Der Europäische Rettungsschirm ESM – ein krasser Knebelvertrag

EVA PICHLER (Die Presse)

Risiken des ESM sind unberechenbar, die Kosten zu hoch, ein nachträglicher Ausstieg unmöglich: Dem darf man nicht zustimmen!

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Möglichst ohne Aufsehen soll Anfang Juli im Parlament der Permanente Europäische Rettungsschirm (ESM) gemeinsam mit dem Fiskalpakt beschlossen werden. Aber der Großteil der Bürger, vielleicht auch der Abgeordneten, hat die Tragweite des ESM offenbar nicht verstanden.

Aufgabe des Fiskalpaktes wäre es, dafür zu sorgen, dass all die Haftungen, die wir vom ESM übernehmen, nicht schlagend werden, also zu keinen realen Kosten für uns führen. Damit sollte man aber nicht rechnen. Der Pakt ist von Anfang an nur mit Milchzähnen ausgestattet. Die Strafen bei Verstößen liegen bei 0,1 bzw. 0,5Prozent des BIPs, und es bleibt unsicher, ob sie im Ernstfall verhängt würden; ihre Höhe ist geradezu lächerlich – zum Vergleich hat Griechenland bisher circa 250Prozent des BIPs an Hilfszahlungen erhalten.

Daneben gibt es kontinuierlich Nachverhandlungen der Schuldnerstaaten, um den Pakt aufzuschnüren und Kredite für die Schuldner weiter zu verbilligen – mehr Geld für Wachstum, Eurobonds, weitere Staatsanleihenankäufe. Ein krasses Beispiel, was dabei herauskommt: Griechenland hat entgegen allen Versprechungen wieder 70.000Beamte eingestellt – unsere Kontrollen greifen zu kurz und kommen zu spät.

Ich halte es auch für nicht vertretbar, quasi mit Stasimethoden die Einhaltung der Auflagen in anderen Ländern zu überwachen.

 

Verlorene Wettbewerbsfähigkeit

Das Grundproblem liegt darin, dass die Preisniveaus verschiedener Länder im Euroraum, induziert durch Zinskonvergenz, zu hoch wurden, die Wettbewerbsfähigkeit ging verloren. Es gibt ein einziges Instrument, das zu korrigieren, nämlich den Wechselkurs. Schaltet man ihn aus politischen Motiven aus, steht kein gleichwertiges Instrument mehr zur Verfügung. In Demokratien sind interne Abwertungen kaum möglich (wir sehen, wie sich die Politiker dagegen sträuben, allen voran François Hollande). Wenn doch, bringen sie das Land um viele Jahre wirtschaftlicher Entwicklung. Die Kosten der fixen Idee, die Politik könne sich über ökonomische Grundgesetze einfach hinwegsetzen, tragen die Bürger mit dem Verlust ihres Vermögens, ihrer Arbeitsplätze und ihres Lebensstandards.

Zurück zum ESM: In diesem verpflichtet sich Österreich, weitere Haftungen zu übernehmen (wobei der IMF vorrangiger Gläubiger ist) – und zwar ohne zu wissen, wie hoch diese im schlechtesten Fall werden und ohne Einfluss auf die Mittelverwendung zu haben. Im Extremfall haben wir auf sämtliche Entscheidungen überhaupt keinen Einfluss.

Der ESM ist eine „Bad Bank“, ihre Aufgabe ist es, nicht einbringliche Kredite der Südstaaten zu sammeln und den Steuerzahlern aufzubürden. Die anfängliche Größe liegt bei 700Milliarden Euro. Der ESM darf alle Bankgeschäfte tätigen, eine Banklizenz wird nicht als nötig erachtet. Der aus den Finanzministern der Eurostaaten bestehende „Gouverneursrat“ entscheidet anhand intransparenter Vergabekriterien: Aktivierung erfolgt, „wenn dies unabdingbar ist, um die Stabilität des Euro-Währungsgebietes zu wahren“.

