Unwillig zu sparen? Eine Verteidigung der Griechen

GÜNTER TEWS (Die Presse)

Was in Griechenland geschieht, sollte auch in Österreich eine todernste Warnung sein: Schuldenabbau, solange er noch erträglich ist!

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Die diversen zum Teil an Dümmlichkeit kaum zu überbietenden Wortspenden auch höchster Politiker aus ganz Europa über die „faulen“ und „sparunwilligen“ Griechen können nicht unwidersprochen bleiben.

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Ich habe seit 16 Monaten einen Zweitwohnsitz in Athen und erlebe die dramatische Situation vor Ort. Man beklagt, dass die Sparpläne nicht greifen, weil die Steuereinnahmen sinken. Der Sparwille der Griechen wird infrage gestellt. Welche Überraschung! Hier einige Fakten:

• Lohnkürzungen und Pensionskürzungen bis zu 30 Prozent.

• Senkung des Mindestlohns auf 600 Euro.

• Drastische Verteuerungen ohne Ende (Heizöl +100 Prozent; Benzin +100 Prozent, Strom, Heizung, Gas, öffentliche Verkehrsmittel +50 Prozent) in den letzten 15 Monaten.

• Ein Drittel der 165.000 Handelsbetriebe hat zugesperrt, ein Drittel kann die Löhne nicht mehr bezahlen. Zigtausendfach sieht man in Athen das gelbe Schild mit roter Schrift „Enoikiazetai“ – „Zu vermieten“.
• In dieser Misere bricht der Konsum (die griechische Wirtschaft war immer stark konsumorientiert) dramatisch ein. Doppelverdiener (vorher 4000 Euro Familieneinkommen) haben plötzlich nur noch zweimal 400 Euro Arbeitslosengeld, das erst mit mehrmonatiger Verspätung ausbezahlt wird.

 

Kein Gehalt seit Monaten

• Staatsbedienstete oder Bedienstete staatsnaher Betriebe, wie Olympic Airlines oder Krankenhäuser, erhalten seit Monaten kein Gehalt und werden auf Oktober oder „nächstes Jahr“ vertröstet. Den Rekord hat das Kultusministerium aufgestellt, das zahlreichen Angestellten, die auf der Akropolis gearbeitet haben, 22 Monate (!) kein Gehalt ausbezahlt hat. Als diese (friedlich!) in einer Demonstration die Akropolis dicht gemacht haben, wurden sie prompt reichlich versorgt, allerdings nur mit Tränengas.

• Der Staat schuldet den Sozialversicherungen immense Summen, die Sozialversicherungen wiederum den Spitälern und Apotheken; diese können ihrerseits ihre Bediensteten nicht bezahlen.

• Die Milliardentranchen der EU fließen dem Vernehmen nach zu 97 Prozent sofort wieder in die EU zurück, an die Banken zur Tilgung von Raten und neuen Zinsen. So wird das Problem schleichend auf die europäischen Steuerzahler überwälzt. Bis zum Crash kassieren die Banken noch kräftig Zinsen, schreiben die Forderungen zulasten der Steuerzahler ab. Geld für Strukturreformen gibt es daher (noch?) nicht.

• Zigtausende Lkw- und Taxi-Einzelunternehmer haben für ihre Lizenzen zigtausende Euro bezahlen müssen, dafür Kredite aufgenommen und sehen sich jetzt mit einer beabsichtigten Liberalisierung konfrontiert, in welcher Neuunternehmer kaum Lizenzgebühren zahlen müssen, Altunternehmer aber noch auf ihren hohen Krediten sitzen und diese abbezahlen sollen.

• Neue Gebühren werden erfunden, so werden für eine Strafanzeige bei der Polizei gleich 150 Euro fällig. Das Opfer darf zahlen, damit eine Anzeige überhaupt aufgenommen wird. Andererseits legen Polizisten schon ihr Privatgeld zusammen, um die Polizeiautos zu betanken, damit sie wenigstens dringendste Einsätze anfahren können.

• Eine dramatische Erhöhung der Gerichtsgebühren findet statt, gegen die die Begehrlichkeit des österreichischen Justizgesetzgebers als völlig harmlos anmutet.

• Eine neue Immobiliensteuer auf Wohnungen wird eingeführt. Vermieter sollen eine Einmalabgabe von 50 Cent bis zu 16 Euro pro Quadratmeter bezahlen, einzuheben mit der Stromrechnung. Wer nicht zahlt, kriegt auch keinen Strom mehr.

