04.07.2009 01:03 | Meine Presse Merkliste0

Eine idiotische Politik für ein Volk von Idioten

GASTKOMMENTAR VON MANFRED PRISCHING (Die Presse)

Gerade wenn politische Hemmungslosigkeit obwaltet, erkennt man, wie die Mehrheit denkt: maßlos, obrigkeitlich, realitätsfremd, brutal. Ein politisch unkorrekter Kommentar.

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Die politischen Kommentare jener österreichischen Zeitungen, die solche sind, haben sich in Anbetracht des populistischen Dammbruchs auf eine Stimmungslage der Besorgtheit eingependelt. Wie kann man nur so agieren, so unwürdig, so opportunistisch, so anschmeißerisch? Wie kann man nur jede politische Vernunft derart radikal über Bord werfen? Trotz mancher demokratiemoralischer Vorhaltungen spielt sich die Diskussion jedoch eher auf der Ebene politstrategischer Wirksamkeit ab. Wie ist der Befreiungsschlag der Faymaniacs zu beurteilen, wie könnte eine molterianische Gegenstrategie aussehen, was werden die „Kleinen“ tun?

Man ist sich nicht sicher, ob die Politik nicht völlig verrückt geworden ist. Die „Politik“ – das ist eine einseitige Kritik. Denn wir können die Sache auch umdrehen. Der österreichische Sozialwissenschaftler Joseph Schumpeter hat vor einem halben Jahrhundert das Paradigma des Marktes auf die Politik angewendet, und eine kräftige Strömung der Neuen Politischen Ökonomie hat seine Idee weiterentwickelt. Das Modell ist: Auch in der politischen Szene gibt es Anbieter und Nachfrager, und sie handeln „marktkonform“.


Der Nachfrager muss wissen, was er will

Die „Anbieter“ sind politische Parteien, und sie offerieren ihre Programme, Maßnahmen und Personen mit dem Ziel, jeweils ihren Stimmenanteil zu maximieren (so wie Firmen ihren Gewinn maximieren wollen) und in der Folge Herrschaftspositionen besetzen und Pfründen verteilen zu können. Die „Nachfrager“ sind WählerInnen, die ihren Nutzen maximieren wollen (so wie beim Einkaufen) und deshalb abschätzen, von welchem Anbieter ihre persönlichen Interessen am besten bedient werden. Es geht keiner Seite um Gemeinwohl, Ethik, Zukunft, Nachhaltigkeit oder um die „gute Gesellschaft“.

Es ist ein Markt – auf einem funktionierenden Markt liefern die Anbieter, was die Nachfrager wollen, und nicht, was vernünftig oder hochwertig ist. Von einem Gastwirt würden wir nicht erwarten, dass er diesen vom Schweinsbraten abrät oder die cholesterintreibende Torte verweigert. Von einer Modeverkäuferin fordern wir nicht, dass sie den Geschmack der aufgetakelten Kundin zu korrigieren versucht – sie liefert, welche ästhetische Katastrophe auch immer verlangt wird. Der Nachfrager muss wissen, was er will, auch wenn es zu seinem eigenen Schaden ist.

Wenn wir dieses „reduzierte“ Demokratiemodell ernst nehmen, stehen die politischen Anbieter unter dem Druck, das zu liefern, was die Kundschaft schätzt, und aus ihren Angeboten kann man auf deren Präferenzen schließen. Man könnte allenfalls einwenden, dass in der aktuellen Situation an den Wünschen der Bevölkerung vorbei agiert wird, dass unattraktive Angebote erstellt und die Anbieter deshalb (analog zu Firmen, die sich auf dem Markt verkalkulieren) scheitern werden.

Das ist aus zwei Gründen unwahrscheinlich. Erstens sind Politiker meistens nicht dumm, jedenfalls nicht im Spitzenbereich; sie haben Erfahrungen und Gespür; sie werden von Marketing-Unternehmen im Wahlkampf unterstützt; sie testen Fokus-Gruppen; sie lassen Umfragen machen. Warum sollten sie in einer heiklen Situation mit den Erwartungen der WählerInnen frontal kollidieren?

Zweitens nehmen auch die Kommentatoren in den Medien offenbar die Situation eher so wahr, dass sie über die Wahlwirksamkeit jener Vorschläge räsonieren, die sie als manipulativ oder verlogen, unsinnig oder schädlich beurteilen. Es mag eine idiotische Politik sein – aber niemand behauptet, dass der großen Masse der WählerInnen dabei das Grausen aufsteigt. Im Gegenteil: Ziemlich viele scheinen zu applaudieren.

