Ethikunterricht: Die große Anmaßung der Religionen

ULRICH BRUNNER (Die Presse)

Nur ein Ethikunterricht für alle kann einen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben in einer multireligiösen Gesellschaft leisten.

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Kaum eine Woche vergeht, in der nicht ein Vertreter einer in Österreich anerkannten Religion gegen einen Ethikunterricht für alle protestiert und stattdessen verlangt, dass nur jene Kinder, die keinen Religionsunterricht besuchen, verpflichtend an einem Ethikunterricht teilnehmen sollen. Das ist eine große Anmaßung.

Diese Forderung unterstellt, dass Menschen ohne Religion moralisch nicht gefestigt sind, also gewissermaßen den Keim des Bösen in sich tragen. Dem kann nicht heftig genug widersprochen werden.

Kinder mit und ohne Religionsunterricht haben Defizite. Ohne Religionsunterricht fehlt einerseits das Wissen über wesentliche Teile unserer Kultur. Andererseits erfahren Kinder, die von einem konfessionellen Religionslehrer indoktriniert werden, über andere Religionen meist nur, dass sie falsch sind.

Im absoluten Wahrheitsanspruch von Religionen liegt aber die Wurzel der Intoleranz. Das kann nicht zu einem friedlichen Zusammenleben in einer multireligiösen Gesellschaft beitragen.

Ein Ethikunterricht für alle müsste daher auch eine Art Religionskunde enthalten, also über die wichtigsten Weltreligionen informieren. Dabei geht es um Wissensvermittlung. Was der Einzelne glaubt, muss dem Religionsunterricht vorbehalten bleiben.

 

Der Wert der Nichtgläubigen

Bei den Gegnern eines für alle geltenden Ethikunterrichts schwingt offensichtlich die Hoffnung mit, dass die ständig steigende Zahl der Abmeldungen vom Religionsunterricht sinkt, wenn den Schülern keine Freistunde winkt, sondern eine Stunde Unterricht in einem anderen Fach. Das könnte sich als trügerisch erweisen.

Möglicherweise spielt aber auch die Angst eine Rolle, dass Kinder und Jugendliche an ihren Religionslehrer vermehrt Fragen stellen, wenn sie in einem Ethikunterricht über andere Religionen und Wertvorstellungen informiert werden. Damit müssten Religionslehrer zu leben lernen.

In Österreich gibt es mehr als eine Million Menschen, die keiner Religionsgemeinschaft angehören, nach den Katholiken die zweitgrößte Gruppe. Die Vorschläge von Katholiken und Muslimen richten sich genau gegen diese Menschen. In einem Ethikunterricht für alle müsste auch darüber informiert werden, dass auch Nichtgläubige wertvolle Menschen sein können. Jeder Mensch muss einem anderen seinen Glauben und seine Religion lassen. Er muss ihm aber auch seinen Unglauben lassen.

Nach einer Untersuchung der angesehenen Pew-Institution in den USA sind Nichtgläubige weit seltener straffällig als Gläubige. Man kann das natürlich auf den in der Regel höheren Bildungsgrad von Atheisten und Agnostikern zurückführen. Es beweist aber auch, dass man Wohlverhalten in einer Gesellschaft nicht nur erreicht, indem man Sünden mit Strafen im Jenseits bedroht, wie das bei den Christen der Fall ist – oder indem man die Muslime auf die sklavische Befolgung eines Buches aus dem siebten Jahrhundert einschwört.

Die Verfechter religiöser Wertvorstellungen verweisen oft darauf, dass Religionslosigkeit zu den Diktaturen von Nationalsozialismus und Kommunismus geführt hätte. Dabei wird gerne übersehen, dass beide Systeme quasireligiöse Komponenten hatten.

Hitler wurde übrigens katholisch erzogen. Er ist offiziell nie aus der Kirche ausgetreten, ja er berief sich wiederholt auf Gottes Vorsehung. Stalin besuchte ein Priesterseminar in Georgien. Was hat es genützt? Mit religiöser Erziehung allein schafft man keine guten Menschen.

Es gibt aus der Neuzeit viele Beispiele von menschenverachtenden Diktaturen, die sich explizit als christlich bezeichneten. Franco in Spanien und Pinochet in Chile genossen die massive Unterstützung der Kirche ebenso wie das Obristenregime in Griechenland.