 

Uni-Betrieb zusammengebrochen

• Im öffentlichen Bildungssystem gibt es auf Monate keine Schulbücher mehr, weil der Staat den Verlagen enorme Summen schuldet und die Verlage nicht mehr liefern. Jetzt bekommen die Schüler CDs, die Eltern sollen Laptops kaufen, um überhaupt einen Unterricht zu ermöglichen. Völlig unklar ist, wie die Heizkosten für die Schulen, vor allem im Norden, aufgebracht werden sollen.

• Der Universitätsbetrieb ist überall bis Jahresende faktisch zusammengebrochen. Viele Studenten können ihre Diplomarbeiten nicht abgeben oder Prüfungen ablegen.

• Eine Massenauswanderung unvorstellbaren Ausmaßes steht bevor. Auswanderungsberatungsunternehmen werden gegründet. Die Jugend, darunter viele Studienabsolventen, sieht keine Zukunft mehr in Griechenland. Bis zu 40 Prozent Arbeitslosigkeit bei den Jungakademikern, bis 30 Prozent bei Jugendlichen. Die, die eine Arbeit haben, werden zum Teil nur noch schwarz – ohne Sozialversicherung – zu Hungerlöhnen beschäftigt: 35 Euro in der Gastronomie für einen Zehnstundentag; Überstunden werden regelmäßig verlangt, aber nicht bezahlt. Folge: Die Zukunftsinvestition in die Ausbildung der Kinder geht verloren; von diesen Menschen wird kein Euro Steuergeld nach Griechenland zurückfließen.

 

Wo ist das gepumpte Geld?

• Der Massenabbau an staatlichen Bediensteten wird gezielt unsozial vorgenommen. Vornehmliche werden Leute freigesetzt, die nur noch wenige Monate bis Jahre zur Regelpension haben und mit 60 Prozent der Regelpension als Frühpensionisten abgespeist werden.

Die Frage brennt: Wo ist das gepumpte Geld in den vergangenen Jahrzehnten geblieben? Jedenfalls nicht bei der breiten Bevölkerung. Vielleicht ist es bei den oberen zehn Prozent der Politikerkaste (besser Politikermafia) im Korruptionssumpf versickert. Zahlen sollen aber wieder einmal die restlichen 90Prozent.

Das griechische Volk ist nicht sparunwillig – es kann schlicht nicht mehr. Die, die Arbeit haben, arbeiten sich zu Tode (unbezahlte Überstunden, Zweit-, Dritt- und Viertjobs) zu Hungerlöhnen.

Alle Errungenschaften der letzten Jahrzehnte bezüglich des Arbeitnehmerschutzes wurden pulverisiert. Der Ausbeutung ist damit Tür und Tor geöffnet; die Ausbeutung seitens der kleinen Firmen oft schon eine Überlebensnotwendigkeit. Wenn dann durchsickert, dass die EU-Troika mit den griechischen Politikern Abendessen um 300 Euro pro Kopf genießt, stellt sich nur noch die Frage, wann der Kelomat unkontrolliert explodiert.

 

Die Mitschuld der Bevölkerung

Bleibt die Frage: Hat die breite Bevölkerung ein (Mit-)Verschulden? Zweifelsfrei, sie ist wie die Bevölkerung anderer Staaten auf wirtschaftlich wahnwitzige Versprechen politischer Rattenfänger vor jeweiligen Wahlen hereingefallen. Jede Partei hat mit der Aussicht auf Posten im Staatsdienst um Stimmen geworben.

Was in und mit Griechenland geschieht, sollte allen in Europa, auch in Österreich, eine todernste Warnung sein. Eine Partei, die vernünftiges Sparen zu ihrem Wahlprogramm gemacht hätte, wäre nie in die Verlegenheit gekommen, dieses umzusetzen; sie wäre nicht gewählt worden. Notwendig wäre, den Schuldenabbau anzugehen, solange er noch einigermaßen erträglich und nicht mit finanziellem Völkermord verbunden ist.


E-Mails an: debatte@diepresse.com

Zum Autor

Dr. Günter Tews(*27.2. 1956 in Linz), studierte Rechtswissenschaften. Arbeitet als Familienrechtsexperte und IT-Leiter in der Anwaltssocietät SDSP in Linz und Wien. Er ist mit der Österreicherin Sabine Tews verheiratet, die seit 25Jahren in Athen lebt. Autor des Buches „Unterhalt korrekt rechnen, nicht schlecht schätzen“. [PRIVAT]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.09.2011)

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37 Kommentare
 
12

Österreich knallt mit 100 Sachen in die gleiche Sackgasse!

noch ist eine starke Wirtschaft v.a. bestehend aus einer überaus leistungsbereiten Gesellschaft verantwortlich (alleine und ohne Politkasperl zutun) für die noch Zahlungsfähigkeit!

