Teuerstes Foul der Geschichte

WOLFGANG WIEDERSTEIN (Die Presse)

Englands Meister Manchester City ist zu einem reinen Fantasieklub verkommen.

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Die stolzen Engländer, die den Fußball erfunden haben wollen, sind wieder einmal in ihrer Ehre gekränkt. Das Foul hat Manchester City begangen, denn noch nie war eine englische Mannschaft in der Champions League schlechter – die Milliardentruppe hat keinen einzigen Sieg zusammengebracht. Der „Daily Express“ stempelte die Auswahl von Trainer Roberto Mancini daher zu den „Trotteln Europas“ ab.

Für den Meister ist der Europacup vorbei, weil die Millionenstars selbst gegen eine bessere B-Elf von Borussia Dortmund großteils derart lustlos auf dem Rasen agierten, dass man fast schon von Arbeitsverweigerung sprechen konnte. Englands Meister, geistig schon beim Manchester-Derby am Sonntag, hat damit auch ein schweres Foul an den über 66.000 Zuschauern im Stadion und den unzähligen TV-Konsumenten begangen. Und sie haben den Klubbesitzer, Scheich Mansour bin Zayed al-Nahyan, sicher schwer verärgert. Trainer Mancini versuchte, die Niederlage zu relativieren bzw. schönzureden, seinen Kopf wird der Italiener aber nicht retten können. Längst werden Guardiola und Mourinho als mögliche Nachfolger genannt. Der Klub ist offenbar zu einer der teuersten Fußballfantasiewelten verkommen.

 

wolfgang.wiederstein@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.12.2012)

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Das "schwere Foul an den über 66.000 Zuschauern im Stadion" werden die ca 99% Dortmund-Fans relativ unbeschadet überlebt haben, hat doch ihre MAnnschft knapp gewonnen...

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