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Ökonomen fordern ein CO2-Konto für jedermann

02.07.2012 | 18:31 |  MATTHIAS AUER (Die Presse)

Auch Autofahrer sollen am kritisierten CO2-Handel teilnehmen. Wenn man sein Auto tankt oder die Stromrechnung bezahlt, würden nicht nur Geld, sondern auch CO2-Rechte abgebucht.

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Wien. Der europäische Emissionshandel (ETS) ist klinisch tot. So oder so ähnlich fallen die meisten Analysen über den sieben Jahre alten CO2-Handel der EU derzeit aus. Der Grund: Europa hat seinen Unternehmen so viele CO2-Zertifikate geschenkt, dass diese de facto wertlos sind. Statt 30 Euro wie vor wenigen Jahren kostet das Recht, eine Tonne Kohlendioxid in die Luft zu blasen, nur noch 7,50 Euro. Zu wenig, um Unternehmen einen Anreiz zu Innovationen in umweltschonende Technologien zu bieten, sagt das Gros der Beobachter.

Doch eine Runde österreichischer Ökonomen ist angetreten, um das Ansehen des CO2-Handels zu retten: Die Idee funktioniert, schreibt die Initiative ProMarktwirtschaft. Und zwar so gut, dass der Handel mit CO2-Rechten sogar ausgeweitet werden sollte – auf jeden einzelnen Menschen.

 

Erst Transporter, dann Private

Derzeit sind rund 12.000 Unternehmen in Europa verpflichtet, jede Tonne CO2, die sie ausstoßen, mit einem entsprechenden Zertifikat zu unterlegen. Das größte Sorgenkind der Klimapolitik, der Verkehr, ist aus diesem System bisher weitgehend ausgeklammert. Das soll nicht so bleiben. Immerhin stiegen die CO2-Emissionen des Sektors von 1990 bis 2010 allein in Österreich um 60 Prozent an. In einem ersten Schritt hat die EU den Flugverkehr in das ETS aufgenommen. Der Güterverkehr sollte schon bald folgen, fordert der Ökonom Thomas Url. In letzter Konsequenz müssten aber alle Bürger am CO2-Handel teilnehmen.

Die Idee: Jeder Österreicher erhält ein bestimmtes Kontingent an CO2-Emissionen. Wenn er sein Auto tankt oder die Stromrechnung bezahlt, würden nicht nur Geld, sondern auch CO2-Rechte abgebucht. Reichen die Zertifikate nicht mehr aus, müsste auch der Private zukaufen. Wer aber sein Auto öfter stehen lasse und stattdessen Rad fahre, könnte seine gesparten Zertifikate verkaufen. Damit die Einnahmen nicht im Budgetloch versickern, müssten im Gegenzug Steuern auf Arbeit gesenkt werden.

 

900 Mio. überflüssige Zertifikate

Das System wirke auch dann, wenn die Bürger ihre CO2-Rechte kostenlos erhalten, argumentieren die Ökonomen. Denn bei allen Problemen hätten die Erfahrungen mit dem EU-Emissionshandel eines gezeigt: Mit der Einführung der Zertifikate stieg das Bewusstsein der Unternehmen für das Thema stark an. Und zwar auch dann, als sie anfangs kostenlos zugeteilt wurden.

Der deutsche Energieexperte Marc Oliver Bettzüge sieht das anders: „Niemand in der EU nimmt den CO2-Handel ernst“, sagt der Direktor des Energiewirtschaftlichen Instituts in Köln. Im Vorjahr waren 900 Millionen Emissionszertifikate zu viel auf dem Markt, die den Preis drückten. Die Zertifikate müssten rasch und radikal verknappt werden, fordert Bettzüge.

Die Schwachstellen des Systems sind auch der EU nicht verborgen geblieben. In der kommenden Periode, die 2013 startet, soll ein Fünftel der Zertifikate nicht mehr kostenlos verteilt, sondern versteigert werden. Bis 2020 soll dieser Anteil auf 50 Prozent steigen.

Für Url kommt die Verknappung des Angebots nicht zu spät, sondern gerade rechtzeitig. So habe Europas Industrie Zeit gehabt, sich umzustellen, ohne sofort unter Zugzwang zu geraten, in Staaten abzuwandern, die keinen CO2-Handel kennen. Sollte sich in Zukunft herausstellen, dass Europas Unternehmen dennoch einen gravierenden Wettbewerbsnachteil erleiden, kann sich der Ökonom sogar für Schutzzölle erwärmen.

