25.05.2013 12:45 Merkliste 0

Die verbotssüchtigen Grünen sind die neuen Spießer der Nation

CHRISTIAN ORTNER (Die Presse)

Über eines sind sich der Strache-affine Stammtisch in der Provinz und die vegane Kantine der urbanen Bobo-Grünen neuerdings schnell einig: je mehr Verbote, umso besser.

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Quergeschrieben

Die Grünen waren einmal eine ganz sympathische Partei, die sich nicht nur für das Wohlergehen von Bruder Baum, sondern auch für freien Drogenkonsum, freies und unbehelligtes Ausleben sexueller Präferenzen sowie ganz generell für ein von allzu vielen gesellschaftlichen, religiösen und politischen Zwängen freies Leben einsetzten. Klassische liberale Wertvorstellungen, die eine erfreuliche Leichtigkeit des Seins in das grüne Projekt brachten.

Doch diese diesseitsorientierten Grünen scheinen 2012 ausgestorben zu sein wie der Laufvogel Dodo, dessen letztes Exemplar 1669 bekanntlich auf Mauritius erschlagen worden ist. Stattdessen herrscht in dieser Partei mittlerweile eine griesgrämige Verbotskultur vor, die auf jedes nur denkbare Problem damit reagiert, etwas untersagen zu wollen. Egal ob es sich um Zigarettenautomaten, die Förderung von Schiefergas, das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat, Heizpilze auf Kaffeehausterrassen, Beizmittel für Mais, bestimmte Spielautomaten, rechtsextreme Feiern auf dem Ulrichsberg oder um importierten Atomstrom handelt: In Österreich vergeht kaum ein Tag, an dem die Grünen nicht mit mieselsüchtiger Miene das Verbot von irgendetwas verlangen.

Es überraschte daher nicht im Geringsten, wie die Wiener Grünen-Chefin nun das angebliche Problem zu hoher Mieten zu lösen gedenkt: mit einem Verbot von zu hohen Mieten. Dass das ökonomisch nachweislich Unfug ist, ficht die verbotsversoffenen Wiener Grünen wenig an: Hauptsache, noch ein Verbot. Die Forderung nach einem Verbot zu hoher Preise bei Billa und Spar, nach einem Verbot von Kündigungen in Unternehmen und von schlechtem Wetter ist jetzt wohl nur noch eine Frage der Zeit.

Auf jedes gesellschaftliche Problem mit der gedanklich schlichten Forderung „einsperren, verbieten, Polizei holen“ zu reagieren, war früher zweifelhaftes Privileg jenes eher unlockeren und provinziellen Kleinbürgertums, das sich für die angeblichen Ungerechtigkeiten der Welt gern mit einer Stimme für die FPÖ revanchierte. Heute scheint in den grünen Biotopen eine ganz ähnliche Mentalität vorzuherrschen: Was uns nicht gefällt, soll einfach verboten werden. Da sind sich der Stammtisch im ländlichen FPÖ-Milieu und die vegane Kantine der Grünen erstaunlich einig.

Es ist ein etwas eigenartiges Menschenbild, das die heutigen Grünen ihrem politischen Handeln zugrunde legen. Ganz offenbar halten sie den Staatsbürger für eine Art leicht zurückgebliebenen Pflegefall, der nicht für sich selbst sorgen kann und daher einer mütterlich-strengen Obrigkeit bedarf, die ihn stets auf den Weg der Tugend zurückführt.

Gut möglich, dass die obsessive Verbotsverliebtheit den Grünen bei Wahlen nicht einmal schadet, sondern vielleicht sogar nützt. Denn echte Liberale, die sich daran stoßen könnten, sind in Österreich rar. Die leichte Neigung zum Autoritären ist hingegen quer durch die Milieus und sozialen Schichtungen eher überdurchschnittlich ausgeprägt.

Dass die Chefin der Grünen sich heute zwar zu Verboten sonder Zahl, aber nicht einmal mehr zur Legalisierung weicher Drogen bekennen will, zeigt augenscheinlich, wie weit sich die Grünen bereits von einer partiell liberalen Ökopartei hin zu einer mit dem Autoritären flirtenden Spießbürgerbewegung entwickelt haben. Darauf hat Österreich nicht wirklich gewartet.


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Zum Autor:

Christian Ortner ist Kolumnist und Autor in Wien. Er leitet „ortneronline. Das Zentralorgan des Neoliberalismus“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.11.2012)

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29 Kommentare
 
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Gratuliere, Krischan! (Edi)


Grüne & Kommunisten sind eigentlich Geisteverwandte !!


Durch totale REGULIERUNG wird angeblich totale Gerechtigkeit erzeugt.