Die Körperschaft entzieht sich jeder effektiven Kontrolle, darf nicht geklagt werden, aber jedermann klagen. Gehälter der Mitarbeiter werden geheim festgesetzt, selbstverständlich steuerfrei. Wir haften anfangs mit maximal etwa 18Milliarden Euro (zunächst werden 2,2Mrd. in Raten eingezahlt). Weiteren Aufforderungen zu Kapitalnachschüssen ist fristgerecht, unwiderruflich und uneingeschränkt Folge zu leisten.

Kommen andere Staaten ihrer Zahlungspflicht nicht nach, müssen wir einspringen. Mit anderen Worten besteht die Möglichkeit, dass die Geldleistungen die Haftungen übersteigen.

 

Intransparente Mittelvergabe

Die Mittelvergabe ist intransparent, aber nicht anfechtbar. Ob Österreich im Fall einer internen Bankenkrise – Stichworte: Fremdwährungskredite und Ostgeschäfte– Hilfsgelder zu erwarten hätte, steht in den Sternen.

Pikant ist der Verlust aller Stimmrechte, wenn ein Land seinen Zahlungsverpflichtungen nicht unverzüglich nachkommt: Normalerweise hat der Gläubiger mit der Drohung, Zahlungen einzustellen, ein starkes Pfand. Hier drehen die Schuldner den Spieß um und berauben den Gläubiger sämtlicher Kontrollrechte, sobald er seine Verpflichtung weiterer Zahlungen nicht erfüllt.

Mit Einstimmigkeit kann der Gouverneursrat eine Ausweitung des Stammkapitals (auf drei bis vier Billionen) oder eine Verlängerung der Liste zulässiger Instrumente (Staatsanleihenkäufe, Eurobonds) beschließen.

Zentral für Österreich: Wenn EU und EZB zum Schluss gelangen, dass es „eilt“, wird ein Dringlichkeitsabstimmungsverfahren angewandt. Dabei wird die Regel des gegenseitigen Einvernehmens durch eine qualifizierte Mehrheit von 85Prozent ersetzt. Die kleinen Zahlerländer Österreich, die Niederlande, Finnland, Slowenien und Slowakei zusammen hätten weniger als zwölf Prozent der Stimmen, also kein Mitspracherecht.

 

Blinde Gefolgschaft?

Wir verlassen uns hier offenbar blind auf Deutschland. Hier soll keine historische Parallele gezogen werden – allein die nicht unplausible Vorstellung, dass die nächsten Wahlen die politische Machtkonstellation verschieben, wirkt beunruhigend.

Hans-Werner Sinn fragte sich, ob eigentlich eine Hebelung etwa durch Ankauf von Staatsanleihen möglich sei, diese werden im Vertrag nicht limitiert. Zufällig unterbreiteten südliche Regierungschefs beim letzten Treffen genau diesen Vorschlag, der ESM möge doch auch eine Lizenz bekommen, Staatsanleihen aufzukaufen.

Einen solchen Vertrag darf man nicht unterzeichnen – gleich wie man zur Lösung der Eurokrise steht: Die Risiken sind unberechenbar, die Kosten (inklusive der erhöhten Refinanzierungskosten für die Staatsschuld!) zu hoch, ein nachträglicher Ausstieg unmöglich. Die Vorteile kommen einseitig den Geldempfängern zugute. Es handelt sich um einen krassen Knebelvertrag.

 

Was geändert werden müsste

Eine mögliche Liste einforderbarer Änderungen wäre:
1.)Alljährliche Kündigungsmöglichkeit der ESM-Mitgliedschaft;
2.)Bekanntgabe der Obergrenze potenzieller Haftungen;
3.)Ausschluss der Möglichkeit, dass Einzahlungen säumiger Mitglieder von anderen Ländern übernommen werden müssen;
4.)erhöhte Transparenz der Entscheidungsfindung im EMS, verstärkte Kontrolle.

