25.05.2012 19:58 | Meine Presse Merkliste 0

Abtreibung: Wege aus der Sackgasse

GASTKOMMENTAR VON ENRIQUE PRAT (Die Presse)

Lebensschutz und Autonomie der Frau: ein Widerspruch? Plädoyer für einen neuen Diskussionsansatz.

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Die öffentliche Diskussion über Abtreibung ist in Europa seit 40Jahren ein Dauerbrenner. Die Debatten verlaufen hitzig, gesellschaftliche Kommunikation zu diesem Thema gibt es praktisch keine, sie erstickt in Emotionen. Kann das alles gewesen sein? Dazu ist die Lage zu ernst und der Preis zu hoch. Doch gibt es einen Weg aus der Sackgasse?

Übersehen wird meistens, dass es zwei verschiedene Ebenen gibt, auf denen zu diesem Thema argumentiert wird: die individuell-moralische und die politische. Diese beiden Ebenen des Diskurses zu verwechseln oder zu vermischen bedeutet den Todesstoß für jede Kommunikation. Deshalb braucht es – insbesondere im öffentlichen Diskurs – bei höchst kontroversen Fragen eine umfassende und umsichtige Annäherung der Positionen. Der Dialog muss auf der Basis von gemeinsamen Überzeugungen, so klein sie auch sein mögen, aufgebaut werden, als Ausgangspunkt für einen möglichen fortschreitenden Konsens.

Nun stellt sich die Frage: Gibt es so etwas wie eine gemeinsame Überzeugung von Abtreibungsgegnern und Abtreibungsbefürwortern? Wo kann ein gesellschaftlicher Diskurs über die Zulässigkeit der Abtreibung ansetzen?


Vernachlässigte These

Abtreibungsbefürworter argumentieren im Rückgriff auf zwei Thesen: 1. Das Selbstbestimmungsrecht der Frau darf nicht angetastet werden. 2. Was im Uterus der schwangeren Frau entsteht, kann sich zwar später zum Menschen entwickeln, kann aber als Embryo in keiner Weise jene Schutzwürdigkeit beanspruchen, die einem Geborenen zukommt.

Der Streitpunkt der rund ein halbes Jahrhundert andauernden öffentlichen Debatte liegt in der zweiten These. Dass das ungeborene Kind alle Menschenrechte besitzt, allem voran das unbedingte Recht auf Leben – darüber gibt es keine Verständigungsmöglichkeit. Weder biologische noch philosophische Argumente werden zur Kenntnis genommen, hier steckt die Debatte in der Sackgasse. Potenzial für eine Wende liegt aber sehr wohl in der ersten, bis jetzt völlig vernachlässigten These: dem Selbstbestimmungsrecht der Frau.

Welche Maßnahmen müssen gesetzt werden, damit jemand in einer Krisensituation wie einer ungewollten Schwangerschaft eine autonome Entscheidung treffen kann? Das ist die Frage, über die in erster Linie debattiert werden sollte. Selbstbestimmung setzt als rationale Fähigkeit des Menschen eine gründliche Prüfung von Zielen und Mitteln voraus. Eine kompetente und ins persönliche Lebensumfeld der Betroffenen emotional gut integrierte Beratung ist unumgänglich.

Eine Frau, die an eine Abtreibung denkt, steht vor einer schwierigen Entscheidung. Sie befindet sich meistens subjektiv in einer Notsituation und steht unter einem starken emotionalen Schock. Sie bedauert, was zu dieser Situation geführt hat und dass sie es nicht verhindern konnte oder wollte. Man kann also im Allgemeinen davon ausgehen, dass eine Abtreibung eine Maßnahme ist, die nicht leichtfertig gewählt wird, weil sie prinzipiell nicht eine Lösung erster Wahl, sondern immer nur eine Lösung zweiter Wahl ist, auf die zurückgegriffen wird, wenn sonst nichts mehr hilft.