Österreich ist einer ähnlicher PolitMafia ausgesetzt, einem Pensionsraub auf Kosten der Jungen, einem gigantischen Raub des öffentlichen Dienst auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung!

Und solange sich Österreich nicht gegen diese PolitMafia verbunden mit dem ÖD wehren kann, knallen wir mit hoher Wahrscheinlichkeit in die gleiche Sackgasse wie GR.


Gast: schlÄchter
16.02.2012 18:43
1

sg herr tews!

danke für die interessante und nachvollziehbare vor ort berichterstattung-lesenswerter als fast alles was von professionellen schreiberlingen zu diesem thema veröffentlicht wurde.

die mitschuld der bevölkerung: hier erlaube ich mir aber eine kleine -aus eigener griechenland erfahrung (im übrigen eine sehr schöne und auch im rückblick durchaus wohlwollende für land und besonders leute)-resultierende:

auch die kleinen gewerbetreibenden und landwirte haben stets steuerhintzerziehung planmäßig und in volkssportmanier (wie übrigens auch in spanien und italien) praktiziert.

hier wäre bei aller empathie und sympathie etwas selbstkritik angebracht und stößt die von weiten teilen auch der normalbevölkerung getragene "antigermanische" stimmungsmache doch etwas sauer auf.

gerade deutschland und im geringeren maaße österreich haben durch ihre touristen und prohelllenische einstellung sich das nicht in diesem ausmaß verdient. WKII verweise sind nachvollziehbar aber 70 jahre danach und in anbetracht der selbstgemachten und mitgetragenen jetzigen probleme nicht hilfreich-möchte sagen kontraproduktiv.
die zurückgehenden toristenzahlen sprechen eine deutliche und ebenso nachvollziehbare sprache.

in diesem sinne
mfg
s.

dieser fast 5 Monate alte Artikel gehört heute zu den "Meistgelesenen", weil er weit und breit der einzige ist, derschreibt, was in Griechenland wirklich vor sich geht!

Immer nur die Griechen beschimpfen, ist falsch, es sind die EU-Politiker, die dieses Unglück angerichtet haben!

Zuerst wollten die EU-Bonzen die Griechen unbedingt mit dem Euro "beglücken", obwohl sie wissen mussten, dass die ohnehin schwache griechische Wirtschaft damit völlig ruiniert wird und dass die von allen Staaten des Euroraumes garantierte Währung für die griechische Regierung eine Einladung war, alles mit Schuldenmachen am Laufen zu halten

Als das Desaster dann - wie vorherzusehen war - eintrat, hat die EU die Griechen gezwungen, das Einkommen der kleinen Leute drastisch zu verringern, was kein Volk der Welt geduldiger ertragen würde als die Griechen!

Auch dass die Griechen von den "Hilfsgeldern" gar nichts haben, weil alles nur an die ausländischen Gläubigerbanken geht, damit die ihre Bilanz frisieren können, ist ein Skandal!

Ohne Schuldenschnitt von (fast) 100 Prozrnt und eine Währung, die sie abwerten können (nicht den Euro, sondern die Drachme) kann Griechenland niemals wieder auf die Beine kommen!

Die närrische EU-Politik läuft auf eine dauernde Notunterstützung der sonst verhungernden griechischen Bevölkerung hinaus, die weder für die Griechen, noch für die Dauerunterstützer tragbar ist und da wie dort im Aufruhr enden muss!

Es ist völlig unerheblich,

ob und wie die Griechen "verteidigt" werden.
Sie sind bankrott!!!!
Das ganze Herumgerede ändert nichts daran.
Es ist so unsinnig wie eine Abstimmung über die Schwerkraft. Sie wirkt einfach, egal ob Dummköpfe über sie reden.

• Lohnkürzungen und Pensionskürzungen bis zu 30 Prozent


Laut "Der Spiegel" Printausgabe betrug das Monatseinkommen von Lokomotivführern der Staatsbahn ΟΣΕ inkl. Prämien und Zulagen bis zu 7200 EUR.

