Polizei löst Blockade von Belo-Monte-Baustelle auf

Die Polizei hat die Blockade der Baustelle für das Wasserkraftwerk Belo Monte und der "Transamazonica"-Überlandstraße geräumt. 600 Indigene und Umweltschützer hatten an der Blockade teilgenommen.

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Belo Monte – (c) EPA (Ivan Canabrava / Illuminati Film)

Rund 600 Demonstranten, darunter Indios und Fischer, haben im brasilianischen Amazonas-Gebiet die Baustelle für das umstrittene Wasserkraftwerk Belo Monte besetzt. Auch die "Transamazonica"-Überlandstraße (BR-230) wurde blockiert Die Polizei und Sicherheitskräfte des Baukonsortiums "Norte Energia" haben die Blockade aufgelöst. Die Demonstranten, unter ihnen Indigene, Fischer und Umweltschützer, hätten nach kurzem Widerstand die friedliche Besetzung aufgegeben, Verletzte habe es nicht gegeben.

Mit der Besetzung hatten die Demonstranten am Donnerstag auf die Gesprächsverweigerung der brasilianischen Regierung gegenüber betroffenen indigenen Familien und Kritikern des Kraftwerks reagiert. Für Proteste sorgte zudem die bereits am Mittwoch gefällte Entscheidung eines Gerichtshofs der Region Para, ein weiteres Urteil im Ringen um einen Baustopp für das Staudammprojekt auf den 9. November zu verschieben.

Indio-Sprecher Juma Xipaia bekräftigte den Willen zum Widerstand. "Das Projekt Belo Monte wird nur dann Erfolg haben, wenn wir nichts tun, um es zu verhindern. Wir werden nicht ruhig sein. Wir schreien laut, und wir tun das jetzt."

Bangen um Lebensgrundlage

Das elf Milliarden Dollar (8,1 Milliarden Euro) teure Wasserkraftwerk wird von der brasilianischen Regierung als zentral für die nationale Energieproduktion angesehen. Belo Monte wäre mit einer Leistungskapazität von 11.233 Megawatt das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt, nach dem Drei-Schluchten- Staudamm in China und dem binationalen Itaipu-Werk an der Grenze Brasiliens zu Paraguay.

Kritiker warnen davor, dass wegen des Staudamms mehr als 30.000 Menschen umgesiedelt werden müssen. Viele indigene Fischer fürchten wegen der großflächigen Änderung des Flusslaufs und der Entstehung eines 500 Quadratkilometer großen Stausees um die Grundlage ihres Lebensunterhalts.

Einer der engagiertesten Kämpfer gegen das Vorhaben ist der aus Vorarlberg stammende Bischof von Altamira-Xingu, Erwin Kräutler. An dem Projekt ist der österreichische Anlagenbauer Andritz AG mit einem Auftragswert von 330 Millionen Euro beteiligt. Internationale Aufmerksamkeit erregte der Fall auch durch Starregisseur James Cameron. Der Oscar-Preisträger hatte gewarnt, die lokalen Stämme im Amazonas-Regenwald könnten Gewalt anwenden, um den Bau zu stoppen.

(APA)

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