre Entscheidung nachvollziehen.

Dieser tragische Fall sollte uns zu denken geben und uns von diesem Standes- und Statusdenken wegbewegen – es gibt keine „besseren“ Menschen. Bringen wir jeden Menschen Respekt entgegen und nicht nur jenen die mit Chauffeur und schwarzer Limousine herangekarrt und mit Blasmusik begrüßt werden.

Und von den Medien erwarte ich mir mehr Respekt.

Verzapfen Sie hier bitte nicht soviel Blödsinn!

Hätte die Dame "pflichterfüllt" gearbeitet, so hätte sie das gefakte Telefonat nie weiterleiten dürfen. Sie können davon ausgehen, dass eine "real" Queen nie einen öffentlich bekannten Telefonanschluß anruft sondern einen direkten Drahrt zum Krankenhausmanagement hat.

Für Leute wie sie gibt es Dienstvorschriften, die denen auf die Sprünge helfen, die selbst nicht imstande sind logisch zu denken.

Re: Verzapfen Sie hier bitte nicht soviel Blödsinn!

stimmt.

Re: Verzapfen Sie hier bitte nicht soviel Blödsinn!

Der Anruf wurde an die fuer Auskuenfte zustaendige Person weitergeleitet und diese war es die Infos zum Zustand der Patientin gab.

Re: Verzapfen Sie hier bitte nicht soviel Blödsinn!

Angesichts Ihres menschenverachtenden und pietätlosen Kommentars weiter unten, der mit 10-Negativ-Meldungen mittlerweile bewertet wird und hoffentlich bald entfernt wird, fühle ich mich Ihnen gegenüber keiner Rechenschaft verpflichtet.

Offensichtlich leiden Sie an einer psychischen Störung anders kann man Ihr unangemessenes Verhalten nicht erklären.

Re: Re: Verzapfen Sie hier bitte nicht soviel Blödsinn!

Und zur Sache selbst fällt Ihnen nichts ein?
Was nicht Ihrer Meinung entspricht gehört "entfernt". Das erinnert mich an jemanden.

Re: Re: Re: Verzapfen Sie hier bitte nicht soviel Blödsinn!

Ich habe die Sache mehr als ausführlich behandelt, lesen müssen Sie schon selber.

Und wenn Sie den ursprünglichen Kommentar von oldwald4tler lesen würden Sie meinen Einwand verstehen.

Oder finden Sie es amüsant, wenn man über Tote geschmacklose Witze verbreitet?

Re: Re: Re: Re: Verzapfen Sie hier bitte nicht soviel Blödsinn!

Sie sind jedoch nicht - wie in einem Forum üblich - auf die durchaus nachvollziehbaren Einwendungen des old... eingegangen.
Oder posten Sie hier nur, um sich Luft zu verschaffen???????

Re: Re: Re: Re: Re: Verzapfen Sie hier bitte nicht soviel Blödsinn!

Wenn Sie zu harsch mit ihm reden, dann bringt er sich um; versichern Sie ihm, zu seinem Trost, sie werden dann ein gebet sprechen. Dann ist er glücklich und zufriedne.

Re: Re: Verzapfen Sie hier bitte nicht soviel Blödsinn!

Ach Gott, Leute wie Sie brauchen doch für jeden Furtz eine Dienstanweisung.

Re: Verzapfen Sie hier bitte nicht soviel Blödsinn!

Das "sie" im letzten Absatz darf natürlich auch als "Sie" verstanden werden.

jeder der dieses grottenschlechten Video

gehört hat und 1+1 zusammenzählen kann müßte wissen, daß es diesen Anruf in dieser Form gar nie ohne Wissen aller beteiligten Personen gegeben haben kann!Dieser wahrscheinlich vom Geheimdienst gefakte Anruf hängt meiner Meinung nach mit dem Leveson Report zusammen und hat das Ziel die Diskussion über die Lizensierung und Zensur von Medien anzuheizen!!!

Re: jeder der dieses grottenschlechten Video

Leiden Sie unter dem Strasser-Syndrom?

 
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