Gast: gssadfsdfg
05.10.2011 12:15
3

Was ist die Schlussfolgerung aus dem Artikel?

GR raus aus dem Euro und aus dem Schengenraum?

Re: Was ist die Schlussfolgerung aus dem Artikel?

Was soll das bewirken?

Gast: asdasdasSADFDF
05.10.2011 12:10
2

Steuern kann ich auf 320.000 Prozent erhöhen.

Nur das bringt nichts, sie sollten auch mal eingehoben werden. Und auch hier hat die griechische Bevölkerung Mitschuld, ich kenne ja nur einen Griechen, dem erscheint der Gedanke Steuern zu zahlen als völlig abwegig. Auf die Frage danach antwortete er "NATÜRLICH hab ich noch nie Steuern gezahlt, das ist bei uns so" Was Ihr Artikel aber sehr gut beschreibt ist, dass die Rettungsversuche unnütz sind. Teuer, das Geld kommt nicht an und mehr wird den Resteuropäern ohne Unruhen auch nicht mehr zuzumuten sein. Also Ende des Euroabenteuers und jedes Land hat wieder eine Währung, die die Wirtschaft des Landes abzeichnet. Dass es den Griechen heute so schlecht geht liegt doch nur daran, dass sie mit der Euroeinführung zu leicht zu billigem Geld kamen. Sie naschten an der hohen Bonität der Nordstaaten mit, die deren Bevölkerung durch ihre Arbeitsleistung erwirtschaftet hat und haben auch gut von den Transferleistungen der Nettozahler profitiert. Der Euro war eine Spinnerei der Politikerkaste und die europäische Bevölkerung hat das nun auszubaden.

Gast: super
05.10.2011 11:43
4

bitte das stiiimt, aber

es ist leider tatsache, das diejenigen, die noch etwas verdienen, v.a. tourismus, weiterhin so viel wie möglich "schwarz" machen - das ist das problem.
denn die geschröpften finanzbeamten arbeiten auch gegen den staat....

Gast: FH
05.10.2011 10:15
3

Sclimm, aber

Schlimm. Der Euro dürfte das strukturelle Problem noch sehr verschärft haben. Eine Drachme könnte abwerten. So geht es nur über Bezugskürzungen.
Eine slowakische Durschnittspension macht so ca. 400.-aus. , wie der Parlamentspräsident gesagt hat. Für mich wohl ziemlich eine einer der besten Politiker. In Österreich war auch lange Jahre die Sozialhilfe bei nur ca. 450 (ohne Wohnkosten). Die griechischen Bezüge usw. dürften nur auf riesigem Pump finanziert gewesen sein und entbehren jedweder ökonomischen Grundlage. 4.000 Euroeinkommen? In Bulgarien oder der Türkei hättens wohl ein Fünftel bezogen.
Der Tourismus auf den Inseln erwirtschaftet ja einiges. Athen und die Stadte sind wohl die großen Verprasser.

Verantwortliche für Kulturgüter müssten (nach dem Artikel) besser direkt über die EU entlohnt werden. Wozu zahlt die EU ansonst?

Warum erklärt Griechenland nicht einfach Konkurs?

Das wenige Geld fließe dann nicht in Schuldentilgung und hohe Zinsen, sondern in die eigene Wirtschaft.
Eh, klar, es gibt dzt. kein Prozedere dafür. Aber was schert das den Griechen. Stellt einfach alle Schuldentilgung und jede Zinszahlung ein, solange bis sich die EU anschickt, auch das undenkbare einmal zu denken, bis es ein Insolvenzverfahren gibt und ihr in geordneter Weise die Schulden los werdet.

Gast: Thomas Meyer
23.09.2011 12:31
2

Wird höchste Zeit...

...den Mindestlohn in Griechenland auf 600 Euro herabzusenken, in Portugal beträgt er 500 Euro und Portugiesen sind mindestens genauso fleissig wie Griechen, die nur etwas gerissener sind.

Endlich ein wirklich fundierter Beitrag zum Thema Griechenland

Ich habe mich bereits gefragt wieso die EU es nötig hat bei der "Rettung" Griechenlands den IMF und die WB einzubinden. Nach Herrn Tews wirklich fundiertem Artikel dämmert mir so manches......wirklich beunruhigend.

Gast: daswars
22.09.2011 20:08
5

Analyse

Herzlichen Dank fuer diesen Artikel!

Externer Autor

Ich habe mich schon gewundert - der flockige Stil will so gar nicht zur Presse passen.