Es wäre daher im Sinne einer Unterstützung der Selbstbestimmung der Frau, Leistungen anzubieten, die ihr eine Entscheidung zweiter Wahl, die sie eigentlich nicht will, erspart. Wer die Autonomie der Frau ernst nimmt, sollte alles unternehmen, Elemente von Fremdbestimmung – wie Druck von außen, finanzielle Notlage, Alleingelassenwerden –, zu eliminieren, damit die Frau nicht zur Lösung zweiter Wahl, der Abtreibung, greifen muss.

Schon vor Jahren war ein solcher Konsens in unserer Gesellschaft vorhanden. Am 29. November 1973 sagte der damalige Bundeskanzler Bruno Kreisky (SPÖ) im Parlament: „Man muss alles tun, um im Bereich der Politik diesen ganzen Paragrafen so obsolet zu machen, wie dies mit den Mitteln der Politik, der Psychologie und auch der Moral nur geht, um die Frau zu veranlassen, dass sie dann, wenn sie empfangen hat, das Kind behält.“

Für den Konsens spricht auch das Faktum, dass damals zeitgleich mit dem Fristenlösungsgesetz 1973 ein Entschließungsantrag mit flankierenden Maßnahmen mit Stimmen von SPÖ und ÖVP beschlossen wurde: Von der Regierung wurden als flankierende Maßnahmen zur Fristenlösung „die verstärkte Aufklärung über Empfängnisverhütung, der Ausbau von Familienberatungsstellen, die Erleichterung von Adoptionsmöglichkeiten, die Erhöhung der (inzwischen abgeschafften) Geburtenhilfe, die Erhöhung des Karenzgeldes, der Ausbau der Kindergärten und die Schaffung von modernen Sozialhilfegesetzen“ gefordert. Leider wurden dann die geforderten Maßnahmen wegen der Emotionalisierung des Themas und der Verhärtung der Fronten nicht umgesetzt. Kreisky ging 1974 sogar viel weiter, als er behauptete, dass nur „sehr arme oder sehr ungebildete Gesellschaften“ Abtreibung als Mittel der Geburtenkontrolle einsetzten. Österreich sei „weder arm noch ungebildet, Gott sei Dank“.


Zwang zur Inhumanität?

Die US-Feministin Naomi Wolf, Sprachrohr der „dritten Welle“ der Frauenbewegung, schrieb vor wenigen Monaten in der „Presse am Sonntag“: „Der Feminismus muss als gescheitert angesehen werden, wenn die Töchtergeneration noch zu diesem Mittel zu greifen hat, das alle Beteiligten zur Inhumanität zwingt.“ Der Konsens ist da: Es ist ein politischer Auftrag an die Gesellschaft, alle jene Maßnahmen zu treffen, die es jeder betroffenen Frau ermöglichen würden, auf eine Handlung zweiter Wahl (Abtreibung) nicht zurückgreifen zu müssen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.06.2010)

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17 Kommentare
Gast: Frauenarzt
11.06.2010 18:20
0 0

Selbstbestimmung ist in Wirklichkeit meist Fremdbestimmung!

Bisherige "Lösungsansätze" haben die Tatsache unbeachtet gelassen, dass die biologischen Fortpflanzungsprozesse in der menschlichen Alltagswelt ausgelöst werden, diese aber qualitativ etwas ganz anderes ist, als die Welt, in der Tiere leben und sich fortpflanzen!

Obige Aussage wird untermauert unter: http://www.aerzte-fuer-das-leben.de/schmid-tannwald-grenzen-der-praevention-unerwuenschter-schwangerschaften.html

Für kritische Anmerkungen danke ich im voraus.
Gerne würde ich mit Enrique Prat in Kontakt treten (I. Schmid-Tannwald, siehe obige Homepage)

Gast: Marlies Huber
04.06.2010 11:04
0 0

männer wie frauen...

@Metz... interessanter Punkt. Wäre sicher eine Überlegung Wert. Die Diskussion ist ja an einen Totpunkt gelangt, weshalb ich diesen Beitrag nicht schlecht finde.

@Cassani: was hat bitte das Opus Die mit der Abtreibungsfrage zu tun. Muss man immer irgendwelche Communities da reinziehen. Einfach unvoreingenommen diskutieren und nicht herumideologisieren. Nicht dazu in der Lage? Sonst müsste ich Sie ja gleich als "Linke Zecke" bezeichnen...