Ratifiziert Österreich diesen Vertrag im Juli nicht, bricht der Euro nicht zusammen. Gelegenheiten, zig Milliarden an Haftungen ohne Gegenleistung zu verschleudern, werden sich auch in Zukunft ausreichend ergeben. Aus Verzweiflung und Unwillen, Alternativen anzudenken, die Flinte ins Korn zu werfen und diesen Knebelvertrag zu unterzeichnen, ist die schlechteste aller Lösungen. Sie kann Österreich an den Rand der Zahlungsfähigkeit bringen.


E-Mails an: debatte@diepresse.com

Zur Autorin

Eva Pichler (54) studierte Volkswirtschaftslehre in Wien und an der London School of Economics. Sie war Universitätsassistentin an der Uni Graz, derzeit a.o. Professorin an der Wirtschaftsuniversität Wien. Ihre Spezialgebiete sind: Wettbewerbsökonomie, Industrieökonomik, Sozialpolitik. [Privat]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.06.2012)

 
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35 Kommentare
 
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stefania
29.06.2012 19:24
3

Schreibt Protestmails an Rot, Schwarz, Grün !!

sagt ihnen, dass sie die nächsten Wahlen verlieren werden !!

Antworten stefania
29.06.2012 19:28
1

Re: Schreibt Protestmails an Rot, Schwarz, Grün !!

P.s.:
am 4.Juli soll dieser Schandvertrag ratifizert werden !!

Antworten Antworten maikäfer
29.06.2012 22:39
0

Re: Re: Schreibt Protestmails an Rot, Schwarz, Grün !!

Anscheinend geht das auf Grund von bestimmten Fristen jetzt nich vor dem 9. Juli...
Man kann nur hoffen, dass diese Verschiebung noch für irgend etwas gut ist, z. B. dass in Deutschland das Verfassungsgericht ein Veto einlegt und das vielleicht auch in Österreich Bedenken auslöst.

Gast: sindi
29.06.2012 16:12
4

Finanzoligarchie- Der Krieg der Banken gegen das Volk

Wer übernimmt die Verantwortung für den Rettungsschirm und den Fiskalpakt? Politiker mit Ihrer Immunität in der EU können nicht haftbar gemacht werden. Das muss sofort geändert werden! Wo sind die Milliarden in den Empfänger-Ländern geblieben? Alle Politiker müssen das mit Ihrem Privatvermögen verantworten. Fahrlässige Krida wird von der EU unterstützt.
Schutzgelder werden vom Volk für die Ruhigstellung der Finanzmärkte erpresst.
Was ist die EU heute, wo nur noch die Interessen der Finanz-und Industrie wahrgenommen werden und das Volk entrechtet ist? Was ist eigentlich Faschismus
oder Mafia? Wir sind nur noch zahlende ausgebeutete Arbeitstiere oder Nummern,
keine Menschen mit Rechten.
Wir lassen uns das nicht gefallen und müssen Taten setzen bevor wir verraten und verkauft werden. EU Bürger vereinigt Euch!

Gast: Omniszienz
29.06.2012 10:20
1

Österreich wird niemals zahlungsunfähig...

... denn es steht erstens ein altbewährtes Instrumentarium zur Erhöhung der Einnahmen und Kürzung der Ausgaben zur Verfügung (siehe "Sparpaket") und zweitens könnten die Vorschläge der Boston Consulting Group (Abschöpfung bzw. Konfiskation der Finanzvermögen) in die Tat umgesetzt werden. Letzteres wird mit oder ohne ESM ohnehin irgendwann (in nicht allzu ferner Zukunft) kommen.

Gast: Österreicher
29.06.2012 00:40
2

Eigentlich könnten einen die Deutschen schon wieder leid tun:

Am "Kadaver" des 3.Reiches haben sich (mit Ausnahme Österreichs) praktisch alle mitteleuropäischen Nachbar beteiligt. Das Hauptanliegen der "Entspannungspolitik" war, den Landraub auf immer und ewig abzusichern ....