Gast: Antideologe
22.09.2011 11:20
5

Großartiger Artikel

Herr Tews nennt die Dinge beim Namen. Und seine Warnung ist mehr als berechtigt! Aber was wird es nützen?! Zwar macht sich auch die österr. Bevölkerung – und ALLE europäischen Bevölkerungen! – mitschuldig am unmittelbar drohenden wirtschaftlichen (und moralischen!) Zusammenbruch ihrer Länder, nicht nur weil die meisten Menschen innerhalb der jeweiligen Bevölkerung ja hemmungslose Nutznießer der sich selbst zerstörenden Sozialstaaten sind – sondern weil wir eben ermöglicht/zugelassen haben, dass Europa von einer Bande verantwortungsloser Politiker und Politikerinnen ´regiert´ wird – will heißen: dass eine schamlose, sündteure, und wie man besonders in letzter Zeit sieht: auch kriminelle Günstlings- u. Klientelpolitik gemacht wird (z.B. Bauern, ORF, ÖBB...) und man müsste diese Doppelnullen schleunigst zum Teufel jagen. Die bittere Frage ist bloß: WIE??? Abwählen bei der nächsten Wahl wird absolut nichts ändern, denn ich sehe in keinem Land eine Opposition, die es besser machen könnte oder würde!

Lösungsvorschläge innigst erbeten!!!

Ein kleiner Vorgeschmack auf das was uns bald blühen wird

wenn die Regierung weiterhin so nicht reformiert, ach ja die Bundeshymne wird ja gegendert - eine wahre Großtat in 2 Jahren.

Wahnsinns Großtat

Gast: Luzifer
21.09.2011 14:44
2

Man hätte schon beim Beitritt Griechenlands

an die Probleme denken sollen, die Deutschland beim Beitritt der DDR hatte. Auch da erwies sich die Übernahme der starken D-Mark für die unprokuktive und verschuldete Wirtschaft Ostdeutschland als höchst fatal. Die Wiedervereinigung Deutschlands und die Einführung der D-Mark geschah unter Zeitdruck, weil man wußte, daß das "window of opportunity" nicht ewig lang offenstehen würde und eine massive Auswanderung der DDR-Bürger in die BRD befürchtete. Im Fall Griechenland hätte man aber genügend Zeit für eine Übergangsphase gehabt, damit die griechische Wirtschaft an die EU-Standards Anschluß findet. Mit ungeheurem finanziellem Aufwand ist die wirtschaftliche Angliederung nach 20 Jahren so einigermaßen geglückt. Was Deutschland vermöchte, sollte also die viel größere EU auch noch schaffen - zumindestens in den nächsten 20 Jahren!

Gast: 1. Parteiloser
21.09.2011 14:16
1

Viel Wahres dran!

Griechenland, bei einer Gesamtbetrachtung, ist ein perfektes Beispiel für Regierungsversagen und den Umgang mit öffentlichen Geldern. Leider ist es so, dass auch bei einer Befreiung vom Zinsendienst das Land sich immer nicht selber erhalten könnte. Die Strukturprobleme sind so schwerwiegend, dass es einfach nur noch die Massenarmut geben kann, wenn es zu einer reduzierten Mittelzufuhr von außen kommt.

Ich bin auch der Meinung, dass Griechenland keine anderen Probleme hat als viele andere Länder der Eurozone auch, nur eben etwas größere Probleme, welche etwas früher die Wirkung entfaltet haben. Was nächstes Jahr in Griechenland passieren wird, das muss zwangsläufig auch mit einer Verzögerung von mehreren Jahren zu uns kommen. Die Struktruprobleme sind doch durchaus vergleichbar, die Misswirtschaft mit den so anonymen Steuergeldern auch.

Bei den Korruptionsexzessen und der Selbstbedienung der Gewerkschaften, über die Gesetzgebung, in Griechenland kann man wohl kaum von einer Verantwotung der Bevölkerung sprechen. Da haben einfach die Volksvertreter versagt, weil diese die Verantwortung der demokratischen Ämter nicht einmal ignoriert hatten. Auch in diesem Fall drängt sich ein direkter Vergleich mit Österreich auf.