Metz
02.06.2010 10:42
0 0

Immer nur die Frauen...

Damit ein Kind entsteht, werden noch immer 2 Menschen verschiedenen Geschlechtes benötigt - eine Frau UND ein Mann. In allen Diskussionen geht es (wie immer) immer nur um die Gefühle der Frauen. Eine Frau darf sich entscheiden ob sie das Kind haben will oder nicht. Ein Mann darf das nicht! Für einen Mann entstehen genauso Pflichten wenn ein Kind auf die Welt kommt. Wieso darf nicht auch ein Mann innerhalb der Fristenlösung entscheiden ob er das Kind will oder nicht? Wenn nicht wird er von allen Pflichten und natürlich auch von allen Rechten entbunden. Wieso ist nicht vorstellbar, dass eine Frau dazu gezwungen wird das Kind zur Welt zu bringen, wenn der Vater seine Verantwortung für das Kind übernehmen will? Ist das wirklich zu viel verlangt?
Abtreibung ist noch immer NUR Frauensache - egal wie viele Ausreden Frau findet.
Emanzipation wäre, dass auch Männer mitentscheiden dürfen. Aber Frau will ja nicht Emanzipation, sondern positive Diskriminierung, welche die Männer zu finanzieren haben!

Gast: Stefanie A.
02.06.2010 09:55
0 0

Sachliche Diskussion

@ cassani: ob nun Kreide oder nicht: das thema ist einfach ein heißes Eisen, dass endlich un emotional geführt werden sollte -- und das wurde in dem Artikel angerissen/gefordert.
da sollten "beide" seiten lernen: aber mir scheint das proAbtreibungsListe stets den emotionalen weg sucht.
meiner meinung nach hat mein kind zuerst ein recht auf leben, dann hab ich ein recht.

@vergewaltigung: das sind schreckliche fälle... aber die sind in der abtreibungsproblematik nicht die große zahl!

Geldfux
02.06.2010 00:33
1 0

Ich akzeptiere die Rechte und Würde

der Frauen, bin Freidenker, doch das Recht aller Frauen über ihren eigenen Körper frei zu verfügen beginnt bei der Vagina! Diese darf nicht frei verfügbar für jeden Mann sein! Das ungeborene Leben ist aber in Wahrheit gar nicht ihr eigener Körper, über den jede Frau frei verfügen kann, sondern nur eine Leihgabe für neun Monate! Nach neun Monaten ist diese Leihgabe ein Mensch, mit allen Rechten auf sein Leben. Jede Abtreibung ist daher ein schwerer Eingriff in das Leben eines anderen Menschen.
Nur bei einer Vergewaltigung ist für mich eine Abtreibung eine berechtigte Abwehr, denn niemand soll eine Frau zwingen dürfen, ein durch ein Gewaltverbrechen entstandenes Leben auszutragen.

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Welcher Irrsinn treibt eigentlich die "PRESSE" an..

hier immer wieder Vertreter des Opus Dei nahen "IMABE" zu Wort kommen zu lassen? In einer österreichischen Qualitätszeitung sollten religiöse Fundamentalisten (auch wenn Sie noch so viel Kreide gefressen haben wie hier) kein Sprachrohr haben!