Damit Deutschland nicht auch wirtschaftlich zu mächtig wird, wurde die EU gegründet. Eine große Mehrheit von Staaten soll jetzt entscheiden, was Deutschland den wirtschaftlich schwachen südlichen Nachbarn zu zahlen hat. Obwohl sich kein europäischer Staat an den enormen Kosten der dt. 'Wiedervereinigung beteiligt hat, soll jetzt der "Mehrwert" des Lohnverzichtes der dt. Arbeitnehmer (der zum Wettbewerbsvorteil geführt hat) an die Europäer abgeführt werden. Das geht ohne "Knebelungsvertrag" nicht, da hat die Autorin schon Recht!! Ein klassisches Beispiel, wie sich "Demokratie" ja nach Abstimmungsquoren interpretieren läßt. Denn was für die Mehrheit der Deutschen jetzt "undemokratisch" ist, für das wird sich die europäische Mehrheit (weil in deren Interesse) natürlich begeistern...

maikäfer
28.06.2012 21:23
2

Da gibt's aber auch noch ganz andere Zahlen,

die von 20 Mrd. weit entfernt sind ...

Expertenanhörung im Parlament:
http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M5c51ea8059b.0.html

Das wahre Ausmaß steht wohl in den Sternen - und hoffentlich bleibt es dort auch!

Antworten Fritz
28.06.2012 21:53
0

Re: Da gibt's aber auch noch ganz andere Zahlen,

Ja freilich, beii 700 Milliarden EURO werden auf Österreich 386 Milliarden EURO kommen.

Da sehen Sie Ihre FPÖ-Spezialisten!

Antworten Antworten maikäfer
29.06.2012 06:24
3

Re: Re: Da gibt's aber auch noch ganz andere Zahlen,

Erstens sind es nicht "meine" FPÖ-Spezialisten, ich bin kein Anhänger der FPÖ, und es sollte hier auch nicht um Parteipolitik gehen.
Und zweitens steht nirgends geschrieben, dass es bei 700 Mrd. bleiben wird. Das ist ja eines der grundlegenden Probleme, dass hier völlig undemokratisch nach oben ausgeweitet werden kann.
Aber ich gratuliere Ihnen zu Ihrer grenzenlosen Weisheit, dass Sie hier anscheinend den absoluten Durchblick haben und mit Sicherheit behaupten können, dass etwas falsch ist - vermutlich sind Sie damit der Einzige.

Antworten Antworten Antworten Fritz
29.06.2012 10:58
0

Re: Re: Re: Da gibt's aber auch noch ganz andere Zahlen,

"...teht nirgends geschrieben, dass es bei 700 Mrd. bleiben wird. Das ist ja eines der grundlegenden Probleme, dass hier völlig undemokratisch nach oben ausgeweitet werden kann."

Sehen Sie, hier ist schon wieder einiges falsch!
Sollte der Rettungsschirm nach oben ausgeweitet werden müssen, dann kann dies nur EINSTIMMIG geschehen und außerdem kann dieser Beschluss nur dann in Kraft treten, wenn
"die ESM-Mitglieder dem Verwahrer den Abschluss ihrer jeweiligen nationalen Verfahren notifiziert haben"! (Artikel 10, Veränderung des genehmigten kapitals, Absatz 1)
Das ist in Österreich Genehmigung durch das Parlament!

So viel zum Aberglauben, dass nur "undemokratisch" nach obern ausgeweitet werden kann.

Wenn Sie als Quelle einer FPÖ-Postille Jujnge Freiheit vertrauen und nicht selber recherchieren, sind Sie für mich FPÖ-ler!

Man braucht kein "grenzenlose Weisheit", man braucht den ESM nur selber lesen und den falschen Behauptungen gegenüberstellen, dann haben Sie auch den Durchblick!


