Elchtest für Rot-Grün

DIETMAR NEUWIRTH (Die Presse)

Die Verkehrspolitik in Wien emotionalisiert. Auch den Bürgermeister.

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Wann war Wiens VP nach Erhard Busek und den Bunten Vögeln je wichtig? Eben. Seit Äonen bringt es die heutige Kleinpartei derzeit wieder zu fünf Minuten Ruhm. Manfred Juraczka heißt der Mann, der mit seiner Kampagne gegen die Parkpickerlausweitung die Stadtregierung in Bedrängnis bringt. Verkehr generell und Autofahren speziell emotionalisieren (in bisweilen schwer verständlichem Maß).

Jetzt sogar Bürgermeister Michael Häupl. Er will nicht zusehen, wie das Thema polarisiert – auch seine Wählerschaft. Daher regiert er seinem grünen Partner dazwischen. Vor wenigen Tagen hat Häupl ohne Maria Vassilakou ein Gespräch mit der VP-Spitze geführt. Jetzt müssen die Grünen mit der VP sogar verhandeln: alles zusammen das Gegenteil eines Vertrauensvotums für Vassilakou. Das Parkpickerl wird so zum Elchtest für die rot-grüne Koalition, die Versuchsballon für den Bund sein soll. Koalitionen sind aus läppischeren Gründen zerbrochen. In Wien scheint das unwahrscheinlich. Aber die Saat des Misstrauens ist gesät.

 

dietmar.neuwirth@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.06.2012)

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9 Kommentare

demokratie verstehen die grünen nur dann, wenns ihnen nicht in den kram passt!

sobald aber gegen ein grünes programm eine volksbefragung durchgeführt werden soll, ziegt der grüne stalinismus seine wahre fratze!

Glaubwürdigkeitsproblem

Seit bekannt ist, dass Vassilakou ängstlich vermeiden wollte beim Besteigen eines Dienst-PKW gesehen zu werden, hat sie und die restlichen GrünInnen ein Glaubwürdigkeitsproblem. Wenn man/frau dafür eintritt nur Öffis zu nutzen, dann auch selbst. Wenn man/frau gelegentlich mit dem PKW fahren will, weil es eben manchmal bequemer ist oder sogar unvermeidlich, dann dazu stehen und das auch dem dummen Bürger zugestehen.

Jetzt müssen die Grünen mit der VP sogar verhandeln:

worüber?
ob der autobesitzer in der nähe seiner wohnung nur 15 minuten zwecks parkplatzsuche kreisen muss oder in hinkunft 30 minuten?

wenn es eine definition von 'blöd' gibt, dann für jene autofahrer, die lieber keinen bagatellbetrag fürs parkpickerl zahlen wollen sondern sich lieber mit ortsfremden um parkplätze raufen wollen!

Re: Jetzt müssen die Grünen mit der VP sogar verhandeln:

Bagatellbetrag ??? Für 2 Stunden 4 Euro (= 52 ATS) ohne Versicherungsschutz und Parkplatzgarantie ?

Bitte aufwachen, Colonel !

Re: Re: Jetzt müssen die Grünen mit der VP sogar verhandeln:

ja, ich bin munter! sie hingegen sollten sich die schläfrigen äuglein reiben und LESEN.
"in der nähe der wohnung" impliziert, dass es sich um einen pickerlbesitzer handelt. und der jahresbetrag fürs pickerl ist ein bagatellbetrag.

Blöd ist es eher,

einen Bagatellbetrag für KEINEN Parkplatz zu zahlen und an allen anderen Orten viel Geld fürs Parken zu zahlen.

Das allzu erfolgreich angewandte Florianiprinzip wendet sich irgendwann gegen einen selbst.

Re: Blöd ist es eher,

blöd ist es, wenn sie ausgerechnet in einer gegend wohnen, wo es trotz parkpickerl zu wenig parkplätze gibt.
aber das trifft nicht auf alle zu!
vor allem in den neu hinzugekommenen bezirken parkt eine große zahl an autos ohne "W" auf dem kennzeichen. dort herrscht auch parkplatznot, die sich deutlich lindern wird, sobald das pickerl kommt.

ps.: die bezirke, die sie ansprechen, sind die innerhalb des gürtels. eine gegend, die überdruchschnittlich durch öffis erschlossen ist. wer dort ein auto vor der tür stehen haben will, soll besser nicht jammern sondern umsteigen!

Gast: Robin S.
26.06.2012 22:21
10

Die grünen und Kultur - ein trauriges Kapitel

Nur das nicht!!
Den Grünen darf man GAR NICHTS anvertrauen - soeben nicken Sie den Verkauf unserer schönsten Kultur- und Naturgüter im Gemeinderat ab - Semmelweis, Steinhof - um die Spekulationsverluste und Schulden der Wr. roten Stadtregierung abzudecken und zu verschleiern!

Diese elenden Verräter und Wendehälse, allen voran Vassilakou und Chorherr (ein Bau-Lobbyist?) samt Kickert VERNICHTEN unser denkmalgeschütztes Jugendstiljuwel, das Otto-Wagner-Spitalsareal am Steinhof, um nur ja in der Koalition und mit dem Rüsasel im Futtertrog zu bleiben:

http://www.steinhof-erhalten.at

http://www.aktion21.at/themen/index.html?menu=183

Eine Schande ist das, schämt euch, ihr Grünen im Rathaus

Gast: Kritiker12345
26.06.2012 19:43
4

Rot-Grün...

... wäre garnicht mal so eine schlechte Alternative, hätte Bürgermeister Häupl den Grünen nicht das Amt des Verkehrsstadtrates zugewiesen. Die Ressorts "Kultur und Wissenschaft" oder "Bildung, Jugend, Information und Sport" hätten besser gepasst...

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