Antworten Gast: Commentator
02.06.2010 09:31
0 0

Re: Welcher Irrsinn treibt eigentlich die

Können, übrigens, Menschen mit Religion sich nicht an gesellschaftlichen Kontroversen beteiligen?
Mir kommt dieser Artikel erfrischend undogmatisch vor, und eine wichtige, neue Sicht der Dinge eröffnend.
Der Laizismus fordert, der Mensch solle im öffentlichen Diskurs rein säkular diskutieren. Dies ist hier perfekt verwirklicht. Würde Prat mit religiösen Ansätzen diskutieren, wäre Ihre Kritik eher gerechtfertigt, so aber bewegt er sich ausschließl. auf weltliche Weise auf einem gehobenen, ausgewogenen Niveau. Es widerspricht - m. E. - demokratischen Prinzipien, jemandem, der aufgrund seiner Qualifikationen hierzu bestens geeignet ist, die Möglichk.t zur Teilhabe am öffentlichen Diskurs abzusprechen.
Ich bin übrigens nicht Mitglied im Opus Dei, wehre mich aber dagegen, Menschen aufgrund religiöser Überzeugungen zu diskriminieren.
Falls es Ihnen noch nicht aufgefallen sein sollte: Prat argumentiert dezidiert mit den Rechten der Frau, es ist daher inkorrekt und desinformierend -m.E.- zu unterstellen, der Artikel wende ich sich gegen eben diese Rechte.
Prat weist darauf hin, dass Abtreibung suboptimal ist, allein schon weil hierfür ein Eingriff erforderlich ist, und Eingriffe
ziehen Risiken nach sich - gestern wurde auf diepresse.com ein Artikel über Hepatitis-C-Infektionen bei Abtreibungen in Australien.
Auch ist es psychologisch sehr wichtig, Angebote zu schaffen, um Frauen, die abtreiben, und oft in Krisen stecken, sonst täten sie dies nicht, zu helfen - wie Prat erläutert.

0 0

Re: Re: Welcher Irrsinn treibt eigentlich die

Das können Sie natürlich. Nur sollte man sie dann im vorstellenden Text auch richtig vorstellen. Und eventuell wäre dann auch ein Hinweis darauf vonnöten, dass seine Gesinnungsgenossen selbstverständlich hohe Gefängnisstrafen - auch für aus Notsituationen heraus abtreibende Frauen fordern.

Antworten Antworten Antworten Gast: Commentator
02.06.2010 23:26
0 0

Re: Re: Re: Welcher Irrsinn treibt eigentlich die

Wieso?
Weil Menschen wie Sie nach Ihrer Zugehörigkeit zu einer Seelsorgeeinrichtung beurteilen?
Sollten denn nicht die Argumente zählen, derer Prat ausgesprochen gute hat?

Antworten Antworten Antworten Gast: Commentator
02.06.2010 23:24
0 0

Re: Re: Re: Welcher Irrsinn treibt eigentlich die

Sie haben sicherlich den Beleg dafür, dass das Opus Dei hohe Gefängnisstrafen fordert, nicht wahr?

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Re: Re: Re: Re: Welcher Irrsinn treibt eigentlich die

sie fordern nichts anderes als dass abtreibung "wie mord" bzw. beihilfe dazu zu bestrafen ist. das bedeutet nun mal gefängnis, denn die todesstrafe gibt es ja - zum leidwesen von opus dei - bei uns nicht mehr.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Commentator
05.06.2010 23:36
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Welcher Irrsinn treibt eigentlich die

Hmm, könnten Sie bitte belegen, dass Opus Dei diese Position vertritt?

Antworten Gast: Zeitloser Frühling
01.06.2010 21:31
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Re: Welcher Irrsinn treibt eigentlich die

Der Irrsinn heißt "Demokratie" und "Meinungsvielfalt" Herr Cassani.
Ich bin weder Mitglied einer Kirche noch des Opus Dei und ob die Verfasserin des Artikels Mitglied dieser bekannt glaubenskonservativen und fundamentalistischen Glaubensgemeinschaft ist, kümmert mich nicht, solange sie nicht das Forum als Bühne für die Verbreitung von Verbrechen, in diesem Fall die Abtreibungen, benutzt.
Gehören Sie zu den Nutzniesern dieser beschämendsten Handlungen, welche eine aufgeklärte Gesellschaft setzen kann?
Finden Sie den Artikel geschäftsschädigend?
Dann wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen, dass Ihnen in absehbarer Zeit die Einnahmenquelle versiegt.


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Re: Re: Welcher Irrsinn treibt eigentlich die

ich bin nutzniesser von gar nichts. in bin nur ein befürworter einer liberalen offenen gesellschaft, die auch die rechte der frauen akzeptiert. und ich bin gegen einen gottesstaat über die hintertür. die imabe clowns sind ja nicht nur gegen die abtreibung, sie sich ja auch gegen verhütung gegen pränataldiagnostik usw. schauen sie sich mal die homepage an.