Ganz friktionsfrei dürfte das aber nicht ablaufen. Die anderen Staaten sind jetzt schon nicht begeistert davon, dass ihre Flugzeuge nur in Europa landen dürfen, wenn sie genug CO2-Zertifikate nachweisen können. Chinas Antwort fiel wenig diplomatisch aus: Gerüchten zufolge überlegt Peking, als Gegenmaßnahme Flugzeuge aus der EU zu beschlagnahmen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.07.2012)

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178 Kommentare
 
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Gast: Ehemaliger Linksliberaler
03.11.2012 11:53
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Ich bin dafür

Ja, so gehört das! BRAVO!

Gast: Goiserer H
20.09.2012 22:38
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zu viele Menschen

wenn die Einwohnerzahl in Ö steigt, steigt natürlich auch der CO2- Ausstoss.

Gast: anachronist
08.07.2012 14:24
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Der Häupl in Wien zwingt mich mit Feststoff zu heizen,..

Krieg ich von ihm jetzt dafür eine CO2-Gutschrift?

Österreich bringts?!

Auch wenn Österreich einen Monat lang autofrei wäre, würde die USA allein an einem einzigen Tag mehr CO2 ausstoßen als wir verhindern könnten. Der Treibhauseffekt ist ein globales Problem, das uns alle betrifft.


Antworten Gast: gast1253
31.08.2012 10:56
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Re: Klimalüge

06:24: Die Kurve hört 1975 (das wird hier als "now" bezeichnet) auf. Warum?

22:05: Warum endet die rote Kurve zu einem früheren Zeitpunkt?

Der Macher der "gut gemachen BBC-Dokumentation" (eine Falschauskunft von dir, diese "Dokumentation" ist von Channel 4. Die BBC lehnt eine Zusammenarbeit mit Durkin ab.) hat folgendes Interview gegeben:

http://www.youtube.com/watch?v=lIjGynF4qkE

Re: Klimalüge

Eine gut gemachte BBC-Dokumentation, aber nichts, was nicht alle schon wissen könnten!
Beim Abschnitt über die Sonne könnte man kritisieren, dass hier ständig von "Sonnenaktivität" gesprochen wird. Hier geht es aber nicht, wie man glauben könnte um die Wärmestrahlung der Sonne, die als Solarkonstante gemessen wird (die ist nicht konstant, es gibt periodische Schwankungen) sondern um das Magnetfeld der Sonne, von dem man noch gar nicht so lange weiß, dass es mit der Erdtemperatur korreliert. Es gibt eine Theorie, dass dieses Magnetfeld den Bedeckungsgrad mit Wolken beeinflusst. Am CERN wird das zur Zeit überprüft.

Oft wird der IPPC (Weltklimarat) genannt, den die meisten für eine wissenschaftliche Organisation halten. Es ist aber eine politische Organisation, die eine große Zahl von Wissenschaftlern beauftragt hat "den vom Menschen gemachten Klimawandel zu beobachten und Vermeidungsstrategien vorzuschlagen."
Die Ergebnisse sind im "The Physical Sclence Basis" genannten Teil im Bericht des IPCC nachzulesen. Kein Wissenschaftler, der gut bezahlt wird, würde offen sagen, dass der Auftrag Unsinn ist, wenn man aber genau nachliest, erkennt man, dass die Autoren auch nicht an "den vom Menschen gemachten Klimawandel" glauben!

Es gibt aber viel zu viele, die von dieser Behauptung gut leben, weshalb alle "Klimaleugner" sofort heftig, aber ohne Argumente, beschimpft und niedergeschrien werden!


Re: Re: Klimalüge

Am Ende sagen die vom IPCC beauftragten Wissenschaftler, dass es “likely” ist, dass es einen wesentlichen menschlichen Beitrag zur Erderwärmung seit der Mitte des 20. Jhdts. gibt. Es wird aber auch nicht weniger als 10-mal darauf hingewiesen, dass man aus Zeiträumen unter 50 Jahren keine Schlüsse ziehen kann. Liest man im Text nach, sagen sie nur, dass die Computermodelle zur Berechnung des Erdklimas für die Jahre 1970 bis 2005 nur richtige Ergebnisse liefern, wenn man einen Einfluss des vom Menschen verursachten COP2 annimmt. Das sind nur 36 Jahre, irgendwelche Schlüsse kann man daraus nicht ziehen, also ist die versteckte Aussage, dass das menschliche CO2 gar keinen einfluss auf die Erderwärmung hat!

