Die Defizite der Anti-Strachisten

RAINER NOWAK (Die Presse)

Gegen den FPÖ-Chef einerseits und großkoalitionäre Erstarrung andererseits könnten neue Köpfe an der Spitze von SPÖ, ÖVP und Grünen helfen. Wenn es schon mit der Sachpolitik nichts wird.

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Vom Mangel an Alternativen in der innenpolitischen Arena war und ist hier häufig die Rede. Davon, dass die Große Koalition in ihrer Angst vor Heinz-Christian Strache aneinandergekettet ist. Selbst wenn der FPÖ-Chef Strache in Umfragen wegen dumm-dreister Aussagen und Vollkörper-Anstreifens am Rechtsaußen-Eck in Umfragen angeblich ein, zwei Prozentpunkte verliert, weiß jeder: Er wird wieder zulegen. Dabei hilft ihm die Regierung, wenn das, was aus den Budgetverhandlungen an befreundete Formate von Bundes- und Vizekanzler durchdringt, stimmt. Nicht wenig bleibt unter den eigenen, tief gesteckten Erwartungen und wird nicht ausreichen, um Land und Budget zu sanieren. Vieles wird in künftige Verhandlungen mit luftigen Zielvorgaben verschoben. Das hat den Vorteil, dass Verantwortung geteilt wird und mit Glück Krise und Spardruck von allein zurückgehen.

Verkauft wird das alles mit einem hübschen Argumentarium: Es sei besser für das Land, auf langfristige strukturelle Reformen als auf kurzfristige Einmaleffekte und Konsum behindernde Sparmaßnahmen zu setzen. Daher wird es dann doch nichts mit zwei Milliarden gegen das Defizit in diesem Jahr. Aus Angst vor der eigenen SPÖ- und ÖVP-Klientel passiert eben beides nicht.

Für dieses innenpolitische Dauerdilemma gibt es klare Verantwortliche. Aktuell heißen sie in machtpolitisch absteigender Reihenfolge: Werner Faymann, Michael Spindelegger – der noch kein ganzes Jahr – und Eva Glawischnig. Bei SPÖ-Chef Faymann spricht viel dafür, dass er einfach nicht mehr 30Prozent erreicht. Mehr kann er nicht. Dass eine Oppositionspolitikerin wie Eva Glawischnig in der aktuellen Situation nicht automatisch zulegt, wie etwa die deutschen Grünen oder Links- beziehungsweise Rechtspopulisten anderswo, ist erstaunlich, zumal Glawischnig nicht etwa wegen großer Sachkenntnis oder ideologischer Tiefe unpopuläre inhaltliche Festlegungen fürchten muss. Michael Spindelegger mag sich da schwerer tun. Er teilt das Schicksal mit vielen intelligenten, braven leitenden Angestellten: Wenn sie plötzlich an der Spitze stehen, geht weniger Begeisterung durch die Reihen hinter ihnen, sondern zustimmende, freundliche Langeweile. Das mag ungerecht sein, aber so funktioniert Demokratie. Zumal es Persönlichkeiten mit mehr Wählerpotenzial als die amtierenden gäbe: Christian Kern in der ÖBB/SPÖ etwa, der emotionale Reinhold Mitterlehner oder Maria Fekter nach einem Englisch- und Rhetorikkurs in der ÖVP, Maria Vassilakou bei einem Ausstieg aus der Wiener Gebührenkoalition oder Rudi Anschober. Sie hätten vielleicht bessere Karten und brächten so neue Koalitionsvarianten.

Für die Beurteilung von Josef Bucher und BZÖ-Politikern fehlt hier leider der Platz.

Oder die politiknahen Raunzer und Dauer-Koalitionskritiker ändern sich! Versuchen nicht nur weitere 40Jahre SPÖ-ÖVP-Politiker schlechtzureden und sich zu beklagen, sondern unternehmen endlich selbst etwas! Gründen etwa eine neue Partei. Gehen in die Politik. Oder schweigen für immer.



rainer.nowak@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.02.2012)

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26 Kommentare
 
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Bei dieſer Konkurrenz

kann ſich Strache getroſt zurücklehnen.

Einzige Schwierigkeit für die FPÖ und Vereinen naheſtehender Weltanſchauung iſt es jedoch nach wie vor, daß deren Mitgliedſchaft einem Menſchen eher ſchadet denn nützet.