 

Gläubige sind nicht friedliebender

Die Unmenschlichkeit islamischer Regime kann man jeden Tag den Medien entnehmen. Schiiten ermorden Sunniten und umgekehrt. Hindus töten Moslems und umgekehrt. Mehr Religion bringt leider nicht mehr Frieden.

Es ist nicht Aufgabe dieser Zeilen, die Details eines Ethikunterrichts zu skizzieren. Es sei nur daran erinnert, dass lange vor Jesus und Mohammed die Goldene Regel als wichtige ethische Leitlinie entwickelt wurde. Von Konfuzius (sechstes Jh. v. Chr.) stammt der Satz: „Was du selbst nicht wünschest, tu nicht den anderen.“

Sokrates meinte im fünften Jahrhundert vor Christus: „Niemals ist Beleidigen noch Wiederbeleidigen recht, noch auch, wenn einem Übles geschieht, sich dadurch zu helfen, dass man wieder Übles zufügt.“ Immanuel Kant hat das dann in der Neuzeit auf folgende Formel gebracht: „Handle so, dass die Maxime deines Handelns jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten kann.“ Ein Wohlverhalten durch Androhung von Strafen im Jenseits kann nicht funktionieren, wenn eine wachsende Anzahl von Menschen an dieses Jenseits nicht glaubt und daher andere Anleitungen zum Handeln braucht.

 

Ein grausamer Gott

In einer säkularen Ethik müssen Richtlinien des Handelns argumentativ untermauert werden. In einer religiösen Ethik kommen die Regeln von Gott, sind also nicht zu diskutieren oder zu relativieren.

Niedergelegt sind diese Regeln in den so genannten heiligen Büchern Bibel und Koran. Beide Bücher taugen allerdings nur beschränkt als ethische Fundierung einer modernen Gesellschaft. Der Gott des Alten Testaments ist ein besonders grausamer. Auch im Neuen Testament gibt es Passagen, die von einer modernen Gesellschaft nicht akzeptiert werden können. Nur ein Beispiel: Homosexualität wird mit dem Tode bedroht. Diese Textstelle wird von Juden und Christen meist stillschweigend übergangen. Muslime nehmen eine ähnliche Stelle im Koran ernster. Homosexuelle Männer müssen in moslemischen Staaten um ihr Leben fürchten.

Tiefgläubige Menschen sind auch nicht automatisch friedliebender. Gottesliebe ist oft sogar das tragende Motiv für Untaten. Die 19 Attentäter vom neunten September 2001 waren sicherlich die gläubigsten Menschen an Bord der Flugzeuge. Es gibt genug Beispiele aus jüngster Zeit, dass Gott als Vorwand für Mord und Totschlag herhalten musste – in allen Religionen.

 

Erziehung zu Saubermännern?

Auch der beste Ethikunterricht wird nicht dazu führen, dass nur gute, tolerante Menschen daraus hervorgehen. Ist eine ganze Gesellschaft korrupt, wird es auch ein Ethikunterricht nicht schaffen, die nächste Generation zu lauter Saubermännern zu erziehen. Moslemische Buben, die zu Hause die Unterdrückung der Frau miterleben, werden, wenn überhaupt, ihr Frauenbild nur langsam ändern.

In der multireligiösen Welt würde ein allgemeiner Ethikunterricht allerdings bessere Voraussetzungen für ein reibungsfreies Nebeneinander von Gläubigen verschiedener Religionen schaffen als ein alleiniger konfessionsgebundener Religionsunterricht.


E-Mails an: debatte@diepresse.com

Zum Autor

Ulrich Brunner (geboren am 12.7. 1938 in Wien), war Schriftsetzer, Korrektor und von 1970 bis 1975 innenpolitischer Redakteur der „Arbeiter-Zeitung“. Seit 1975 als Redakteur im Aktuellen Dienst des ORF, zunächst in der „Zeit im Bild“ als Reporter, später Ressortleiter Innenpolitik, Chefredakteur im Hörfunk und Intendant des ORF-Landesstudios Burgenland. [Archiv]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.02.2013)

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34 Kommentare
 
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KORREKTUR :::: Anteil der Konfessionsfreien zur Gesamtbevölkerung: 2.418.023 (28,5%)

Die aktuellen Zahlen (Januar 2013) können hier nachgelesen werden:
http://www.konfessionsfrei.at/?page_id=1255

Und bevor irgendjemand diese Zahlen in Frage stellt, zuerst den Text "Erklärung zur Methodologie" lesen. Und dann versuchen zu beweisen, dass diese Zahlen falsche sind. ;-)

Das zu lesen ist für mich grausam.