Das ist auch deshalb leicht nachvollziehbar, weil der menschliche Beitrag zum globalen CO2-Ausstoß (laut Figure7.3) nur 3 Prozent beträgt und das CO2 selbst (nach Table 2.1) nur etwa 20 Prozent Anteil am gesamten Treibhauseffekt hat. Das ergibt nur 6 Zehntelprozent für den menschlichen Anteil am Treibhauseffekt, was im stark schwankenden 60-Prozent-Anteil des Wasserdampfs und dem ebenso schwankenden Anteil des bodennahen Ozons am Treibhauseffekt völlig untergehen muss!

Was Ökonomen wissen sollten!

Die Wirkung einer Preiserhöhung (nichts anderes bewirkt der CO2-Zertifikatehandel) hängt von der Preiselastizität und von der Substitutionselastizität ab. Die Preiselastizität bei fossilen Brennstoffen ist aber sehr gering, d.h. eine Preiserhöhung führt kaum zu weniger Verbrauch.
Noch schlimmer ist es mit der Substitutionselastizität bestellt, die in der Nähe von Null liegt. Man kann Kraftfahrzeuge nicht anders als mit Treibstoff betreiben und der Wärmebedarf kann nur zu einem unbedeutend kleinen Teil mit Biomasse (Holz) befriedigt werden, fossile Brennstoffe sind nicht zu ersetzen.

Angesichts dieser Tatsachen muss jeder volkswirtschaftlich Geschulte erkennen, dass der Zertifikatehandel niemals den gewünschten Zweck erfüllen kann und deshalb sinnlos ist!

Die "Runde österreichischer Ökonomen", die den CO2-Zertifikatehandel ausdehnen will, hat offensichtliche Wissensdefizite und kann unmöglich aus anerkannten Wissenschaftlern bestehen!

Gast: anderswo
04.07.2012 11:22
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Sonne besteuern


http://sciencev1.orf.at/science/news/47745

Die Idee mit der CO2-Besteuerung ist insofern verständlich, denn, wer aus dem Nichts mit einer simplen Buchung Kreditgeld erfinden darf und dafür real arbeiten lässt, bzw. sich für die einfache Leistung einer Buchung Sachwerte verpfänden lässt, macht ja auch nichts anderes.

Gast: Freies Atmen ist parasitär
03.07.2012 21:45
2 0

Atemluftzähler

Einfach so auf die Welt kommen und atmen ist unverantwortlich gegenüber der Erde.
Ich fordere konsequent die Vernichtung dieser parasitären Lebensform auf der Erde.
Atmen ist so böse.

Gast: Melanie Gatzke
03.07.2012 21:22
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Schaffen wir den Menschen ab,

Die sind doch alle nur noch krank im Kopf.
Schaffen wir den Menschen ab, dann ist Ruhe- keine Belastung mehr für die Natur.
keine Atmung- keine Pfürze mehr, die ja doch auch die Luft verpesten, keine Transporte mehr - alles wird wunderbar.

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CO2 Handel

Wie werden die Firmenauto der Banken, Politiker, Firmen ver-, abgebucht.
Dieser Super Ökonom sollte ein Mal das Leben lernen.
Ersteigern dann die Banken (oder Reichen/Aktionäre) die Zertifikate mit dem Geld der Steuerzahler?

Gast: pan-torra
03.07.2012 20:29
2 0

nicht das ich irgendwas...

auf dieses co2-gesuelze gebe, aber jetzt kann ich mir als vegetarier endlich mit reinem gewissen einen porsche kaufen ;)

Gast: Sekundant
03.07.2012 20:23
8 0

sehr gut!

Dann verlange ich sofort für den großen Baum vor meinen Haus eine CO²-Steuerrückvergütung für die gesamte Vegetationsperiode!

Re: sehr gut!

Was ist CO zum Quadrat?