Auch wenn es politisch nicht unbedingt korrekt ist, muss man die Frage einmal umdrehen. Gerade in einer Situation, in der offenkundig politische Hemmungslosigkeit obwaltet, kann man die angebotene Programmatik als Indikator dafür nehmen, wie die Mehrheit der Bevölkerung denkt: eine Fallstudie zur Mentalitätsforschung.

Herrn Müller und Frau Meier werden offenbar die folgenden Haltungen zugeschrieben. „Obrigkeitlich“: Ein guter Herrscher ist jener, der durch die Lande fährt und Geld ins Volk wirft. „Realitätsfremd“: Irgendwo gibt es eine Kasse für die Gnadengaben, die aus geheimnisvollen Quellen immer wieder aufgefüllt wird, ohne dass man selbst etwas dazutun muss. „Brutal“: Hauptsache ist, uns geht es jetzt gut und wir bekommen etwas; wie die Kinder in etlichen Jahren – vermutlich unter schlechteren Umständen – mit der Schuldenrückzahlung herumraufen werden, kann uns gleichgültig sein. „Maßlos“: Wir gehören zwar zu den reichsten Ländern der Welt, aber wir sind „arm“, wir sind „Opfer“, und wir haben legitime Ansprüche auf Rundumhilfe.


Indikator für grassierende Mentalität

Möglicherweise hat die Politik Recht, wenn sie die ÖsterreicherInnen als obrigkeitlich, realitätsfremd, brutal und maßlos einschätzt – und entsprechende Vorschläge unterbreitet. Wenn sie nicht treffsicher wären, gäbe es keinen Anlass zur Besorgnis. Eine „idiotische Politik“ für ein „Volk von Idioten“ – ist das die Beschreibung der Situation, in der wir uns befinden?

Das klingt nicht besonders freundlich. Wir nehmen den aktuellen Politikunsinn nicht als Beleg für die schlechte Qualität der Politik, sondern als repräsentativen Indikator für die grassierende Mentalität. Man könnte sogar noch einen Schritt weitergehen: Natürlich wissen wir, dass diese Art von Politik in die Katastrophe führt; dass sie unbezahlbar ist; dass sie auf einer Ausbeutung der nächsten Generation beruht; dass sie Illusionismus und Lüge ist. Na und?

Es sind schließlich die WählerInnen, die eine solche Politik wollen müssen, und sie werden das selbst gemachte Desaster „ausbaden“ dürfen.

Wenn sie sich zutrauen, an Stammtischen das große Wort zu führen, Leserbriefe zu schreiben und in der Wahlkabine ein Kreuzerl zu machen, sind sie dafür verantwortlich. Es gibt genug Informationsquellen, sodass sich keiner darauf hinausreden kann, er oder sie habe von nichts gewusst – so wie schon öfter einmal.

Die wirksamste Reaktion des Nachfragers ist: nicht kaufen. Wenn er kauft, bestellt er mehr von dem Angebotenen.


„Ausbaden“ werden es alle

Freilich gibt es die unangenehme Begleiterscheinung, dass einige, die weitsichtiger oder anständiger sind, später beim „Ausbaden“ beteiligt werden, ebenso wie die nächste Generation, die nichts dafür kann.

Aber letztlich könnte man – wenn man auf den Politikzynismus der Machthaber mit Gegenzynismus reagiert – sagen: Die Leute wollen es nicht anders. Warum also sich aufregen über den politischen Schrott?

Manfred Prisching, geb. 1950 in Bruck a. d. Mur, ist Professor am Institut für Soziologie der Universität Graz.


meinung@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.09.2008)

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23 Kommentare
Gast: Machmuss Verschiebnix
13.09.2008 14:45

Verantwortungslose Marktstrategie und Verführung

Im Marktgeschehen trägt der Nachfrager die
Verantwortung. Wenn er falsch entscheidet leidet seine Firma / Gesundheit und er wird daher beim nächsten Mal andere Produkte / Strategien wählen.
Im Politgeschehen trägt der gewählte Volksvertreter die Verantwortung. Dazu wird
er ja gewählt, denn die Masse der zu Vertretenden ist in anderen Berufen mit an
deren Aufgaben ausgelastet.
Wenn ein Volksvertreter vor der Wahl eine "künstliche Nachfrage" erzeugt, dann
ist das verantwortungslose Marktstrategie und
Verführung. Im Unterschied zum Marktgeschehen sind die Folgen von politischem Handeln für den
de facto politisch unmündigen Nachfrager nicht nachvollziebar.
Während ein im Marktgeschehen irregeführter Nachfrager seine Entscheidung korrigieren kann, steht der politische Nachfrager beim nächsten Mal vor einer neuen künstlichen Nachfrage/Anbieter.
Die Medien fördern das schräge Ansinnen von Polit-Illusionisten.
Gewährt lieber Friedenspreis für "Regieren gegen das Volk"!

mahrer
08.09.2008 13:14

Maßlos waren nur Wenige!

