Wiener, fühlt euch verhöhnt

DIETMAR NEUWIRTH (Die Presse)

Mikrobefragung rund um die Mariahilfer Straße.

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Ein Ressort eigens mit der Zuständigkeit für Bürgerbeteiligung zu betrauen gehört nicht zu den nutzbringendsten, sicher aber auch nicht zu den erbärmlichsten Ideen von Rot-Grün in Wien. Aufschlussreich und ernüchternd ist, wie das implizite Versprechen eingelöst, das heißt also nicht eingelöst wird. Siehe Parkpickerl mit der sibyllinischen Fragestellung. Oder Mariahilfer Straße. Für diese soll auf Wunsch der Grünen in einem Bereich eine klassische Fußgängerzone, über weite Teile eine verkehrsberuhigte Zone verordnet werden. Interessante Idee. Nur: Wie war das gleich mit Bürgerbeteiligung? Ach ja, einige hundert Anrainer werden befragt. Nur jene der unmittelbar betroffenen Straßenzüge. Dabei wird aber nicht gefragt, ob die Mariahilfer Straße Fußgängerzone werden soll. Worüber dann überhaupt abgestimmt wird? Ob die Querung der Straße an zwei Stellen möglich sein soll. Wenn das nicht... Die Wiener dürfen sich nicht ernst genommen fühlen. Man könnte auch sagen: verhöhnt.

 

dietmar.neuwirth@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.01.2013)

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21 Kommentare

ach kommen sie

herr neuwirth.
sie haben halt nichts zu sagen, finden sie sich damit ab.

Hubertine

Was hat man sich von einer Griechin und einem Herrn Ellensohn, bei dem notariatsaktmäßige Versprechungen nonchalant gebrochen werden,erwartet? Alleine die grünen Vorwahlen vor den letzten gemeinderatswahlen haben den manipulativen Charakter enthüllt.ich erwähne nur die Wahl von Frau Jerusalem, wo plötzlich eine große Anmeldungswelle in einem Vorwahlbezirk stattfand.Griechische Verhältnisse eben. Unterstützt werden sie jetzt vom Wählertäuscher van der Bellen, der sein Ausgedinge in Wien absitzt. Als ob die Pension als Univprof nicht ausreichend wäre. Für mich persönlich erklärt das auch ein wenig das erschreckende Niveau unserer Universitäten.

soll die bürgerbeteiligung ähnlich offen erfolgen,

wie euer forum ein vorbild dafür ist?

wenn IHR kein problem mit der peinlichkeit und geschäftsschädigung durch eure nicht-kunden habt: die stadt wien hat offenbar noch skrupel, durchgeknallten bürgern eine auftrittsmöglichkeit zu bieten!

He bitte

richtig artikeln: es heisst" Büro für BürgerBeleidigung!".

wenn über alles abgestimmt wird

kommt am ende nicht viel raus.politiker werden gewählt um zu gestalten und nicht um das umzusetzten was sich diese oder jene bürgerinitiative vorstellt.eine mitgestaltung ist gut und die wird ja auch angeboten.
anders sieht es aus,wenn eine initiative direkt von den bürgern ausgeht.da müssen politiker reagieren wenn genügend leute dahinterstehen.ein gutes beispiel war die sache mit dem hundekot.das hat funktioniert.
lieber herr redakteur.sie wissem daß die planungen und alle anderen vorbereitungen für so große umgestaltungen viel kosten und auch viel arbeit bedeuten.stellen sie sich das wirklich so vor,daß die stadtregierung alle ihre projekte den bürgern zur abstimmung vorlegt,das ist doch eine absurde vorstellung.


Re: wenn über alles abgestimmt wird

Die Regierung (egal ob Stadt oder Bundesregierung) soll nicht alles den Bürgern vorlegen.

Sie sollen aber sehr wohl im Interesse der Betroffenen handeln und nicht nach ihren eigenen Vorstellungen. Aber das was mit der Mariahilferstrasse passiert ist definitiv weder im Interesse noch der Wunsch der Mehrheit der Betroffenen.

Re: Re: wenn über alles abgestimmt wird

natürlich müssen sie nach ihren eigenen vorstellungen handeln,wie soll denn das sonst gehen?
an so einem projekt arbeiten eine menge leute,wahrscheinlich schon ein jahr lang.da werden studien angefertigt,pläne gezeichnet,es ist eine menge kommunikationsarbeit nötig.
möglicherweise haben ein paar leute mehr durchzugsverkehr,aber es ist unmöglich alle einzelinteressen zu berücksichtigen.das ist nun mal so in einer großstadt.wenn man zufällig eine ubahnstation vor dier haustür gebaut bekommt und die wohnung plötzlich mehr wert ist beschwert sich keiner.
im grunde sind das alles luxusprobleme.es ist verlorene zeit sich darin zu verbeißen.