Jetzt wundert mich nichts mehr über den ORF und den Schrott, den er seit Jahrzehnten herausko.tzt.

Glaube

und Religion waren und bleiben die Ursache für Kriege!
Ein hoffentlich von vielen gelesener Artikel eines klugen Mannes.

Re: Glaube

Ist schon Recht was sie glauben, für ihren Horizont reicht es allemal.
Für andere gibt es auch z.B. die Abschlachtorgien der französischen Revolutionsgarden und die zig-Millionen Opfer Stalins und des Kommunismus waren in ihrer beengten Sicht wahrscheinlich religiös bedingt oder zu vernachlässigen.


Re: Re: Glaube

Ein durchsichtiges Argument. Der einzige Unterschied zwischen Katholizismus und Kommunismus hinsichtlich Verbrechen an der Menschheit ist, daß man letzteren heutzutage als verbrecherisch erkannt hat, wohingegen sich ersterer noch immer ungestraft als heilig präsentieren darf.

hoffnungsschimmer

seit langem wieder einmal ein professioneller beitrag zu einem virulenten thema; wenn man sich die hehren wertekataloge so mancher parteien anschaut u deren bigotten umsetzung im alltag in betracht zieht, wird einem ob der ideolog. heuchelei u. ignoranz schier angst u bang! wenn 1 staat, der dauernd einer elementaren persönlichkeits-bildung u. verbesserung des bildungssystems u einer allg. notwendigen werteerzieung (ethik) im sinne einer besseren zukunft unserer kinder, jugend u. umwelt das wort redet, - das wirklich ernst meinen würde, wäre das geld für 1 zeitgemäßen ethikunterricht -ab der sekundarstufe 1- schon längst bereitgestellt u der unterricht in sachen diskursiver ethik schon längst 1 selbstverständlichkleit! das herumeiern u bremsen beharrender kräfte bestätigt einmal mehr, dass - aus naheliegenden gründen- keine partei an einer nachhaltigen emanzipatorischen erziehung (bildung) unserer jugend interessiert ist! in einem modernen ethik-unterricht werden nämlich genau jene fragen zur diskussion gestellt, die im herkömmlichen RU im sinne einer falsch verstandenen toleranz freundlich umschifft werden. wie dozierte f. nietzsche: glauben heißt: nicht wissen wollen! die typisch österr. realität ist noch viel schlimmer: traditionelles moralische lernen (= weltanschauliches indoktrinieren) heißt: nicht lernen dürfen!

Hallo

Ist die schöne Diskussion von Gestern in einem schwarzen Loch verschwunden?

Christliche Werte weiter geben anstatt Indoktrinierung durch eine Partei oder ORF

Ich lebe - wie viele andere Menschen auch- lieber in einem christlich geprägten Land wie Österreich eines ist (und hoffentlich bleibt) als in einem von Atheisten geprägten kommunistischen oder in einem Islamstaat.


Er muss ihm aber auch seinen Unglauben

ES sollte besser heißen: Er muss ihm aber auch seine Freiheit von Religion lassen. Auch das ist Religionsfreiheit.

Danke für den guten Artikel!


Danke

Ein wirklich guter Artikel. Eher selten in der katholischen Presse. Sonst gibts zum Thema ja nur Beiträge von Michael Prüller!

Indoktriniert?

Die Forderungen, die Sie an den Religionsunterricht stellen, sind zumindest bei den christlichen Religionen voll erfüllt. Religionsunterricht ist Unterricht mit Lehrplan und Prüfungen. Ich habe im katholischen Religionsunterricht über alle Weltreligionen gelernt; und das keineswegs in abwertender Form.
Ethik war naturgemäß auch ein wichtiges Thema.