Erlauben Sie wenn ich den Thesen dieses Artikels heftig widerspreche. Richtig ist die Meinung die politischen Parlamentsparteien wollen Macht um Herrschaftspositionen besetzen und Pfründe verteilen zu können. Dass dabei viel Geld aus den Steuertöpfen in die gierigen Taschen der Parlamentsparteien und ihrer Mandatare fließt, versteht sich von selbst.
Wenn dann aber wie in den letzten 20 Jahren, die Politik die Steuern für die Konzerne und Superreichen durch Senkung des Spitzensteuersatzes von 62% auf 50%, der Körperschaftssteuer von 33% auf 25% (bezahlt wird im Schnitt nur 17%), Stiftungssteuersatz von 25% und Abschaffung der Vermögenssteuern, immer weiter absenkt, ist es etwas unverschämt beim Otto Normalverbraucher von brutaler Maßlosigkeit zu sprechen, wenn dieser sich eine Entlastung von der Rekordinflation wünscht.
Bei diesen Steuersenkungen für Wenige hat man an den Wünschen der Bevölkerung vorbei regiert.

Gast: FMP
04.09.2008 15:23

Vorschlag für Verfassungsänderung

Ich finde, dass es auch die "Architektur einer Demokratie" ist, die zu dieser "idiotischen Situation" geführt hat.

Wo bleibt eine mutige Demokratie- und Staatsreform?

Ein Vorschlag: die jeweilige Regierung darf kein Budgetdefizit verursachen; wenn doch dann nur mit 2/3 Mehrheitsbeschluss für das jeweilige Budget. Denn grundsätzlich: Budgetdefizite müssen die Ausnahmen sein.

Damit könnten Wahlzuckerl verteilt werden, die Wahlzuckerlverteiler sollten dann motiviert sein, vertiefende Überlegungen anzustellen.

Antworten Gast: Machmuss Verschiebnix
12.09.2008 23:57

. . . etwa Putin fragen wie's geht ???

ich möchte heftig widersprechen, daß es an der Architektur der Demokratie (an sich) läge . Gegen Ende der Ära Kreisky vollzog sich ein schwerwiegender Gesinnungs-Wandel in der Politischen Landschaft. Fortan hatten jene das Sagen, welche "diesen katholischen Staat" abgrundtief hassen. Diese Haltung ist nicht parteispezifisch, sondern durchsetzt alle Parteien. Verstärkt vorhanden an den Rändern des politischen Spektrums , bildet diese Haltung sogar eine mögliche Basis zur Kooperation der Extreme. "... Diese Nazis aus ihren Löchern locken ..." nennen es die eifrigsten Verfechter im "Kampf" gegen die Konservativen im Land. Was der Wähler präsentiert bekommt, bezweckt Verunsicherung und soll vor allem die politische Mitte (auch die in der SPÖ ) aus dem Takt bringen und zu schwerwiegenden Schnitzern veranlassen.
Dabei ist der Machtgewinn sekundär - aus der Opposition heraus läßt es sich nämlich viel besser Quälgeist sein um noch mehr zu destabilisieren.

Antworten Tom93
04.09.2008 20:22

Re: Vorschlag für Verfassungsänderung

wieso sagen sie nicht gleich sie wollen in der verfassumg stehen haben: DIE ÖVP HAT EIN VETO-RECHT BEI ALLEN ENTSCHEIDUNGEN. das wäre wenigstens ehrlich.

sie müssen sich erst mal daran gewöhnen, daß demokratie herrschaft der mehrheit bedeutet, ob die ihnen nun gefällt oder nicht. künstliche hürden aufzubauen, die den willen der mehrheit nicht zum durchbruch verhelfen, ja ihn absichtsvoll behindern, höhlen das demokratische system aus. aber das wollen sie ja wahrscheinlich. wenn man keine wahlen gewinnen kann, dann greift man wohl zu anderen methoden und mitteln, sofern man die demokratie sowenig akzeptiert wie sie und die katholisch-bürgerliche rechte in diesem land.

