Krötesk

 (Die Presse)

Kurt Scheuch kann sich eine Verurteilung ersparen, indem er sich bei Richter Christian Liebhauser-Karl entschuldigt und 6600 Euro Geldbuße zahlt. Scheuch hat den Richter, der Bruder Uwe verurteilte, als „Kröte“ tituliert.

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Kurt Scheuch kann sich eine Verurteilung ersparen, indem er sich bei Richter Christian Liebhauser-Karl entschuldigt und 6600 Euro Geldbuße zahlt. Scheuch hat den Richter, der Bruder Uwe verurteilte, als „Kröte“ tituliert. Dem „Pizzicato“ liegt das Entschuldigungsschreiben vor:


Werter Christian, lieber Liebhauser, sehr geehrter Herr Karl!

Ich wollte nicht „Kröte“, sondern „Goethe“ zu Ihnen sagen. Denn Ihre Urteile sind so gut geschrieben. Leider habe ich mich in der Emotion versprochen. Aber auch eine Kröte ist etwas Tolles. Es wäre ja krötesk, äh grotesk, zu sagen, eine Kröte sei etwas Schlechtes. Ich liebe alle Tiere und posiere sogar mit Schlangen. Der Uwe und ich, wir haben uns auch schon als Kinder gegenseitig als Kröte bezeichnet. Und uns darauf „a klane Tetschn“ gegeben. Und beides hat uns nicht geschadet!

Aber ich entschuldige mich. Auch die 6600 Kröten Strafe zahle ich. Herr Rat, ich möchte Sie nie mehr eine Kröte nennen. Vielleicht haben Sie ja Lust auf einen Versöhnungskaffee? Seien Sie kein Frosch, sondern kommen Sie kurz bei mir vorbei. Auf einen Sprung sozusagen.

Hochachtungsvoll, Ihr Kurt Scheuch AICH


E-Mails an: philipp.aichinger@diepresse.com

 

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.01.2013)

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