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Marginalie: Ein Sarazene warnt vor dem Ruf der Muezzins

23.08.2010 | 19:04 |  NORBERT MAYER (Die Presse)

Thilo Sarrazin polemisiert gegen Deutschlands Immigrationspolitik. „Spiegel“ und „Bild“ assistieren.

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Berlin beheimatet ein interessantes Völkergemisch. Ehe dort die mittelalterliche Stadt Cölln entstand, zogen in Urzeiten germanische Stämme durch den Sand von Brandenburg, später wendische Zuzügler. Die slawische Silbe „Berl“ bedeutet „Sumpf“.

Auch Orientalisches bietet die Stadt. So wie das Telefonbuch Auskunft über Wiener Blut gibt, kann man auch aus Berliner Namen Schlüsse ziehen. Heißt man zum Beispiel Thilo Sarrazin, wie der streitbare Bundesbank-Vorstand und Ex-Finanzsenator, stammt man wahrscheinlich aus einer sabäischen Familie, die über Afrika und Spanien nach Frankreich gezogen war. Mit dem französische Wort „sarrasin“ (arabisch-syrische Stämme) wurde im Mittelalter auch die zugewanderte moslemische Bevölkerung bezeichnet.

Von Frankreich aber ist es nur ein kleiner Sprung ins tolerante Berlin. Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm lud die Hugenotten 1685 ein, die Berliner Wirtschaft zu beleben. Den Herrschern in Preußen waren Ex-Nomaden ebenso willkommen wie die übrigen fleißigen Handwerker, die von der Reaktion aus Frankreich vertrieben wurden. Sie wussten auch: „Ex oriente lux“, selbst wenn das einen ziemlichen Umweg bedeutete. Die Sabäer stammten aus dem Jemen, sie handelten mit Weihrauch. Da kommt man viel herum. Wahrscheinlich hat Herr Sarrazin auch Verwandte bei den Ägyptern, Karthagern, Tuareg und Spaniern. Dass er von Karl dem Großen abstammt, scheint gewiss. Gilt das nicht für uns alle?


Nein, meint Thilo Sarrazin, und zieht in seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ eine klare Grenze. Für einen Vorabdruck aus dem brisanten Kapitel „Zuwanderung und Integration“ hat sich der sozialdemokratische Rebell das deutsche Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ ausgesucht. Unter dem radikalen leninistischen Titel „Was tun?“ werden dort die „Folgen einer missglückten Einwanderungspolitik“ debattiert. Im Massenblatt „Bild“, das ebenfalls am Montag eine Serie zum Vorabdruck begann, werden Sarrazins „drastische Thesen über unsere Zukunft“ viel plastischer angekündigt: „Deutschland wird immer ärmer und dümmer!“

Pardauz! Im Herbst 2009 hatte er noch das Literaturmagazin „Lettre International“ für seine Thesen benutzt und im Interview vor jener Gruppe von Einwanderern gewarnt, die „ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert“. Das war damals ein Skandal. Jetzt also „Bild“-Niveau. Er mag den Ruf der Muezzins nicht. Der Ton des Buches ist polemisch. Sarrazin hält die Einwanderung der Gastarbeiter für einen „gigantischen Irrtum“, kritisiert, „dass wir als Volk an durchschnittlicher Intelligenz verlieren, wenn die intelligenten Frauen weniger oder gar keine Kinder zur Welt bringen“.

Als Kontrast werden Frauen türkischer Herkunft genannt, sie haben eine doppelt so hohe Geburtenrate. Das stört einen, der meint, dass die Grenze Europas „ganz klar am Bosporus zu ziehen“ sei. Immerhin bis Stambul, das ist ein Fortschritt. Als erste Sarazenen sich nach Europa aufmachten, verlief die Grenze wohl noch mitten durch die Lausitz.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.08.2010)

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7 Kommentare
Staunton
25.08.2010 12:36
0 1

Zur Sicherheit eine Nachfrage...


Ist es sicher, dass Sarrazin(!) Thilo und nicht Dillo heißt?

Antworten Gast: H. Fischer
25.08.2010 21:25
0 0

Re: Zur Sicherheit eine Nachfrage...

Hahaha, wahnsinnig witzig. Wenn die Argumente fehlen probieren wir es eben ein paar Schubladen drunter.
Leute wie Sarrazin oder Raddatz (Sie denken sicher an Wurstsemmel, gell?) haben die Fakten auf ihrer Seite.

Herberti
24.08.2010 08:53
3 0

"Der Ton des Buches ist polemisch."

Ach so? Die Artikel von linkslinken Journalisten gegen Strache, Grasser, Fekter usw sind ja nie "polemisch" im Ton.

Mit den Fakten hat Sarrazin zu 100% Recht. Die sozioökonomischen Daten von Muslimen bei Bildung, Erwerbsquote, Kriminalität, Integrationsbereitschaft etc sind ein belegbarer Wahnsinn!

Und auch die Demographie ist im Vergleich zur von Linken abgefeierten "Klimawissenschaft" eine exakte Sache. Wenn die Zuwanderung von Moslems nach Europa nicht sofort eingestellt wird, und viele Parallelweltler Europa wieder verlassen, dann wird Europa in 2-3 Generationen mehrheitlich islamisch sein. Punkt.

Wer will das? Diese Frage sollte beantwortet werden, bevor Europa wieder mal in Kriegen versinkt.

mhaberler
23.08.2010 22:48
1 0

ich finde seine Argumentation nicht so schlecht

anders als diesen schwachmatischen Kommentar, der sich an Formulierungen festhakt und ein Urteil fällt, ohne auf seine Argumente einzugehen

da versucht einer, seine Sicht mit Fakten und Zahlen zu unterlegen, was einmal ein Schritt in Richtung einer Tatsachen- und kriteriengeleiteten Politik ist

wo stehen wir hierzulande? Strache - Geblöke, blauäugige Grüne und ein race to the bottom der Qualtiät des politischen Diskurses bei allen miteinander

das nenn ich doch eine Alternative

Gast: Binzenhöfer
23.08.2010 20:33
0 1

Nachfrage zu Sarrazin

Sarrazin kennen wir jetzt als Psychologen, Ethnologen, Islamkenner sowei als Fitness- Wellness und Ernährungsberater von Hartz IV Empfängern. Aber was macht eer in seinem Beruf als Vorstandsmitglied der Bundesbank. Wieso hat er soviel Zeit sich so um die ausländischen Mitbürger zu kümmern oder merkwürdige Bücher zu schreiben. Bekommt man sein als Vorstandsmitglied geschenkt. Er ist Sonderbeauftragter für jeden Blödsinn oder warum hat er soviel Zeit. Normalerweis behaupten doch Leute mit solch einen Posten, dass sie 24 Std am Tag arbeiten.

Antworten mhaberler
23.08.2010 22:52
0 0

Re: Nachfrage zu Sarrazin

dh so ein richtig "anständig" Arbeitender dürfte ja von Binzenhöfers wegen gar nicht die Zeit haben, sich über was darüberhinaus den Kopf zu zerbrechen

Schlechte Nachrichten - a) die gibts b) dürfte es so sein, dass Ihre Annahme zunächst und primär Ihr eigenes Problem ist

Gast: Schnullberger
23.08.2010 19:41
0 0

Linkswähler

Ich bin Wähler der Links Partei .
Herr Sarrazin ist nicht Provokant, er hat meiner Meinung in allem recht.

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