Thonet H.
01.06.2010 15:54
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Richtigstellung!

"2. Was im Uterus der schwangeren Frau entsteht, kann sich zwar später zum Menschen entwickeln, ...."
Im Uterus wächst nicht ein Was heran, sondern ein Jemand, ausgestattet mit der vollen Würde, Potentialität und Anlagen einer menschlichen Person. Auch mit den vollen Rechten eines Staatsbürgers, der nach BGB auch erbschaftsberechtigt ist.

Dieser Mensch ganz am Anfang seines Lebens (Verschmelzung von Ei- und Samenzelle) bedarf nur der Nahrungsversorgung und vor allem der Liebe seiner Mutter und ist genauso wie das Kleinkind gänzlich auf die Hilfe anderer angewiesen.
Dieser Zustand kann jederzeit auch während seines Lebens nach der Geburt auftreten, etwa durch Krankheit oder Unfall, häufig jedoch gegen Ende seines irdischen Lebens.

Kein Mensch auf dieser Erde hat das Recht aus welchen Grund auch immer, sein Selbstbestimmungsrecht über das Leben eines anderen Menschen zu stellen. Der Mensch als Geschöpf Gottes, ist nicht Herr über das Leben!

Gast: Mag. Bettina Konradsheim
01.06.2010 15:48
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Thema Abtreibung

Danke sehr für diese Beitrag zu einem der wohl wichtigsten Themen unserer Zeit.
Ich wäre froh, wenn Abtreibung endlich enthabuisiert und zum Thema für eine breitere Öffentlichkeit gemacht würde. Die Ursachen und vor allem die Folgen für alle Beteiligten werden vielfach verschleiert oder negiert und viele Menschen haben schlichtweg keine Ahnung, was Abtreibung eigentlich bedeutet.
In diesem Zusammenhang appelliere ich besonders an den (Biologie)Unterricht an unseren Schulen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein gut gemachter Film die Jugendlichen sehr zum Nachdenken bringen kann und auch soll. Sie sollen wissen, dass bei einer Abtreibung ein Mensch auf grausame Weise getötet wird, dass viele Mütter ein Leben lang unter einer Abtreibung leiden, dass Mütter oft gezwungen werden und sogar mitunter von Ärzten massiv unter Druck gesetzt werden, und natürlich sollen sie auch wissen, dass Menschen für ihre Handlungen - in diesem Fall der Geschlechtsverkehr- Verantwortung zu tragen haben. Lernt man das heute noch in der Schule oder zu Hause?
Ich hoffe sehr auf eine ausgedehnte sachliche und ehrliche Diskussion! Vielleicht wird dann so mancher zu einer anderen reiferen Sicht der Dinge kommen.

Gast: Zeitloser Frühling
31.05.2010 22:18
1 0

Abgetriebener Konsens

Das, was Kreisky sagte und wohl auch ernst meinte, interessiert(e) weder damals noch heute den militanten Feministenblock und ihre männlichen Mitkreischer. Noch schockierender, es interessiert auch heute keine maßgeblichen Politiker.
Hunderttausend Kerzerl gegen ein paar Rülpser, aber nur eine Handvoll davon für Lebewesen, welches man millionenfach weltweit auf brutalste Weise daran hindert, das Licht der Welt zu erblicken.
Wenn in Österreich an die 40.000 angehende Menschenleben jährlich vernichtet werden und ein siecher Professor an derer Statt fast unwidersprochen die Einwanderung von 30-40.000 fremden Staatsbürgern fordert, dann zeigt dies wohl deutlich, wie verkommen und verludert unsere Gesellschaft geworden ist und dass der anscheinend im Verborgenen blühende Konsens das gleiche Schicksal erleiden wird, wie unsere Ungeborenen.

Hinweis

  • Der Inhalt von Gastkommentaren spiegelt ausschließlich die Meinung des Autors wider und entspricht nicht zwangsläufig der Meinung der "Presse".

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