Antworten Antworten Antworten Antworten maikäfer
29.06.2012 12:32
2

Re: Re: Re: Re: Da gibt's aber auch noch ganz andere Zahlen,

Ja, vermutlich bin ich Ihrer Intelligenz nicht gewachsen, und ich beende diese Diskussion jetzt noch mit einem kleinen Hinweis:
Erkundigen Sie sich, welche Bestimmungen im Falle von "Gefahr im Verzug" gelten. Dann werden nämlich ganze sechs (!!!!) Personen in Nacht- und Nebelaktionen entscheiden, was zu tun ist: 2 Rote, 2 Schwarze und 2 Grüne in einem "Notfall-Feuerwehrausschuss". Und wer kann schon wirklich nachweisen, ob Gefahr im Verzug ist oder nicht?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gertrudenora
04.07.2012 23:27
1

Re: Re: Re: Re: Re: Da gibt's aber auch noch ganz andere Zahlen,

Klar, wenn man gegen den ESM argumentiert, wird man von "Euch" als FPÖler, besser gleich als Faschist, abgeurteilt. Denen braucht man nicht mehr zuhören. Karl Popper hat das als Beispiel einer "Immunisierung" einer (totalitären) Ideologie gebracht: Egal was man sagt, es gibt immer ein Gegenargument, und wenn es keines gibt, dann wird derjenige, der es gesagt hat, beiseite geschoben.

Die Kosten dieser Politik tragen die meisten (nicht alle), sie sind gigantisch, schon seit Jahren ist sehr viel kaputt gemacht worden. Stößt leider alles auf Taubheit und Blindheit, vermutlich gibt es dagegen kein Mittel.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Fritz
05.07.2012 21:53
0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Da gibt's aber auch noch ganz andere Zahlen,

Wenn mir jemand einen Autor in der FPÖ-Postille "Junge Freiheit" als Quelle nennt, dann darf ich ja wohl noch von "Ihrem FPÖ-Spezialisten" sprechen.

Aber Ihre Sensibilität können Sie auch beweisen, wenn ein pro EU oder ESM-Argumentierer hier als Kommunist, Volksverräter, Verbrecher, EU-Fanatiker, EURO-Wahnsinniger, Schädling, etc. bezeichnet wird, für die man bereits jetzt Laternen als Galgen suchen müsste und für die "Volksgerichtshöfe" installiert werden müssen und die ja überhaupt schwerstens bestraft werden müssen, etc.

Aber das sind ja nur Kleinigkeiten, die Sie offenbar hier im Forum schon längst überlesen haben, aber jemanden abwertend als FPÖ-ler zu bezeichnen, das ist ja völlig undemokratisch!

Genau diese selbstgerechten Typen wie Sie sind der Feind jeder Demokratie


Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Fritz
29.06.2012 13:10
0

Re: Re: Re: Re: Re: Da gibt's aber auch noch ganz andere Zahlen,

"Erkundigen Sie sich, welche Bestimmungen im Falle von "Gefahr im Verzug" gelten. Dann werden nämlich ganze sechs (!!!!) Personen in Nacht- und Nebelaktionen entscheiden, was zu tun ist: 2 Rote, 2 Schwarze und 2 Grüne in einem "Notfall-Feuerwehrausschuss"."

ja diesen rat nehme ich gerne auf und ersuche Sie gleich selber, mir die entsprechende Auskunft zu geben.
Also welche Nacht- und Nebelaktion im ESM werden 2 Rote, 2 Schwarze und 2 Grüne veranlassen können?

Ich weiß es nämlich nicht, würde das aber gerne von Ihnen erfahren.
Also bitte...!

Fritz
28.06.2012 19:22
2

Falschinformationen

"Aber der Großteil der Bürger, vielleicht auch der Abgeordneten, hat die Tragweite des ESM offenbar nicht verstanden."