Antworten Antworten Ophicus
04.09.2008 20:34

Re: Re: Vorschlag für Verfassungsänderung

In der Demokratie herrscht die Mehrheit des Volkes, was noch lange nicht bedeuten muss, dass die Mehrheit der anwesenden Volksvertreter bei einer Sitzung alles beschließen darf was sie will. Aus gutem Grund dürfen schwerwiegende Fragen mit weitreichenden Folgen wie Verfassungsgesetze nur mit einer höheren Mehrheit oder überhaupt nur mit einer Volksabstimmung beschlossen werden können.

Die SPÖ hat das Veto-Spielchen ja auch meisterhaft gespielt. Immerhin waren die Schwarzen nicht alleine an den vielen Gesetzen beteiligt, die sinnloser weise im Verfassungsrang beschlossen wurden um anderen Koalitionen die Änderung dieser Regeln zu verbieten.
Beim Budgetdefizit wäre eine 2/3-Mehrheit sinnvoller als bei so manchen Großkoalitionären Gesetzen.

Außerdem spenden sie der ÖVP hier unverdientes Lob: Das Nulldefizit ist kein Privileg der Schwarzen, die das bisher ja auch nie erreicht haben. Auch rechts gibts gern mal schulden. Und Vetorecht hätte die SPÖ dann ja genauso...

Antworten Antworten Antworten Gast: FMP
05.09.2008 20:57

Re: Re: Re: Vorschlag für Verfassungsänderung

Ja, genau, darum geht es: um die Diskussion von "schwerwiegenden Fragen", die in einer Staats- und Demokratiereform münden sollten. Dabei geht es selbstverständlich nicht nur um die Frage, wie leicht oder schwer Budgetdefizite produziert werden können, sondern um viele weitere wesentliche Fragen (Gesundheitssystem, Pensionssystem, Rolle der Landtage, Rolle des Bundesrates uva.)

Ist nicht der bisherige absolut nicht zufriedenstellende Verlauf des "Österreich-Konvents" ein exemplarischer Beitrag für die prekäre, d.h. immer "idiotischer" werdende Situation, dass hier eben nur geringe Ergebnisse erzielt wurden?


Antworten Antworten Antworten Tom93
05.09.2008 00:39

Re: Re: Re: Vorschlag für Verfassungsänderung

ich lehen die inflationäre anwendung der 2/3-mehrheit und die praxis, alles mögliche als verfassungsgesetz zu beschließen, was nicht verfassungsgesetz sein müßte ebenso ab und halte sie für genauso skandalös wie den obigen vorschlag, budgetdefitite nur mehr mit 2/3-mehrheiten beschließen zu können. die einfache mehrheit genügt in jeder demokratie der welt um beschlüsse zu fassen. alles nur mehr mit 2/3-mehrheit beschließen zu können, ist wie sie richtig sagen völlig unnötig. so würde das land wirklich unregierbar.

Gast: FMP
04.09.2008 15:21

Vorschlag für Verfassungsänderung

Ich finde, dass es auch die "Architektur einer Demokratie" ist, die zu dieser "idiotischen Situation" geführt hat.

Wo bleibt eine mutige Demokratie- und Staatsreform?

Ein Vorschlag: die jeweilige Regierung darf kein Budgetdefizit verursachen; wenn doch dann nur mit 2/3 Mehrheitsbeschluss für das jeweilige Budget. Denn grundsätzlich: Budgetdefizite müssen die Ausnahmen sein.

Damit könnten Wahlzuckerl verteilt werden, die Wahlzuckerlverteiler würden sich dabei jedoch ein bisserl mehr überlegen...

Gast: FMP
04.09.2008 15:20

Vorschlag für Verfassungsänderung

Ich finde, dass es auch die "Architektur einer Demokratie" ist, die zu dieser "idiotischen Situation" geführt hat.

Wo bleibt eine mutige Demokratie- und Staatsreform?

Ein Vorschlag: die jeweilige Regierung darf kein Budgetdefizit verursachen; wenn doch dann nur mit 2/3 Mehrheitsbeschluss für das jeweilige Budget. Denn grundsätzlich: Budgetdefizite müssen die Ausnahmen sein.

