Wenn nicht Ethik, sondern Pragmatik als Richtschnur dient

Kühles Denken, was angesichts der drohenden Völkerwanderung am besten zu tun wäre, hat bei Moralisten und Utopisten einen schlechten Stand.

Vor fast 100 Jahren formulierte Max Weber in einem Vortrag über „Politik als Beruf“: „Wir müssen uns klarmachen, dass alles ethisch orientierte Handeln unter zwei voneinander grundverschiedenen, unaustragbar gegensätzlichen Maximen stehen kann: Es kann ,gesinnungsethisch‘ oder ,verantwortungsethisch‘ orientiert sein. Nicht dass Gesinnungsethik mit Verantwortungslosigkeit und Verantwortungsethik mit Gesinnungslosigkeit identisch wäre. Davon ist natürlich keine Rede. Aber es ist ein abgrundtiefer Gegensatz, ob man unter der gesinnungsethischen Maxime handelt – religiös geredet: ,Der Christ tut recht und stellt den Erfolg Gott anheim‘ – oder unter der verantwortungsethischen: dass man für die voraussehbaren Folgen seines Handelns aufzukommen hat.“

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.04.2016)

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