20.05.2013 02:51 Merkliste 0

Putsch gegen Ägyptens Puppenspieler

von Wieland Schneider (Die Presse)

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Präsident Mursi hat einen wichtigen Schritt zu einem zivilen Ägypten gesetzt. Aber ist es auch ein Schritt zu einem demokratischeren Land?

Er galt als starker Mann Ägyptens, als mächtiger Puppenspieler, der im Hintergrund die Fäden zog. Alle Politiker, die in den vergangenen eineinhalb Jahren in Ägypten regierten, waren nicht viel mehr als die Marionetten des betagten Militärchefs. Damit ist es nun vorbei: Die Puppen marschieren nicht mehr so, wie Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi es befiehlt.
Präsident Mursi hat mit seinem Überraschungsschlag lautstark Anspruch auf die Oberhoheit über die Armee erhoben. Das könnte Ägypten in neues Chaos stürzen. Doch grundsätzlich war die Maßnahme richtig: Auch in Ägypten muss der Primat der Politik über das Militär gelten. Tantawi und seine Männer hatten 2011 Mubarak gestürzt, um an der Macht zu bleiben - dort, wo Generäle nicht hingehören.

Mursi hat einen mutigen Schritt auf dem Weg zu einem zivilen Ägypten gesetzt, in dem gewählte Politiker die Richtung vorgeben und nicht das Militär. Ob es - sofern Mursi Oberhand behält - ein Schritt zu einem demokratischeren Ägypten war, ist aber offen: Wenn sie die Armee unter ihre Kontrolle bekommen, erhalten Mursis Muslimbrüder Kontrolle über die gesamte Macht im Staate. Wie behutsam sie damit umgehen, muss sich erst zeigen.


wieland.schneider@diepresse.com

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2 Kommentare
Gast: schonwiederich
13.08.2012 13:48
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putsch? wer soll denn putschen?

eine handvoll überalterter überbezahlter offiziere die zT sogar noch von nasser selbst befördert worden sind?
ihre unterbezahlten zum größten teil aus ärmlichen verhältnissen stammenden soldaten. jene die wenn sie nicht gerade die uniform tragen genau die zielgruppe der muslimbrüder und sonstiger salafisten sind?

die sollen gegen eine (höflich formuliert) konservativ muslimische (vom volk "gewählte") regierung putschen?

echt jetzt?


Gast: Niederösterreicher
13.08.2012 11:47
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Das ägyptische Volk hat Mursi gewählt.

Und die Wahl muß man akzeptieren, ob einem ein Islamist an der Spitze dieses Staates gefällt oder nicht. Da nützen auch keine (westl.) Jubelmeldungen über angebliche Freudendemonstrationen, weil das Militär gegen Islamisten in Sinai vorgegangen ist. Und so nebenbei erfährt man auch, daß sich Agypten zur Demilitarisierung dieses Grenzstreifen in Camp David verpflichten mußte. Diese Vereinbarung wurde eingehalten. Von der Gegenleistung, nämlich der Gründung eines unabhängigen Palästinenserstaates aber hört man gar nicht???

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