Damit könnten Wahlzuckerl verteilt werden, die Wahlzuckerlverteiler würden sich dabei jedoch ein bisserl mehr überlegen...

ohnepolemik
04.09.2008 13:13

Diese Analyse ist n.m.M. einseitig. Dazu 2 Zitate:

E. Bernays ("Propaganda", 1928, Deutsch 2007):
"Die bewußte und zielgerichtete Manipulation der … der Massen ist ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Gesellschaften. Organisationen, die im Verborgenen arbeiten, lenken die gesellschaftlichen Abläufe. Sie sind die eigentliche Regierung in unserem Land."

N. Chomsky ("Hybris", 2006):
"Was von der Demokratie übrig bleibt ist wenig mehr als das Recht, zwischen Waren wählen zu können. Wirtschaftsführer erklären schon seit langem, daß man der Bevölkerung eine "Philosophie der Vergeblichkeit" und des "mangelnden Lebenssinns" vermitteln müsse, um die Aufmerksamkeit der Menschen auf die eher überflüssigen, jeweils gängigen Mode- und Konsumartikel zu lenken.

(Die Leute) überlassen dann ihr Schicksal den Konzernmanagern und der PR-Industrie und im politischen Bereich den selbsternannten "intelligenten Minderheiten", den Dienern und Verwahrern der Macht."

Mehr dazu siehe: http://www.ohnepolemik.at/politik/werbung/

Antworten driver
04.09.2008 17:36

Re: Diese Analyse ist n.m.M. einseitig. Dazu 2 Zitate:

Die Zitate sind gut! Doch was sagen sie aus hinsichtlich einseitiger Analyse?
Darum geht es doch, daß wir Politik und Demokratieverständnis anders erleben als die Wahl zwischen unterschiedliche Supermärkten.
Einen Gutteil tragen dazu sogenannte PR- und Werbe-Experten bei. Mit Schaudern denke ich da an den Parvenu "Luigi Schober" bei der letzten Wahl! Professionelle Lemuren lenken die Menschen ab vom eigenen Denken und Formulieren ihrer eigenen Werte und nachhaltigen Bedürfnisbefriedigungen.
Die Leserzahlen der Krone sind doch der beste Beweis dafür, daß wir bereits eine beachtliche Durchdringung von Idiotentum erreicht haben! Und Idioten wollen von Menschen regiert werden, die ihnen den größten schmarren als Wohltat verkaufen können. Dabei kommt es v.a. aufs Aussehen und das Verkaufen an. Inhalte zu erfassen ist ohnehin kaum wer in der Lage.
Eigentlich ist alles zu Kotzen, aber ausbaden müssen wir es ob wir wählen oder nicht! Da geb ich doch lieber einem Verein meine Stimme.

Murray
04.09.2008 09:38

Jedes Volk hat die Regierenden, die es verdient

Die wahlwerbenden Parteien sind ein Spiegel der österreichischen Gesellschaft, daher sieht der Wahlkampf so aus, wie er nun einmal aussieht.
Die Wahlkampfversprechen, mit denen die Politiker durch die Lande ziehen, mögen zwar völlig überzogen sein, irrational oder dumm sind sie deswegen noch lange nicht:
schließlich kann es durchaus profitabel sein, wenn sich eine 51-Prozent-Mehrheit auf Kosten der unterlegenen 49 Prozent finanziell gesundstößt. Wenn Mehrheitsentscheidungen als das einzige demokratische Kriterium gelten, dann ist das sogar demokratisch.
Und jeder Mensch muss sich zwischen kurz- und langfristigem Nutzen entscheiden, wobei keineswegs der eine "gut" und der andere "böse" ist.
Wirklich schlimm ist, dass sich kaum jemand der Kosten dieser Entscheidungen bewusst ist und es kaum sinnvolle Informationen darüber gibt. Noch schlimmer ist die Überzeugung, dass es allein die Mehrheitsentscheidungen sind, die eine Demokratie ausmachen.

Antworten Ophicus
04.09.2008 12:44

Re: Jedes Volk hat die Regierenden, die es verdient

Es SIND alleine die Mehrheitsentscheidungen, die eine Demokratie ausmachen. Es ist aber - theoretisch - nicht nur die Demokratie, die unseren Staat ausmacht.

Antworten Antworten Gast: Machmuss Verschiebnix
12.09.2008 23:25

Re: Re: Jedes Volk hat die Regierenden, die es verdient

und wer "erzeugt" die Mehrheiten - wer manipuliert
die wählenden Massen ?

Gast: Gerhard
03.09.2008 20:33

Politische Hemmungslosigkeit ?