Man denke an deutſchfreiheitliche Burſchenſchafter, die tendenziell gegenüber CVern das Nachſehen haben oder FPÖlern, die ſich im Diplomatiſchen Dienſte mit einem Roten oder Schwarzen um eine Stelle bewerben.

das erinnert mich an eine episode aus dem onkel charlie...

auschlag und jucken in charlies intimbereich diagnostiziert der arzt als allergische reaktion.
frage: haben sie irgendetwas aufgetragen?
charlie: ich habe mir nur die schamhaare getönt.
der arzt: in meiner heimat haben wir ein sprichwort: egal in welcher farbe du deine ziege anmalst --> ziege bleibt ziege!

vorsicht, damit niemand glaubt, dieses bild würde sich ausschließlich auf die 3 politiker beziehen:
nein, damit ist auch die ö bevölkerung gemeint!
wer zu blöd ist, hinter die fassade einer strache-ziege zu blicken, dem kann man auch mit dem vorsetzen einer ganzen ziegen-herde nicht helfen.

da kann nur der arzt helfen. allerdings nicht mit einem anti-allergikum sondern mit einer gehirntransplantation!

wer nach der quelle der probleme sucht, sollte immer den wahrspruch beachten:
it's the bürger, stupid!

Erwartung

Eine durchaus schlüssige Zusammenfassung im ersten drittel des status quo, aber danach ein total schwacher im Abgang.

Diesen Artikel hätte ich als ordinärer Forist auch raushauen können.....

Erst denken und dann reden -


das gilt übrigens auch fürs schreiben Herr Nowak.

Selten so viel Blödsinn in so konzentrierter Form gelesen.

Re: Erst denken und dann reden -

darf ich fragen warum? oder ich dann blöd?

Der schwächste Nowak, den es je gab !!!

Das Niveau des Journalismus liegt leider in diesem Land ganz in der Nähe der Politik! Ist es Zufall, oder doch "Erfolg" der unsäglichen Presseförderung?

Jedenfalls haben die Medien als kontrollierende 4.Säule der Demokratie völlig abgedankt und das ist der tiefere Grund des desolaten Zustandes unserer Republik!!!

Ob das der Z*nsor durchlassen wird??

Gast: Februar
05.02.2012 13:42
3

Fasching

Aber der Nowak läßt mich nicht verkommen.
Welche neue legale Droge hat der der sonst geschätzte Herr Nowak entdeckt und genommen ?
Vassilakou ???
Soll das ein Faschingsscherz sein ?
Klar ist Bucher keine wirkliche Alternative, aber derzeit die einzige, wo man ohne extremes Fremdschämen ein Kreuzerl machen würde, sofern man noch an Wahlen glaubte.
Die Mittel, die Nowak anscheinend nimmt, haben Gott sei Dank offensichtlich nur Kurzwirkung.
Beim letzten Absatz war er wieder klar im Kopf.

Antworten Gast: trollolololol
05.02.2012 20:37
0

Re: Fasching

Weniger fremdschämen muss man sich aber auch nur deshalb beim BZÖ, weil man gleich null von ihnen hört und sie im carinthischen Nirvana rumdümpeln.

Gast: aldfjldfj
05.02.2012 12:41
1

die fpö hat, neben hass, neid, korruption

und immer wieder ns-verharmlosung,
aber nichts zu bieten

es gibt ja keinen rationalen grund die fpö zu wählen, auch nicht die schwäche der gegner, denn so schwachsinnig wie die fpö ist sonst niemand

dagegen kann man auch nicht ankommen

kein programm kommt gegen die fpö-programmlosigkeit an
kein person kommt gegen die fpö unpersonen an

dass die neoliberalen scharfmacher in der presse wieder gerne schwarz-blau hätten, um sozialkürzung durchzuführen und einen freien bedienungsladen für die "wirtschaft" an staatsvermögen wieder zu öffnen, ist offensichtlich

und dazu brauchen sie eben genau diese trottelige schlumpftruppe, die da für ein paar posten und ein paar korruptionsmillönchen mitmacht

Antworten Gast: Chris S.
07.02.2012 22:15
0

Re: die fpö hat, neben hass, neid, korruption

Der EU-Ausstieg ist also kein Programm? Ich würde sagen es hat in den letzten Jahren keinen größeren Programmpunkt gegeben...