NIE nimmt ein Grüner oder Sozi das Wort Wertschöpfung (die EINZIGE Grundlage unseres Wohlstandes) in den Mund.

Er kapierts auf Grund einer Art Gehirnwäsche einfach nicht mehr...


grüne

für normale menschen unwählbar!

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Schlechtmachen der Konkurrenz als Geschäftsphilosophie!

Mangels eigener "grüner" Vorteile und Qualitäten hinsichtlich ihres Programms zu anderen Bewerbern in der Politik um die Wähler verfallen die Grünen in die Schlechtmacherei der politischen Gegner bzw. deren Projekte und Ideen etc.
Dieses Geschäftsmodell ist von Autoverkäufern bekannt, die nicht die Vorteile ihrer Automarke herausstreichen sondern nur auf die Fehler der Modelle der Konkurenz hinweisen.
Wie ja im Fall von Bio zu sehen ist, können kaum echte, nachvollziehbare Vorteile hinsichtlich einer gesünderen Ernährung bzw. gesundheitlich positive Auswirkungen, die allein aus dem Bio resultieren, nachweislich belegt werden. Daher wird auch andeuernd der konventionelle Landbau verteufelt, dämonisiert etc.

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Neue Spießer? - eher nicht!

Was sich heute vor allem, aber nicht nur bei den Grünen wieder durchsetzt, sind die Wiedergänger einer Ideologie, die einerseits meint, daß Eigentum Diebstahl ist, andererseits daß nur sie weiß, was für die Menschen gut ist. Dies glaubt sie besser zu wissen, als die Betroffenen selbst, denn die Menschen werden als dumm und unmündig angesehen. Eine Ansicht, die heutzutage gar nicht mehr so falsch ist, an dessen Herbeiführung aber der Sozialismus seit 1970 nicht unschuldig, eher hauptschuldig ist. Im Sinne dieser Ideologie wird die Meinungsfreiheit genauso eingeschränkt, wie die Privatautonomie. Deshalb werden seit Jahrzehnten die Grundfesten der Gesellschaft politisch, sowie medial sturmreif geschossen und vieles mehr.
Der "Marsch durch die Institutionen" bewirkte, daß heutzutage viele ihrer Epigonen in maßgeblicher Stellung z.B. der Justiz sitzen.
Daraus ergeben sich "originelle" Urteile von europäischen Ebenen abwärts.
Es besteht zwischen der Ausprägung des Sozialismus hier und jetzt nur ein gradueller Unterschied zu Umerziehungslagern und in brutalster Ausprägung dem Genickschuß in den Kellern der Lubjanka.
Einziger gesellschaftlicher Gegenpart ist eine auf Grund der Sozialisation ihrer politischen Vertreter sozialdemokratisierte ÖVP. Sie erfüllt im weitesten Sinne heutzutage etwa die Rolle der Ost-CDU in der ehemaligen DDR. Vassilakou aber ist auch eine Großmeisterin der Chuzpe, wenn sie Volksabstimmungen über Parkgebühren ablehnt, über Mieten aber fordert.

Re: Neue Spießer? - eher nicht!

Sagen sie geht es ihnen noch gut??? Finden sie das Lustig oder ist ihnen wirklich so langweilig??? Vergleichen sie jetzt ernsthaft die Gulags und Kriegsverbrechen im Ostblock mit dem Parkpickerl in Wien und ein paar reißerischen Forderungen nach billigen Mieten?? Das ist doch krank...

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Guter Kommentar!


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Scharlatane agieren immer gleich!

Ihr können liegt im Aufgreifen von Sehnsüchten und romantischen Vorstellungen ebeso wie im beinharten Ausnützen und Schüren von Ängsten aller Art. Es geht um das Benützen von Gefühlen und das Vermitteln von vermeintlich einfachen Lösungen. Die Kurzformel ist: Wenn's nur grün wird, wird alles besser! Damit wird jede logische und rationale Auseinandersetzung verhindert. Und hinter dieser verheißungsvollen, morgendlich rosa Nebelwand tauchen nun doch die Ideologien auf, die alles ander als offen und entwicklungsfähig sind. Es sind unveränderliche Dogmen!

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ScharlataneImmer die gleiche Vorgangsweise


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ScharlataneImmer die gleiche Vorgangsweise


Kryptokommunisten

Die GrünInnen sind eine Sekte. Fanatische Religionsanhänger sind nie liberal.

Die Grünen sind nur gegenüber sich selbst tolerant, der

Rest wird verboten.

ganz sachlich gefragt

wann haben die Grünen in den vergangenen paar jahren eigentlich für etwas argumentiert, das nicht ein verbot war? die greenhorns sind ja nicht einmal mal mehr für ungeregelten zuzug so wie noch in den 1990ern.