Behauptet diese Autorin. Sie selbt hat aber den ESM sicher nicht verstanden, oder sie verbreitet ganz bewusst falsche Tatsachen und unglaubliche Hysterie über den Rettungsschirm.
Alleinschon der Sermon über die "Verlorene Wettbewerbsfähigkeit" und die große Korrektur durch Währungsabwertung. Sie gleicht einem Kurpfuscher, der die Krankheiten seiner Patienten mit Schmerzmitteln heilen will!
Nur einige falsche Ansätze:
"....weitere Haftungen zu übernehmen (wobei der IMF vorrangiger Gläubiger ist) – und zwar ohne zu wissen, wie hoch diese im schlechtesten Fall werden..."

Im "Anhang I, "Beitragsschlüssel des ESM steht klar, dass die Republik Österreich 2,7 Milliarden EURO einzahlen wird und im "Anhang II" die Haftungen auf maximal 19,4 Milliarden EURO auflaufen.

Im Artikel 8, Abs 5 steht, dass "die Haftungen eines jeden ESM-Mitgliedes unter allen Umständen auf seinen Anteil am genehmigten Stammkapital begrenzt bleibt." Das sind eben 19,7 Milliarden EURO. Die haftungen des FPÖ-Paradieses Kärnten für seine Hypo beliefen sich auf 24 Milliarden EURO!
"
"Im Extremfall haben wir auf sämtliche Entscheidungen überhaupt keinen Einfluss."

Sie übersieht, dass alle wichtigen Entscheidungen EINVERNEHMLICH geschlossen werden müssen.

Fortsetzung

Antworten Fritz
28.06.2012 19:24
1

Re: Falschinformationen

FORTSETZUNG:

"Gehälter der Mitarbeiter werden geheim festgesetzt, selbstverständlich steuerfrei."

Im Artikel 36, Steuerbefreiung, Absatz 5, heißt es:
„Die Bediensteten des ESM unterliegen für die vom ESM gezahlten Gehälter und sonstigen Bezüge nach Maßgabe der vom Gouverneursrat zu beschließenden Vorschriften einer internen Steuer zugunsten des ESM.

"ird ein Dringlichkeitsabstimmungsverfahren angewandt. Dabei wird die Regel des gegenseitigen Einvernehmens durch eine qualifizierte Mehrheit von 85Prozent ersetzt."

Sie vergisst zu erwähnen, dass diese Dringlichkeitsverfahren nur in 2 Fällen zum Tragen kommt: Gemäß Artikel 5, Abs 6, Buchstaben f =Gewährung von Stabilitätshilfe durch den ESM und g =Erteilung des Mandates an die Kommission um mit der EZB die an die Finanzhilfe gebundenen AUFLAGEN auszuhandeln.

Und so könnte man alle falschen Angaben auflisten, aber es fehlt hier der Platz.
Traurig für die Presse, mit so einer Falschmeldung die hysterie weiter anzuheizen!

.

Antworten Antworten Gast: expörte
29.06.2012 08:05
4

Re: Re: Falschinformationen

stimmt! Der Großteil der "normalen" Menschen hat den ESM nicht verstanden, auch ich nicht, ich bin kein Experte (mit entsprechendem Fachwissen) und habe auch nicht die Zeit, mich mit einer derart umstrittenen und komplizierten Materie auseinander zu setzen! Dafür bin ich für Kommentare wie der von Frau Prof Pichler dankbar, der mir engagiert und plausibel erscheint. Warum sollte sie uns täuschen oder falsch informieren wollen? Im Gegensatz zu Cap, Fekter, Schieder und Konsorten, mit deren Ablenkungsmanövern und Lügen wir schon lange zu tun haben. Sind SIE ein Experte, der die Systematik verstanden hat und erklären kann? Schreiben SIE einen Artikel, anstatt hier anonym herum zu wettern! Wäre für einen anderen Standpunkt dankbar!