Antworten Gast: das hirn
05.02.2012 21:11
1

Re: die fpö hat, neben hass, neid, korruption

hass, neid, korruption
das sagt jemand, der in seinem seit 66 jahren konservierten hass durch terroreistenimport bei jeder möglichen und unmöglichen gelegenheit seinen unverholenem hass freien lauf hat. neid wird von rot und grün unter androhung von schweren unruhen zum parteiprogramm erhoben. was die korruption betrifft, so sage ich zunächst einmal abwarten. eines steht fest : sollte die fpö in den nächsten 100 jahren regieren, so wird es ihr nicht gelingen mit der korruption von insbesondere rot und auch schwarz gleich zu ziehen. der korruptions- und unfähigkeitsvorsprung ist uneinholbar !!!

Antworten Gast: das hirn
05.02.2012 21:09
0

Re: die fpö hat, neben hass, neid, korruption

hass, neid, korruption
das sagt jemand, der in seinem seit 66 jahren konservierten hass durch terroreistenimport bei jeder möglichen und unmöglichen gelegenheit seinen unverholenem hass freien lauf hat. neid wird von rot und grün unter androhung von schweren unruhen zum parteiprogramm erhoben. was die korruption betrifft, so sage ich zunächst einmal abwarten. eines steht fest : sollte die fpö in den nächsten 100 jahren regieren, so wird es ihr nicht gelingen mit der korruption von insbesondere rot und auch schwarz gleich zu ziehen. der korruptions- und unfähigkeitsvorsprung ist uneinholbar !!!

Antworten Gast: das hirn
05.02.2012 21:08
0

Re: die fpö hat, neben hass, neid, korruption

hass, neid, korruption
das sagt jemand, der in seinem seit 66 jahren konservierten hass durch terroreistenimport bei jeder möglichen und unmöglichen gelegenheit seinen unverholenem hass freien lauf hat. neid wird von rot und grün unter androhung von schweren unruhen zum parteiprogramm erhoben. was die korruption betrifft, so sage ich zunächst einmal abwarten. eines steht fest : sollte die fpö in den nächsten 100 jahren regieren, so wird es ihr nicht gelingen mit der korruption von insbesondere rot und auch schwarz gleich zu ziehen. der korruptions- und unfähigkeitsvorsprung ist uneinholbar !!!

Gast: Odeon
05.02.2012 11:41
3

Die Raunzer-Republik

Ja, im Jammern und Raunzen sind wir Weltmeister.
Dass Worten auch Taten folgen könnten, davon wissen wir nur wenig, ist auch wirklich zu anstrengend - auf die Straße zu gehen, eine neue Partei zu gründen, etc.; da lassen wir lieber andere für uns denken und hoffen, dass diese anderen es schon richten werden ...

Antworten Gast: Nemesis
05.02.2012 13:38
0

Re: Die Raunzer-Republik

Hoffen sie es bleibt beim Raunzen - denn wenn nicht brennen die Straßen.

wenn n. jetzt für immer schweigt...



..wer wird dann diese substanz- und ideenlosen immergleichen fpövp-affinen kommentare schreiben?

na, in der presse wird sich da schon wer finden! geh mit gott n., aber geh! wir sind doch alle ersetzbar, und sie zuallererst!

Re: wenn n. jetzt für immer schweigt...

Ah ja, der Kampfposter aus dem Keller geschoß in der Löwelstraße.

Lassen die dich wenigestens einmal in der Woche ans Tageslicht, oder haben wir hier einen Fall für den Europäischen Menschengerichtshof?

Antworten Gast: King George III.
05.02.2012 11:19
11

Re: wenn n. jetzt für immer schweigt...

Ja, genau, wir alle! Und Sie, lieber Charles James, als sozialistenaffiner Brandredner, sind somit in diesem Forum der nächste Ersetzbare!

"Oder schweigen für immer."

die koalitionskritiker sollen was tun, oder für immer schweigen?

wow! das heißt: nowak will tatsächlich seinen beruf an den nagel hängen! wahnsinn! wer wird dann diese restaurantverisse schreiben, für die wir ihn so sehr lieben?

n., sie werden mir fehlen. alles gute für ihren weiteren lebensweg.

Gast: semper silentate
04.02.2012 23:37
10

Ein seltsames Land, wo's immer heißt, gründet doch eine Partei ,

aber wenn's dann jemand tut, wird er medial dermaßen zur Sau gemacht,
daß ihn sämtliche "demokratischen Geister" verlassen !

Was aber das Schlimmste ist: die allermiesesten Aktionen werden von
jenen lanciert, welche immer in plakativster Manier für die Demokratie
eintreten.

