Sparen nur auf dem Papier?

Die Einigung ist da – nun muss das radikale Paket aber auch umgesetzt werden.

Griechisches Drama, letzter Akt. Selbst ausgewiesene Pessimisten hätten wohl nicht mit jener Hartnäckigkeit gerechnet, mit der die Athener Hauptakteure in leichtsinniger Manier die eigene Bevölkerung und die internationalen Geldgeber monatelang vor den Kopf gestoßen haben. Hilflos musste Regierungschef Lukas Papademos zusehen, wie sich die Parteichefs mit Blick auf die nahenden Wahlen um jeden Punkt und Beistrich des verfassten Sparpapiers stritten.

Europas Politik ist schon viel zu lange abhängig von den innenpolitischen Spielchen der griechischen Akteure. Und die Vergangenheit hat gelehrt: Selbst wenn das Parlament die mit EU und IWF vereinbarten drastischen Maßnahmen nun tatsächlich billigte, heißt das noch lange nicht, dass sie tatsächlich umgesetzt werden – damit aber steht und fällt die internationale Finanzhilfe.


Um diesem Treiben ein Ende zu bereiten, hilft jetzt nur noch eines: das Land unter Kuratel zu stellen und die Regierung gleichsam zu den nötigen Sparvorgaben zu zwingen. Ob das von Berlin und Paris ins Treffen geführte Sparkonto der Weisheit letzter Schluss ist, darf zumindest bezweifelt werden. Zwar sollen so die Gläubiger befriedet werden, ein Bankrott wäre deshalb aber nicht vom Tisch.

Und in diesem Fall würde sich der Vorhang für Griechenland in der Eurozone wohl für immer schließen.

 

anna.gabriel@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.02.2012)

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