Antworten Antworten Gast: super
28.06.2012 20:12
4

Re: Re: Falschinformationen


bravo fritzi - du hasts diesen ewigen nörglern gezeigt.

maximal 20 mrd € - dass sind 280 Mrd. ATS

ein lapperl...


Antworten Antworten Antworten Fritz
28.06.2012 21:48
1

Re: Re: Re: Falschinformationen

"ein lapperl... "

Ja, wenn man weiß, dass die FPÖ in Kärnten für die Verbindlichkeiten der Hypo Alpe Adria 2007 im Höchstausmaß von 24 Milliarden EURO gehaftet hat.
Das sind 5 Milliarden EURO nur für Kärnten mehr, als der österr. ESM-Anteil für ganz Europa!

Sie werden es leider nie den Nörglern zeigen, weil Sie selbst einer sind.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
29.06.2012 13:48
3

Spielt das wirklich eine Rolle?

Sicher hat die Finanzgebarung des Landes Kärnten auch einen kleinen Teil zum wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Untergang Europas beigetragen. Deren Versagen als Argument für das Versagen der EU und deren Mitgliedsländer heranzuziehen, das kann aber doch nicht korrekt sein.

Abgesehen von der Vertragsgestaltung des ESM und die Wirkungen auf die haftenden Ländern haben wir beim ESM noch ein erhebliches Problem.

Die gesamten Staatsschulden der Eurozone betragen schon um die 10 Billionen Euro und steigen pro Jahr, wie geplant!, auch noch um etwa 700 Mrd. Euro.

Den Eurostaaten fehlen also nicht nur die Refinanzierung der abreifenden Staatsanleihen, weil Bonitätsverlust, denen fehlen auch die notwendigen 700 Mrd. um die Pläne erfüllen zu können. Die 700 Mrd. (vielleicht mal 500 Mrd.) die brauchen die Planwirtschafter jedes Jahr aufs Neue, immer wieder und immer wieder.

Der ESM ist aber nur etwa 700 Mrd. Euro schwer, kann also vielleicht die notwendigen Neuschulden für nur 1 Jahr abfedern.

Wie krank alles schon ist, das zeigt doch auch, dass schon 5 von 17 Euroländern in den Schutzschirm flüchten mussten. Auch Italien wäre ohne den erfolgten Eingriff der EZB schon zahlungsunfähig, also abgewirtschaftet und bankrott.

Es geht in Europa, auch nicht in Österreich, um die Zuteilung des Totalversagens an verantwortliche Parteifarben. Es sind doch alles nur noch Selbstbediener und Planwirtschafter, welche zusammen alles abgewirtschaftet haben.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
28.06.2012 23:26
3

Hast Du schon mal über die Ursache für den ESM/ESM/IEF/EZB Einsatz nachgedacht?

Die EZB Bilanzsumme ist doch in den letzen 10 Jahren um gut 200% gewachsen, so wurden gleich mal gut 2 Billionen Euro geschaffen / gedruckt. Natürlich ma man behaupten, dass diese Billionen durch Werte / Sicherheiten gedeckt sind. Diese Werte / Sicherheiten bestehen aber vorwiegend aus Staatsanleihen der Länder der Eurozone.

Nun ist es aber so, dass diese 17 Länder zusammen Staatsschulden von etwa 10 Billionen aufgebaut haben und diese niemals zurückzahlen können, ja nicht einmal die Zinsen dafür bezahlen können ohne noch höhere Schulden zu machen. Die EZB sitzt also auf Werten welche nicht vorhanden sind.

Diese irren Staatsschulden der Eurozone sind ja durch viel zu hohen, in weiten Bereichen für die Menschen nutzlose Staatsausgaben verursacht worden. Die Ursache für die Eurokrise, einer Staatschuldenkrise, sind also allein die irren Staatsausgaben der komischen Planwirtschaften. Planwirtschften, welche sich durch riesige geschützte Bereiche und ein, Förder- und Frühpensionswahnsinn manifestieren.