Gast: Selbstdenker1
03.07.2012 19:43
10 0

CO2 - Manie

Ende der 60er Jahre hat man in der Schule gelernt, daß seit 1945 der Pasterzen-Gletscher auf dem Großglockner gewachsen ist, dies wurde durch Fotos dokumentiert. Die Lehrer wiesen darauf hin, daß nun der Beginn einer neuen Eiszeit sein könnte. Derzeit (nach knapp mehr als 40 Jahren) ist es umgekehrt.
Obwohl ein Zusammenhang zwischen CO2-Konzentration in der Atmosphäre und dem Klima bisher nicht nachweisbar ist, reiten viele auf dem CO2-Pferd zulasten der Steuerzahler.
Treibstoffe und Strom sind teuer genug, da bedarf es keiner "Bewußtseinsbildung" mehr.
Ein besonderer Hohn ist das Ansinnen irgendwelcher (profilierungsgeiler) "Wissenschafter", in Österreich Strom durch "Zertifikate" weiter zu verteuern (ohnehin mehr als 75% aus CO2-freier Wasserkraft plus bereits vorhandene "Ökostrom"-Belastungen !!!).
Zum CO2 in der Atmosphäre: Nach den Regeln der Chemie werden zukünftig Grünpflanzen eben schneller wachsen und mehr CO2 verbrauchen (Gleichgewichtsregel).
Die einzige wirkliche Klimagefahr ist das Vernichten großer Waldgebiete (z.B. Regenwälder).
Alles andere ist CO2-Manie.

Antworten Gast: gast1253
31.08.2012 11:01
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Re: CO2 - Manie

Das Mehr an CO2 seit 1970 hat dazu geführt, dass die Erde weniger Energie abstrahlt, das haben Satelliten zigfach gemessen.

Wurde übrigens theoretisch schon vor 100 Jahren vorhergesagt.

Re: CO2 - Manie

Das grüne Kommunistische Witzfigurenkabinett muss doch laufend Themen finden, die ihre Existenz rechtfertigen - egal wie erstunken und erlogen sie sind.

Re: Re: CO2 - Manie

Selber Witzfigur, nur antikommunistische ;-o
Den CO2-Handel den Kommunisten unterzuschieben ist ja sowas wie dem Teufel das Weiwasser!

Re: Re: Re: CO2 - Manie

Für die Kommunisten gabs nur zwei Wege alle Völker gemeinsam zu indoktrinieren:

1.) globale außerirdische Bedrohung
2.) Bedrohung durch die Natur/Klima

lernen Sie Geschichte mein Freund

Da muss aber schon auch das Ausatmen (CO2)bezahlt werden !!


16 % Sauerstoff,
80 % Stickstoff + Argon und
4 % CO2.!!!!!!!!

Das geht aber schon gar nicht !!

Der Wahnsinn greift sichtlich immer mehr um sich !1

Gast: Sambasol
03.07.2012 19:15
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Und was ist mit Biomasseheizungen, Solar, Wind, Wasser

Speziell Biomasseheizungen und Solaranlagen könnten gedeckte CO2 Checks produzieren. Diese könnten sogar Förderungen für diese Technologien ersetzen.

Leider wird dieses enorme Potential negiert.

Gast: Bärenfalle...
03.07.2012 18:35
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Tja, wertlose Papierln

mit staatlichem Zwang in cash-cows verwandeln ... da kann sich die o.a. Initiative angeführt vom Raiffeisen Chefanalysten Peter Brezinschek nur dafür einsetzen, natürlich vollkommen uneigennützig.

Tja, der verbriefte Handel mit (Pseudo)Sachwerten wie Aktien oder CDS ist von gestern.

Die Zukunft liegt im Handel von Nix und sprichwörtlich "heißer Luft" .. und wer nicht mitspielen will wird dazu staatlich gezwungen.

Bedauerlicherweise kam der einträglichen Zukunft die Finanzkrise 2008 dazwischen, Wiederbelebungsversuche der CO2- äähh ... durchaus fragwürden CO2 Theorie zunehmende vergeblich.


Re: Tja, wertlose Papierln für diesen Humbug !

Raiffeisen hat zwar keine AKWs, will aber mit Biosprit (Agrana !!) und jetzt auch noch mit den Zertifikaten verdienen und die Menschen dabei für blöd verkaufen !!!!

Gast: Hastalavista
03.07.2012 18:10
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der großte Schwindel aller Zeiten

die angeblich CO2 verursachte Erderwärmung ist der größte Schwindel aller Zeiten und dient lediglich unserer Abzocke!

 
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