Nicht vergessen:

Die Grünen hat uns der Häupl eingebrockt!

Re: Nicht vergessen:

Genaugenommen haben die Wähler, die nicht SPÖ gewählt haben uns die Grünen eingebrockt.

Wenn die SPÖ eine absolute Mehrheit erhalten hätte gäbe es keine Grünen in der Regierung. Und das wäre gut so!

Nichts gegen die Mahü Fuzo

Aber ein Verkehrskonzept ist das nicht, einfach die Schotten dicht zu machen.

Hat man die Ausweichrouten wenigstens darauf vorbereitet, dass sie den Verkehr aufnehmen müssen? Ich schätze nicht.

Von Fahren im eigentlichen Sinn kann man auf der Mahü derzeit eh nicht reden, weil Einem dauern Fußgänger ohne zu schauen vor das Auto latschen.
Das Hauptproblem für das Missverständnis sind die Höhenangleichzungen der Straße auf Gehsteigniveau. Das verleitet dazu zu glauben, es sei Teil des Gehsteiges-ist es aber nicht. Es dient nur zum leichteren Übersetzen für Rollstuhlfahrer,Kinderwägen...

Im 3.Bezirk-gibt es sogar einen Mini-Kreisverkehr auf Gehsteigniveau Höhe Fasangasse-rennweg. Da latschen die Fußgänger munter zwischen den Fahrenden Autos durch.

Ohne Aufklärung sind solche Bauwerke sinnlos. Die meisten Fußgänger und leider auch Radfahrer haben keine Ahnung von Straßenverkehrsregeln.

Schön wäre ein Aufklärungsunterricht im Fernsehen über Verkehrsregeln. Wäre gut für alle-auch als Autofahrer kann man nicht immer alle neuen Regeln kennen.

mikrobefragung 2

Wiener, wollt ihr Wiener bleiben?

Sehr raffiniert

Die Roten freuen sich, daß sich die Grünen möglichst unbeliebt machen.

Bei der nächsten Wahl schreckt jeder vor Grün zurück weil am ganzen Unsinn die Grünen schuld sind.

Und schon haben sie wieder die Absolute.

Nein...

...denn bei der nächsten Wahl werden die Grünen stärker werden, diesen ganzen Autounsinn lehnen immer mehr Menschen ab. Und dass die Auto-Gfrieser aus dem Umland draußengehalten werden, erst recht.

Re: Nein...

Sehen Sie, mit dem Wort "Gfrieser" haben Sie sich und die Gedanken der Grünen entlarvt - Grün und Braun passt von der Methodik gut zusammen denke ich.
Nachdem radikale Gesinnung in Österreich streng gestraft wird, wie wir kürzlich erfahren durften, denke ich, dass auch Ihnen und Ihren Genossen das Gefängnis gebühren würde!

Re: Re: Nein...

Erstens, Danke!

Zweitens, Marco Schreuder von den Wiener Grünen beweist das ebenfalls ständig. Habe ihn in einer Diskussion erlebt, in der er ruhige Diskutanten als Faschisten beschimpft hat.


Re: Nein...

Das kann sich kaum einer vorstellen, nicht mal die Wiener Grünen.

Und was denken Sie soll ich Gfries aus dem Umland machen, wenn ich für Einkäufe (Dinge die man bei uns nicht bekommt und die man nicht in der U Bahn transportieren kann) einmal im Monat nach Wien komme?

Es ist auch diese Arroganz, mit der die Grünen ihre Wähler verprellen.
Auch mit anderen Themen positionieren sie sich als die neuen Kommunisten.

Die große Wählerschicht die eigentlich Grüne wären spricht das nicht an.

Und die Asylbewerber die sie so tapfer verteidigen wählen später blau.

Sehr raffiniert

Die Roten freuen sich, daß sich die Grünen möglichst unbeliebt machen.

Bei der nächsten Wahl schreckt jeder vor Grün zurück weil am ganzen Unsinn die Grünen schuld sind.

Und schon haben sie wieder die Absolute.

!@!$%

Dazu kann man nur sagen: "Wer mit dem Teufel schläft, darf sich nicht wundern wenn den Kindern Hörner wachsen."

13

Schätze, dass es den meisten Bewohnern im 6.

und 7. Bezirk spätestens jetzt völlig klar ist, daß sie verhöhnt werden.
Eine Umfrage hätte seriöserweise samt Bekanntabe der Kostenschätzung vor Beginn einer Umsetzung dieses Projektes stattfinden müssen!

Danke Dietmar Neuwirth!

Endlich einmal ein ehrlicher Bricht über das Demokratieverständnis der GrünInnen!

Die Wiener fühlen sich auch verar... äh, verhöhnt mit der Frage:
"Soll ganz Wien ein Parkpickerl bekommen? --oder--
Soll jeder Bezirk ein Parkpickerl bekommen?"

grüne Jakobiner, moralisierend totalitär


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