Daß diese Zusammenspiel zwischen Medien, Politik und Wirtschaft durch
gegenseitige Abhängigkeit im Gleichgewicht gehalten wird, wirkt aber
sehr positiv auf die freie Meinungsäußerung. Die lachen sich krum über
solche Postings und denken sich: "..habt's ja recht Ihr Deppen.."

Gast: extrembankerandermacht
04.02.2012 21:54
0

die fpö müßte ja der SPÖ schon viel geld überweisen- faymann u.hundstorfer treiben der fpö mit ihrem geplanten soziallabbau bei den asvg pensionen ja die wähler nur so zu.

diese geplanten einschnitte werden wieder nur auf die asvg arbeitnehmer, asvg pensionen u.asvg invalidenpensionen abzielen- wie schon 2003-wird dort wieder drübergefahren. diesmal von einer SPö mit faymann u.hundtsdorfer. die ÖVP schützt ihre klientel erfolgreich u.die finanzmärkte können weiter mrd.von den staaten lukrieren.
also bleiben nur die asvg versicherten über. die sind es schon gewohnt, dass man nur bei ihnen massive belastungen macht u.nur bei ihnen einspart. dafür können die reichen kapitalvermögenden weiter entlastet u. gefördert werden. die spö hat sich zu einer puren sozialabbaupartei gemausert. hätte schüssel mit schwarz-blau solche einsparungen bei den arbeitnehmern u.asvg pensionen gewagt- hätten die sozialisten das ganz österreich gegen schüssel mobilisiert und das ganze land mit streiks überzogen.
nun, 2012 schaut die welt ein wenig anders aus. die spö mit faymann kann nur diesen neoliberalen banker-sozialabbauweg mitgehen. aus reiner schwäche u.unvermögen heraus, bleibt der SPÖ nichts anderes mehr übrig. die ÖVP schützt ihre klientel (großbauern, beamten, industriellen ,banken usw). daher werden faymann u.huntsdorfer wieder gegen die asvgpensionen vorgehen. auch wenn wieder nur mögliche spöwähler im asvg bereich betroffen sind- faymann/rudas/oder huntsdorfer haben sowieso keinen bezug mehr zu den arbeitnehmern u.den asvg pensionisten, u.der ögb ist auch nur mehr eine vorfeldorganisation der spö parteizentrale. der ÖGB mit folglar ist daher umsonst.

Watschenmannsyndrom

Alles nur ein Watschenmannsyndrom: Ein jeder braucht jemanden, dem er eine aufs Auge geben kann! Wir vergessen, dass die cleveren Zweitligisten in den großen Parteien schon längst ihre Asse in die Wüste geschickt haben. Andererseits: Wenn ein mutiger Politiker laut zu denken wagt und Kritisches äußert, dann wird er unweigerlich in den Medien zerfetzt und zerlegt! So spielen hier viele Faktoren mit, warum bei uns nur heiße Luft geredet wird und nicht Tacheles! Ich lerne derweilen für den Ernstfall Gitarre, wenn mir bei meiner Pension plötzlich zwei Wochen auf den Ersten fehlen...aber muss man Gesangs-Spenden nicht auch versteuern...? Holzauge, sei wachsam!

Gast: b754
04.02.2012 20:14
0

raunzer

dann fang mit schellhorn und fleischhacker an die größten krankjamerer und dabei selbst bestenfalls mittelmß

Re: raunzer

....und ewig stinkt die löchrige rote Socke .......

b753 ist nie Mittelmaß

nein - er bemüht sich und schafft es immer wieder sich im intellektuellen Inhalt seiner postings zu unterschreiten bzw. das absolute Minimum ständig zu halten.

Physiker würden sich wünschen das in ihren Labors mit der Temperatur das zu schaffen was b753 intellektuell locker aus dem Ärmel schüttelt.
Das absolute Minimum beständig zu halten.

Antworten Gast: machmuss verschiebnix
04.02.2012 23:47
7

Re: raunzer

Vain , Vaiiin wo sind Sie Mr. Vain ?

Da is'er wieder - b754 - der tippselt zu schnell :)
quick and dirty sozusaache'

Falsch: krankjamerer
Richtig: Krankjammerer

Aber gibt's denn sowas überhaupt - rein hypothetisch - einen Krankjammerer ?
Ist's am Ende nur eine Cap'sche Worthülse ?
Ich glaube, das schreit nach einem Untersuchungs-Ausschlag :)


 
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