Wer die 10 Gebote kennt und einhält, ist in groben Zügen schon einmal ganz gut geleitet. Ein bißchen Feinschliff, und er wird nicht nur kein Verbrecher, sondern sogar ein guter Mensch.

Re: Indoktriniert?

... denn der herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen namen missbraucht; ER ist der herr, dein gott, DU sollst keine anderen götter neben ihm haben ... so lernte man brav im RU! eine steigerung dieser durch u durch intoleranten u selbsvertherrlichenden präpotenz ist nicht denkbar!!

Re: Indoktriniert?

Ich habe ganz andere Erfahrungen gemacht.
In der AHS Unterstufe eine kindische Märchenstunde und Zeitverschwendung!
In der Oberstufe Versuch einer jesuitischen Indoktrination mit sarkastischen Seitenhiebe auf die "Mitbewerber".
Zu den 10 Geboten: wer die wirklich einhält ist kein "guter Mensch" sondern ein Heiliger oder ein heuchlerischer Lügner!

Re: Re: Indoktriniert?

Beim Religionsunterricht hatte ich offenbar mehr Glück. Märchenstunde war es bei mir höchstens in der Volksschule, aber selbst das war keine Zeitverschwendung. Beispielsweise habe ich damals erstmalig von der französischen Revolution gehört.
Meine Erfahrungen stammen im Wesentlichen aus den 80er Jahren.

Zu den 10 Geboten: Wo liegt das große Problem? Vater und Mutter zu ehren? Nicht zu morden? Nicht ehezubrechen? Nicht zu stehlen? Nicht zu verleumden? Nicht allzu neidig zu sein? Damít ist man mE noch kein Heiliger, aber auch kein Heuchler.

Re: Re: Re: Indoktriniert?

Meine Erfahrung stammt aus den 60er Jahren, ist schon klar, manche haben Glück und manche Pech!
Zur Volksschule: da hatte ich Glück. An Hand der Genesis habe ich jede Menge über Evolution gelernt. Denke heute noch gern an meine Religionslehrerin zurück.
Zu den 10 Geboten: Sie haben nur 6 erwähnt! Wenn Sie eine strikte Einhaltung wollen, dann landen sie bei einer typischen amerikanischen Sekte.

Re: Re: Re: Re: Indoktriniert?

Zu den 10 Geboten: Ja, Ihre Kritik ist berechtigt, ich verstehe jetzt, worauf Sie hinauswollten.

Staatliche vorgeschriebene Ethik?

Es spielt dabei doch keine Rolle ob die Ethik durch staatliche Unterstützung von Religionen gemacht wird oder ein alternativer Unterricht durch eine Ethikdefinition durch den Gesetzgeber gemacht wird. Es läuft immer darauf hinaus, dass es eine Ethik der Anderen gelernt werden muss und in den staatlichen Schulen zur Manipulation der jungen Menschen verwendet wird.

Es stellt sich grundsätzlich die Frage wer Ethik definieren darf und ob diese Ethik in Gesetze gegossen werden kann, mit staatlicher Kraft auf die Menschen einprasseln darf.

Ich bin Heute überzeugt, dass die meisten Religionen mit Ethik kaum was zu tun haben, eher das Gegenteil der Fall ist. Staatlicher Religionsunterricht muss abgelehnt werden. Religion ist eine Privatsache!

Gesetzlich definierte Ethik muss bei den aktuellen ethischen Qualitäten der Gesetzesmacher auch scheitern. Ein korrupter Inseratenkanzler kann es genauso weniger wie der amtsmissbrauchende Vizekanzler, auch kein gescheiterter Dentaltechniker mit seinen Deutschtümmlern.

Ethik als Orientierung für die Bürger scheint aber etwas zu sein, was dringend benötigt wird. Es sollte also ein Angebot dazu gemacht werden. Ethik in Form von Philosophie zu unterrichten kann nur scheitern, weil das breite Wissen bei den bis 15jährigen fehlen muss.

Ich selber wäre schon zufrieden, wenn Ethik auf Basis der EU Grundrechtscharta in den Köpfen der Bürger Einzug halten könnte. Die Kenntnis von Rechten und Pflichten würde sogar die Gesetzgebung verbessern.

Re: Staatliche vorgeschriebene Ethik?