Viel gravierender erscheint mir die wirtschaftliche und finanzwirtschaftliche Hemmungslosigkeit , die beim
" Ausbaden " sich auf jeden Fall mehrheitlich vieler anständiger Steuerzahler bedient.

Tom93
03.09.2008 20:25

der kommentar eines verzweifelten parteigängers

er muß seine frustration darüber, daß die von ihm offenkundig präferierte partei (deren argumentationslinie er völlig unkritisch übernimmt) doch nicht den leichten wahlsieg einfahren wird, den sie sich durch den bruch der koalition erhofft hat, anscheinend durch wählerbeschimpfung luft machen. indem man einfach alleszu idioten erklärt (wohl mit ausnahme der aufrechten övp-wähler) muß man gar nicht mehr länger nachdenken.

in wahrheit folgt das spießige lamento von herrn prisching auf niedrigerem niveau allen verächtern der demokratie, von der antike über edmund burke bis zu den fürsprechern der faschismen im 20. jahrhundert und bringt nichts neues - außer der erkenntnis, wie wenig man von politik und gesellschaft verstehen muß um heutzutage einen lehrstuhl für soziologie in graz zu erlangen.

Antworten driver
04.09.2008 17:48

Re: der kommentar eines verzweifelten parteigängers

jetzt verspritzt Tom93 auch hier sein rotes Gift und erdreist sich mit dummen Vergleichen für ihn offensichtlich nicht erfassbare Wissenschaftler zu besudeln. Es ist schade daß eine interssante Diskussion durch so eine Dreckschleuder gestört wird. Aber das ist internet. Wer ist da eigentlich der verweifelte Parteigänger ?!

Tom, versuchs doch mal in der Kronenzeitung, du schaffst es da sicher noh auf Seite 2 und kannst vielleicht auch was reimen!

Antworten Antworten Tom93
04.09.2008 20:18

Re: Re: der kommentar eines verzweifelten parteigängers

halten sie ihre aggressioenn etwas im zaum, denn damit tun SIE nämlich einer interessanten diskussion nichts gutes.

die demokratie als herrschaft der idioten zu verunglimpfen, wie das der autor des obigen artikels versucht, ist dumm und falsch. ein blick in die geschichte genügt um festzustellen, daß die demokratie mehr fortschritte für die menschheit errungen hat, als alle "weisen" diktatoren der welt zusammengenommen. darum ist das weinerliche gewinsel des herren professor, der sich beklagt, daß seine övp nicht auf händen getragen wird, und uns den untergang des abendlandes für diesen fall verkündet, einfach fehl am platze.

Antworten pragmatikus
04.09.2008 06:30

Angst lieber Tom 93,

dass vielleicht doch noch so manche Österreicher selbstständig denken und Deinem präferierten Genossen doch nicht wie die Lemminge ins finanzielle Unheil folgen?
Wenn ich Deine Reaktion betrachte, so scheine ich schon einen Stammwähler mit dem Intellekt eines 12-jährigen gefunden zu haben. (siehe Pizzikato vom 3.9.08)

Antworten Gast: Niederösterreicher
04.09.2008 02:11

Re: Wenn bei Tom schon der Appell an die Vernunft nicht wirkt,

dann will ich es mit der Kunst versuchen:

"Seit alters ist`s der Weisen Sitte, stets einzutreten für die Mitte. Wie glücklich ist doch unser Staat! In Werner Faymann wird sie Tat! Mit klarem Wort und offnem Blick, macht er die beste Polit"

Sie sehen, ich bete Faymann ebenso an wie jener Wolf Martin, der diese Verse in der "Krone" des Onkel Hans geknüppelt hat!

Antworten Antworten Tom93
04.09.2008 20:13

Re: Re: Wenn bei Tom schon der Appell an die Vernunft nicht wirkt,

und? was wollen sie damit sagen? daß sie gut aus der korne abschreiben können? nur weil ich mich weigere, die demokratie als "Herrschaft der idioten" verunglimpfen zu lassen, bin ich noch lange kein begeisterter wolf martin-leser.

Antworten Antworten Antworten Gast: Österreicher
05.09.2008 15:07

Re: Re: Re: Was damit gesagt wird: Idiotische Verse oder primitive tiefrote Plakate

machen aus einem Faymann noch keinen fähigen Bundeskanzler.
Sowohl die Einmischung eines millionenschweren Herausgebers einer Bourlvard-Zeitung mit Millionen-Auflage als auch eines Präsidenten der IGK in die Tagespolitik machen betroffen und sind abzulehen!

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