22.11.2009 22:30 | Meine Presse Merkliste0

Volle Lager? Kein Grund zur Hysterie

MARTIN FRITZL (Die Presse)

Viele Asylwerber nutzen die offene Grenze zum Osten. Dramatisch ist die Situation aber – zumindest bis jetzt – nicht.

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Das war zu erwarten: Zahlreiche Asylwerber, die zuvor in den neuen EU-Staaten gestrandet sind, haben die Gunst der Stunde genutzt und sind nach dem Fall der Schengen-Grenze nach Österreich gekommen, um hier einen neuerlichen Asylantrag zu stellen. Eine dramatische Situation? Nein. Das Geheul aus dem blau-orangen Lager kann man getrost vernachlässigen, da geht es nur um die Bedienung der fremdenfeindlichen Klientel. Schon ernster sind die Besorgnisse der Lokalpolitik in Traiskirchen zu nehmen. Aber auch da sollte man die Dimensionen beachten. Derzeit befinden sich 770 Asylwerber im Flüchtlingslager. Vor zwei Jahren sind es 2000 gewesen. Und schließlich ist das Problem von zeitlich begrenzter Dauer: Wer schon anderswo einen Asylantrag gestellt hat, wird berechtigtermaßen wieder dorthin zurückgeschickt. Das wird sich herumsprechen, der Asyltourismus hat damit kein langes Leben.

Dramatisch könnte die Situation nur werden, wenn die neuen EU-Staaten ihre Schengen-Außengrenzen nicht im Griff haben. Der Anreiz für Schlepper, Asylwerber dann gleich in eines der reicheren EU-Länder zu bringen und sie dort einen Asylantrag stellen zu lassen, wäre groß. Diese Gefahr sollte man im Auge behalten und sich notfalls auch nicht scheuen, die Schengen-Erweiterung wieder zurückzunehmen. Aber derzeit gibt es keinen Grund, in Hysterie auszubrechen.

(Bericht: Seite 2)


martin.fritzl@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.01.2008)

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5 Kommentare
Gast: NoGussiNoFranzi
03.01.2008 15:27
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@wird berechtigtermaßen wieder dorthin zurückgeschickt

und wer zahlt die Kosten des Zurückschickens ? Wie wär's mit Ihnen, wenn' s eh so nebbich ist ? Mittlerweile schreibt ja die "Solidarität" über den ÖGB kritischer als die Presse über die EU. Wenn das Produkt gut wären bräuchte man es nciht bei jeder Gelegenheit so gutloben und berechtigte Kritik kleinreden bzw. könnte ja ganz einfach die Verantwortung (=Kostne) dafür übernehmen. Aber lassen's bitte die durchschnittlichen Steuerzahle damit in Ruh' die zusätzlich zur Steuer mit ihrem Weihnachtsgeld auch noch Sicherheitstüren finanzieren dürfen um der banalen Realitäten der EU-Träumer und Schönredner Herr zu werden - Danke für das "Geschenk", Vielen, vielen Dank liebe EU & Fanclub. Und nein, ich bin kein FPÖ/BZÖ-Fan und auch kein Miet-Container-poster, aber einer derjenigen die die Rechnung dieses Wahnsinns zahlen und die Schnauze schön langsam sehr, sehr voll haben.

Gast: Freud
03.01.2008 14:50
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Hysterie

Da kann man nur hoffen, dass nach den Wahlen niemand Grund hat "in Hysterie auszubrechen".

Hans Lody
03.01.2008 10:06
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Dramatisch ist die Situation bis jetzt nicht!

Reden wir in einem halben Jahr weiter!!!!

Gast: Gabriel
03.01.2008 09:40
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Kreide gegessen

Sieh da, sieh da, der "Biertisch" hat wieder einmal recht gehabt. Im Vorfeld der Schengenerweiterung wären solche Worte brüsk zurückgewiesen worden !

Natürlich wird niemand mehr die Erweiterung zurücknehmen, was immer passiert. Das sind nur Beruhigungspillen.

Letzenlich ist es aber egal, denn der Europäische Gedanke ist sowieso schon tot, umgebracht von Politikern die nicht wissen was Demokratie bedeutet.
Man lasse es sich auf der Zunge zergehen: unser HBP lehnte die Volksabstimmung mit dem Hinweis ab, damit anderen Länder ev. zu widersprechen. Dummerweise ist er aber dem österr. Volk verpflichtet, sonst keinem !

Antworten Gast: Don Quichote
03.01.2008 13:06
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Re: Kreide gegessen

Wie sagte einst Kreisky: Immer, wenn es um was geht, ist der Heinzi am Klo. Freundschaft.

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