20.06.2013 06:34 Merkliste 0

Eine Frage der Gerechtigkeit

KARL ETTINGER (Die Presse)

Wer Pensionsreform sagt, muss auch Privilegien in der Sozialversicherung angehen.

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Für Sozialminister Hundstorfer kommt der Bericht des Rechnungshofes zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Während er darangeht, den Österreichern längeres Arbeiten und Rehabilitation statt Invaliditätspension schmackhaft zu machen, zeigt das Kontrollorgan auf, dass Bedienstete der Sozialversicherungen dank saftiger Zusatzpensionen gegenüber normalsterblichen ASVG-Versicherten immer noch stark begünstigt sind.

Zwar wurde für jene, die nach 1996 eingetreten sind, eine Anpassung an das ASVG vorgenommen. Tausende andere profitieren aber weiter davon, dass die Sozialversicherungen mit ihren eigenen Bediensteten etwa bei den Abschlägen höchst kulant umgegangen sind. Großzügiger jedenfalls als Regierung und Gesetzgeber mit ASVG-Versicherten und Bundesbeamten.

Der Sozialminister betont, ihm seien gesetzlich die Hände gebunden, nur höhere Beiträge von Sozialversicherungspensionisten seien möglich. Aber Hundstorfer ist selbst in der Sozialpartnerschaft groß geworden, die in der Sozialversicherung das Sagen hat.

Und ist nicht „mehr Gerechtigkeit“ genau jene Parole, die der sozialdemokratisch dominierte Teil der Sozialpartner, also Arbeiterkammer und ÖGB, in den letzten Wochen so oft beschworen haben? Das sollte auch für (privilegien-)geschützte Werkstätten gelten. Wenn Gerechtigkeit nicht bloß ein billiger Wahlkampfslogan sein soll, dürfen die Österreicher von Hundstorfer erwarten, dass er auch beim Stutzen von Pensions-Sonderrechten sein ganzes politisches Gewicht in die Waagschale wirft.

 

karl.ettinger@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.10.2012)

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8 Kommentare
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Prognose

Auf dieses Werfen werden wir lange warten....

Gast: eamon clever
16.10.2012 09:46
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recherche wäre angebracht, kollege e

auch die vor 1996 eingetreten bediensteten haben reformen in der berechnung aufgebrummt erhalten, indem die durchrechnungszeiträume ständig erweitert werden. Dadurch ergibt sich eine nivellierung der bemessungsgrundlage und ein absinken der tatsächlichen monatlichen dienstpension. Ist ja logo.
Die von rh errechneten 84% im sv-bereich können nur pensionisten treffen, die jetzt schon pensionsbezieher nach dem ganz alten system vor 1984 sind oder aus der NB ihre pension erhalten. Das wird im RH-Bericht auch deutlich unterstrichen. Vielleicht sollten die kommentatoren nicht nur die zusammenfassungen der rh-berichte lesen!

Undenkbar in normalen Ländern, wie der Schweiz !!


Zwangsversicherte müssen ohne demokratische Legitimation Wahnsinnspensionen finanzieren.

Gilt natürlich auch für ORF, ÖNB usw. usf.

Die rotschwarzen Pseudosozialisten plündern ohne Genierer die Wertschöpfer aus.

Das werte ÖsterreicherInnen, ist gelebte unSozialpartnerschaft.

Wos kümat an ökon. halbgebildeten Funktionär der Gleichheitsgrundsatz...

Gast: wolfi48
16.10.2012 00:12
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Gerechtigkeit?

Mir kommen zwar angesichts der Regelungen in der SV nicht gerade die Tränen, doch fällt mir auf, dass hier wieder einmal ein Thema zur Sprache gebracht wird, dass NUR Emotionen auslösen wird. Denn den meisten fehlen die grundlegendsten Informationen für den Bereich der SV.
Ausserdem stört mich, dass die "Vermögenssteuern" als Beitrag zur "Gerechtigkeit" vehement bekämpft werden, aber ein relativ kleiner Personenkreis - wieder einmal am Pranger - steht. Die Einsparungen, die der Rechnungshof ausrechnet - auf diese Jahrzehnte bis 2050 verteilt - sind ja ein Klacks im Hinblick auf das SV-Gesamtbudget.
Jeder der auch von Tintenburgen spricht, sollte einmal z.B. in einem Unfallkrankenhaus der AUVA oder oder in einem der 17 Rehabilitationszentren der PVA sich aufhalten (müssen). Dort arbeiten tausende höchst engagierte Bedienstete der SV die sich jetzt alle!! "was anhören" können (ich bin keiner!!)

Bei den Versuchen zur Versteuerung von Vermögen o.ä. wird von Neidgesellschaft gesprochen und hier nicht? Seit mindestens 16 Jahren werden diese Dienstordungen (meist als Privatangestellte, gewachsen aus den sog. "Privatbeamten" seit 1906) ZU RECHT,aber faktisch "zu Ungunsten" auch 2013, im Vergleich mit den vorhergehenden Bestimmungen der Bediensteten und deren Pensionisten geändert - wieso spricht man dann von "angehen"? Von dem geringen Verwaltungsaufwand der SV kann jede Firma nur neidvoll träumen.
Die Lösungen für die Zukunft liegen ganz wo anders als nur! in Privilegiendebatten

Gast: ein schwarzes Schaf
15.10.2012 23:30
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die Lobbyisten haben das Stimmvieh in der Hand,

. . . bliebe nur eine Revolution der Rechten unter Stronach.

nur höhere Beiträge von Sozialversicherungspensionisten seien möglich.

Na, dann doch schleunigst erhöhen! Es gibt keine wohlerworbenen Rechte zulasten der jüngeren Generation!

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Die Sozialminister der letzten Jahrzehnte


- mit Ausnahme der Schüssel-Regierung, wo dieses Ressort blau/orange war - hat immer SPÖ gestellt.

Es wäre also bisher genug Zeit gewesen für "Pensions-Gerechtigkeit" bei den Sozialversicherungen im Vergleich zu ASVG zu sorgen.

Warum wurde bisher nicht für Gerechtigkeit gesorgt? Wen Hat Faymann beim Parteitag eigentlich adressiert als er Gerechtigkeit einforderte?

Re: Die Sozialminister der letzten Jahrzehnte

Er hat niemanden adressiert. Es war nur eine leere Worthülse bzw. ein Beitrag zur Neiddebatte.
Wenn Menschen wie er, Häupl oder Cap "Gerechtigkeit" sagen, meinen sie damit die eigenen Taschen.

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