Die Schuld liegt alleine bei den Entscheidungsträgern, welche die notwendigen ethischen Grundlagen nicht hatten und auch noch nicht haben. Die Perspektiven sind daher mehr als bescheiden.

nach 40 Jahren Umverteilungsgehirnwäsche

glauben die Öst. nicht mehr an Leistungsanreiz, Wertschöpfung u. daraus folgend Wohstandsschaffung- bzw. Erhalt. Wir glauben an UMVERTEILUNG !! Doch UMVERTEILUNGSGLÄUBIGE sind fast nicht heilbar. Denn es muss doch noch ein paar Reiche geben, denen man...

Gestohlenen Beamtenpensionen, irre aufgeblähte u. schwer überbezahlte ((c) Erich Streissler, Hannes Androsch, Bernd Marin, Claus Raidl usw.) Bürokratie, nebst unfairem Steuersystem regt niemanden auf. Kleingeistige Politiker meinen ernsthaft Strukturprobleme mit Umverteilung lösen zu können. Quo vadis AUSTRIA ??

widerlegung

fast jedem zweiten der angeführten argumente könnte man gegengründe nennen, daher nur der- immer wieder wiederholte unsinn- das geld sei nicht in der breiten bevölkerung gelandet, sondern nur in der mafia der obersten 10% (die anscheinend per se kriminell sind). der autor zählt selbst das beispiel des doppelverdienerpaares, das 4000 euro im monat nach hause gebracht hat, auf. die beiden haben- im durchschnitt gesehen- parteien gewählt, die ihnen volkswirtschaftlich unnütze jobs verschafft haben, von denen sie insgeheim selber wussten, dass sie nicht wirklich benötigt werden. dieses ehepaar hat dem staat also über 50.000 euro im jahr (mit sonderzahlungen) gekostet, und das über jahrzehnte. und dieser fall- das sind "kleine" leute!! die da profitiert haben- zigtausendfach. DAS hat den staat schleichend zugrunde gerichtet.

Re: widerlegung

widerlegt?
41 Mrd. beim Fiskus ausständig

Aber auch abseits der Gewerkschaften gibt es Kritik, dass die neuen Maßnahmen wieder nur die Mittelschicht treffen würden und etwa die von vermögenderen Griechen hinterzogenen Steuern erneut nicht eingetrieben werden würden. So schulden allein 14.000 griechische Privatpersonen und Firmen dem Staat 36 Mrd. Euro. In Summe sind beim Fiskus 41 Mrd. Euro ausständig.

Antworten Antworten Gast: Eierbär
23.09.2011 06:17
2

Leider nix

das Mantra aller Linken: die pösen Kapitalisten zahlen a) zu wenig und b) überhaupt keine Steuern stimmt hier nicht. Die Milliarden an Steuerforderungen sind uneinbringlich. Darunter befinden sich solch Gustostückerln wie eine Forderung gegen ein Athener Warenhaus, welches vor 20 Jahren abgebrannt i
und deren Besitzer schon seit Jahren verstorben ist. Wahrscheinlich bestehen die Steuerforderungen nur deshalb, damit eine Erfolgsprämie an die Beamten ausbezahlt wurde und Beamte irgendwelchen Scheintätigkeiten nachgehen können.

Antworten Antworten Antworten Gast: 88ERS
02.11.2011 10:35
1

Besagter Fall ist bekannt

und es handelt sich um eine Steuerforderung auf die Versicherungssumme. So what?

Re: Re: widerlegung

ist eine Menge Geld, das bezweifelt niemand. Gleichzeitig betrug das Defizit Griechenlands 2009 etwas über 30 Mrd. Bei 100% Erfolgsquote beim Eintreiben (die grössten Steuerschuldner sieht übrigens staatliche Betriebe), was man ohnehin nie erreicht, decken Sie das Defizit damit nicht einmal anderthalb Jahre. Und bei 350 Mrd. Gesamtschulden bauen Sie ca 10% ab. Soviel es auch klingt, damit sanieren Sie keinen Staat (das heisst nicht, dass ich das Eintreiben der Steuerschulden nicht befürworte!)

Gast: Die Ösi-Pleite kommt bald!
21.09.2011 10:14
4

Und was wird demächst aus Ösistan?

Dieser Artikel sollte Pflichtlektüre für alle unsere Politiker sein, damit sie sehen, wohin sie uns mit ihrer Realitäts- und Reformverweigerung führen.

Dann will es wieder keiner gewesen sein ... und schuld ist sicher der "Schüssel", weil der seit Jahrzehnten als einziger wagte, zu sparen bzw. eher sanft zu reformieren - und dafür mit dem "Entzug" der Wiederwahl "belohnt" wurde: Details siehe am Ende obigen Artikels ...


 
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