Zuag'stellt is'!

 (Die Presse)

In der – wenig hübschen – Speisinger Straße im hübschen Vorort Hietzing gibt's eine Volksschule.

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In der – wenig hübschen – Speisinger Straße im hübschen Vorort Hietzing gibt's eine Volksschule. Die hatte vorige Woche Ferien. Daher quoll ihr Postkasten über und über. So deponierte der Zusteller weitere Post einfach auf dem Mäuerl neben dem Briefkasten: „Zuag'stellt is'!“ Gleich gegenüber ist das Postamt. Ein Blick aus dem Fenster hätte das Schlamassel sichtbar gemacht. So aber machte unser „Pizzi“-Leser Gerhart W. die dortige Beamtin, Frau H., darauf aufmerksam. Mehr brauchte er nicht: Sie sei nicht zuständig, und für eine Beschwerde gebe es ein eigenes Formular!

Die Szene hat durchaus Tröstliches an sich: Trotz halbherziger Privatisierung herrscht hier gottlob noch die k.u.k. Tugend des jahrhundertealten Beamtentums. Zum Fenster hinausblicken und eigenmächtig handeln – na, das gäbe ein schönes Durcheinander! Da könnt' a jeder kommen!

Aber auch Herr Gerhart W. ist streng zu rügen: Warum sammelte er nicht sofort die Briefe vom Gehsteig auf und gab sie im Postamt ab? Ein Bandscheibenvorfall?!! Ja, ja, so schaut er aus! Wenn man sich nicht einmal mehr auf den Bürger verlassen kann, dann ist's um unsere Zivilgesellschaft schon sehr mies bestellt. HWS


E-Mails an: hans-werner.scheidl@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.02.2013)

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2 Kommentare

Wenn's wichtig ist, dann lieber NICHT per Post

So mies, wie bei der Post in 2340-Mödling, kann die Zustellung wo anders kaum organisiert sein.
Beschwerden bei der Dienstleistungs-Hotline zeitigen höchstens schleimig grieselnde Standard-Antworten; von Abhilfe kann keine Rede sein.

Herr W. und Frau H.

sind wahre Kinder unseres Landes. Unverrückbar österreichisch.....

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