Wenn Sie es schon nicht mir glauben, dann vielleicht einem Lexikon es genügt dazu schon Wikipedia:

Zitat aus Die Ethik (griechisch ἠθική (ἐπιστήμη) ēthikē (epistēmē) „das sittliche (Verständnis)“, von ἦθος ēthos „Charakter, Sinnesart“ (dagegen ἔθος: Gewohnheit, Sitte, Brauch)[1], vergleiche lateinisch mos) ist eines der großen Teilgebiete der Philosophie und befasst sich mit Moral, insbesondere hinsichtlich ihrer Begründbarkeit. Cicero übersetzte als erster êthikê in den seinerzeit neuen Begriff philosophia moralis[2], der seitdem in der lateinsprachlichen Philosophie verwandt wurde.

Re: Re: Staatliche vorgeschriebene Ethik?

Vielleicht lesen Sie meinen Kommentar etwas genauer?

Ich habe geschrieben!
"Ethik als Orientierung für die Bürger scheint aber etwas zu sein, was dringend benötigt wird. Es sollte also ein Angebot dazu gemacht werden. Ethik in Form von Philosophie zu unterrichten kann nur scheitern, weil das breite Wissen bei den bis 15jährigen fehlen muss".

Tatsächlich hat der Religionsunterricht Heute nur in Ausnahmefällen etwas mit Ethik zu tun. Das dann, wenn die Lehrperson eine Ausnahme der schwachen Persönlichkeiten beim Unterrichten ist. Religion hat nichts an staatlichen Schulen zu tun, schon gar nicht wenn er von den Bürgern mit Zwangsabgaben finanziert werden muss.

Wenn es nur um Ethik als Teil von Philosophie ginge, dann könnte man das an Schulen machen, wo die Schüler schon ein sehr breites Wissen (über 25?) über das Leben haben. Sonst geht das Philosophieren doch gar nicht, auf jeden Fall sehr schlecht.

In den Schulen der Schulpflicht würden also nur die ethischen Grundlagen bleiben, welche unterrichtet werden könnten. Wer soll dann die Ethik festlegen? Die GÖD?, das Parlament?, der Direktor? Neugebauermoral? Schmiedmoral?

Wollen Sie mit 10jährigen über Werte philosophieren, wenn diese kaum Lesen und Rechnen können?

Re: Re: Re: Staatliche vorgeschriebene Ethik?

Natürlich kann bzw. sollte man mit 10-Jährigen über Werte sprechen! Auch mit jüngeren Kindern, weil auch Kinder böse sein können und schwächere mobben oder schlagen.
Natürlich muss man ihnen diese Werte auch vorleben: Aufrichtigkeit, Großzügigkeit, Wertschätzung.
Was man nicht tun sollte, ist Kinder indoktrinieren: weder politisch noch religiös.
Dann haben sie die Chance, zu freien, denkenden und selbstverantwortlichen Menschen heranzuwachsen.

Eine Ethik...

gibt es nur aus einer Philosophie oder einer Religion heraus!
Eine von jeglicher Weltanschauung losgelöste Ethik kann es nicht geben!
Der Staat regelt seine Bedürfnisse mit dem Strafgesetzbuch.

Re: Eine Ethik...

Ach ja, und aus welcher Weltanschauung kommt der Kantsche Imperativ? Von Konfuzius oder von Sokrates? Ist es nicht eher so, dass diese Forderung für jedes menschliche Zusammenleben gilt, unabhängig von Religion, Philosophie und Weltanschauung?

Re: Re: Eine Ethik...

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Jetzt haben wir sie die Ethik, die alle verstehen und die für alle gleich ist - ODER DOCH NICHT?
Wehe, wenn der Stärkere jetzt sagt: Einverstanden, ich bin für das Recht des Stärkeren!

Re: Re: Re: Eine Ethik...

Was soll das? Das RECHT des Stärkeren mag zwar ein Recht sein, aber sicher kein ALLGEMEINES Gesetz!

machtkampf

Religionsunterricht hat in einer Demokratie nichts verloren.
"Religion" ist nichts anderes als Missbrauch des menschlichen Glaubenbeduerfnisses . Und dient alleine
dem Machterhalt . Besonders Perfinde ist dabei, daß Kind
dersseelen nicht verschont bleiben.

 
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