Dass es soweit gekommen ist, das liegt am vorsätzlichen Vertagsbruch fast alle Länder der Eurozone. Dieses Totalversagen wird durch den ESM, oder sonst was, auch niemals kompensiert werden können.

Eine EU, welche nur noch aus Staaten besteht, welche die wesentlichen Grundlagen nicht respektiert, hat auch kein Recht gerettet zu werden. Eine EU, welche selber die EU Grundrechtscharta nicht umsetzen kann, die Ost doch auch schon gescheitert.

Es fehlt auch die Leistung!

Gast: eurokrit
28.06.2012 16:30
2

wann

stehen wir endlich auf, gegen diese ahnungs-rücksichts-skrupellosen Pseudovolksvertreter Cap, Schieder, Fekter, Feymann, Spindelegger usw. auf? Was laufen DA für Provisionen, gegen die Grasser, Strasser, MP usw wahrscheinlich harmlose Gartenzwerge sind?Wieso lassen wir uns verhöhnen, verkaufen, vernichten? Warum stehen diese Zeilen von Frau Pichler nicht in Balkenlettern auf der ersten Seite????

Gast: Sukram2001
28.06.2012 16:15
2

Kommentar trifft zu

Danke für den Kommentar, dem eigentlich nichts hinzuzufügen ist, und den nagel auf den Kopf trifft. Lediglich eins würde mich interessieren:
Wer sind bzw. wie heißen die Empfänger dieser europäischen Steuermilliarden, also jener Milliarden, die nach Zahlung an die Empfänger nicht mehr für Kindergärten, Schulen, Universitäten, Innere Sicherheit, Straßenbau, Umweltschutz, Landschaftspflege, Verteidigung, Gesundheitswesen, Altenpflege etcetcetc. zur Verfügung stehen ? WER BEKOMMT DAS STEUERGELD ?

Antworten Gast: Die EU ist unser Untergang....
28.06.2012 17:27
1

Re: Kommentar trifft zu

Jetzt hörens aber auf!
Na die Banken, vor allem die französischen, die jede Menge griechischer Staatsanleihen gehalten haben, habens bekommen. Darum hat der Sarkozy den Hosenanzug über den Tisch gezogen und die Merkel hat gezahlt. Ohne dieser Aktion wäre Frankreich auch schon dort wo heute Spanien steht.

Gast: hk1190
28.06.2012 14:03
4

ESM

In der Presse steht dieser Beitrag nicht etwa auf Seite 1, wo er hingehört oder von mir aus, auf den Seiten 2 und 3! Nein, im Bereich Meinung ist das ganze angesiedelt. Soviel zur Wertigkeit.
Was den Inhalt angeht, so wird schon einige Zeit - in zugegeben nicht wirklich präsenten Medien - darüber geschrieben. Das ganze haben nur wirklich aktive Beobachter, die einigermaßen umtriebig waren, in der vollen Breite mitgekriegt.
Dieser Vertrag ist sicher sittenwidrig und verstößt tatsächlich gegen die österreichische, wahrscheinlich aber auch gegen andere europäische Staatsverfassungen. Das wäre auch ein Fall der Gesamtänderung der Bundesverfassung in Verbindung mit einer zwingenden Volksabstimmung!
Sollten die österreichischen Politiker zustimmen, müßte das wohl ein Grund für einen allgemeinen Aufstand sein! Denn, das bedeutet nichts anderes, als Privatvermögen und Einkommen erheblich zu vernichten und die so abgepreßten Gelder in die sogenannten hilfsbedürftigen Länder zu schieben, so lange, bis die Masse in Europa (was immer das dann wäre) gleich arm und notleidend ist. Dieses sozialistische Ziel bin ich nicht bereit zu unterstützen. Ich verstehe jeden Unternehmer, der angesichts dieses verbrecherischen Vertragswerks, lieber ohne Rechnung kassiert!
Gott schütze

 
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