Re: ganz sachlich gefragt

die grünen haben das problem des kreisverkehrbenuzers, jahrelang nur links, links links gefahren und dann auf einmal kommen sie dort an wo vormals rechts war. an ihren heutigen fast schon religiös fanatischen verbotsorgien und teilweise anarchischen abstimmungsarten, siehe in wien in den bobo-bezirken, kann man die wandlung von der ehemaligen puppe unter meissner blau, tollmann, nenning, lorenz, kaspanaze sima usw, zu einem heute häßlichen insekt sehen.

Re: Re: ganz sachlich gefragt

poldionkel, Sie haben die aktuelle Situation völlig richtig analysiert. Denn irgendwie erinnert die Entwicklung bei den Grünen auch daran, was aus den ursprünglichen Visionen der russischen Oktoberrevolution nach durchaus viel versprechenden Ansätzen letztlich geworden ist: Die kreativen Freigeister blieben bald auf der Strecke, als die Apparatschicks an ihre Stelle traten und das Land in ihre bürokratischen Klauen bekamen. Furcht und Terror legten sich lähmend über die Bevölkerung, jegliche Hoffnung auf Änderung erstarb in Stalins Folterkellern und Todeslagern..

Zugegeben: Davon sind die Grünen noch Lichtjahre entfernt. Aber die grundsätzlichen Tendenzen sind auch nicht sonderlich sympathisch! Die von Ihnen am Ende Ihres Postings aufgezählten Namen von "Grünen der ersten Stunde" umfassen den "bürgerlichen Flügel" der seinerzeit so hoffnungsvoll gestarteten Bewegung. Sie alle wurden früher oder später hinaus gemobbt oder geekelt. Von da an bestimmten die "Fundis", wohin es lang gehen sollte; die "Realos" hatten ausgespielt. Heute versucht Wiens Vizebürgermeisterin Vassilakou die Stadt möglichst "autofrei" zu machen. Und zugungsten von Radwegen müssen sogar Bäume geschlägert werden. Dafür werden dort neue gepflanzt, wo mit ihnen Parkplätze bisherige Parkplätze verschwinden.

neues parteimanifest

stimmt es dass die grünen im neuen parteimanifest eine zusatzpunkt eingefügt haben, nämlich: jede/r grüne/in habe sich morgentlich 5 minuten lange selbst zu geißeln, damit ihnen ein allfälliges lächenln tagsüber ausgetrieben sei.

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Re: neues parteimanifest

Stimmt definitiv nicht, es entspringt nur ihrer Fantasie. Bitte suchen sie einen Arzt ihres Vertrauens auf

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Ein Verbot fehlt noch!

Na bei dieser Verboucht Herr ortner, bliebe dann noch eine letzte finale Lösung. Die Grünen sollten sich selbst verbieten! Kaum jemand würde Ihnen eine Träne nachweinen.

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Re: Ein Verbot fehlt noch!

Verbotssucht und nicht "verboucht" soll es natürlich heißen - sorry!

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Nur die halbe Wahrheit..

Wenn Herr Ortner doch nur recht hätte, dann wäre die Lage halb so schlimm.

In Wahrheit sind die Grünen jedoch nicht verbotssüchtig, sondern ideologisierte Klientelpolitiker schlimmster Sorte. Verbote gegen alles, was man nicht mag (Mögen ist hier der richtige Terminus, den dafür ist keine sachlich Begründung nötig). Unterstützung für alles, was man mag.

Opportunismus eben.

Ich denk auch

dass er es gut erwischt hat. Danke

Ortner über die Grünen

ist ungefähr so interessant wie ein Blinder übers Licht.

Re: Ortner über die Grünen

ortner ist ein paradebeispiel für einen lohnschreiber:
er schreibt, was verlangt wird.

im fall seiner kolumne in diePresse lautet der auftrag der chefredaktion: ortner, schreib was für unsere gruftis. wenn wir die nicht mehr haben, dann haben wir ja praktisch gar keine leser mehr.

die presse - die zeitung für die uralten (an körper oder geist)....
...und für jene, die über solche leute gerne lachen!

Re: Re: Ortner über die Grünen

Wenns denn wenigstens so wäre (dass O. schreibt, was verlangt wird).
Das Schlimme ist, der meints wirklich so und ist auch noch Stolz drauf (aber wie man sieht hat er in der Presse auch ein paar Fans).

Re: Ortner über die Grünen

In 20 Jahren wird man sagen wenigstens einer der den Aufstieg der Gendersozialisten vorausgesehen hat.

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Re: Ortner über die Grünen

Gibt es überhaupt ein Thema über welches Ortner ohne seine neoliberale Verblendung referieren kann?

 
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