Gefangen im Trump Tower

Zwei Wochen war die First Lady wie vom Erdboden verschluckt, und in den sozialen Netzwerken zirkulierten allerlei Verschwörungstheorien über das Verschwinden Melania Trumps.

Bei der Inauguration hatte sie zum Teil eine so saure Miene aufgesetzt, dass Mitleid mit ihr aufkam – erst recht nach dem Tänzchen zu Frank Sinatras „My Way“, der ultimativen Trump-Hymne, zu der Donald plump wie ein Tanzbär auf dem Parkett tapste und winkte.

Es fühlte sich an wie Folter, und tatsächlich tauchten bald Fragen in diese Richtung auf. Hielt ihr Mann sie als Gefangene im Trump Tower fest, womöglich in einem finsteren Verlies, durch Waterboarding in Schach? Oder hatten mexikanische Hombres sie entführt, damit ihr Mann vom Bau der Mauer ablässt? „Free Melania“, so lautete jedenfalls das Motto in den Onlineforen.

In das Weiße Haus wollte sie partout nicht einziehen, was viele Amerikaner – insbesondere Republikaner – bekümmerte. Es sei doch oberste Pflicht einer First Lady, an der Seite des Präsidenten zu repräsentieren. Für die Demokraten lag die Sache auf der Hand: Die Frau schäme sich schlicht und einfach für ihren Gespons.

Nun erschien die Sphinx wieder in der Öffentlichkeit. Hand in Hand schritten die Trumps im Feriendomizil in Florida über den roten Teppich. Vielleicht wird alles gut – wenigstens ehemäßig. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com



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(Print-Ausgabe, 06.02.2017)

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